Das Ende meiner Abmahnung

Am 17. August 2007 von Paddy veröffentlicht

Nun ist die Abmahn-Geschichte zu Ende. Ich habe zur Vorsicht fast alle Beiträge gelöscht, da ich vermute, dass dort noch irgend ein Anwalt ein Salz in der Suppe findet um mir noch einmal an die Karre zu pissen. Wie ist die Sache ausgegangen? Der gegenerische Anwalt ist von seiner Forderung nicht abgewichen, da diese duch Urteile, z.B. gegen die taz, untermauert wird. Lediglich etwas herunterhandeln liess er sich, auf 600,- € inkl. MwSt. Hinzu kommen noch die Kosten für meinen Anwalt. Eine kleine Ersparnis, aber nicht wirklich befriedigend.

Ein letztes Wort und dann ist die Sache für mich erledigt: Wenn Herr Schwensen nicht mehr mit dem Namen, der nicht gesagt werden darf, bezeichnet werden will, respektiere ich das. Egal ob gerichtlich durchgeboxt oder nicht. Wenn er es nicht will, dann ist das unabhängig der Rechtslage ok.

Was ich absolut verurteile ist das Vorgehen in der Sache. Man sucht bei Google nach einem Begriff, surft die ersten 10 Ergebnisseiten ab und findet in kürzester Zeit viele mögliche Opfer Täter. Danach holt man einen mehr oder weniger standardisierten Brief heraus, setzt überall die Adresse aus dem Impressum ein und hat mit sehr geringem Aufwand viel Geld verdient.
Kleiner Tipp an dieser Stelle: Suchergebnisse mit Google Alerts überwachen. Damit bekommt man Täter morgentlich frisch in die Mailbox geliefert.

Ich weiß, dass es eine Gebührentabelle für Anwälte gibt, nach denen sie sich richten und dass so die Kosten zustande kommen. Daher ist die Sache auch absolut wasserdicht, zumindest aus rechtlicher Sicht. Ich zahle und gebe Ruhe und ich hoffe die Gegenseite ist damit auch zufrieden.

Für mich bleibt das Vorgehen aber moralisch absolut bedenklich. Eine kurze E-Mail hätte genügt und es wäre mir eine Ehre gewesen Herrn Schwensen diesen kleinen Dienst zu erweisen in dem ich den Beitrag geändert oder gelöscht hätte. In meinem Fall war es sogar ein positiver Artikel, in dem ich lediglich den Namen erwähnte um einen Bezug herzustellen. Nun bleibt ein fader Beigeschmack und die negative Grundstimmung gegen unser Rechtssystem hat sich bei mir gefühlt vertausendfacht. Auch macht sich die Vermutung breit, dass es für einige Anwälte durchaus ein lukratives Geschäftsmodell sein könnte Abmahnungen zu versenden, was ich natürlich niemandem vorwerfe.

Robert Basic hat in diesem Zusammenhang auch eine Umfrage gestartet, da es immer häufiger Fälle von Abmahnungen gegen Blogger gibt.

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Kommentare (1)

  • Nightfalcon schrieb am 19.01.2008

    Schöne Scheiße, das.

    MC Winkel (www.whudat.de) wurde auch abgemahnt, der musste noch mehr zahlen.

    http://www.whudat.de/?p=996

    Ich finds ehrlich gesagt lächerlich von Herrn Schwensen, man hätte mit den Leuten reden können..

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