Der Kata 3N1-30 Fotorucksack im Test

Am 17. Januar 2011 von Paddy veröffentlicht

Endlich ist heute mein neuer Fotorucksack angekommen. Nach langem hin und her und Begutachtung von gefühlten 30 Rucksäcken habe ich mich letztendlich für den Kata 3N1-30 Sling-Fotorucksack entschieden. Bestellt habe ich ihn bei Amazon, da er dort 40 € günstiger war als beim Fotohändler vor Ort. Vorab kann ich sagen, der Rucksack ist zwar mit 119,- € nicht der billigste, aber dafür jeden Cent wert.

Das Tragesystem

Ich wollte gerne einen Sling-Rucksack haben, da man dort an die Kamera kommt ohne gleich den ganzen Rucksack abschnallen zu müssen. Man schwingt den Rucksack einfach nach vorne vor den Bauch und kann dann aus dem seitlichen Fach die Kamera entnehmen. Wirklich sehr praktisch, wenn man unterwegs ist und nicht ständig die Kamera wie ein Touri vor der Brust baumeln haben möchte, aber dennoch schnell an die Kamera kommen möchte.

Besonderer Clou bei dem Kata 3N1-30 sind die zwei Schultergurte, die man auf 3 Arten nutzen kann.

  1. Einzeln für Links- oder Rechtsträger. Je nachdem ob man den Gurt lieber über der rechten oder linken Schulter tragen möchte kann man den 3N1 konfigurieren. Kata hat sich lustigerweise sogar eine Farbkodierung ausgedacht. Der eine Gurt ist unten drunter Rot und der andere Schwarz. Naja, braucht man nicht, ist aber schick. Entsprechend existieren auch Schnellentnahmefächer auf beiden Seiten des Rucksackes.
  2. Überkreuz. Das sieht zwar ein bisschen dämlich aus, ist aber sehr praktisch. Beide Gurte überkreuz zu nutzen entlastet doch noch mal ungemein, wenn man den Sack voll hat. Trotzdem kann man schnell einen Gurt über den Schnappverschluß lösen und dann wie gewohnt den Rucksack nach vorne schwingen lassen.
  3. Normal wie ein Rucksack halt. Natürlich kann man die Gurte auch in der üblichen Rucksackweise konfigurieren, was sicherlich vom Tragekomfort für einen schwer bepackten Rucksack die angenehmste Variante ist.

Optional kann man jederzeit noch den Beckengurt zur zusätzlichen Unterstützung nutzen. Gurte, die man nicht benötigt verschwinden in dafür vorgesehenen Taschen, so dass sie nicht dumm rumbaumeln. Durch die gute Polsterung am Rücken stören die Schnallen dann auch nicht, wenn sie dahinter verschwunden sind. Die ganzen Schnallen schnappen übrigens sehr gut zu und lassen sich leicht wieder öffnen, also kein Gefummel.

Die Innenausstattung

Der Kata 3N1-30 hat zwei große Fächer. Das Hauptfach im unteren Bereich für Kamera und Objektive und oben drüber noch ein großes Fach in dem man beliebiges Zeug verstauen kann. Es ist groß genug um auch eine Flasche Wasser unterzubringen. Daneben gibt es dann noch seitlich je zwei Fächer für Kleinkram wie Filter oder Akkus für die Digitalkamera und ein Mediapack, welches Speicherkarten aufnimmt und per Klettverschluss am Schnellverschluss befestigt wird. Im oberen Fach befinden sich auch noch diverse kleine Seitentaschen in denen man jede Menge Kleinzeug verstauen kann.

Das Hauptfach ist mit Trennwänden ausgestattet, die man Klettverschluss konfiguriert. Dafür sollte man sich am Anfang einmal etwas Zeit nehmen, damit es perfekt passt. Der obere Teil des unteren Fachs lässt sich durch die Konstruktion mit dem Schnellverschluss für die Kamera nicht komplett öffnen, hier lassen sich gut Dinge unterbringen, die man nicht ständig benötigt, wie z.B. ein Blitz.

Zusätzlich gibt es noch ein Regencape, dass in einer kleinen Tasche zusammengeknüllt wird und bei Bedarf einfach über den Rucksack gezogen wird.

