Testshooting mit Marco und der GH4

Am 27. Juni 2014 von Paddy veröffentlicht

P1060705-DMC-GH4 1-160 Sek. bei f - 1,2 ISO 200

Der Zufall wollte es, dass eine befreundete Agentur anfragte, ob ich ein paar Testaufnahmen einschieben könnte. Marco war aus Schweden zu Besuch in unserer Hansestadt und hatte Lust und Zeit für ein kleines Shooting. Sowas ist für mich auch immer super, um selbst zu testen. Kein Druck etwas abliefern zu müssen und dazu ein erfahrenes Model,das die Arbeit deutlich einfacher macht.

Ich hatte die GH4 ja bereits getestet, wollte sie aber noch weiter in der Praxis ausprobieren. Aktuell denke ich darüber nach, ob die GH4 nicht gemeinsam mit der OM-D E-M1 ein super Gespann für Hochzeiten ist. Normalerweise würde ich nie auf die Idee kommen Kameras unterschiedlicher Marken einzusetzen, aber in diesem Fall ist das eine Ausnahme. Die Objektive kann man bekanntlich zwischen den mFT-Kameras hin und her tauschen, auch wenn dann nicht immer ein Bildstabilisator zur Verfügung steht. Beide Kameras haben nun mal ihre Stärken, so dass die Entscheidung für eine schwer fällt 😉 Aber viel wichtiger ist das Ergebnis, bzw. der Look der Bilder. Da bin ich wirklich überrascht, wie nah doch die RAWs der GH4 an denen der E-M1 sein. Ich kann meine Presets ohne wahnsinnig grosse Anpassungen verwenden. Aus dem Grund habe ich dieses mal auch einen Teil der Fotos in Farbe entwickelt.

Ich verwende die Presets von VSCO und werde auch häufig danach gefragt. Oft entfacht eine Diskussion, ob es gerechtfertigt ist $119,- für ein paar Presets auszugeben. Die Frage ist schon gerechtfertigt, wenn die Presets fast teurer sind, als Lightroom selbst. Für mich ist hier die Geschwindigkeit wichtig. Mit wenigen Klicks bekomme ich einen Grundlook geliefert, den ich dann in kurzer Zeit an meine Wünsche anpassen kann. Das geht superschnell und macht sich spätestens nach drei bis vier Shootings oder Hochzeiten bezahlt. Bei fünf bis sechs Shootings pro Woche kann man die Kohle für die Presets vernachlässigen. Verdient man mit den Fotos aber kein Geld, muss man sich das genau überlegen.

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Aber zur eigentlichen Frage zurück. Meistens interessiert es die Leser welches der VSCO-Pakete ich verwende. Ich besitze die Pakete 1-4 von VSCO und verwende meistens Presets aus 1-3, wobei wiederum 1 und 2 meine Favoriten beinhaltet. Allerdings habe ich jedes Preset etwas angepasst. Meistens entferne ich das Korn und drehe etwas an den Farben (Sättigung, Luminanz, Farbton), wobei ich meisten Rot, Orange, Gelb und Blau anfasse. Sicherlich bekommt man diesen Look auch ohne gekaufte Presets hin, aber wenn man fast jeden Tag neue Bilder produziert, freut man sich über One-Click-Lösungen 😉 Die Bilder unten sind auf Basis des Kodak Portra 400 Presets bearbeitet.

Für die Fotofreunde unter meinen Lesern sind die Exif-Daten im Bildtitel enthalten (einfach Bild anklicken). Für das Licht kam neben dem coolen Sonnenlicht der Ranger Quadra mit 70er Deep Octa und ein silberner Sunbouncer mini zum Einsatz. Auch kommt oft die Frage, ob ein silberner oder goldener, bzw. Zebra-Reflektor zu empfehlen ist. Ich mag Zebra auch sehr gerne, aber das ist mir bei tief stehender Sonne einfach zu warm, daher verwende ich bei so einem Licht lieber Silber. Das wiederum kann sich morgen bei mir auch wieder ändern. Hat halt viel mit Geschmack zu tun 😉

Noch etwas: Seitdem ich mit mFT-Kameras fotografiere, setze ich auch wieder Graufilter für Blitzlicht ein. Bekanntlich muss man ja eine Blitzsynchronzeit einhalten, welche mit mFT bei 1/320 Sek. liegt. Das Problem lässt sich mit dem sog. Supersync lösen, welches allerdings für Olympus und Panasonic bisher noch nicht verfügbar ist. Es gibt zwar eine Lösung über einen Olympus-Systemblitz, aber die habe ich noch nicht getestet. Daher habe ich immer einen Graufilter mit -3 Blenden und einen mit -6 Blenden dabei. Die schraube ich bei Bedarf auf. Das Aufschrauben des Filters kann zwar nervig sein, aber dafür bin ich mit den Ergebnissen zufriedener. Das klappt einfach immer und mit jedem Blitz und jeder Kamera. Kein Rumprobieren mit verschiedenen Auslösern mehr und keine Verläufe in der Belichtung. Fokussieren ist übrigens auch kein Problem. Den mit -3 Blenden lasse ich oft sogar einfach drauf, denn bei Sonnenlicht reicht teilweise 1/8000 Sek nicht aus, um mit f/1.2 zu fotografieren. Ich besitze die Filter in 67mm und halte sie bei Bedarf einfach vor kleinere Objektive davor. Das wäre bei meiner D4 undenkbar, wegen Grösse und Gewicht, bei den Winzkameras aber kein Problem.

