Ein ätzendes Thema, aber sehr wichtig. Mit der Zeit sammelt sich selbst beim Hobbyfotografen ein vierstelliger Eurobetrag an Equipment an. Irgendwann stellt sich die Frage wie man die wertvolle Fotoausrüstung am besten versichern kann. Hoffentlich stellt man sich diese Frage nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ich wurde diesmal gewarnt durch einen Unfall im Bekanntenkreis, der mich dazu veranlasst hat mich mal nach einer Kameraversicherung, bzw. Fotoversicherung oder wie auch immer man das nennen will, umzuschauen. Die Recherche erwies sich gar nicht so problematisch, sucht man bei Google nach “Kameraversicherung” oder “Fotoversicherung” so bekommt man jede Menge Links angeboten. Die natürliche Abneigung und das Misstrauen gegenüber Versicherungen erfordert jedoch etwas tiefer zu recherchieren.

An dieser Stelle eine Warnung: Ich kann unmöglich das komplette Angebot aller Kameraversicherungen recherchieren und bewerten, dazu fehlt mir die Fachkenntnis, ich kann lediglich das erzählen, was ich herausgefunden habe. Es kann durchaus sein, dass ich auch mal daneben liege.

Was ist für mich persönlich wichtig bei einer Kameraversicherung?

Zunächst mal möchte ich eine Versicherung, die mich vor mich selbst schützt, also Schäden abdeckt, die durch die eigene Schusseligkeit entstanden sind. Wenn ich meine Kamera fallen lasse, sie gegen eine Mauer stößt oder mir das Stativ umkippt weil ich die Beine nicht richtig arretiert habe. Das ist für mich zunächst mal der offensichtlichste Fall und der mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit.

Der zweite Fall ist natürlich Diebstahl, vor allem im Urlaub, auf Reisen oder wenn ich mal wieder zu faul war die Kamera aus dem Auto mitzunehmen. Ebenso wäre es interessant gegen Diebstahl aus dem Hotelzimmer versichert zu sein, denn in welchen Hotelsafe bekommt man schone eine ausgewachsene DSLR-Ausrüstung ohne sie vorher in die Presse zu stecken?

Besonders wichtig ist für mich welcher Wert versichert ist und welchen Wert ich erstattet bekomme. Mit ist es ehrlich gesagt scheißegal wie die Versicherung das anstellt, hauptsache ich bekomme exakt die Kamera oder das Objektiv wieder. Ob sie mir Kohle zahlen oder eine neue Kamera liefern ist vollkommen schnuppe, aber ich habe keinen Bock auf so ein Zeitwertgesülze um dann festzustellen, dass laut Zeitwert mein Objektiv nur noch 500,- € wert ist und ich bei eBay immer noch 1000,- € hinlegen muss.

Der Preis spielt sicherlich auch eine Rolle, aber ehrlich gesagt kommt es mit nicht auf 30 € im Jahr an. Wenn die Leistung stimmt, zahle ich gerne. Marktschreierische Angebote die eine Versicherung ab 1,- € versprechen disqualifizieren sich bei mir sofort, da ich das für unseriös halte.

Wer bietet eine Kameraversicherung an?

Nun, ich bin sicher, dass es viele Anbieter gibt und mit Sicherheit habe ich nicht alle gefunden. Einen sehr guten Überblick bietet ein Artikel, der in der Naturfoto 2003 erschienen ist. Gut, den habe ich auf der Webseite vom Fairsicherungsladen gefunden, wahrscheinlich weil die dort positiv erwähnt werden, aber das ist egal, immerhin ist es ein guter Einstieg. Auch das Alter des Artikels finde ich nicht so schlimm, die aktuellen Bedingungen kann man erfragen und ich denke, dass sich da nicht so wahnsinnig viel tut.

Bei meinen Recherchen bin ich dann im Endeffekt auf vier Angebote für Fotoversicherungen gestoßen, die ich in die engere Wahl ziehen würde. Ich sage bewusst “würde”, da ich noch keine Versicherung abgeschlossen habe und auch gerne noch auf Euer Feedback warte. Die vier Angebote sind:

Bei der FotoFairsicherung habe ich mal in die Bedingungen geschaut und gleich am Anfang hat mich ein Satz stutzig gemacht:

Versichert sind die im Versicherungsvertrag bezeichneten elektrotechnischen und elektronischen Anlagen und Geräte, sobald sie betriebsfertig sind.

