Adrian hat vor kurzem einen Artikel zum Thema Solotauchen geschrieben und ich möchte dies zum Anlass nehmen meinen unbedeutenden Senf ebenfalls dazu abzugeben.

Jeder, der heute einen Tauchkurs macht lernt als erstes, dass man niemals alleine ins Wasser geht. Macht ja auch Sinn, gegenseitig auf einander aufpassen und im Notfall helfen können, die Vorteile liegen auf der Hand. Abgesehen davon ist es doch auch viel schöner ein Hobby gemeinsam auszuüben. Ich persönlich habe es bisher immer sehr genossen mit Freunden und Bekannten eine gemeinsame Tauchtour zu unternehmen und wenn man erst einmal ein paar gemeinsame Tauchgänge hinter sich hat, dann lernt man den Buddy auch kennen und baut Vertrauen auf.

Es gibt aber auch genug Situationen in denen ich auf den Buddy gut verzichten kann. Z.B. wenn mir eine vollkommen fremde Person zugeteilt wird. Nichts gegen fremde Menschen, ich lerne gerne neue Leute kennen, aber wen bekomme ich da als Buddy zugeteilt? Ist das jemand auf den ich die ganze Zeit aufpassen muss, obwohl ich doch selbst bei dem Tauchgang vielleicht neue Ausrüstung ausprobieren möchte? Vor kurzem habe ich es gerade wieder erlebt: Wir sind zu dritt ins Wasser und kannten uns erst seit einer Stunde. Am Ende tauchten drei Leute nebeneinander, der eine ist nach Rechts abgedreht, der andere nach Links und ich war in der Mitte. Kommunikation Fehlanzeige, weil keiner geguckt hat und jeder mit sich selbst beschäftigt war. Folglich musste ich mich für eine Richtung entscheiden und einen haben wir  verloren. War nicht wirklich wild, weil der Tauchgang eh fast zu Ende war und wir auf dem Rückweg waren, aber das ist eine Situation auf die ich keinen Bock habe. Da wäre alleine Tauchen um Längen entspannter.

Ebenso kann ich Adrian sehr gut verstehen, der sich wirklich viel Zeit beim Fotografieren nimmt. Ich selbst bin mit ihm einige male im Wasser gewesen und muss gestehen, dass es einfach nicht passt, wenn einer fotografieren will und der andere gerne etwas vom Gewässer sehen möchte. Der Fotograf hängt immer hinterher und alle müssen auf ihn warten. Das ist für beide Seiten der Gruppe suboptimal.

Keine Frage, im Team zu Tauchen ist von Vorteil, wenn man sich kennt und sich auf den anderen verlassen kann. Ebenso sollte man sich einig sein wo der Tauchgang hingehen soll und was man so vor hat. Dann macht gemeinsames Tauchen nicht nur viel mehr Spaß als ein Alleingang, sondern ist auch wirklich viel sicherer. Würfelt man hingegen einfach zwei wildfremde Personen zu einem Team zusammen, deren Qualifikation sich in irgendeiner PADI-Plastikkarte wiederspiegelt, so bringt das Team mehr Probleme als Vorteile mit sich und birgt meiner Meinung nach eher die Gefahr einer falschen Sicherheit. Macht man es richtig, so müsste man mit jedem neuen Partner eigentlich erst einmal zwei entspannte Schnuppertauchgänge mit geringer Maximaltiefe machen, aber wer hat da schon Lust und Zeit zu, wenn man an dem einen Tag eh nur 2 Tauchgänge auf dem Programm hat.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Die Vorteile des Buddyteams kann man nicht wegdiskutieren, aber die Probleme sind ebenso offensichtlich. Aus meiner Sicht ist die beste Lösung sich bleibende Tauchpartner zu suchen, die ähnliche Tauchvorlieben haben und nicht ständig mit irgendwelchen fremden Gruppen auf Tour zu gehen. Ist eh viel schöner mit Freunden statt mit flüchtigen Bekannten, leider lässt sich das nicht immer einrichten.

Noch mal: Ich befürworte nicht das Solotauchen, aber ich kann sehr gut verstehen wenn jemand genervt ist und lieber alleine Tauchen geht.

Was meint Ihr anderen Taucher dazu?