[Erfahrungsbericht] Vom Tauchen im Robinson Club Soma Bay Ägypten
Bereits zum zweiten mal war ich nun im Robinson Club Soma Bay in Ägypten. Da es uns beim ersten mal so gut gefallen hat, haben wir uns erneut aufgemacht um dort eine Woche Ägypten-Urlaub inkl. Tauchen zu verbringen. Der Robinson Club bietet sich besonders gut an, wenn man mit seiner besseren Hälfte reist, die selbst nicht Tauchen will, da es hier jede Menge Entertainment außerhalb des Tauchsports gibt. Aber was kann man als Taucher erwarten wenn man hier Urlaub macht?
Grundsätzlich ist die Organisation sehr komfortabel. Man muss sich lediglich darum kümmern, dass das eigene Tauchgerödel gepackt ist, dann stellt man die Kiste zum Namensschild des Schiffes auf dem man ist und der Rest wird vom Personal erledigt. Die Tauchboote selbst sind recht groß und teilweise für bis zu 60 Personen zugelassen, da jedoch insgesamt 3 Boote zur Verfügung stehen sind selten mehr als 10-12 Taucher an Board. Man hat also viel Platz und kann sich auch nach dem Tauchgang schön an Deck hinlegen und ausruhen.
Die Tauchplätze selbst sind typisch dem Roten Meer sehr schön, bunt und fischreich, jedoch sieht man nur in äußerst seltenen Fällen mal etwas großes. Ein Octopus und eine Muräne sind schon fast etwas besonderes. Wer auf Großfisch aus ist, wird hier also enttäuscht. Angeblich war das vor einigen Jahren noch anders, ein Indizi dafür, dass die Plätze einfach “leergetaucht” sind. Dennoch sind die Tauchplätze sehr schön und bieten eine sehr große Artenvielfalt. Besonders schön war natürlich der eine Nachttauchgang, den ich gemacht habe. Nachttauchen hat immer etwas ganz besonderes, da man hier eine ganz andere Welt vorfindet und die Tauchgänge noch viel entspannter sind als tagsüber. Insgesamt kann man sagen, dass mit dem ganzen drumherum man hier sehr schön und komfortabel tauchen kann.
Allerdings gibt es auch einige Punkte zu bemängeln. Der erste sind die hoffnungslos überfüllten Tauchplätze. Teilweise liegen schon drei bis vier Boote am Tauchplatz wenn man ankommt und diese sind meistens nicht so schön leer wie die vom Robinson Club, sondern haben dann so 20-30 Taucher an Board. Das führt dazu, dass man Unterwasser oft das Phänomän des Rudeltauchens beobachten kann. Diese Gruppen sind dann auch oft voll von Anfängern und absoluten Urlaubstauchern, was man am entsprechenden Verhalten beobachten kann. Ohne Rücksicht auf Verluste scheint hier das Motto zu sein.
Ein weiterer Minuspunkt sind manche Tauchguides, die einem an der Basis des Robinson Clubs erwarten und die Taucher teilweise behandeln als wären sie kleine Kinder. Zwei von denen, die wohl schon seit vielen Jahren den Clubjob machen hatte ich ganz besonders gefressen. Bereits beim betreten der Basis vermittelten diese beiden Kandidaten einem das Gefühl, das man hier als Gast ein notwendiges Übel ist. Dementsprechend unkommunikativ waren die Jungs dann auch, was sich teilweise in einem rauhen Umgangton und einem Verhalten als gehöre ihnen der Club äußerte. An einem Tag hatte ich mich mit meinem Buddy gemeinsam angemeldet für einen Tauchgang am nächsten Tag. Wir mussten dann feststellen, dass man uns auf unterschiedliche Boote gepackt hatte. Ich sprach den einen Guide darauf an und bat ihn das entsprechend zu ändern, da wir natürlich gemainsam tauchen wollten. Die Antwort war eine Predigt darüber wie wir uns anzumelden hätten und dass er das ja nicht wissen könne und wir das unbedingt bei der Anmeldung sagen müssten. Das hat er dann dreimal mit Oberlehrerhafter Stimme wiederholt. Tatsache war, dass wir uns am Vortag gemeinsam angemeldet hatten. Auf dem Boot fragte ich mein Buddy dann ob er die Flasche auf oder zu drehen solle nachdem er alles zusammengebaut hatte. Ich meinte das wäre eigentlich egal, da wir eh in wenigen Minuten ins Wasser gehen. Das hat der Guide dann mitbekommen und wieder mit einer Prdigt angefangen, dass die Flaschen unbedingt zugedreht werden müssen, das wäre ja wohl absolut logisch da ja sonst jemand an den Atemregler kommen könnte und man nicht hört wie die Flasche leerzischt. Ja ne, iss schon klar. Wie mans macht ist mir eigentlich egal, wenn die Pulle leer ist, hat man selbst schuld. Aber einen Oberlehrer-Guide braucht hier kein Mensch.
Naja, das waren glücklicherweise nur ein paar Ausrutscher einiger weniger Guides. Aufgefallen ist mir jedoch, dass durch die Bank alle einheimischen Guides viel besser drauf waren und es viel mehr Spaß gemacht hat mit denen zu tauchen.
Fazit: Tauchen im Robinson Club ist nett für Anfänger, die noch nie das Rote Meer gesehen haben. Wer etwas großes sehen möchte sollte den Club meiden. Auch für erfahrene Taucher halte ich den Club nicht so für geeignet, da sich alles am absolut schlechtesten Tauchniveau orientiert, so dass auch der letzte Honk zum Tauchgang mitgenommen werden kann.








Schon 3 Kommentare
22. Mai 2009
*THUMBS UP* für den Bericht!
Gruß Gunnar
22. Mai 2009
Schön auch, dass Du wiede zurück bist. Es war doch irgendwie ein bisschen langweilig, wenn Dein Feed-Ordner immer leer blieb.
22. Mai 2009
@Philipp: Danke
Ist aber auch ganz gut mal ne Woche nicht zu bloggen. Aber ganz offline war ich nie