Was geht rein?

Die allerspannendste Frage ist natürlich was in den Rucksack rein geht. Den 3N1 gibt es in drei Varianten mit unterschiedlichen Größen. Der 3N1-30 ist der größte Fotorucksack, der 3N1-20 und 3N1-10 entsprechend kleiner.

Bei mir hat sich einiges angesammelt. Was muss also rein? Die D90 mit angesetztem Batteriegriff und aufgesetzem 24-70 f/2,8 Objektiv, das 70-300, das 105er Makro, das 50 mm und vielleicht auch noch das 16-85. Außerdem soll der Blitz SB-900, mein Panoramakopf und noch jede Menge Kleinkram mit. Ob ich das alles immer brauche ist fraglich, aber immerhin möchte ich die Option haben alles mitzunehmen.

Was soll ich sagen? Es geht alles rein und das nicht mal mit Gequetsche. Da geht also noch was 😉 Ich bin absolut begeistert, die komplette Ausrüstung dabei. Gut, ganz leicht ist die Sache dann nicht, aber mit beiden Gurten gut tragbar. Nichts für eine Tagestour, aber wenn irgendwo zu einer netten Location fährt ideal.

Kata hat auch noch einen optionalen Stativhalter rausgebracht, den man am Rucksack befestigen kann. Ob da mein riesiges Manfrotto 055XProB dran passt glaub ich nicht, aber für ein kleineres Reisestativ ist der Halter bestimmt gut geeignet.

Erster Praxistest

Am Wochenende war ich dann zum ersten mal mit dem neuen Rucksack auf Panoramatour am Dockland in Hamburg. Außer einem Objektiv und dem Blitz hatte ich den ganzen Krempel mit und bin so einige Meter gelatscht. Der Rucksack lässt sich selbst vollbepackt sehr angenehm tragen, man sollte dann allerdings den Hüftgurt zur Hilfe nehmen. Aufsetzen, Absetzen, nach vorne schwingen, alles kein Problem. Das Sack funktioniert genauso wie ich es mir vorgestellt habe.

Fazit: Die lange Suche hat sich gelohnt. Ich bin total begeistert von dem Kata 3N1-30. Das Tragesystem und der Platz ist einmalig. Bei meiner Suche habe ich bisher keinen vergleichbaren Rucksack gefunden. Sicherlich gibt es größere und es gibt auch günstigere, aber nicht in der Kombination. Da hat sich der Hersteller echt mal nen Kopf gemacht 😉

Veröffentlicht in: Fototaschen nach oben

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Kommentare (4)

  • Uwe Westphal schrieb am 01.02.2011

    High Paddy,
    habe auch lange gesucht und es ist für den Anfang mal der 3n1-20 geworden. Die Sling-Funktion (seitliche Herausnahme/Tasche bleibt am Körper) ist super praktisch. Der Kata ist in sich schön formstabil und lässt sich super tragen. Alle Verschlüsse flupsen einwandfrei. Die D7000 mit Griff,700-er Lampe und mein (noch)Kit-Objektiv fühlen sich etwas einsam. Ich zuppel aber gerade mit dem 70-300 und dem 10-24 ger herum. Die passen noch gut hinein. Auch das Kleinkram drumherum lässt sich ordentlich und übersichtlich unterbringen. Wer also nicht ein halbes Studio herumtragen möchte, der hat hier einen angenehmen und tragefeinen Partner gefunden.

  • teaEi schrieb am 17.03.2011

    Danke für den Bericht! Ich bin schon seit längerem auf der Suche nach einer passenden Tasche/Rucksack und diesen muss ich mir mal genauer ansehen. Hast du das 055xprob mittlerweile schon mal versuchsweise mit dem Stativhalter montiert? Würde micht interessieren, da ich auch dieses Stativ besitze.

  • Ralf schrieb am 27.09.2013

    Hi Paddy.
    Der Bericht ist ja schon ein wenig älter. Ist es immernoch dein Favorit oder gibt es was neues im „Fuhrpark“.
    Freue mich auf Info.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ralf

    • Paddy schrieb am 28.09.2013

      Ich finde den Rucksack noch immer toll, verwende aber meistens einen grösseren, da sich so viel Zeug angesammelt hat 😉

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