Seitdem ich mit den Elinchrom BXRi mein Studio eingerichtet hatte, schielte ich auch immer mit einem Auge auf die mobile Lösung, den Ranger Quadra RX. Zwar bin ich ein grosser Freund von kleinen Aufsteckblitzen, aber ich kenne auch ihre Grenzen. Leistungsmäßig ist halt schnell mal der Arsch ab, wenn man draussen gegen die Sonne blitzen möchte. Andererseits schätze ich die hohe Mobilität meiner kleinen SB-900, weshalb ich schon beim Anblick mancher mobilen Generatoren Rückenschmerzen bekomme.

Nachdem der Bremer sich in letzter Zeit ebenfalls mit dem Thema beschäftigte und es ihn immer mehr drängte sein Geld unter die Leute zu bringen, nahmen wir uns dieses Problems einmal gemeinsam an. Neben dem Elinchrom Quadra Ranger schmiss Josh noch den Profoto AcuteB2 600 in den Topf. Beide konnten wir uns direkt in Hamburg anschauen und so zogen wir los Geld auszugeben. Josh schlug dann gleich bei Probis zu, wo man uns sehr nett beraten hat. Ich wartete noch etwas ab und bestellte dann bei meinem Haus- und Hoflieferanten Profot in Köln, die auch schon mein Studio ausgestattet haben und zu denen ich einen sehr guten Draht habe. Die Jungs bei Probis sind aber auch sehr nett und kompetent. Nun gut, so hat jeder von beiden ein klein wenig an uns verdient.

Aber von vorne…

Ziemlich schnell war klar, dass der Profoto ausscheidet. Das Gerät ist robust, echte Profiqualität, ein Arbeitstier. Das wirkt sich aber auch auf die Größe aus. Der AcuteB2 600 Air ist ziemlich klobig und da er mehr die Form eines Quaders hat, lässt er sich nicht so angenehm über der Schulter tragen. Auch der Blitzkopf ist im Vergleich zum Ranger viel klobiger. Am meisten störte mich jedoch das Kabel, welches mir doppelt so dick und viel unflexibler vorkam als das vom Ranger. Toll finde ich hingegen den Drehregler für die Leistung, hat was solides. Der Profoto stellt seine 600Ws an einem Anschluss zur Verfügung und hat etwas mehr Leistung als der Ranger. Interessanter ist jedoch eher wie weit sich der Blitz runter regeln lässt. Das ist mit einem Range von 9-600Ws ein erfreulich grosser Bereich. Den Generator gibt es mit einem Blitzkopf und einem Akku für so ca. 2.400,- €. Das muss man auch mal verdauen. Dafür gibt es dann mit einer Akkuladung rund 200 Blitze bei voller Leistung. Auch wenn der Profoto AcuteB2 600 bestimmt ein hervorragendes Gerät ist, so kam nicht dieses seltsame Haben-Wollen-Gefühl in uns hoch, welches sämtliche Preissensoren ausschaltet.

Der Elinchrom Ranger Quadra RX kommt nur mit 400Ws daher. Diese teilt er auf zwei Anschlüsse im Verhältnis 2:1 auf. Man kann also zwei Blitze gleichzeitig betreiben, sie allerdings nicht voneinander getrennt regeln. Man muss dann mit dem Abstand arbeiten um die Leistung zu regulieren. Gegenüber dem Profoto stehen also nur 400Ws zur Verfügung. Verwendet man beide Anschlüsse gleichzeitig stehen an A maximal 268Ws und an B 132Ws zur Verfügung. Reicht das? In Blenden ausgedrückt ist der Unterschied 600 zu 400Ws weniger als eine Blendenstufe. Hey, darüber lache ich doch. Drehe ich halt ISO etwas hoch. Also kein Problem. Viel wichtiger ist der Regelbereich nach unten. Mit 8,2 – 400Ws ist dieser erfreulich gross und geht sogar noch ein wenig unter den Profoto. Den Unterschied zum Profot kann man meiner Meinung nach vernachlässigen. Sowohl nach oben als auch nach unten.

