Vor etwa drei Monaten fiel die Entscheidung nach Hamburg zu gehen. Die Gründe dafür sind vielfältig und Hamburg ist nun mal die schönste Stadt der Welt.

Schaut man sich aber die Mieten an, wird einem schon Angst und Bange, zumindest im Vergleich zu Bielefeld, wo wir für 100 qm in super Lage etwa 630,- € warm zahlen. Etwas Vergleichbares in Hamburg kostet locker 800,- bis 1000,- Euro. Da kam natürlich die Idee auf ein Häuschen zu kaufen. Muss nicht groß sein, aber ein bisschen Garten sollte schon dabei sein. Hauptsache man baut sich ein bisschen Kapital damit auf und tut was für die Altersvorsorge. Was nun?

1. Zur Bank und mal erkundigt, was überhaupt so drin ist. Da ich keine Ahnung von Immobilien hatte und auch keinen blassen Schimmer was so eine Finanzierung kostet, haben wir erst mal ein unverbindliches Beratungsgespräch geführt, um zu wissen, ob wir uns ein Haus für 100k€, 200k€ oder vielleicht sogar 500k€ leisten können. Natürlich ist für die endgültige Genehmigung der Finanzierung dann noch einiges zu tun und Eigenkapital spielt auch eine Rolle, aber so hat man mal einen ersten Anhaltspunkt in welcher Preisregion man schauen kann.

2. Haus suchen. Ab dann haben wir jeden Samstag das Hamburger Abendblatt gekauft und natürlich die üblichen Immobilienbörsen immobilienscout24.de und immonet.de durchstöbert. Dadurch, dass meine Frau aus Hamburg kommt und sich auskennt, wussten wir ziemlich genau in welcher Gegend die Hütte stehen soll, außerdem hatten wir auch einige Grundvorstellungen von der Größe und Ausstattung des Hauses. Da blieben nicht wirklich viele Angebote übrig. Der Prozess der Haussuche kann sich ganz schön lange hinziehen, da gehen schon mal ein paar Monate ins Land.

Wir hatten jedoch Glück und haben ein passendes Objekt durch Zufall gefunden, als wir so durch die Gegend gefahren sind. Da stand ein Schild draußen, angehalten, rumgeschlichen, Makler angerufen.

3. Besichtigung und Begutachtung. Wir haben also einen Termin mit dem Makler gemacht und einen ersten Besichtigungstermin vereinbart. Der erste Eindruck war sehr gut. Alles sehr gepflegt, zwar nicht ganz unser Stil, aber das hat man ja selten. Der Garten war auch nicht zu groß und der Keller bot genug Platz für ein Kinozimmer (ganz wichtig). Außerdem war der Spitzboden ausgebaut und somit wäre auch ein Gästezimmer vorhanden. Kamin ist auch drin.

Aber was macht man, wenn man keine Ahnung von Häusern hat und keinen blassen Schimmer, ob dieser Bau auch das Wert ist, was er kosten soll? Ganz einfach, man ruft den Objektinspektor. Mit dem haben wir dann einen zweiten Termin vereinbart und er hat dann dort hin geschaut wo ein Laie niemals Augen für hat, nämlich die Substanz des Gebäudes. Nach etwa einer Stunde Besichtigung und noch mal etwa einer Woche warten, haben wir dann ein Gutachten mit einer Preismepfehlung erhalten und die unterschied sich doch erheblich von den Vorstellungen des Maklers. Da wir aber von Verhandlungen mit Maklern auch keine Ahnung haben, hat das auch gleich der Objektinspektor übernommen. Wir haben ein Preislimit vereinbart und er ist dann ganz emotionslos in den Ring mit dem Makler gestiegen. Nach etwa zwei Wochen hin und her, stand der Preis fest. Eine Ersparnis von immerhin ca. 12% und sogar noch 5.000 € unter unserem Limit. Dadurch sinkt natürlich auch die Maklercourtage und die Grunderwerbssteuer. Der Objektinspektor bekommt natürlich einn Anteil an der Ersparnis.

4. Bank. Nun ging es ans Eingemachte. Nachdem wir zugesagt hatten, sollte alles ganz schnell gehen. Der Makler will dann natürlich auch bald das Geschäft zu Ende bringen und eine Sicherheit haben, wenn er weiteren Interessenten absagt. Wir mussten also nun erst mal die Finanzierung endgültig zu Stande bringen und auch das ist nicht so einfach, wenn man keine Ahnung hat. Natürlich waren die Zinsen seit unserem ersten Angebot gestiegen, wie kann es auch anders sein. Trotzdem haben wir dann verschiedene Angebote eingeholt und uns letztendlich mit einer Bank geeinigt, bei der wir glücklicherweise auch noch einen persönlichen Kontakt haben, wodurch die Verhandlungen etwas einfacher waren.

5. Notar. Bleibt noch der offizielle Teil. Man sucht sich einen Notar seines Vertrauens und lässt den einen Vertragsentwurf erstellen. Die Vertäge sind weitestgehend standardisiert und auch die Preise zwischen den Notaren unterscheiden sich nicht, da es nach Gebührentabellen geht. Trotzdem ist das schon irgendwie ein besonderer Moment, da einem zum ersten mal richtig klar wird, dass man gerade ein Haus kauft. Unser Notar hat sich viel Zeit genommen und das ganze Procedere erklärt, so dass wir auch ein gutes Gefühlt hatten. Danach geht es noch ein paar mal hin und her mit Grundbucheintrag und der endgültigen Zahlung und danach kann die Übergabe erfolgen.

Nun haben wir ein Haus an der Backe und Renovierung und Umzug stehen bevor. Dafür ist es aber unser eigenes Heim und die monatliche Belastung ist nicht viel Höher als wenn wir Miete zahlen würden.