Test: LG Monitor IPS235V für Fotografen

Am 2. Oktober 2011 von Paddy veröffentlicht

Die Firma LG hat mir freundlicherweise den neuen LG IPS235V Monitor für einen Test zur Verfügung gestellt. Damit dieser Monitor aber nicht so einsam ist, haben sie gleich einen zweiten geschickt  und gemeinsam werden die beiden in den nächsten Tagen hier auf dem Blog an meine Leser verlost. Wie das Gewinnspiel ablaufen wird, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber mit einem simplen Kommentar kommt Ihr mir dieses mal nicht davon 😉

Aber kommen wir doch erst einmal zu dem Test des Monitors. LG preist das Gerät als grafikfähig an und das für gerade mal 200,- € (Guckst Du bei Amazon). Das ist ja schon mal ne Ansage. Ich als Fotograf achte natürlich darauf, dass mein Monitor möglichst farbecht ist, damit ich bei der späteren Ausgabe der Fotos keine böse Überraschung erlebe. Daher habe ich mir auch extra einen Spyder 3 Elite (guckst Du bei Amazon) für die Kalibrierung gekauft. Mein Ziel ist es, dass Drucke mit meinem Epson R3000 nahezu identisch zu dem angezeigten Bild am Monitor sind.

LG hat ein IPS-Panel verbaut und liefert den Monitor ab Werk kalibriert aus. Damit richtet man sich gezielt an Anwender, denen die farbtreue wichtig ist. Besonders Hobbyfotografen, die nicht gleich einen vierstelligen Betrag ausgeben möchten, dürften spätestens jetzt aufhorchen. 200,- € und dann nicht mal die Notwendigkeit das Gerät zu kalibrieren? Das klingt zu schön um wahr zu sein. Tja, ist es aber 😉

Ich muss gestehen, dass ich niemand bin, der anfängt genau nachzumessen. Mir ist der subjektive Eindruck wichtig. Genauer nachgemessen hat Michael Kirchner. Ich habe das Gerät also ausgepackt und angeschlossen und bin einfach mal davon ausgegangen, dass es das war. Das matte Panel ist im ersten Moment eine kleine Umgewöhnung gegenüber meinem Cinema-Display, welches ja bekanntlich an Brillanz kaum zu übertreffen ist. Nach einiger Zeit ging es dann aber und ich habe mal ein paar Schritte in Lightroom unternommen. Was ich da sah, machte einen anständigen Eindruck. Alle Farben eigentlich so, wie ich das auch in Erinnerung hatte.

Für mich ist der ultimative Test der Vergleich mit meinem Drucker. Den betreibe ich nur mit Originaltinte, Papier von Epson und den passenden Druckprofilen. Also ein farbenfrohes Bild ausgedruckt und einfach mal neben den Monitor gehalten. Nicht schlecht, aber auch nicht ideal. Das lag daran, dass der Monitor ab Werk einfach zu hell und zu kontrastreich eingestellt ist. Dadurch hat das Bild am Monitor zu viel Leuchtkraft. Die Farben sind dennoch stimmig. Also Helligkeit und Kontrast runter. Deutlich besser, ja ehrlich gesagt vollkommen ausreichend für meine Zwecke. Das hätte ich nicht erwartet. Ausgepackt und nach kurzer Zeit einsatzbereit. Schärfe des LGIPS235V ist ebenfalls gut und so war die einzige Einschränkung, dass ich gegenüber dem alten Cinema Display 1″ an Größe eingebüsst habe.

Dennoch habe ich den Spyder ins Rennen geschickt und den IPS235V kalibriert. Das hat noch einmal ein bisschen Verbesserung gebracht, vor allem in den Orange-Tönen, besonders bei der Haut. Im direkten Vergleich sieht man den Unterschied, er ist aber nicht so signifikant, dass ich ihn für absolut lebensnotwendig halte. Wie gesagt, mir geht es in erster Linie darum nah an das Druckergebnis zu kommen und das ist bereits im Werkszustand weitestgehend gegeben. Ich bin da nicht ganz so pingelig, aber ich fotografiere auch nichts, was extrem farbkritisch ist. Es muss halt stimmig sein. Wie gesagt, Kalibrierung bringt ein klein wenig und sollte vorgenommen werden, wenn möglich. Wenn nicht, liegt man trotzdem nicht komplett daneben mit den Farben.

Allerdings kann man für 200,- € jetzt auch kein absolutes Mega-Top-High-End-Superduper-Gerät erwarten. So finde ich den Fuß nicht ganz so doll, er wackelt bei meinem Modell ein kleines bisschen. Auch lässt sich der Monitor sehr schwer neigen. Im Stand-By blinkt die blaue LED, was vom Büro im Dachgeschoss nachts bis ins Schlafzimmer leuchtet. Ein Anschluss für den Display-Port vom Mac ist auch nicht dabei, so dass ein Adapter benötigt wird.

