Führt Nikon kostenpflichtige Firmware Updates ein?

Am 9. Januar 2015 von Paddy veröffentlicht

I-AM-NOT-YOU-CASH-COW

Na Prost Mahlzeit, da ist der Shitstorm ja vorprogrammiert. Ich lese soeben von dem Gerücht, dass Nikon möglicherweise kostenpflichtige Firmware-Updates einführt. Was ist denn davon zu halten?

Zunächst mal bin ich der Meinung, dass die Firmware eines modernen technischen Gerätes ein elemanterer Bestandteil dessen ist und zum Großteil für viele Funktionen verantwortlich zeichnet. Es ist halt das Betriebssystem inkl. aller Apps. Ein bisschen könnte man eine Firmware durchaus mit Android oder iOS vergleichen, nur dass die Smartphone-Systeme darauf ausgelegt sind, von Entwicklern erweitert zu werden. Kamerahersteller haben aber nur in wenigen Fällen ein Interesse daran, dass an der Firmware herum geschraubt wird. Warum eigentlich? Augenscheinlich wäre es doch total cool, wenn man aus verschiedenen Quellen Updates und Erweiterungen erhält. Das hat wohl was mit Garantien und Gewährleistung zu tun und damit, dass ein Hersteller sehr viel Kontrolle über das Gerät verlieren würde. Es gibt aber auch erste Ansätze in Richtung einer offenen Kameraplattform. Populärster Vertreter der Firmware-Hacks dürfte Magic Lantern sein, die Jungs holen einiges an Features aus den Kameras heraus, aber wohl nur für Canon.

Der technikverliebte Fotograf lechzt förmlich nach einem Firmware-Update. Viele Funktionen einer Kamera lassen sich offensichtlich mit einem „simplen“ Update nachreichen. Das Gerücht über ein 4K-Update für die OM-D E-M1 löste vor einiger Zeit in mir innerliche Freudensprünge aus. Ein Update mit neuen Features ist wie Weihnachten, es gibt Geschenke. Aber nicht jeder Hersteller pflegt seine Firmware gleichermassen. Mir fehlt da auch der Überblick etwas, aber von Fuji höre ich in der Richtung öfter mal was und Olympus hat bei der E-M1 letztes Jahr mal ordentlich nachgelegt. Aber so richtig regelmäßige Updates sind bei Kameras nicht unbedingt an der Tagesordnung. Verbessert mich bitte, wenn es da rühmliche Ausnahmen gibt. Meistens kommen Updates doch nur, wenn es grobe Fehler zu fixen gibt. Bei Nikon kommt gerne auch mal eins wenige Wochen nach dem Release eines neuen Modells.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Firmware-Updates nichts kosten. Daher dürfte das Gerücht über kostenpflichtige Updates von Nikon einen Proteststurm auslösen. 3…2…1… ich kann ihn schon hören 😉 Aber schauen wir mal nüchtern auf die Sache. Softwareentwicklung kostet Geld, viel Geld. Ich weiss nicht wie hoch der Anteil an Entwicklungskosten bei einer Kamera ist. Aber ich schätze ihn als sehr hoch ein. Dafür kostet die spätere Produktion nichts mehr, denn Software lässt sich beliebig vervielfältigen. Sobald eine Kamera auf dem Markt ist, kann die Entwicklung eingestellt werden und es geht ans Geld verdienen. Beschäftigt man weiter Entwickler, die eine ständige Weiterentwicklung voran treiben, würde das wiederum Geld kosten. Da macht es schon eine Unterschied, ob man alle Jubeljahre mal ein Pflichtupdate bringt, um die neuen Linsen auch mit alten Kameras verkäuflich kompatibel zu machen oder ständig probiert noch mehr aus den aktuellen Modellen heraus zu holen. Aus kaufmännischer Sicht macht es doch viel mehr Sinn sich die neuen Features für das nächste Modell aufzuheben.

Software kostet also Geld und ich erwarte nicht pauschal, dass mir diese kostenlos überlassen wird. Je nach Umfang des Updates wäre ich grundsätzlich schon bereit für ein Update zu bezahlen. Um es zu vereinfachen: Fehlerbehebungen und Kompatibilitätsprobleme haben kostenlos zu sein, bei neuen Features können wir drüber reden. Dennoch bleibt die Frage offen: „Warum gab es das Feature nicht schon zum Release?“