Betriebsfertig ist eine Sache, sobald sie nach beendeter Erprobung und soweit vor-
gesehen nach beendetem Probebetrieb entweder zur Arbeitsaufnahme bereit ist oder
sich in Betrieb befindet. Eine spätere Unterbrechung der Betriebsfertigkeit unterbricht
den Versicherungsschutz nicht. Dies gilt auch während einer De- oder Remontage
sowie während eines Transportes der Sache innerhalb des Versicherungsortes.

Betriebsfertig ist eine Sache, sobald sie nach beendeter Erprobung und soweit vorgesehen nach beendetem Probebetrieb entweder zur Arbeitsaufnahme bereit ist oder sich in Betrieb befindet. Eine spätere Unterbrechung der Betriebsfertigkeit unterbricht den Versicherungsschutz nicht. Dies gilt auch während einer De- oder Remontage sowie während eines Transportes der Sache innerhalb des Versicherungsortes.

Mann, Mann, Mann, muss denn sowas sein Leute? Was ist mit Wechselobjektiven? Betiebsbereit oder nicht, wenn sie nicht an der Kamera sind? Da es sich um eine Kameraversicherung handelt, gehe ich mal davon aus, dass Wechselobjektive auch versichert sind, da ja die Betriebsfertigkeit nur unterbrochen ist. Hmm, aber dieses Versicherungsdeutsch nervt.

Immerhin heisst es ein Stück weiter unten in den Bedingungen:

Insbesondere wird Entschädigung geleistet für Sachschäden durch
a) Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit oder Vorsatz Dritter;

Na, das ist doch schon mal nach meinem Geschmack. Ungeschicklichkeit ist wohl genau das richtige Wort und trifft auf mich voll zu ;-)

Bei Pöppings Fotoversicherung habe ich direkt mal übers Forum angefragt und bekam nach wenigen Minuten die Bestätigung, dass auch hier Dummheit versichert ist. Allerdings sollte man Ungeschicklichkeit und Schusseligkeit nicht mit grober Fahrlässigkeit verwechseln, denn die ist nicht mit versichert. Liegt hier im Zweifelsfall eine Falle?

Von P&P habe ich diesbezüglich noch keine Antwort, denke aber mal, dass es ähnlich sein wird. Dafür findet man aber zu P&P einige Erfahrungsberichte im Web, die fast durchweg positiv sind. Die negativen sind zumeist auf ungerechtfertigte Ansprüche zurückzuführen, wo jemand die Bedingungen nicht richtig gelesen hat. So habe ich von einem Fall gelesen, wo der Kunde seine Kamera im Fußraums des Autos hat liegen lassen, wo sie geklaut wurde. In den Bedingungen von P&P steht aber wohl sinngemäß drin, dass Autodiebstahl nur versichert ist, wenn die Kamera im nicht einsehbaren verschlossenen Kofferraum gelegen hat. OK, wer die Bedingungen von Versicherungen heutzutage nicht richtig liest ist eh selbst schuld.

Bei der Aktivas gibt es verschiedene Angebote, Premium und Komfort. Wieso verwenden die eigentlich immer so dämliche Begriffe? Ist Komfort besser als Premium oder umgekehrt. Warum heisst es nicht einfach Basis und Komfort, das bekommt jeder hin. Naja, egal, Komfort scheint für mich die richtige Wahl zu sein, da es nur um Kameraequipment geht. Auch bei Aktivas steht ausdrücklich in der Beschreibung, dass man gegen “Fallen lassen” versichert ist, scheint also auch ein gängiges Ding zu sein. In den Bedingungen findet sich auch der Hinweis, dass als Versicherungswert der Wert gilt, den man angegeben hat, maximal der Neuwert. Von einer Reduzierung nach einer gewissen Zeit ist dort nicht die Rede.

Also auf den ersten Blick sehen die Angebote alle durchaus brauchbar aus. Wenn Ihr Euch mit der Thematik befassen wollt, dann lest bitte aufmerksam die Bedingungen durch und denkt daran Euch Gedanken zu machen was Ihr eigentlich wollt, bzw. wogegen Ihr versichert sein wollt, denn dann kann man gezielt recherchieren. Ich werde mir jetzt mal die Bedingungen der vier Anbieter ausdrucken und dann den guten alten Textmarker rausholen. Eine Empfehlung werde ich jedoch nicht abgeben, denn dazu habe ich zu wenig Erfahrung und zu wenig Ahnung von Versicherungen. Oder sollte ich es gerade deswegen tun? ;-)