Rathaus, Michel, Dom, St. Pauli – von oben herab

Am 19. November 2010 von Paddy veröffentlicht

Ich hatte bereits berichtet, dass ich vor einigen Tagen die 544 Stufen des Kirchturms der St. Petri Kirche hochgekraxelt bin. Das habe ich nicht nur des Sports wegen getan (was mir auch gut tun würde), sondern weil ich sehen wollte ob sich der Turm für ein paar schöne Hamburg-Panoramen von oben eignet.

Wer den Turm erklommen hat wird mit einer traumhaften Aussicht belohnt. Für mein Panoramavorhaben gibt es jedoch ein paar Haken. Dort oben gibt es nur ein paar Bullaugen, man kann also nicht nach draussen gehen. Dadurch ist der Blickwinkel stark eingeschränkt und die Panoramen werden eher quadratisch. Unten rechts seht Ihr auch eine leichte Abschattung, die durch das Bullauge kommt. Hinzu kommt, dass Scheiben vor den Bullaugen sind, was alles andere als optimal ist für die Fotografie. Glücklicherweise sind die Scheiben gut geputzt 😉

Insgesamt habe ich drei Panoramen aus drei unterschiedlichen Fenstern geschossen. Danach waren die beiden Speicherkarten voll. Beim nächsten mal nehme ich bestimmt mein Macbook mit. Zum einen um zwischendurch die Fotos zu sichern und zum anderen als Zeitvertreib. Insgesamt habe ich ca. 1.600 Bilder geschossen und damit war mein Gigapan dann auch mal etwa drei Stunden beschäftigt.

Weiters Problemchen ist der Besucherverkehr und die Holzplattform. Sobald jemand nach oben stiefelt fängt die Plattform an zu wackeln, was natürlich für die Aufnahme nicht gerade förderlich ist. Da ich jedoch eine Belichtungszeit von 1/250 Sek. eingestellt hatt, ging es noch. Etwas blöd ist auch, dass ich das Stativ nicht vor jedem der Bullaugen platzieren konnte, da an einer Stelle die Treppe hoch kommt und dort natürlich ein grosses Loch im Boden ist.

Nun gut, beim ersten mal weiss man eben noch nicht genau wie die Gegebenheiten sind. Beim nächsten mal würde ich einiges anders machen und mich etwas anders vorbereiten. Dennoch bin ich mit einem Haufen Material nach Hause gekommen. Dann fingen allerdings die Probleme erst richtig an. Die ganzen Bilder müssen natürlich gestitcht werden. Ich habe zwei Programme, die das übernehmen können, Autopano Giga und PTGui. PTGui ist mein absoluter Lieblingsstitcher, den ich schon seit langer Zeit erfolgreich einsetze. Autopano hat jedoch einen entscheidenden Vorteil. Man kann beim Import das Raster der Bilder angeben, z.B. 27 x 20 Bilder. Autopano ordnet dann die Bilder gleich richtig an, was sehr hilfreich bei den Aufnahmen mit Himmel ist, denn dort findet keine Software der Welt Kontrollpunkte, zumindest nicht bei dem grauen Himmel 😉

Ich habe es also mit Autopano Giga probiert. Ich mach’s kurz: Die aktuelle Final Version 2.09 hat nicht einmal bis zum Ende gerendert und ist immer abgestzürzt. Die Beta 2.5 hat ein tolles Interface, ist einfach zu bedienen, rendert sehr schnell und generiert ein gruseliges Ergebnis. Total frustriert bin ich dann zurück zu PTGui, habe die Bilder im Himmel von Hand angeordnet, was keine Stunde gedauert hat und hatte dann nach ca. 2 Stunden ein fast perfektes Ergebnis. Lediglich ein paar Geisterbilder musste ich Photoshop noch korrigieren.

Zusätzlich habe ich in Photoshop noch eine Tonwertkorrektur vorgenommen um etwas mehr Kontrast ins Bild zu bekommen. Die Bearbeitung ging ganz gut von der Hand, trotz der Dateigröße von ca. 30 GB. Am längsten dauert jeweils das Öffnen und Speichern der Datei.

Und hier ist nun das erste der Panoramen mit Blick aus einem der Bullaugen auf dem St. Petri Turm. Ihr könnt gan links oben den Michel sehen, dann etwas nach rechts rüber zu St. Pauli schwenken, wo Ihr den Dom sehen könnt. Die Achterbahn und das Riesenrad sind gut zu erkennen. Ganz prominent im Vordergrund natürlich das Rathaus, wo auf dem Vorplatz gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird. Davon sieht man aber nur ganz wenig.