Mir stellt sich aber die Frage, ob ein Hersteller sich mit derartiger Politik einen Gefallen tut und ob es in Punkto Kundenbindung und -zufriedenheit schlau ist so vorzugehen? Kamerahersteller wie Nikon werden nun mal als Hardwareproduzenten wahrgenommen. Das sind keine Entwicklerbuden, die Software verkaufen. Die Firmware ist Bestandteil der Hardware. Man verkauft eine Nikon D750 und die ist immer gleich. Regelmäßige Firmwareupdates würden in meinen Augen sehr zur Kundenzufriedenheit beitragen. Es hat schon einen komischen Beigeschmack, wenn das Gefühl aufkommt, dass augenscheinlich einfache Funktionen je nach Modell weggelassen werden, um die Positionierung der Geräte untereinander zu vereinfachen. Oft genug stellt sich die Frage, warum Kamera A einen Menüpunkt hat, den Kamera B nicht besitzt. Würde ich regelmäßig mit Updates versorgt, würde das meinen Eindruck von einem Unternehmen positiv beeinflussen und auch dazu bewegen wieder ein Modell dieser Marke zu kaufen. Es würde das Gefühl aufkommen, dass man sich kümmert. Dieses vermisse ich doch manchmal. Nun um die Ecke zu kommen und für neue Features Geld zu verlangen ist zwar durchaus erklärbar, aber verkaufspolitisch Schwachsinn. „Das ist doch die Kamera, wo man regelmäßig Updates kaufen muss, damit sie noch funktioniert“. Ihr wisst doch, wie schnell sich solche Aussagen verbreiten. Für viele bestimmt der Tropfen, der das Fass zum Markenwechsel zum Überlaufen bringt. In meinen Augen tut Nikon sich keinen Gefallen damit, wenn sie zukünftig einige Updates tatsächlich kostenpflichtig machen. Ich würde die Updates wahrscheinlich trotzdem kaufen, wenn sie denn auch Sinn machen und neue Funktionen bringen. Auch gehe ich mal davon aus, dass es sich nicht um sonderlich hohe Beträge handeln wird. Wenn Nikon aber schlau ist (und daran zweifle ich manchmal), dann machen sie das Programm „I AM advancing“ kostenlos und holen sich das Geld lieber an anderer Stelle wieder rein. Da findet sich doch sicherlich etwas 🙂

n72_youtube

Veröffentlicht in: Foto nach oben

Newsletter Anmeldung

Melde Dich zum Neunzehn72 Newsletter an und verpasse zukünftig keinen Artikel mehr. Du erhältst entweder wöchentlich eine Auflistung der von mir neu veröffentlichten Artikel und / oder direkt wenn ich einen neuen Artikel veröffentlicht habe.

Liste(n) auswählen:

Kommentare (32)

  • Marc schrieb am 09.01.2015

    Nachvollziehbare Meinung. Als Fuji Nutzer genieße ich den Vorteil von hervorragenden Firmware Updates, die Funktionen von hilfreich bis elementar noch nach Verkaufsstart nachschieben (bestes Beispiel Firmware für die X-T1 von 18.12.2014). Da sind die großen Hersteller wohl wirklich mehr an Produktplatzierung/-abgrenzung interessiert, als daran dem Kunden zu helfen. Genug Kunden gebunden haben sie ja eh schon…

  • Frank schrieb am 09.01.2015

    Die Großen haben ja aktuell eh schon „Probleme“ wegen dem ganzen spiegellosen Gedöhns….da halte ich so einen Schritt nicht für besonders produktiv.

    Für mich ist ein Firmwareupdate Service am Kunden. Einem Kunden der schon ziemlich viel Geld beim Kauf der Kamera gelassen hat. Auch wenn Weiterentwicklung natürlich etwas kostet. Das ein Firmwareupdate meine Kamera revolutioniert und ich dafür bereit wäre Geld zu zahlen bezweifle ich mal.

    VG
    Frank

  • Fabian S. schrieb am 09.01.2015

    Sehe ich auch so. Wobei ich gar nicht mal den Eindruck habe, als würden viele überhaupt eine Firmware-Aktualisierung durchführen. Zumindest im Consumer-Bereich … Firmware, was ist das? Eine brauchbare Einnahmequelle wird das meiner Ansicht nach schon quantitativ nicht darstellen können.

    Aber hey, wenn eine Kamera auf einmal 4K-Videos kann und das in guter Umsetzung. Dann sind das durchaus ein paar Euros wert. Mag sein, dass es technisch schon eher möglich gewesen wäre oder gar ein höherpreisiges Modell (mit gleicher Hardware) das schon eine Weile kann. Dann könnte man das quasi als späteres Update nachbringen. Solange der Preis deutlich unter der ursprünglichen Differenz liegt, gar nicht mal so doof. Finde ich.

