Frauen lesen Bedienungsanleitungen.

DSCF2225Moin Moin ist ja bereits etwas abge­grif­fen, ich star­te also mit einem fröhlichen…

…Tach! 🙂

Ich, die Lexa (ja, eine Frau!), durf­te in letz­ter Zeit ein biss­chen mit Pad­dy abhän­gen und Fotos machen. Ich durf­te sei­nen sau­schwe­ren Ruck­sack tra­gen. Ich durf­te sein Voice­Aci­va­ted­Light­Stand sein. Ich durf­te Pus­te­blu­men pflü­cken, als er wel­che brauch­te und bild­do­ku­men­ta­risch fest­hal­ten, wie er von der über die Ufer flu­ten­de Elbe in höhe­re Gefil­de flüch­ten musste…

Nun frag­te er, ob ich nicht ein­mal Etwas über mei­ne Erfah­run­gen dies­be­züg­lich schrei­ben mag.

–Klar! Hier fehlt sowie­so so’n büschn die weib­li­che Hand… Ähm…

Also, um mich zuerst ein wenig vor­zu­stel­len, erzäh­le ich Euch, wie ich über­haupt zur Foto­gra­fie kam…

Frau­en lesen Bedienungsanleitungen.

Oder war­tet, ich fan­ge anders an.

Foto­gra­fie fand ich schon immer span­nend, allein, ich konn­te mich nie dazu auf­raf­fen, mich mit der tech­ni­schen Sei­te der Mate­rie so weit aus­ein­an­der­zu­set­zen, dass ich auch das Foto hät­te machen kön­nen, was ich machen woll­te. –Im Auto­ma­tik­mo­dus mit einer DSLR zu knip­sen ver­liert schnell an Reiz, wenn man ande­re Bil­der im Kopf hat.

Irgend­wann vor ca. 18 Mona­ten wur­de ich Besit­ze­rin einer Canon 60d, im Kit mit Reisezoom.

Und ich fing an, die Bedie­nungs­an­lei­tung zu lesen. Feh­ler. Das gab ich recht schnell wie­der auf.

(Exkurs: Also, gene­rell ist gegen das Lesen von Bedie­nungs­an­lei­tun­gen nichts ein­zu­wen­den, spe­zi­ell bei Möbeln von IKEA, redu­ziert sich die Auf­bau­zeit doch dras­tisch, wenn man nicht alles 2 Mal aus­ein­an­der­bau­en muss, wie schon beim bes­ten Ehe­mann von allen… Ähm, egal… )

Und kauf­te mir ein Buch, wel­ches sich spe­zi­ell an Anfän­ger rich­te­te. Und las es. Und ver­stand es zwar theo­re­tisch, aber die Umset­zung auf mei­ne Kame­ra gestal­te­te sich immer noch, sagen wir, holperig.

Frau­en die Bedie­nungs­an­lei­tun­gen lesen, goo­geln auch aktu­el­le Pro­ble­ma­ti­ken. Ich fand her­aus, dass man auch einen Foto-Work­shop buchen kann. Bis­her war ich ja davon aus­ge­gan­gen, dass es sowas nur im spi­ri­tu­ell-eso­te­ri­schen Bereich gibt.

- Geil, wie­so nicht mal gucken, was man auf so einem Foto-Work­shop ler­nen kann?“

Gesagt, gebucht. 28.01.2012 bin ich dann zu mei­nem ers­ten Anfän­ger-Work­shop angetreten.

Das war viel­leicht cool: ich stell­te fest, dass ich schon viel von der Theo­rie wuss­te, aber die Anwen­dung war mir hier und da noch schleierhaft.

Tat­säch­lich war nach dem prak­ti­schen Teil klar, dass sogar so’n Vogel wie ich ganz pas­sa­ble Fotos machen kann.

Dann nahm ich noch einen Work­shop Nacht­fo­to­gra­fie und Lang­zeit­be­lich­tung mit. DAS war auch cool: Die Sachen, die man da so foto­gra­fiert bewe­gen sich meist nicht, oder zumin­dest nicht schnell. 😉

Und dann kauf­te ich mir Bücher. Vie­le. Weil, ich dach­te, es gibt noch sooo viel, was ich wis­sen müsste.

Und ein Hob­by, was mir prak­tisch Spaß mach­te, fing an sehr theo­re­tisch zu wer­den. Lan­ge. Ziem­lich lan­ge. In Com­mu­ni­ties Bil­der ande­rer Leu­te angu­cken, Test­charts von Objek­ti­ven stu­die­ren, ver­füg­ba­res Zube­hör sondieren… .

An die­ser Stel­le sei mir der Hin­weis gestat­tet: ver­füg­bar ist ungleich not­wen­dig, und ich habe kein ein­zi­ges Bild gese­hen, wo drun­ter stand, man hät­te es aus­schließ­lich mit Objek­tiv oder Kame­ra XY machen können.

