Tecco Book – Fotobuch zum Selbstdruck im Test

Am 8. Februar 2016 von Paddy veröffentlicht

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Ich hatte schon mal Fine Art Bücher für den Selbstdruck von Monochrom getestet. Damals fand ich die Idee schon klasse und auch die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Total nervig war das Handling. Damals mit dem Epson R3000 klappte das mit dem Einzug hinten und vorne nicht so richtig. Es war einfach frustrierend. Durch Kontakt zu Tecco erfuhr ich, dass das Papier der Tecco Books mittlerweile auch für den Druck vom Stapel geeignet ist. Grund genug es einmal zu testen. Tecco war so lieb mir mal ein Testpack zu schicken, damit ich es mit meinem noch verhältnismäßig neuen Epson SC-P800 (Testbericht) probieren konnte.

Was ist ein Tecco Book? Ganz einfach: ein Bausatz bestehend aus einem Cover mit Schraubbindung und einem Stapel Papier, fertig gelocht und gerillt. Das Papier ist das Tecco PFR 220 Duo, ein beidseitig beschichtetes mattes Fine Art Papier. Im Test hatte ich das Pico Square Format, ein quadratisches Buch mit einer Höhe von 210 mm (entspricht A4). Weitere Größen stehen zur Verfügung, dieses mag ich aber besonders, weil es so schön handlich ist und ich finde, dass man auf quadratischen Blättern am besten sowohl Hoch- als auch Querformat unterbringen kann.

Ich habe mir für den Druck in Lightroom Vorlagen erstellt. Bedruckt habe ich nur eine Seite, weil ich das irgendwie noch edler finde. Natürlich besteht auch die Möglichkeit beidseitig zu drucken. Meistens platziere ich auch nur ein Foto pro Seite, manchmal im Quadrat, manchmal hoch oder quer. Entsprechende Druckerprofile findet Ihr bei Tecco. Also eigentlich ganz einfach. Und ja, das war es auch. Anfänglich war ich etwas verhalten und habe immer nur ein Blatt in den hinteren Einzug gesteckt. Dann wurden es zwei, dann drei und zum Schluß ein Stapel von rund 20 Blättern. Absolut problemloser Einzug. Der Drucker hat ein Blatt nach dem anderen reibungslos eingezogen und bedruckt. So macht das endlich Spaß. Na klar dauert es eine Weile, aber so ein Buch macht man ja auch nicht jeden Tag.

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Die Qualität ist der Hammer. Das Buch liegt im Studio auf dem Tisch und jeder, der es in die Hand nimmt ist begeistert. Die Haptik des Papiers ist grossartig. Dagegen wirkt jedes Buch, das ich bisher online bestellt habe, billig. Sogar die geliebten Saal-Digital Bücher können nur schwer mithalten. Dafür hat es aber auch Nachteile. Das Fine Art Papier ist relativ empfindlich. Die Blätter in einem Saal-Buch lassen sich auch mal feucht abwischen. Andererseits kann man im Tecco Book auch mal eine Seite austauschen, falls man das Bild nicht mehr mag oder das Blatt total vergrabbelt ist. Der Umschlag ist relativ unspektakulär, einfach schwarzes Leder. Also wenig Individualität, aber ich finds trotzdem schick, gerade weil es so straight ist. Man kann sich die Cover auch bis zu einem gewissen Grad personalisieren lassen, z.B.mit Prägung. Auch ist das Tecco Book im Vergleich zu einem Saal Buch deutlich teurer. Das Pico Square mit 50 Blatt kostet etwas über 100,- € und ist dann noch nicht bedruckt. An Tintenkosten muss man mit dem SC-P800 pro A4-Blatt mit etwa 0,78 € rechnen. Nehmen wir mal 0,70 €, denn es fehlt ja etwas am kompletten A4. Das wären dann bei 50 Seiten (einseitig) Pi mal Daumen 35,- €.

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Ein direkter Vergleich mit einem Fotobuch eines Online-Druckers ist schwierig. Es sind zwei unterschiedliche Ansätze. Das Tecco Book ist etwas edles, das Zeit und Geld kostet. Einen Drucker braucht man ja auch noch und den will sich nicht jeder für den Privatgebrauch leisten. Ich persönlich sehe den Anwendungsfall eher in Richtung Portfolio Buch, dann vielleicht sogar in A3, welches man nach und nach füllt und auch mal eine Seite austauscht. Oder eben für ganz besondere Fotoserien. Wobei ich mich gerade frage, ob nicht jede Fotoserie etwas besonderes ist oder sein sollte. Ich gehe mal davon aus, dass kaum jemand wöchentlich Bücher macht, es sei denn im professionellen Umfeld für Hochzeiten o.ä. Dann muss man natürlich den Zeitaufwand mit kalkulieren.

Unterm Strich kann ich nur sagen, dass ich ein echter Fan der Tecco Books geworden bin. Mittlerweile habe ich noch zwei weitere gedruckt und weitere Lightroom Vorlagen erstellt für Layouts mit mehreren Bildern pro Seite. Mal schauen, evtl. gibt es die demnächst zum Download.

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