Texas Holdem Poker, die Sucht geht weiter
Nun wohne ich bereits seit fast 2 jahren in Hamburg und komme trotz meiner vielen Hobbys nun endlich mal wieder dazu etwas Poker zu spielen. Bereits in Bielefeld habe ich leidenschaftlich sowohl online, als auch mit Freunden oder auf Anfängerturnieren gepokert.
Ich will nicht behaupten, dass ich ein guter Pokerspieler bin, aber so gewisse rudimentäre Taktiken verstehe ich selbst ich. Die kompletten Poker-Regeln der Variante Texas Holdem kann ich jetzt hier nicht wiedergeben, aber so viel sei gesagt: Man bekommt am Anfang zwei Karten, nach einer Wettrunde gibt es dann drei weitere, der sog. Flop. Auch danach wird wieder geboten und es gibt eine weitere Karte, auch River genannt. Danach folgt wieder eine Wettrunde und zum Schluß gibt es die letzte Karte, den Turn. Wer jetzt immer noch dabei ist, kann in der letzten Gebotsrunde noch einmal den Einsatz ordentlich nach oben schrauben bevor man endgültig die Hosen runter lassen muss. Es gewinnt derjenige Spieler, der das beste Pokerblatt auf der Hand hält und zwar eine beliebige Kombination von 5 Karten aus den insgesamt 7, die gespielt wurden (2 verdeckte und 5 offene).
Das Faszinierende am Texas Holdem Poker sind die vielen verschiedenen Spielphasen. Am Anfang hält man nur 2 Karten in der Hand und soll muss aufgrund dieser Karten entscheiden ob man ein potenziell gutes Blatt in der Hand hält. Hier trennt sich bereits zum ersten mal die Spreu vom Weizen und bei einer Runde von 6-10 Spielern sind meistens 50% weg. Im weiteren verlauf des Spiels gilt es nun anhand der Einsätze der Mitspieler zu erahnen wie gut es um sein Blatt bestellt ist. Um im Spiel zu bleiben kann man entweder den Einsatz der anderen Spieler mitgehen (Call) oder erhöhen (Raise). Wer richtig auf dicke Hose machen will, der erhöht die Erhöhung eines Mitspielers, was man dann Re-Raise nennt. Nun stellt sich die Frage ob dieser Kollege wirklich so ein geiles Blatt hat oder nur einen fetten Bluff abzieht.
Je nach Anzahl der Mitspieler am Tisch variiert das Spiel natürlich. Sitzen noch 10 Mitspieler am Tisch, so ist es schwer zu bluffen, daher steigen auch bereits bei den ersten beiden verdeckten Karten so viele Spieler aus. Ist man aber später nur noch zu 4, 3 oder sogar 2 Spielern am Tisch, dann wird es äußerst spannend. Nun wird meistens geblufft was das Zeug hält. Selbst eine einzige gute Karte auf der Hand kann den Gewinn des Poker-Potts bedeuten. Am Ende lässt sich alles auf Wahrscheinlichkeiten runterbrechen. Bei 10 Spielern am Pokertisch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass unter den anderen einer zwei bessere Karten auf der Hand hat, ist man nur noch zu zweit (das nennt man übrigens Heads-Up) so ist die Chance, dass man bereits mit nur einer Dame, einem König oder Ass vorne liegt sehr hoch, egal welche Beikarte man noch hat.
Diese Vielfältigkeit im Pokerspiel liebe ich. Je länger man spielt und je ernsthafter man sich mit dem Spiel beschäftigt umso geringer wird der Faktor Glück. Viele professionelle Pokerspieler behaupten, dass Poker nichts mit Glück zu tun hat. Das kann man auch daran sehen, dass immer wieder die gleichen Spieler bei den ganz großen Pokerturnieren an den Endspielen (final Table) teilnehmen. Spielt man jedoch eher laienhaft, so wie ich, bedarf es aber auch einer ordentlichen Portion Glück um bei einem dieser Vorstadt-Turniere am letzten Tisch sitzen zu dürfen. Dennoch liegt der Reiz darin den Faktor Glück immer weiter runter zu schrauben und zu sehen, wie man durch Abwägung der Wahrscheinlichkeiten seine Chancen verbessern kann. Trotzdem, ein 100% verlässliches System gibt es nicht, denn wenn der Gegenüber richtig fettes Glück hat, dass hilft mir ach die beste Kombination nicht. Auf lange Sicht dürfte der taktische Spieler jedoch die Nase vorne haben.
Ich freue mich auf jeden Fall darauf endlich mal wieder mit ein paar Kumpels eine private Pokerrunde spielen zu können. Die Ausstattung in Form von Pokerchips und Pokerkarten ist auf jeden Fall stilecht vorhanden. Einziger Nachteil bei den privaten Runden ist, dass meistens irgendjemand dabei ist, dem alles scheißegal ist und der daher mit jedem Scheißblatt callt, das nervt, denn dann ist nur noch Glück im Spiel. Egal, ich freue mich auf jeden Fall auf unsere private Runde.