  • Frank Hirschhausen schrieb am 09.01.2015

    es hat natürlich erstmal mal einen bitteren Geschmack, wenn ein ehemals völlig kostenloser Service auf einmal kostenpflichtig wird. Der Gedanke ein Basis System kostenlos zu pflegen und „Extras“ kostenpflichtig anzubieten ergibt aber Sinn. Wenn ich meine ältere Kamera (sagen wir mal 1 Jahr alt 😉 durch ein Update mit „frischen“ Features ausstatten kann binnen mich dies fester an den Hersteller. Und wenn diese „ältere“ Kamera dann wirklich über den Jordan geht, bleibe ich immer noch bei dem System, weil die neue Kamera gleich mit allen Features kommt und auch wieder, in der Bedienung, erweitert werden kann.
    Nehmen wir mal an, externe Anbieter böten einen entsprechenden Service an (man bedenke VSCO Presets direkt in der Kamera… bei dem Gedanken liefe es mir warm am Bein hinunter ;), es wäre ein Renner, der Anbieter würde angebetet und lobgepreist, trotz eines vielleicht hohen Verkaufspreises. Ein Hersteller bekommt das gleiche Konzept erst mal mit einer Dachlatte um die Ohren gehauen?
    Geben wir Nikon mal eine Chance und glauben an eine gute, preiswerte und innovative Umsetzung des Ganzen. Es wird so viel Mist in der Welt geglaubt, da kommt es darauf nun darauf auch nicht mehr an 😉

    Alles Gute

    Frank

  • Es ist wie schon beschrieben so, dass mit den bisherigen Updates in erster Linie Programmierfehler behoben wurden. Bei der Nachfrage vieler nach neuen Features die in anderen Modellen enthalten waren wurde ja oft sogar gebetsmühlenartig gesagt, dass dies mit der Hardware älterer Modelle nicht machbar wäre. Würde man nun bewusst hingehen und Features weglassen um sie anschließend kostenpflichtig anzubieten, würde man mittlerweile zwar Unternehmen anderer Branchen folgen, bei denen das zum Teil schon Alltag ist, sich aber sicherlich keinen Gefallen tun. Ich denke bei den Kamerapreisen, vor allem im oberen Marktsegment muss die Softwareentwicklung mit bezahlt sein. Anders ist es auch kaum zu erklären das ein Modellupgrade wie zum Beispiel von einer D3 zu einer D4 rund 1000 Euro ausmachen soll. Und in der Regel profitieren die kleineren Modelle von den großen, sprich bereits entwickelte Technik wird in ihnen verwendet. Eine andere Frage würde sich bei solchen Updates gerade bei Nikon ebenfalls stellen. Wie sehen nach einem Update die Garantieansprüche aus? Der bekannte Satz bei Garantieausschluss „Gerät ist gestürzt oder wurde gestoßen“ würde dann wohl endlich durch einen zweiten ergänzt werden „Gerät wurde nicht ordnungsgemäß upgedatet“ :-D. Zumindest in diesem Bereich käme dann etwas mehr Abwechslung hinzu 😀

  • Roger schrieb am 09.01.2015

    Hi Paddy. Fuji macht es vor, wie es geht, nennt sich „Kay Zen“: Als die X100S herauskam brachten sie zeitgleich auch ein Firmware-Update für die X100, dass alle Features der neuen Kamera, die nicht geänderte Hardware benötigte, ebenfalls implementierten.

    Auch die anderen X-Kameras erhalten regelmäßig Updates, so wie jetzt die X-T1.

    Als Olympus damals das OMD-M5 Update mit ISO 100 und den kleinen Fokus-Feldern herausbrachte, habe ich mich auch sehr gefreut, damit brauchte ich endlich die Lupen-Funktion nur noch für manuelle Makro und Stativ-Aufnahmen.

    Der Hammer war natürlich das M1 Update zur Photokina. Upgrade der WLAN-Funktionen und USB-Tethering. (Leider habe ich keine M1)

