Bauer Heinrich und sein Schäferlied
Gestern habe ich mal bei Bauer sucht Frau reingezappt und dort sprang mir dann auch gleich mal wieder dieser Bauer Heinrich ins Gesicht. Es ist schon faszinierend zu sehen wie jemand wie Bauer Heinrich, der dann noch ein seltsames Schäferlied vollkommen krumm und schief zum besten gibt, plötzlich zum Liebling der Fernsehnation wird. Wie kommt sowas? Anscheinend verkauft sich alles was schlecht ist. Die ganzen Casting-Shows leben ja auch nicht nur von den Top-Kandidaten, sondern genauso von den ganzen Teilnehmern, die mit ihrem Gesang ein Haus zum Einstürzen bringen.
Genau dieser Effekt scheint auch bei Bauer sucht Frau und dem Bauer Heinrich einzutreten. Wie er völlig unbeholfen an seiner “Frau” rumklopft und gleichzeitig die Kuh streichelt, die Namen Schantall und Zeddrik völlig verwundert zum ersten mal hört oder halt vollkommen schmerzbefreit sein Schäferlied zum besten gibt. Naja, egal, Fernseh-Deutschland scheint das ja zu wollen und daher habe ich das Schäferlied mal bei Youtube rausgesucht.








Schon 1 Kommentare
2. Dezember 2008
Warum ist Heinrich so erfolgreich? Schäfer Heinrich hat etwas Archaisches, Ursprüngliches, Unverbildetes, Zeit-und Weltfremdes in einer überziviliserten Welt. Er wirkt wie ein Archetyp, der die Schäferidylle des Rokoko und die Rousseau’sche Maxime: “Zurück zur Natur”, verkörpert. Heinrich strahlt etwas Märchenhaftes aus, vielleicht sogar etwas, was an die Schafhirten zu Christi Geburt Zeiten denken lässt. Sein Erfolg zeigt, dass ein unverdorbener Kern in uns steckt, der diese Eigenschaften schätzt. Nicht Heinrich ist blamabel, sondern die sein schlichtes Wesen verspotten.
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