Alles in allem kann ich das Gerät aber mit ganz ruhigem Gewissen empfehlen. 200,- € für ein Display mit dieser Farbqualität ist ein verdammt fairer Preis. Der Farbumfang entspricht sRGB, leider kein AdobeRGB, aber das dürfte den meisten absolut ausreichen. Wer als Hobbyfotograf zumindest in die Nähe von Farbechtheit ohne grossen Aufwand und für kleines Geld kommen möchte, der sollte sich den LG IPS235V genauer anschauen.

Ich gebe den Monitor nun trotzdem wieder her, da ich versprochen habe beide Geräte zu verlosen. Mein Testgerät signiere ich auch gerne noch direkt auf dem Panel 😉

Das Gewinnspiel wird es dann in den nächsten Tagen hier geben.

Veröffentlicht in: Foto nach oben

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Kommentare (12)

  • Michael schrieb am 02.10.2011

    Ich war ehrlich gesagt schon sehr gespannt, wie andere Fotografen diesen Monitor einschätzen. Danke für Deinen Bericht.

  • Klingt sehr spannend der Monitor, ich habe den Bericht auch schon bei Michael gelesen. Was mich jetzt mal interessieren würde ist, wie gut schneidet er im Vergleich mit einem im iMac verbauten Panel ab. Hat da irgendjemand mal die Möglichkeit das zu testen?

  • Hadmut schrieb am 03.10.2011

    Hat der eingebaute Lautsprecher?

  • Andreas schrieb am 03.10.2011

    Hallo Paddy,
    vielen Dank für deinen Test.
    Bin schon länger auf der Suche nach einem zweiten Monitor für mein MBP und der hier wird es jetzt wohl.Eine Frage hätte ich aber noch: Welchen Adapter hast du verwendet um den Monitor anzuschließen?

    • Paddy schrieb am 03.10.2011

      Den normalen DVI->Mini-Display Adapter von Apple

  • Hadmut schrieb am 06.10.2011

    Hallo,

    hat der Monitor nun Lautsprecher oder hat er nicht?

    Auf der Herstellerwebseite und bei Amazon stand auch nichts klares dazu…

    Ich bin nämlich der exzentrischen Auffassung, daß ein für Fotografie geeigneter Monitor heutzutage auch für Videos taugen sollte, und daher Ton über HDMI verkraften müßte.

    Ich habe mir zwar kürzlich schon einen Monitor von LG mit eingebautem Tuner gekauft, der das auch alles konnte, der aber bei manchen Farben einen grässlichen Gelbstich entwickelt und auch mit Kalibrierung nicht zu guten Farben zu bekommen ist. Auch wegen seiner Standby-Charakteristik am PC nicht zu gebrauchen. Gleich nach dem Kauf daher zum schnöden Fernseher degradiert.

    Wenn der hier mit den Farben neutral ist, wär’s ein Kaufgrund, aber nicht, wenn dafür andererseits die Lautsprecher fehlen.

    Eizo hatte kürzlich auch einen guten Monitor im Sonderangebot, aber nur mit DVI und ohne Lautsprecher. Das Alternativmodell mit HDMI und Lautsprecher hat demgegenüber den ein oder anderen Nachteil.

    Deshalb suche ich da immer noch einen halbwegs brauchbaren Monitor mit einigermaßen fototauglichem Panel, mit HDMI und Lautsprechern, zu vertretbarem Preis.

    • Paddy schrieb am 06.10.2011

      Ich kann Dir nicht sagen ob der Lautsprecher hat. Da habe ich nicht drauf geachtet. Der Monitor ist ausserdem schon wieder eingepackt ;-(

  • Uwe schrieb am 12.10.2011

    Hm, wenn Du Prints wie am Monitor haben willst, wie willst Du das hinbekommen, wenn keines der Geräte in der Verarbeitungskette kalibriert ist? Wie willst Du wissen ob der Monitor oder der Drucker falsch arbeitet, wenn Du keinen exakten Bezugspunkt hast? Werkskalibrierung schön und gut, aber schon Dein Hinweis auf die nicht passenden Helligkeits- und Kontrastwerte führt den Ansatz an sich ad absurdum. Ich glaube gern, das das Display bei dem Preis ein echtes Schnäppchen für Fotografen ist, noch dazu mit sehr guten Leistungsdaten. Trotzdem ist ohne echte Kalibrierung ein wirklich sinnvoller Farbworkflow einfach nicht möglich.

    Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich übrigens berichten, das selbst die Nutzung von Hersteller-Tinte, Hersteller-Papier und den passenden Hersteller-Druckerprofilen keine Garantie für korrekte Drucke sind. Auch die Hersteller-Profile sind meistens recht generisch und liegen oftmals in vielen Bereichen neben der Realität. Man merkt das leider erst dann wenn man bei der Fehlersuche diese Option überhaupt in Betracht zieht und sich ein Profil ausmessen lässt. Der Aha-Effekt kann dann schon erschütternd sein.