    Roger

  • Markus schrieb am 09.01.2015

    Ich vermute die Hersteller (auf jeden Fall die Platzhirsche) verkaufen lieber eine neue Kamera, als neue Funktionen via Firmware Upgrade verfügbar zu machen. Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Rechnung, Geräte die Hardware-technisch auf aktuellem Stand sind via Software Upgrade zu pimpen, durchaus aufgehen könnte. Trotz aller Gleichteile muss ja die Einführung eines neuen Geräts Unmengen an Geld verschlingen, selbst wenn nur für wenige Teile neue Formen zu erstellen sind. Dann die ganze Logistik mit dem weltweiten Vertrieb der neuen Modelle. Und was noch nicht verkauft ist verliert von einem Tag auf den nächsten immens an Marktwert. Diese Prozedur jährlich zu wiederholen, so wie das mit den derzeitigen Produktzyklen läuft, muss eine unheimliche Geldvernichtungsmaschine sein. Während sich früher technisch innerhalb von ein, zwei Jahren wirklich unheimlich viel tat, scheinen mir die Apparate heute sehr weit ausgereift – vor allem DSLRs. Vor diesem Hintergrund wird die Bereitschaft jährlich das Modell zu wechseln wohl abnehmen. So gesehen kann es für die Marke eventuell sinnvoll sein sich die jährliche Investition in eine Neueinführung eines gering verbesserten Modells zu sparen und wo möglich auf Softwareseite für Verbesserungen zu sorgen. Dass die Kunden dafür Geld auszugeben bereit sind, wage ich zu bezweifeln – heute, wo ganze Computer-Betriebssysteme kostenlos verteilt werden und man gewohnt ist alle möglichen Services ohne Bezahlung in Anspruch zu nehmen.

  • Wolfgang schrieb am 09.01.2015

    Ein sehr heikles Thema.
    Zunächst ist es ja einmal so, dass ein Hersteller von Elektrogeräten, die mittels einer Firmware gesteuert werden. Eine Produkt – bzw. Funktionsbeschreibung zu Ihrer Kamera liefern.
    Aufgrund kurzer Produktzyklen werden Fehler in der Steuerung oft erst erkannt, wenn die Geräte schon verkauft werden. Hier sind Hersteller aufgefordert, diese Fehler zu beseitigen.
    Keine Frage, Updates dieser Art sind kostenfrei.
    Nun Produkte werden weiter entwickelt und es gibt Zusatzgeräte, die ebenfalls integriert werden müssen. Auch hierfür sind Aktualisierungen notwendig, die kostenlos angeboten werden müssen.
    Soweit keine Diskussion, hier geht es um die Erfüllung von Pflichten gemäß der Produktbeschreibung. Für den Hersteller ist die Arbeit getan und die Kosten durch Verkäufe der Geräte im besten Fall gedeckt.
    Ein besonderer Service eines Herstellers kann jetzt darin bestehen im Rahmen einer Kundenbindung Produkte, über die Leistungsbeschreibung hinaus, weiter zu entwickeln. Hierbei entstehen Kosten. Die in irgendeiner Form berücksichtig werden müssen. Nehmen wir ein iPhone, bei dem ein großer Anteil des Verkaufspreises für Marketingmaßnahmen vorgesehen ist, hier wird der Kunde durch neue Funktionen animiert, dem Hersteller treu zu bleiben.
    Bei Fotogeräten sind die Margen weitaus geringer und da ist es aufgrund des Preisdruckes unmöglich Rückstellungen für Neuerungen zu bilden.
    Als Beispiel sei hier die Ricoh GR Baureihe genannt, für die regelmäßig kostenlose Funktionsupdates angeboten werden. In der Fotobranche wohl einmalig, aber leider unpopulär, so dass darüber keiner spricht.
    Vor einigen Monaten geisterte das Gerücht durch das Netz, dass Olympus für die EM1 die Videofunktion auf 4K erweitern will. Für den Nutzer ein Riesenvorteil, denn er muss nicht in eine neue Kamera investieren. Ein einfaches update reicht aus. Beim Hersteller ist damit jedoch ein Riesenaufwand verbunden. Warum soll er seinen Wirtschaftlichen Nachteil nicht mit dem Teilen, der einen wirtschaftlichen Vorteil daraus hat.
    Die ist nur ein Beispiel von Funktionen, die eine kostenpflichtige Funktion erklären könnte.
    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es künftig nur noch sehr rudimentär ausgestattete Kameras geben wird. Der Nutzer kauft dann die von ihm benötigten Funktionen als App’s einfach dazu (vor ungefähr 30 Jahren hat Minolta dies übrigens schon mal getan). Die Sensoren und Prozessoren sind schon sehr leistungsfähig, so dass eine Kamera (Zentral-Unit) nur noch alle 4 Jahre erneuert werden müsste, und neue Funktionen werden einfach dazu gekauft. Denn ein Kamerahersteller lebt nun mal vom Verkaufen und nicht vom updaten.
    Wahrscheinlich mag der Vergleich hinken, aber ein Hochzeitsfotograf würde die Folgeerscheinung einer Eheschließung, die Taufe des Babys, auch nicht mehr kostenlos Fotografieren. Obwohl dies im Rahmen der Kundenbindung eine wirksame Maßnahme sein könnte.

  • Anton schrieb am 09.01.2015

    Zu „Softwareentwicklung kostet Geld“: Das Geld sollte eigentlich schon mit eingepreist sein. Die Frage ist halt, für wie lange, mit welchen Ressourcen (Manpower), und mit welchen Zielen: Bugfixing, oder Verbesserung?