 

Viel interessanter war Bauform, Gewicht und Ausstattung. Der Ranger Ist schlanker, dafür etwas länger und lässt sich meiner Meinung nach deutlich angenehmer über der Schulter tragen. Der Blitzkopf ist viel kompakter und das Kabel nicht so fett. Elinchrom bietet einen schicken Set-Koffer an, der mit folgendem ausgestattet ist:

  • Generator
  • Zwei Akkus
  • Funkauslöser (auch Fernbedienung für die Leistungsregulierung)
  • Zwei Blitzköpfe (ich habe die Speed-Variante, die brennen schneller ab)
  • Ladegerät
  • Tragegurt

Dieser Koffer kostet bei Profot tutti kompletti 1.900,- €. Das ist auch eine Menge Holz, aber irgendwie habe ich das Gefühl hier deutlich mehr zu bekommen. Mit den zwei Akkus kann man zusammen laut Elinchrom ca. 500 Blitze bei voller Leistung abfeuern. Da ich zwei habe, kann man zwischendurch aufladen. Gut, ich gebe zu. 500 Blitze bei voller Ladung müssen erst mal abgeschossen werden. Aber ich habe auch zwei Blitzköpfe und kann bei Bedarf auch mal mit zwei Lichtquellen an einem Generator arbeiten. Ist zwar nicht so ideal, da man sie nicht getrennt regeln kann, aber es geht. Da das Zeug mobil sein soll, bin ich zudem über den Koffer nicht böse. Die Verarbeitung von Elinchrom kenne ich und finde sie top. Hensel und Profoto bauen vielleicht etwas robuster, aber Elinchrom ist trotzdem super verabeitet. Bis jetzt ist bei mir nichts kaputt gegangen … ausser einer einer Einstell-Glühbirne.

Dazu kam dann noch der Adapter für das grosse Elinchrom Bajonett, der mit ca. 85,- € zu buche schlägt.

 

 

Erster Test

Bis jetzt war das ja alles irgendwie theoretisches Blabla. Ich fuhr also in mein Studio um mit Schantalle ein paar Testaufnahmen zu machen. Mir ging es vor allem darum das Zeug mal auf- und abzubauen, ein paar Lichtformer dran zu stecken und die Leistung zu messen um ein Gefühl dafür zu bekommen was ich dem Ranger in Zukunft zumuten kann.

Mitgelieferter Standardreflektor

Ich startete mit dem Reflektor, der mit dem Blitzkopf des Rangers gemeinsam geliefert wird. Ab aufs Stativ, etwas nach oben und ein Abstand von so ca. 1,50m (hatte nichts zum genauen nachmessen).

 

ISO 100 und 1/250 Sek

Minimale Leistung: f/2.8
Maximale Leistung: f/25

Wow, nicht schlecht. Der kommt schon ganz gut nach unten. Mit anderen Lichtformern muss da aber mehr gehen.

Softbox 60 x 40 cm plus Wabe

 

ISO 100 und 1/250 Sek

Minimale Leistung: f/1.4
Maximale Leistung: f/9

Oh, prima. Mit der Softbox komme ich bis auf f/1.4 runter. Sehr cool.

Normaler Reflektor 21cm

 

ISO 100 und 1/250 Sek

Minimale Leistung: f/4
Maximale Leistung: f/29

Öhm ja, der Reflektor kann was, aber das wusste ich schon immer. Ich liebe ihn ;-)

Deep Octabox 100cm

 

ISO 100 und 1/250 Sek

Minimale Leistung: f/1.8
Maximale Leistung: f/13

Ich liebe diese Octabox, wenn es darum geht Mädchenlicht zu machen. Mit dem kleinen Ranger kann ich die Blende noch weiter aufreissen. Klasse Kombination.

Dauerlicht

Ich habe mir dann noch den Spaß gemacht und einfach mal das Einstelllicht des Rangers als Dauerlicht verwendet. Nicht so wirklich das, wozu das Gerät gebaut ist, aber wenn man etwas am Weissabgleich dreht kann man das auch mal machen ;-)

ISO 800 bei 1/80 Sek und f/1.8

Fazit

Ich liebe das Teil jetzt schon. Der kleine Ranger ist leicht und flexibel und passt wunderbar zu dem restlichen vorhandenen Krempel von Elinchrom. So ein Blitz ist schweineteuer, aber so ist das nun mal mit den Generatoren. Dennoch finde ich, dass Elinchrom ganz weit vorne ist wenn es um Preis-Leistung geht.