Ich bin ein sehr großer Fan der Nik-Tools, die insgesamt aus 5 Produkten bestehen. Alle Produkte bekommt man als Complete Collection für Lightroom oder Aperture für knapp 300,- € was ich ehrlich gesagt für den Leistungsumfang für einen guten Preis halte.

Links zu anderen Nik Mini-Tutorials:

Viveza 2 Mini Tutorial

Heute möchte ich Euch mal kurz Silver Efex Pro vorstellen, das Nik-Tool zur Erstellung von Schwarz/Weiss-Bildern.

Natürlich kann man seine Bilder auch direkt mit Lightroom, Aperture oder Photoshop in Schwarz/Weiss umwandeln, ich finde jedoch, dass man durch Silver Efex mit viel weniger Aufwand schneller zu schöneren Ergebnissen gelangt, zumindest wenn man ein Freund von schnellen Ergebnissen ist ;-)

Ich habe mal ein Bild aus meinem Archiv gekramt, das sich ganz gut eignet um ein paar Features von Silver Efex zu demonstrieren. Eine alte Panzerruine auf dem Truppenübungsplatz in der Senne. Das Bild ist absolut unbehandelt, keine Korrekturen in Lightroom.

Charakteristisch für dieses Bild ist der recht dunkle Panzer im Vordergrund und der verhältnismäßig helle Himmel im Hintergrund, der links schon fast am Rande der Überbelichtung ist.

Silver Efex und Lightroom

Da ich fast ausschließlich mit Lightroom arbeite habe ich mir auch nur die Lightroom-Edition der Nik-Tools gekauft. Das hat zur Folge, dass ich Silver Efex auch nur aus Lightroom heraus aufrufen kann. Das wiederum hat aber auch Vorteile, denn so kann man mit einem einfachen Rechts-Klick auf ein Bild automatisch eine Kopie erzeugen und diese dann in Silver Efex öffnen.

Silver Efex Oberfläche

Nachdem sich Silver Efex geöffnet hat, sieht man sofort das Bild in einer ersten Schwarz/Weiß Version. Ihr könnt nun verschiedene Ansichten wählen, entweder die komplette Vorschau oder zwei verschiedene Vorher/Nachher-Ansichten. Am besten finde ich die Presets, die sich bereits links in der Leiste befinden. Hier könnt Ihr zwischen verschiedenen Schwarz/Weiß-Versionen auswählen, besonders cool daran ist, dass man eine Mini-Vorschau des eigenen Bildes sieht. Meistens klicke ich drei oder vier Varianten durch uns habe dann ziemlich schnell einen Favoriten.

Finetuning mit Kontrollpunkten

Ich habe mich bei dem Bild für das Preset “Underexposed -1 EV” entschieden, da so der Himmel ganz gut raus kommt und die Strukturen in den Wolken verbessert werden. Natürlich ist jetzt der Panzer im Vordergrund hoffnungslos zu dunkel.

Nun könnt Ihr natürlich mit den Reglern für Helligkeit, Struktur und Kontrast spielen, aber Ihr werdet immer wieder feststellen, dass der Himmel zu hell oder der Panzer zu dunkel bleibt. Also muss nun selektiv bearbeitet werden und das geht mit den Kontrollpunkten, die so ziemlich das Genialste sind, was Nik zu bieten hat.

Den Kontrollpunkt setzt man auf eine Stelle im Bild und legt die Größe fest. Die Software wendet nun alle Änderungen nur auf gleichartige Bereiche des Bildes an. Zunächst setze ich einen Punkt auf den Panzer und mache diesen relativ groß.

Cool ist, dass ich nun an den Reglern des Kontrollpunktes für Helligkeit, Kontrast und Struktur ziehen kann und sich die Änderungen nur auf den Panzer auswirken, obwohl ich den Kreis des Kontrollpunktes auch über den Himmel gezogen habe.

Der Panzer wird nun also etwas aufgehellt, dann setze ich noch ein paar weitere Kontrollpunkte um die linke untere Ecke etwas zu pimpen und noch einmal im Himmel links etwas Helligkeit rauszunehmen.

Finish

Zum Schluß füge ich noch einen Rotfilter und etwas Vignettierung an den Rändern hinzu. Als letztes Finish gibt es dann noch etwas Farbe, da ich bei dieser Art von Motiven den Sepia-Look ganz nett finde. Auch hier bietet Silver Efex jede Menge Optionen, die das Einfärben von Schwarz/Weiss-Bildern sehr einfach macht.

Und so sieht dann das fertige Bild aus.

Vielleicht noch ein bisschen sehr düster, aber ich mag das ;-) Mit Lightroom wäre ich zumindest nicht so schnell ans Ziel gekommen. Dank der uPoint-Technologie der Kontrollpunkte ist die selektive Bearbeitung in Silver Efex Pro echt ein Kinderspiel.

Darüber hinaus bietet Silver Efex Pro noch einige andere Gimmicks, wie z.B. eine Bibliothek mit Voreinstellungen für alte Filmtypen, die sich simulieren lassen.

Fazit

Ich bin ein großer Fan der Nik-Tools. Sicherlich kann man darüber streiten ob man die Tools wirklich braucht, denn sicherlich kann man auch mit Bordmitteln von Lightroom ansehnliche Schwarz/Weiss-Effekte hinbekommen. Mir persönlich kommt es jedoch entgegen, dass Silver Efex Pro so viele Presets mitbringt, von denen ich einige ziemlich geil finde. Mit dem Tool kommt man meiner Meinung nach in kürzester Zeit zu sehr guten Ergebnissen.

Der Gesamtpreis von knapp 300,- € für die komplette Kollektion geht vollkommen in Ordnung, immerhin bekommt man auch noch Color Efex, Viveza, Dfine und den Sharpener. Was Sharpener und Dfine leisten, lässt sich meiner Meinung nach auch mit Lightroom ganz gut realisieren, aber Color Efex, Viveza und Silver Efex sind absolut die Kohle wert.

Mini-Tutorials zu Color Efex und Viveza folgen in den nächsten Wochen.