    Aber auch noch ganz wichtig: Mit der Entwicklung ist es ja nicht getan, die Software muss ja getestet werden – pro Kamera einzeln. Das heißt: Selbst, wenn es die Hersteller schaffen, eine einheitliche Firmware für die ganze Produktpalette zu schaffen, und nur einzelne Features ein- und auszuschalten (wovon ich jetzt schon ausgehe), müssen sie doch jede einzelne Kamera durchtesten. Der Shitstorm wäre größer, wenn die Kamera nach einem Update nicht mehr funktioniert, oder, noch schlimmer, Aufnahmen vernichtet.

    Ich bin da hin- und hergerissen. Einerseits verstehe ich die Hersteller, andererseits könnte ich mir für meine Kameras schon die eine oder andere Verbesserung vorstellen, die man rein in Software umsetzen könnte. Ich denke da an freiere Belegung von Tasten etc. Da ärgert es mich schon, wenn nach dem Verkaufsende allenfalls noch Bugfixes für *grobe* Bugs kommen.

    Alternativen: Die Kamerahersteller könnten den Quellcode der Firmware von ausgelaufenen Kameras freigeben, Weiterentwicklung auf eigene Gefahr. Meinetwegen auch nur den Quellcode für das User Interface, und die Signalverarbeitung weiterhin als Black Box geheim halten. Oder ein App-Konzept wie bei Sony, wo frei programmierbare Software über eine API auf die Kamera zugreifen kann. Wobei das Konzept mangels Nachfrage wohl auch nicht wie eine Bombe eingeschlagen hat – die Anzahl der Apps für die Alpha 5000 meiner Frau stagniert.

    Letzte Alternative: Wenn mir jetzt ein Hersteller doch noch nach dem Auslaufen der Kamera „10 Features für 10 Euro“ anbieten würde – ich würde zuschlagen.

  • naja, wenn es die Qualität erhöht und damit den Funktionsumfang. Ich habe auch nichts dagegen, wenn man sich seine Firmware zusammenstellen kann um den Fokus korrekt zu setzen (Lustiges Wortspiel). Der DSLR Filmer braucht ja schon andere Funktionaliäten als der Reportagefotograf. Aber warten wir erstmal ab ob und was da kommt.

  • Manuel schrieb am 09.01.2015

    also sofern die preise für firmware updates realistisich sind UND man auch auf die kundenprobleme eingeht, habe ich jetzt nicht wirklich ein problem damit

    unter realistisch würde ich ein maximum von EUR 20,– für ein update verstehen, mir ist zwar klar, dass die entwicklung einer firmware um dieses geld nicht machbar ist, ABER man wird hier wohl auch den kunden entgegen kommen müssen …

    was ich definitiv NICHT gut heisse, sind kostenpflichtige updates, die offensichtliche probleme einer kamera beheben, solche müssen (auch im rahmen der produkthaftung) meiner meinung nach IMMER kostenlos sein, auch lange nachdem das produkt abgekündigt wurde …

  • peter schrieb am 09.01.2015

    Nikon täte gut daran, mal ein umfassend erneuertes Softwarekonzept aufzulegen. Die regelmäßigen Updates und die Einbindung von Apps werden das Thema der Zukunft in diesem Gebiet sein.
    So ist es doch derzeit ein Bild des Jammers, daß in der preiswertesten bis zur teuersten Nikon Kamera mehr oder weniger der selbe 2k Video Codec verbaut ist. Also von „professionellem Niveau“ ist da im Videobereich bei den hochpreisigen Nikonkameras nichts zu merken. Sollte in diesem Bereich durch die Updates etwas in Richtung deutlich höherer Qualität und/oder 4k signifikant verbessert/erweitert werden, dann fände ich es o.k., wenn dafür ein angemessener Updatepreis verlangt wird, auch wenn Nikon offensichtlich dem Feld der Konkurrenz da weiter hinterherläuft.
    Die angefixten Nikon-Fans oder -User werden eh nicht so schnell die Marke wechseln, dafür haben sie oft zu viel in Objektive investiert.

  • Robert Kalb schrieb am 09.01.2015

    …solange das Update nicht zu einem „muss“, also zwangsweise wird, ist es Okay.
    Die Zukuft könnte aber eine Abhängikeit für Kunden bringen.

    Es gibt ja noch eine Nikon F100 mit Film!

  • Marcel schrieb am 09.01.2015

    Fehler sollten im Rahmen der Gewährleistung (und bestenfalls auch danach) kostenlos mit einem Firmwareupdate behoben werden. Was neue Funktionen, quasi eine erweiterte Firmware betrifft, bin ich offen, gegen ein GERINGES Entgelt auch dafür zu bezahlen.

