Ich bin ja bekennender HDR-Fan und wandle viele meiner Fotos in HDR um. Bisher habe ich dazu immer Photomatix verwendet und war damit eigentlich auch sehr zufrieden. Nun kommt Adobe mit Photoshop CS5 auf den Markt und bringt eine komplett neue HDR-Funktion mit. Wurde auch Zeit, denn HDR in CS4 war einfach nur gruselig. Wie man in CS5 jetzt ein HDR erzeugt werde ich demnächst noch in einem kleinen Tutorial schreiben, nun aber erst einmal ein erster Eindruck und ein erster Vergleich mit Photomatix.

Die HDR-Funktion von CS5 ist wirklich komplett umgekrempelt worden, es gibt einen ganz neuen Dialog und die ganze Bedienung ist viel einfacher geworden. Hier hat man sich wohl auch ein wenig an Photomatix orientiert. Was mir als erstes auffällt ist, dass Photoshop CS5 beim ersten Zusammensetzen der Bilder langsamer ist als Photomatix, nicht unerträglich langsamer aber doch spürbar.

Die einzelnen Regler sind deutlich intuitiver geworden. Der wichtigste ist der Detail-Regler und die beiden für Radius und Stärke. Mit den drei Einstellungen legt man den grundsätzlichen Look des HDR fest und das geht auch wirklich gut, wenn man weiss was die Regler tun. Weitere Funktionen ermöglichen die Lichter und Schatten anzupassen, sowie Belichtung, Gamma, Gradationskurve und Sättigung. Da die HDR-Erstellung eigentlich immer nur der Anfang ist und das wirkliche Finishing bei mir später in Lightroom erfolgt, verwende ich die meisten Anpassungen nur sehr moderat und das empfiehlt sich auch bei der neuen Photoshop-HDR-Funktion.

Vom Endergebnis her erreicht man nun mit CS5 ähnliche Resultate wie mit Photomatix und da die Bedienung auch deutlich komfortabler geworden ist, würde ich die beiden Tools nun als ebenbürtig einstufen. Ist wahrscheinlich auch ein bisschen Gewohnheitssache. Wer CS5 besitzt, für den gibt es keinen Grund mehr zusätzlich noch Photomatix zu kaufen. Wer aber bereits mit Photomatix arbeitet, der sollte sich nicht ausschließlich wegen der HDR-Funktion Photoshop CS5 kaufen, zumal wir dann auch über komplett unterschiedliche Preisregionen sprechen.

Ein großer Pluspunkt für Photoshop ist jedoch die Funktion zur Entfernung von Geisterbildern. Diese erlaubt es nämlich ein Bild als Referenz auszuwählen und auf der Basis dann die Geister rauszurechnen. Das eignet sich sowohl bei sich bewegenden Objekten und Personen wie auch bei Wasser oder Laub an Bäumen. Wer mit Geistern Probleme hat, der wird in Photoshop CS5 eine große Hilfe finden.

Fazit: Konkurrenz belebt das Geschäft und je mehr brauchbare Alternativen es gibt, umso besser werden alle Produkte. Nun bin ich gespannt wann bei Photomatix eine ähnliche Funktion zur Reduzierung von Geisterbildern eingebaut wird.