Nodalpunktadapter Bushman Gobi im Test

Am 2. Januar 2015 von Paddy veröffentlicht

Bushman Gobi Panoramakopf

Vor einigen Wochen hat ein Teilnehmer meines Panoramaworkshops meine Aufmerksamkeit mit einem, mir bis dahin unbekannten, Nodalpunktadapter erregt. Die Rede ist von dem Bushman Gobi. Mein Haben-Wollen-Gen wurde durch die geringe Größe und augenscheinlich solide Verarbeitung bei sehr flexiblem Rotator geweckt. Wenige Tage später bestellte ich das gute Stück direkt auf der Webseite des tschechischen Anbieters und war aufgrund des guten Kontakts und der schnellen Lieferung (3 Tage) positiv überrascht.

Ich entschied mich für den Rotator mit 12 Clicks. Mit meinem rasierten Fisheye brauche ich zumeist 3 oder 4 Bilder, mit meiner OM-D und dem Panasonic 8 mm sind es 6. Lässt sich alles prima mit 12 Clickstops abdecken, sofern man des Zählens bis 3 mächtig ist 😉

Der Bushman Gobi macht insgesamt einen stabilen Eindruck. Alles aus Alu gefräst und sauber verarbeitet. Die Verbindung der beiden Schenkel ist stabil und hat keinerlei Spiel. Der obere Schenkel lässt sich neigen, wobei dieser auf der 90°-Stellung einrastet, was eine genaue Justierung vereinfacht. Etwas unschön ist, dass ich die Befestigungsplatte für die Kamera erst abnehmen und an der Kamera befestigen muss, bevor ich diese dann wieder am Nodalpunktadapter montieren kann. Aber das ist ja nur einmal notwendig. Hier gibt es übrigens auch alternative Platten mit Arca-Swiss-Halterung, so dass man diese auch normal auf dem Stativ nutzen kann. Im Vergleich zu meinem Nodal Ninja mit Arca Swiss fällt auf, dass die Kamerabefestigung nicht gegen Verdrehen gesichert ist. Ist das Objektiv zu schwer, so könnte es also nach vorne weg kippen. Ist aber bei der getesteten Kombination aus D810 und rasiertem Nikon 10,5mm Fisheye kein Problem gewesen. Positiv fällt auf, dass für die Schrauben kein Werkzeug benötigt wird.

_DSC0031

Am Rotator sind zwei Schrauben über die sich der Wiederstand einstellen lässt oder man ihn komplett arretieren kann. Es ist ein klein wenig Spiel im Rotator, was man auch auf der Wasserwaage am Fuß des Nodalpunktadapter sieht. Er kippt also immer ein winziges kleines Bisschen zur schweren Seite. Das ist nicht so schön und mir von meinem Nodal Ninja nicht bekannt. Aber es ist auch nicht so gravierend, dass dadurch die Panoramen beeinflusst werden. Wer auf allerhöchste Präzision wert legt, dürfte sich daran aber stören. Bei den mitgelieferten Stoppern, die zur Markierung der Schnekelpositionen dienen, habe ich dann auch gleich mal ein Gewinde überdreht. Nach Fest kommt halt Ab, aber fest war das Ding noch lange nicht. Sehr angenehm hingegen, dass der Hersteller auf seiner Seite zu einigen Kombinationen aus Kamera und Objektiv bereits die Nodalpunkteinstellungen liefert. Findet Ihr auf der Produktseite unter „Settings“. Lässt sich leider nicht direkt verlinken. Die dort genannten Einstellungen für D800/Nikon 10,5 habe ich übernommen und das passte auch super.

Das folgende Panorama wurde mit dem Bushman Gobi erstellt. Es handelt sich um drei Einzelaufnahmen. Beim Stitching mit PTGUi trat eine durchschnittliche Fehlerquote von 1,6 Pixeln auf, was sehr gut ist und bedeutet, dass eigentlich keine Nacharbeit notwendig ist. Zudem sind auf dem Panorama keine geometrischen Formen zu sehen, die gerne mal Probleme bereiten. Stativ und Panoramakopf habe ich mal im Panorama drin gelassen, damit Ihr seht, wie gross der sog. „Footprint“ ist. Dabei ist das Stativ (Manfrotto 055XProB) eigentlich größer als der Kopf.

Daraus entstand dann noch das obligatorische Little Planet. Ganz lustige Spielerei 😉

Himmelmoor Little Planet

Fazit

Mit knapp 200,- € gehört der Gobi nicht zu den Schnäppchen unter den Nodalpunktadaptern, aber auch noch lange nicht zu den teuersten Vertretern seiner Gattung. Angesichts der Verarbeitung, Flexibilität und vor allem des geringen Packmasses bekommt er aber eine Empfehlung von mir und wird mich auf zukünftigen Reisen begleiten. Das leichte Spiel im Rotator und die Stopper wünsche ich mir vom Hersteller verbessert. Der Panoramakopf ist noch mal um einiges kleiner als mein Nodal Ninja 3, kann aber in Sachen Präzision nicht ganz mithalten. Wer sein Gepäck auf Größe optimieren möchte, sollte den Bushman Gobi dennoch in Erwägung ziehen.