Bis vor etwa einem hal­ben Jahr jemand in einem Moment, wo ich schein­bar emp­fäng­lich für einen Schubs war fol­gen­des aussprach:

„Geht raus und macht Fotos!“

„Shit!“ Ich fühl­te mich ertappt. Ver­dammt. Und fing an „raus“ zu gehen 😉

Nach eini­gen Dosen „ange­lei­te­ter Pra­xis“ mit Foto­gra­fen, die sich rei­zen­der Wei­se von mir ablich­ten lie­ßen, war ich dann so weit, dass ich mich getraut habe, mich bei der Model-Kar­tei anzu­mel­den und ers­te „eige­ne“ Shoots allei­ne zu machen.

Natür­lich hat auch gehol­fen, dass ich in eine Grup­pe von Foto­gra­fen auf­ge­nom­men wur­de (die, die auch Fotos machen, nicht die Theoretiker ;)).

Ich bin, obwohl ich auch Lang­zeit­be­lich­tun­gen total klas­se fin­de, bei den Men­schen hän­gen geblie­ben und habe in den letz­ten Mona­ten so vie­le Bil­der geschos­sen wie noch nie vorher.

Es lässt mich nicht los.

Es macht Spaß!

Wie cool ist das denn, da sind Men­schen, die die Bil­der, die ich von Ihnen machen mögen, sich selbst auf den Bil­dern mögen! Und direk­tes, posi­ti­ves Feed­back von den Leu­ten, mit, oder bes­ser für die man Bil­der macht, ist tau­send Mal mehr wert, als die ambi­tio­nier­te Kri­tik sog. „ambi­tio­nier­ter Hobbyfotografen“!

Man lernt so schnell so viel, man lernt auch neue Leu­te ken­nen, das ist eine unglaub­li­che Bereicherung!

Also: Geht raus, macht Fotos, und schert Euch dann erst um den Rest der Euch fehlt, um EURE Ideen umzusetzen.

Ich bin gespannt, wo die Rei­se noch hingeht…

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16 Gedanken zu „Frauen lesen Bedienungsanleitungen.“

  1. Klas­se Arti­kel, man merkt den Spaß, der die das Foto­gra­fie­ren macht - und schrei­ben kanns­te auch noch 😉 Muss­te ein paar mal fett grin­sen 😉 (beson­ders der Satz mit den Theoretikern)

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  2. Ja, super Arti­kel - hört sich ähn­lich an wie mei­ne Geschich­te! Du sprichst mir aus der See­le! Raus gehen und foto­gra­fie­ren … so ein­fach ist das (wenn man bzw. spe­zi­ell Frau es erst­mal begrif­fen hat)! Ich wün­sche dir noch eine wun­der­schö­ne Reise!

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  3. Sehr schö­ner Erfah­rungs­be­richt 🙂 Bei mir war es ähn­lich, ich fing mit einer Nikon D60 an… Foto­gra­fi­sches Auge hat­te ich hin und wie­der auch mal 😀 Anlei­tung lesen ver­wirrt meist mehr als Alles Ande­re. Ich habe von der Pike auf alles selbst erar­bei­tet und dann umge­setzt. Mitt­ler­wei­le bin ich ein regio­nal bekann­ter Por­trait­fo­to­graf und tan­ze auch auf Hoch­zei­ten umein­an­der 🙂 Lear­ning by Doing hat hier obers­te priorität 🙂

    Bes­te Grü­ße und immer schö­nes Licht! 

    Der Alex

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  4. Sehr tref­fend, denn Jen­sens Wohn­zim­mer­stu­dio ist genau so ent­stan­den und eben­falls bei den Men­schen hän­gen­ge­blie­ben. Ledig­lich den schwe­ren Ruck­sack muß­te ich noch nicht schleppen.…

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  5. Ganz toll geschrie­ben Lexa! Wenn die Lei­den­schaft so rich­tig durch­schlägt. Ich wün­sche dir wei­ter vie­le tol­le foto­gra­fi­sche Momen­te. LG Aule

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  6. Stimmt…fotografieren klappt nur, wenn man es macht! Und das gilt für alles was man foto­gra­fie­ren kann und will…
    Und dir wün­sche ich wei­ter sehr viel Spaß beim Tun (das mit der Theo­rie kann man ja auch noch machen, wenn man zu alt ist mit der Kame­ra durch die Gegend zu laufen! 😉 )
    LG Annette

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  7. Ich habe eben einen Spie­gel vor­ge­hal­ten bekommen. 🙂

    Mei­ne per­sön­li­chen Schub hat­te ich, nach­dem ich ein Ten­nis­tu­nier eine Woche lang, jeden Tag begleiten/dokumentieren durf­te. Nach meh­re­ren Tau­send Fotos hat­te ich am Final­tag auch eine schö­ne Aus­beu­te und auch mei­nen vor­läu­fi­gen Work­flow gefunden.

    Foto­gra­fie­ren, sich­ten, aus­sor­tie­ren und ehr­lich zu sich selbst sein und man sieht jeden Tag eine Verbesserung.

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