  • Wiener Prader schrieb am 03.12.2011

    Fazit

    Die größte Schwäche des LG IPS235V ist der Standfuß und die damit verbundenen geringen ergonomischen Funktionen. Die Bedienung des OSD ist ebenfalls nicht wirklich komfortabel, was teilweise auch am Standfuß liegt. Da das Gerät VESA 100 Bohrungen besitzt, kann relativ einfach eine alternative Halterung, ob nun Standfuß oder Monitorarm, gewählt werden. Die Ausleuchtung war ebenfalls nicht ganz optimal, wobei diese einer gewissen Serienstreuung unterliegt.

    Einen positiven Eindruck hinterlässt die Werkseinstellung des Monitors. Im Amateurbereich kann der Monitor daher auch ohne Kalibrierung für die Bearbeitung von Bildern eingesetzt werden, wobei beachtet werden muss, dass der sRGB Farbraum nur zu 93,3 Prozent abgedeckt wird. Beim Blickwinkeltest konnte der Monitor ebenfalls sehr gut abschneiden.

    Gelegenheitsspieler dürften mit dem Monitor problemlos zurechtkommen. Hardcoregamer oder Anwender die sehr empfindlich auf Schlieren reagieren, werden mit dem Gerät wohl nicht glücklich.

    Für Videos über den PC ist der Monitor ebenfalls gut geeignet, aber auch in diesem Bereich trüben die Probleme bei der Ausleuchtung den Filmgenuss etwas.

    Der aktuelle Preis von etwa 175,00 Euro ist für die gebotene Leistung sehr gut. Wer mehr ergonomische Funktionen, inklusive einer Höhenverstellung wünscht, findet bereits für 40 bis 50 Euro einen alternativen Standfuß im Einzelhandel. Selbst mit dieser zusätzlichen Investition hat der Monitor immer noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Gesamturteil: GUT

  • Smitty schrieb am 09.01.2012

    Auch ich habe mir inzwischen den IPS235V von LG geholt, weil ich endlich mal einen Monitor haben wollte, auf dem ich mich darauf verlassen kann, dass die Farben so aussehen, wie sie wirklich sind. Bei meinen bisherigen Monitoren hatte ich bei der Bearbeitung meiner Fotos immer ein schlechtes Gefühl, weil ich mir nie sicher war, ob das was ich mit Helligkeit und Farbe mache, auch sinnvoll ist. Außerdem wollte ich nicht mit einer Kalibrierung rummachen, das ist mir einfach alles zu kompliziert. Und so habe ich mich auf den neuen IPS235V gefreut, mit dem das alles Vergangenheit werden sollte.

    Allerdings bin ich dann nach der Installation des Monitors (incl. Monitortreiber) doch etwas erschrocken. Zwar sahen die Farben sehr gut und brillant aus, doch alle Fotos waren derart dunkel, dass die dunklen Stellen alle komplett abgesoffen sind und keinerlei Details mehr sichtbar waren (trotz der werksseitigen Einstellung von Helligkeit 100 und Kontrast 70).

    Ich hab dann erst mal im Web nach „Kalibrierung“ gesucht und einige Testbilder gefunden, die darauf hindeuteten, dass mit der Gamma-Korrektur etwas nicht stimmt. Dann hab ich den Gamma-Wert am Monitor von 2,2 auf 1,8 gestellt, wodurch das etwas besser wurde. Schließlich habe ich dann in der Systemsteuerung von Windows 7 eine Kalibrierung angestoßen und dabei unter „Gamma anpassen“ den Schieberegler deutlich nach oben gezogen. Alles andere brauchte nicht geändert zu werden.

    Jetzt sehen die Fotos wieder so aus, wie ich sie mir vorstelle. ABER: Was habe ich da denn jetzt eigentlich gemacht? Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich das Konzept der Windows-Farbverwaltung mit den tausenden Profilen nicht verstanden. Hab ich jetzt am Monitor was geändert? Oder an der Grafikkarte? Bzw. an Profilen, die diese Geräte steuern?

    Und kann ich mich jetzt noch darauf verlassen, dass die Darstellung farbecht ist? Eigentlich waren es genau diese Dinge, die ich mit dem Kauf des IPS235V vermeiden wollte. Könnten die zu dunklen Werte von der Kalibrierung des Monitors stammen, der vorher angeschlossen war? Oder hab ich vielleicht gar einen IPS235V erwischt, der nicht in Ordnung ist?

  • Hadmut schrieb am 09.01.2012

    @Smitty:

    Ich habe mir vor einiger Zeit so ein Kalibriereisen gekauft. Hat zwar alleine fast soviel gekostet wie ein IPS235, aber lohnt sich. Selbst bei Notebooks und uralten Billig-LCDs ergibt sich ein deutlicher Aha-Effekt. Das bringt wirklich was.

    • Smitty schrieb am 10.01.2012

      @Hadmut:

      Aber eben gerade das wollte ich ja mit dem Kauf des IPS235 vermeiden, denn der ist ja werksseitig schon kalibriert. Ich verstehe nur nicht, was bei mir schief gelaufen ist. Lag das am Monitor oder am PC oder was könnte da los sein?

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