  • Nun…eigentlich bin ich ganz froh, dass meine Kameras Bilder machen und ich nicht jeden Monat nachschauen muss, ob da noch dieses oder jenes Update gemacht werden muss, weil sonst viellecht Litghtroom die RAW Datei nicht mehr erkennt oder ich weiß nicht was noch alles.
    Aber schön ist es schon, wenn Hersteller etwas Neues auch älteren Modellen zur Verfügung stellen und das am besten, wenn sich die Neuerung bewährt hat und klar ist, dass es hier nicht wieder einen Fehler gibt der irgendetwas komisches mit Kamera oder Bildern macht…das gabs ja bei Nikon in den letzten Jahren schon genug.

    Solange Fehlerbehebungen und Kompatibilitätsanpassungen kostenfrei sind, ist es für mich auch kein Problem, wenn man für neue Features Geld verlangt.

    Marktwirtschaftlich klug ist es in meinen Augen nicht. Nikon hat sich einiges an Sympatie verscherzt und bewegt sich inzwischen auf relativ dünnem Eis. Es ist sicher gut, über diesen Weg zusätzlich etwas zu verdienen, aber es ist ein Risiko, dass so etwas nach hinten losgeht, weil dann noch mehr zur Konkurrenz wechseln.

    Aber es kann auch sein (so hab ich das rausgelesen), dass registrierte Nutzer alles kostenfrei bekommen und es nur keinen kostenlosen Download ohne Registrierung gibt…und wer schon mal versucht hat an einem Nikon Fotowettbewerb teilzunehmen, der weiß, dass die einen bis zur Farbe der Unterhose ausquetschen. Darum denke ich man zahlt entweder mit Geld oder mit Daten…da würde ich sogar lieber Geld zahlen oder auf weitere Spielereien verzichten.

    lg Annette

  • Dietmar schrieb am 09.01.2015

    Sony verkauft Apps für die A7 und A6000. Das ist für mich wie en kostenpflichtiges Update.
    Kameras mit neuen Features auszustatten und dafür Geld zu verlangen finde ich prinzipiell in Ordnung.
    und mehr updates für alte kamerAs sind eine gute Entwi klung.
    Der Dank dafur muss wohl an Fuji gehen.

  • Sascha schrieb am 09.01.2015

    Moin Paddy,
    das kann natürlich jeder Hersteller machen wie er es für richtig hält! Aber ich denke in einer Zeit für der Markt schon recht gesättigt ist, sollte man sein Standing durch Kundenbindung auch langfristig stärken! Ich bin der Überzeugung das in den nächsten Jahren und Entwicklungen der Branche einige Kamerahersteller den Bach runtergehen werden und nur die „besten“ bleiben werden. Da sollte eine langfristige Kundenbindung nicht unterschätzt werden!
    Wie schon mehrmals erwähnt kann ich mich als Fuji-Liebhaber den anderen Kommentaren nur anschliessen: Fuji macht es richtg! Beim letzten Update meiner Fuji X-T1 wurde beispielsweise die Belichtungszeiten von maximal 1/4000 Sec auf 1/32000 angehoben durch die Einspielung eines reinen elektronischen Verschlusses! Sehr geile Sache! Ich bin überzeugt von „meiner“ Marke! Und wenn das so weitergeht binde ich mich gerne langfristig an den Hersteller!

    Beste Grüße,
    Sascha

  • Michael schrieb am 09.01.2015

    Die Berichtigung der Fehlerhaften Firmware erwarte ich ganz einfach. Damit wird ja berichtigt was bei der Einführung schon nicht ok war. Und ich habe ja schon ordentlich für die Kamera bezahlt. Wenn die für die Instandhaltung meine Kamera Geld wollen, zeige ich denen dass ich Geld habe und würde von nikon zu canon, OM oder Sony Wechsel. So nicht! Wer seine Kamera regelmäßig zum Service gibt, weis dass man im 3. Jahr das Geld für eine neue Kamera durch ist. Also preiswet und ex und hop.

  • Nicolas schrieb am 09.01.2015

    Bei dem Punkt, das Korrekturen fehlerhafter Firmware kostenlos sein müssen, bin ich voll bei. Große Updates mit neuen Feature/Gimmicks dürfen aber etwas kosten, wenn diese die Kamerafunktionen erweitern und wertsteigernd sind. Das schwierige für Nikon wird die Preisfindung sein denke ich.
    Ich kann mir aber verschiedene Preismodelle vorstellen. Zum Beispiel könnte es beim Kauf eines hochwertigen Objektives ein Gutschein für ein Funktionsupgrade oben drauf geben.

