Nachdem ich nun ein wenig mit meiner D90 rumgespielt habe stellte sich auch die Frage welche Software ich für die Verwaltung und Nachbearbeitung benutze. Top-Kandidaten sind natürlich die üblichen verdächtigen Adobe Lightroom 2 und Apples Aperture 2. Beide Programme gibt es jeweils als 30 Tage Testversion, so dass man in Ruhe testen kann.

Angefangen habe ich mit Lightroom. Testversion runtergeladen, installiert und ab die Post. Ohne dass ich mich jemals mit dieser Art von Software zuvor beschäftigt habe, war die Bedinung von Anfang an easy und intuitiv. Zunächst geht es natürlich um die Basics wie Import von Bildern und die Verwaltung der Bibliothek auf der Festplatte. Hier punktet Lightroom dann auch gleich, da die komplette Bibliothek als Ordnerstruktur mit den jeweiligen Bilddateien auf der Festplatte abgelegt wird. Hier gibt es anscheinend auch die Möglichkeit einzelne Ordner an anderen Orten abszuspeichern um so ein Archiv auf einer externen Platte anzulegne. Habe ich allerdings noch nicht ausprobiert.

Im nächsten Step habe ich dann ein wenig mit den Entwicklungsoptionen rumgespielt. Dazu hatte ich einige Bilder im RAW-Format aufgenommen, die durch die Bank aufgrund meines fotografischen Unvermögens auch viel Raum zur Nachbearbeitung liessen. Um es kurz zu machen: Ich bin begeistert. Die verschiedenen Voreinstellungen für den Weißabgleich zusammen mit den Reglern für die verschiedenen Belichtungsoptionen wirkte für meine laienhaften Augen wunder. Plötzlich hatten graue undefinierbare Bilder wieder Farbe und Kontrast und man konnte durchaus das Motiv erkennen. Ebenso easy die Bearbeitungsfunktionen zur Festlegung des Ausschnittes oder der Pinsel zur Reparatur einzelner Bildstellen. Mit letzterem Werkzeug kann man hervorragend Pickel aus dem Gesicht wegretuschieren ohne großartige Erfahrungen in der Bildbearbeitung zu haben. So konnte ich meine Bilder auf der Schulnotenskala mit wenigen Klicks von einer glatten 6 auf eine 5+ steigern ;-) Klar, am besten ist es von vorn herein ordentliche Aufnahmen zu machen, aber da ich da noch viel üben muss, kann man zumindest in Punkto Belichtung und Weißabgleich auch als Laie einiges rausholen.

Da ich Flickr benutze und mir dort auch dann endlich mal einen Pro-Account gegönnt habe, wollte ich natürlich die Bilder möglichst einfach dorthin exportieren. Das geht prima mit dem Flick-Export-Plugin von Jeffrey Friedl, welches zudem jede Menge Optionen bietet um den Export individuell anzupassen.

Nächster Wunsch war die Integration von GPS-Daten in die Fotos, welche ich mit meiner Garmin aufgezeichnet habe (dazu gibt es noch einen zusätzlichen Post). Auch für diese Aufgabe gibt es ein Plugin und auch dieses GPS-Plugin ist von Jeffrey Friedl. Die GPS-Daten waren dann auch innerhalb weniger Sekunden importiert und die Fotos konnten samt Geodaten zu Flickr übertragen werden. Hier ein Link zu meiner Flickr-Karte mit ein paar Testbildern.

Weiterer Vorteil ist, dass man Bilder bei Bedarf direkt aus Lightroom heraus in Photoshop öffnen und dort bearbeiten kann, falls die Funktionen von Lightroom nicht ausreichen.

Und was ist mit Aperture?

Trotz der super Erfahrung mit Lightroom wollte ich aber auch Aperture eine Chance geben. Schließlich bin ich echter Apple-Fan und stehe auch auf die ganze Apple-Software. Normalerweise funzt die echt super. Also habe ich mir schnell auch die Testversion von Aperture gesaugt und installiert.

Nach wenigen Minuten war diese installiert und weitere Minuten später hatte ich auch dort die ersten Bilder importiert. Auf den ersten Blick macht auch Aperture einen super Eindruck. Das Konzept ist im Grunde ähnlich und man findet auch hier die wichtigsten Einstellungen für die Nachbearbeitung der Bilder sofort. Was mir als Anfänger gefehlt hat waren die Voreinstellungen für den Weißabgleich. In Aperture gibt es nur zwei Regler mit denen die Ergebnisse nicht sofort so gut waren wie in Lightroom. Dafür gibt es jedoch ein paar Knöppe für sehr gute Voreinstellungen zur Farbtonkorrektur und Belcihtungsoptimierung, die beide sehr gute Ergebnisse geliefert haben.

Was mir nicht so gut gefällt ist die Library-Verwaltung, die Apple-typisch in einer Library-Datei stattfindet. Bei iPhoto hatte ich mich daran ja schon gewöhnt und vielleicht handelt es sich auch bei Aperture lediglich um ein Zip-Archiv, aber dennoch finde ich eine offene Ordnerstruktur irgendwie besser.

Nun gut, von den Grundfunktionen her gibt es aber auch bei Aperture nichts auszusetzen, nachdem ich aber von dem Flickr und GPS-Plugin für Lightroom so begeistert war musste sowas auch für Aperture her. Um es kurz zu machen, es gibt sowohl ein Flickr- als auch ein GPS-Plugin, beide können aber nicht so begeistert, wie die für Lightroom.

Das erste Flickr-Plugin, das ich gefunen habe war nur für Aperture 1.5, das zweite war dann zwar für Version 2, kostet dafür aber Kohle, was jedoch zu vernachlässigen ist, denn immerhin kostet Aperture auch etwa 80,- € weniger als Lightroom.

Enttäuscht war ich jedoch vom GPS-Plugin. Dieses bietet nämlich keine Synchronisations-Möglichkeit mit einem GPX-File, sondern man muss für jedes Bild die Position in Google Maps manuell heraussuchen. Geht gar nicht und damit war eigentlich Aperture auch schon gestorben. Ich habe dann noch ein wenig gegooglet, bin aber nicht fündig geworden.

Fazit:

Sowohl Aperture als auch Lightroom sind coole Programme, die beide einen super Job machen in Sachen Verwaltung und Nachbearbeitung von Bildern. Ich kann nicht beurteilen ob da eines der beiden Programme einen signifikanten Vorteil bietet. Für mich war entscheident, dass Lightroom tolle Presets für Anfänger hat, eine in meinen Augen transparentere Bibliotheks-Verwaltung und besser funktionierende Plugins für meinen Bedarf. Dennoch darf man auch nicht außer acht lassen, dass Lightroom teurer ist. Aperture kostet ca. 200,- € und Lightroom ca. 280,- €, wenn man keine Möglichkeit hat eine Studentenversion oder ein Upgrade zu erwerben. Die 80,- € sind es mir jedoch wert und so werde ich wohl bei Lightroom bleiben.