So, nun habe ich mich ein wenig verplaudert. Ich hoffe Euch hat der Beitrag gefallen 😉

P1060725-DMC-GH4 1-320 Sek. bei f - 1,4 ISO 200 P1060744-DMC-GH4 1-800 Sek. bei f - 1,2 ISO 200 P1060760-DMC-GH4 1-250 Sek. bei f - 1,8 ISO 200 P1060808-DMC-GH4 1-1600 Sek. bei f - 1,2 ISO 200

Veröffentlicht in: Hardware Tests nach oben

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Kommentare (12)

  • Frank schrieb am 27.06.2014

    Gefällt. An Männer hab ich mich, trotz einiger Anfragen, noch nicht rangetraut……

    VG

  • Cool, genau die Überlegung habe ich auch – die GH4 und die Oly E-M1 gemeinsam bei Hochzeiten einzusetzen. Zumal ich da auch immer öfter mal filme und deshalb die GH4 schon freudig erwarte.
    Die Idee, den Graufilter einfach vor das Objektiv zu halten, werde ich schleunigst ausprobieren. Bisher verwende ich da einen Step-Down-Adapater, habe also den Filter für das größte Objektiv gekauft und schraube ihn dann mittels Adapter auf ein kleineres. Aber einfach Halten ist natürlich schneller und einfacher. Danke für diesen Tipp.

  • Sebastian schrieb am 27.06.2014

    Klasse Bilder! Darf ich fragen, wie du das Model bei diesem Bild http://neunzehn72.de/wp-content/uploads/2014/06/P1060760-DMC-GH4-1-250-Sek.-bei-f-18-ISO-200-590×393.jpg so hell bekommen hast, obwohl du Gegenlicht hattest?

  • ich finde es immer wieder toll was du aus dem Hut ziehst. Stimmungsvolle Portraits die den Typ ganz schön cool rüber kommen lassen. Haste fein gemacht 😉

  • Marc schrieb am 27.06.2014

    Wenn man zwischen den Zeilen liest…, heisst das, dass du bei Hochzeitsfotos von den großen Kameras, z. B. einer D4 gänzlich wegkommen willst?

  • Holger schrieb am 28.06.2014

    Ich oute mich mal und schreibe als einziger: Mir gefallen die D4 Fotos deutlich besser.

    Mit fehlt hier irgendwie der 3D Effekt und das Lösen vom Hintergrund. Speziell bei Bild 1 und 4 fehlt der „Kick“, die Anmutung und die Staffelung in der Tiefe.
    MFT in allen Ehren, aber für solche Art von Fotos haben mir Deine D4 Fotos viel besser gefallen. Das sind vielleicht nur 10%, aber eben genau die letzten 10%, die es dann ausmachen.

    Bye,
    Holger

  • Jörg schrieb am 28.06.2014

    Klasse, dass endlich auch mal Testshootings mit der GH4 gezeigt werden und nicht immer und immer wieder ausschließlich auf den Videoqualitäten rumgeritten wird!

    Ich selber bin Besitzer einer GH4 und bei allen Videoqualitäten bin ich davon überzeugt, dass die Bilder der GH4 denen der EM-1 in nichts nachstehen.

  • Norbert schrieb am 30.06.2014

    Hi Paddy
    Klingt spannend. Das die GH4 auch gute Bilder macht hast du mal wieder bewiesen. Man muss nur damit umgehen können 😉
    In deinem ersten Post zur GH4 warst du vom handlich ja nicht so begeistert. Ich hab noch nicht verstanden warum du die neben deinen zwei M1 einsetzen willst auf Hochzeit. Hast du Lust deine Follower an den Gedanke teilhaben zu lassen? Wenn ich den Post richtig verstehe nimmst du Sie doch nicht wegen den Videoeigenschaften mit dazu?

    Vg Norbert

    • Paddy schrieb am 30.06.2014

      Weil die GH4 vom Autofokus bei Dunkelheit etwas besser ist. Aber ob es wirklich Sinn macht Kameras zu mixen, kann ich noch nicht sagen. Nach diesem Wochenende bin ich wieder ein wenig davon ab. Geh doch nichts über gleiche Geräte auf Hochzeiten.

  • Stefan schrieb am 02.07.2014

    Hola,

    da ich gerade auf der Suche nach Filtern bin und mich auch in den Blitzbereich reintaste. Welche Fabrikate wurden denn genutzt?

    vg