    P.S. Super Bildidee

  • Steffen schrieb am 09.01.2015

    Eigentlich sollte die Betriebssoftware einer Kamera mit Erscheinen vollständig sein, sodass KEINE Updates nötig sind (außer Fehlerkorrekturen).

  • Es ist eine Frage der Grundsätzlichkeit. Warum muß ein Upgrade denn her? Hatte das Alte Fehler? Dann ist der Hersteller verpflichtet, diese zu beheben. Umso mehr, als daß das gerät ggf. unbenutzbar werden könnte.

    Werden dagegen nützliche Zusatzleistungen erbracht, dann sollten diese durchaus kostenpflichtig sein, da der Wert der Kamera erhöht wird.

    Allerdings sollten beide Welten eindeutig voneinander getrennt bleiben und dem Kunden transparent vermittelt werden – und genau da sehe ich das Problem: Nikon ist nicht grad berühmt für Transparenz und Servicefreundlichkeit, wie ich aus leidvoller Erfahrung erlebt habe.

    Grüße
    Holger

  • HF schrieb am 09.01.2015

    Ich hätte kein Problem damit etwas zu zahlen (wie auch für Handy Apps), falls die Funktionsvielfalt deutlich erweitert wurde und es sich nicht um die Behebung von Fehlern handelt. In einem Markt der durch immer geringere Margen und ein stetiges Schrumpfen der Verkäufe gezeichnet ist sehe ich zwei Vorteile:
    (1) Nikon macht mehr Gewinn, wodurch Nikon angestrebt ist das weiterhin zu machen (2) wenn Nutzer zahlen können sie Änderungen fordern, die ihren Ansprüchen oder neuen Bedürfnissen entsprechen, anstatt irgendwelche trivialen Zusatzfunktionen oder Korrekturen zu bekommen. Dadurch kann der Wert der Kamera gesteigert werden, evtl. soweit dass nicht das neueste Modell gekauft werden muss um eine bestimmte Funktion zu erhalten (deutlich teurer als ein Firmware update).
    Nikon wird wahrscheinlich am 19.Jan. ein tolles Update der Firmware verkünden. Erstmals erhält man dein Histogramm direkt aus den Rawdaten des Prozessors. Eine Riesensache, da man nun die JPG-Einstellungen von den Auswirkungen auf das Histogramm entkoppeln kann (ETTR ist nun möglich und gleichzeitig kann man Kunden tolle JPGS auf dem LCD zeigen, ohne Angst haben zu müssen dass Highlights geclippt werden). Das ganze wird ziemlich euphorisch in den Foren begrüßt.

  • Hmm, ist ein bisschen wie der PKW- Markt: die Hersteller haben generell das Problem, alle paar Jahre was neues auf den Markt zu schieben und dem Kunden zu suggerieren, sein bisher verwendetes Equipment wäre ab sofort nicht mehr brauchbar.

    Und hier kommt für mich der Punkt der Kundenbindung: wenn ich als Autofahrer bei Marke X extrem hohe Werkstattkosten habe, weil alles nur noch in Vertragswerkstätten gemacht werden kann und ich nicht mal eine Glühbirne alleine tauschen kann, dann schaue ich mir am Ende des Lebenszyklus‘ meines Fotos (Autos) die Rechnungen an und sehe, was mich der Spaß mit Marke X tatsächlich gekostet

    So wird mir als Kunde der Blick über den Tellerrand doch irgendwie erleichtert 😉

    Ich finde, eine neue kleine Feature im aktuellen Kameramodell alle Jahre bindet mehr Kunden an die Marke und kostet deutlich weniger als Fernsehwerbespots.

    -my 2 cents…
    lg,
    Micha.

  • Sven H. schrieb am 09.01.2015

    Hi Paddy,

    Ich kann mich einigen Vorrednern nur anschließen: Fuji zeigt wie es geht.
    Komme von Nikon (tolle Kameras), aber seitdem ich mit Fuji (XT1) unterwegs bin, bin ich einfach nur rundum zufrieden.
    Ich möchte sogar sagen, ich bin „angekommen“!
    Was mir jetzt noch fehlt, wäre Deine Meinung über das Fuji X-System. Einfach nur aus Interesse.
    Ich bin Dir aber auch nicht böse, wenn Du nur wegen mir nicht von Olympus zu Fuji wechselst????.

    Vielleicht bekommst Du ja mal eine XT1 in die Hände zum testen. Würde gerne mal Deine Neinung hören bzw. lesen.