Links

Videotutorial_Panoramafotografie

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Kommentare (11)

  • Jonas Oelke schrieb am 02.01.2015

    Hallo Patrick,

    wieder sehr interessant 🙂 . Nur sind 200 € für mich eine ganze Menge, kennst du eine Lösung die unter 100 € liegt und auch in Ordnung sind, also bisschen Robust und gute Bedienbarkeit?

    Dann noch alles gute für 2015

    Jonas

  • Danke für den Tipp. Den habe ich mir dann auch gleich mal bestellt.
    Der Versand schlägt allerdings nochmal mit 17,50 EUR zu Buche. Es lohnt sich da, sowas wie „Bestellgemeinschaften“ zu bilden. Und über die Mehrwertsteuer hatte ich vorher auch nicht nachgedacht. Die wird man da wohl nicht verrechnen können, oder?

    Freue mich trotzdem wie ein Kind auf mein neues Spielzeug.
    Dein Panorama-Workshop wirkt also 🙂
    Aber dazu schreibe ich demnächst ausführlich.

    Beste Grüße und noch ein frohes neues Jahr!
    Hendrik

  • Hallo zusammen,

    ich bin gerade beim Anschauen der Panorama Videostrecke. Wirklich klasse 🙂

    Ich hätte aber noch eine Bemerkung 😉 Ich persönlich war immer zu geizig die 120€ für das KrPanotool auszugeben. Ich persönlich benutze hierfür die in PTGui eingebauten Möglichkeiten.
    Hier kann man auch eine Webansicht erstellen: Tools -> Publish to Website.

    Ich persönlich sehe hierbei keine großen Nachteile im Gegensatz zu den Panotools. Wie seht ihr das?

    Viele Grüße
    Jan

  • Dimo schrieb am 07.01.2015

    Moinmoin Paddy,

    du solltest langsam wieder aufhören, so interessante Tipps zu schreiben.
    Die werden dann immer gleich so teuer 😉
    Den Graufilter verdanke ich schon Deinem Beitrag über Langzeitbelichtungen und nun sowas hier … Mannmannmann …

    Ich habe in der Vergangenheit schon mit viel Spaß Panoramas fotografiert und sie dann im Photoshop zusammengebastelt (Die Bilder habe ich meistens freihand gemacht).
    Die Ergebnisse haben mich nie so final vom Hocker gehauen.
    Und jetzt kommst Du mit diesem Review um die Ecke. Den Gobi würde ich mir gerne schenken, dann kommt dazu natürlich auch Dein Tutorial über Panoramas … und die Vollversion von PTGui (Demoversion hab ich ausprobiert und tolle Ergebnisse hinbekommen … nur halt der eingeblendete Programmname geht natürlich bei ernsthafter Nutzung gar nicht)

    Nun bin ich aber etwas unsicher, ob der Gobi zu meiner Kamera/Objektiv-Kombination passen wird.
    Ich habe eine EOS 7D und das weitwinkligste Objektiv, das ich derzeit besitze, ist das EF-S 18-135 Kitobjektiv, das bei der Kamera dabei war.
    Die Abbildungsqualität von dem Objektiv gefällt mir gut und von einem „anständigen“ Weitwinkel/Fisheye rät mir mein Kontostand derzeit ganz vehement ab. Also muss ich mit dem leben, was bisher da ist.
    Nun meine Frage: Hast Du eine Einschätzung, ob die Schienen des Gobi für meine Kombination überhaupt lang genug sind?
    Bei 18mm habe ich von der Mitte der Stativbuchse an der Kamera bis zur vorderen Linse des Objektivs 13cm Länge zu überbrücken.
    Fisheyes und die extremen Weitwinkel sind ja doch reichlich kürzer, daher würde ich gerne wissen ob das bei mir überhaupt passt, bevor ich 200 Taler in den Sand setze.
    Auf der Herstellerwebsite habe ich keine Angaben zu maximaler Länge gefunden.

    Ich habe zwar auch noch das EF-S 18-55 Kitobjektiv von meiner alten 300D, dessen Qualität haut mich aber nicht vom Sockel, das würde ich gerne in Rente schicken …

    Mein Plan ist, in Zukunft öfter mal mehrzeilige 180- oder 360-Grad-Panoramen vom Bayrischen Voralpenland zu fotografieren. Motive gibt’s hier sicher reichlich.

    Ich würde mich freuen, wenn Du einen Tipp für mich hast.
    Viele Grüße und ganz herzlichen Dank für Deine tollen Tipps!

    Dimo

    • Paddy schrieb am 08.01.2015

      Ich denke Du fährst mit einem Nodal Ninja evtl. besser bei der Kamera. Schau Dir den mal an.

      • Dimo schrieb am 08.01.2015

        OK, Mach ich. Dank Dir!

  • Daniel Leib schrieb am 10.01.2015

    Hallo Paddy, wenn ich meine 5D Mark III mit dem Sigma 10-20mm nutzen möchte, wie viele Clicks muss meine Gobi haben?
    Ich blicke da nicht so ganz durch. Vielleicht kannst Du mir dabei irgendwie helfen – wäre klasse!

    LG, Daniel