Toll finde ich wie immer die kleinen Details die man im Bild entdeckt. Z.B. ganz unten rechts der Mann, der anscheinend gerade ein Foto schiesst. Auch kann man in den Büros dem ein oder anderen Meeting zuschauen. Ich habe daher den Zoomfaktor absichtlich beschränkt, damit man nicht zu viele Details erkennen kann. Zudem nimmt die Qualität bei steigendem Zoom ab, d.h. man könnte die Personen eh nicht genau erkennen.

Ich könnte noch weiter erzählen, da die hochauflösenden Panoramen sehr faszinierend sind. Aber am besten Ihr schaut Euch jetzt einfach mal das Bild an.

Veröffentlicht in: Hamburg, Panoramafotografie nach oben

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Kommentare (12)

  • Sue schrieb am 19.11.2010

    Hi, sehr schöner Beitrag! Es stimmt, wenn jemand die Treppe hochläuft, wackelt es schon ganz gut. Wahrscheinlich ist es ratsam, gegen Ende der Öffnungszeiten auf den Turm zu klettern, da dann nicht mehr so viele Leute unterwegs sind. Ich habe mal zur Weihnachtszeit den Weihnachtsmarkt von dort oben fotografiert und war kurz vor Schließung oben. Die Aussicht ist wirklich schön. Mit den Bullaugen muss man sich halt etwas arrangieren 😉

  • Markus schrieb am 19.11.2010

    Wow Paddy, deine Arbeit faszinierd und inspiriert immer wieder! Es macht richtig Spaß deine Arbeit zu sehen, einfach der Hammer.

    Mach weiter so,

    lg
    Markus

  • Frank schrieb am 19.11.2010

    Wow die Schärfe ist ja enorm, hast du das 70-210er mit offener Blende eingesetzt, also hier mit 5,6 ( Konverter) oder hast du noch ein “ Schüppchen “ drauf gelegt?

    Gruß Frank

  • Cara schrieb am 19.11.2010

    deine hochauflösenden panoramen finde ich immer wieder aufs neue beeindruckend! auf dem hier kommt besonders das rathaus gut raus, das dach leuchtet richtig bei dem wetter (zumindst im vergleich zu den anderen gebäuden 😉
    Einfach klasse!

  • Sven schrieb am 19.11.2010

    Oh oh, jetzt, wo ganz Deutschland über’s „Verpixeln“ in StreetView redet, würde ich mich als Panoramafotograf schonmal warm anziehen! 😉

    • Paddy schrieb am 19.11.2010

      Ist doch Blödsinn. Die meisten freuen sich über StreetView und viele ärgern sich weil sie in einem versehentlich verpixelten Haus wohnen.

  • Yaab schrieb am 19.11.2010

    das is wirklich beeindruckend! so viel zu entdecken… 😀

  • Anke schrieb am 19.11.2010

    Kann mich garnicht sattsehen an diesem Meisterwerk! Kriegen wir die Aussicht in die entgegengesetzte Richtung auch noch zu sehen?

  • Macht echt Spaß in so einem Bild „rumzusurfen“ und sich Details anzuschauen!

  • Hadmut schrieb am 20.11.2010

    Mal so ne doofe allgemeine Frage:

    Wie hält man es eigentlich mit der Belichtung, wenn sich das über mehrere Stunden hinzieht? Wenn sich der Einfallswinkel der Sonne bewegt oder mal ein paar Wolken vorbeikommen, kann das durchaus mal zwei, drei Blenden ausmachen. Speicherst Du JPEG oder Raw?

    An sich hätte ich vermutet, daß man bei so lange dauernden Aufnahmen die Zeitautomatik braucht, aber Du schreibst ja, daß Du fest 1/250 eingestellt hast.

    • Paddy schrieb am 21.11.2010

      Wenn Du die Zeitautomatik verwendest, dann siehst Du den Übergang bei den Bildern, die unterschiedlich belichtet wurden. Daher halte ich die Zeit konstant und versuche mir ein Zeitfenster zu suchen in dem das Licht über längere Zeit halbwegs konstant bleibt.
      Ich nehme in RAW auf, wobei ich momentan darüber nachdenke auf JPG zu wechseln für die Gigapixel-Panoramen.

  • Gunther schrieb am 22.11.2010

    Großartiges Bild von der schönsten Stadt Deutschlands 😉

    Fange ja auch langsam an, dem Panorama-Fieber zu verfallen…

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