    Schönes Wochenende

    Sven

    • HF schrieb am 10.01.2015

      Interessanterweise gibt es in den englischsprachigen Foren hier viele die meinen, Fuji sollte viele der Funktionen bereits von Anfang an dazugeben. Meine Meinung wird Sie vielleicht weniger interessieren, aber ich habe meine XT1 wieder verkauft. Das Handling ist mir zu umständlich und langsam, die Knöpfe zu klein und an ungeeigneten Stellen (fotografiere immer mit back-button AF), Tracking nicht wirklich brauchbar, das Demosaicing funktioniert in Irident, Photoninja oder Capture ONE aber schlecht mit LR (um das verschmieren zu vermeiden, ausserdem sind die Rawfiles fast so gross wie die der D810, bei nur 16MP aufgrund des randomen CFAs), die ISO-Werte nicht konsistent mit denen anderer Kamerafirmen (brauchte doppelt so lange Belichtungszeit wie mit der OMD oder D810 für die gleiche Szene (Histogramm gleich, so dass ISO6400 eher ISO3200 an der D810 entsprachen). Ich finde auch dass trotzdem die Objektive sehr gut sind, diese extrem teuer sind. Das 56/1.2, das ich hatte, kostete 1000 Euro. Dagegen bekam ich das äquivalente (DOF,AOV,FOV) 85/1.8g von Nikon für 350 Euro (bietet große Leistung für wenig Geld). Aber, wichtig ist dass Sie sich mit dem System wohlfühlen und Spass haben. Für mich war es nichts. Als spiegelloses System habe ich nun die A7ii. Mit ihr komme ich gut zurecht.

      • Franky schrieb am 16.01.2015

        mal ne blöde Frage, was bedeutet „randomen CFAs“? Frage mich nämlich auch immer warum die Fuji RAWS so groß sind.

  • Detlev schrieb am 10.01.2015

    Vorstellen kann ich mir das bei Nikon schon. Diese Preispolitik von Nikon war mit ein Grund warum ich vor ein paar Jahren ins Canon-Lager gewechselt bin.
    Warum legen Canon, Pentax, Samsung etc. vollwertige RAW-Konverter und Fernsteuerungssoftware mit in fast jedes Kamerapaket und nur bei Nikon muß diese mit Nikon Capture und Camera Control extra erworben werden?
    Daran haben sich alle Nikon-Jünger auch schon seit Jahren gewöhnt, oder?

    Viele Grüße, Detlev

    • HF schrieb am 10.01.2015

      Alle Fotografen die ich kenne benutzen Lightroom oder Capture one pro, unabhängig davon ob es einen Rawconverter beigelegt gibt oder nicht. Capture NX-D ist dennoch frei, war zumindest bei mir dabei. Sony hat nichts gescheites und deswegen gibt es neuerdings Phase One abgespeckt zum download.

  • Andreas schrieb am 10.01.2015

    Fehlerberichtigungen sollten/müssen weiterhin kostenlos bleiben. Hierzu gibt es meiner Meinung nach keine Diskussion.

    Bei Features und Erweiterungen wäre ich auch bereit etwas zu bezahlen. Ist immerhin besser als eine neue Kamera kaufen zu müssen.

  • Michael schrieb am 10.01.2015

    Dass Updates kostenlos sind, die Fehlfunktionen beheben, halte ich für selbstverständlich. Schließlich werden ja nur Versäumnisse in der Entwicklung ausgebügelt.
    Sollte es Updates geben, die signifikante neue Funktionen ermöglichen so hätte ich die Vermutung, dass diese absichtlich vorenthalten wurden, um Geld abzukassieren. Zahlen würde ich dafür nicht sondern mir einen seriösen Hersteller suchen, der mir schon ab Marktstart alle Möglichkeiten der Hardware freischaltet , für die ich bezahlt habe.

  • Stefan schrieb am 12.01.2015

    Hatte Canon nicht mal der 7D ein Firmware-Update auf ZWEI.null spendiert, das neue Funktionen nachreichte?
    Das würde, ganz wie Du sagst, meine Bindung an die Marke verstärken.
    Und neue FUNKTIONEN — hardware-gebunden — würde ich von APPS unterscheiden. Solche könnten z.B. weitere in-Kamera-Bearbeitungsfunktionen enthalten, oder Steuerungsmöglichkeiten, wie z.B. für spezielle Langzeitaufnahmen.
    Für Apps wäre ich bereit, zu bezahlen — ist ja dann meine Entscheidung, ob es mir das wert ist…

  • Hans-Peter schrieb am 14.01.2015

    Zur D750 schon Nikonremours gelesen?

Trackbacks

  1. Kostenpflichtige Firmware-Updates? - Tom! Striewisch