Ich habe WoW vom ersten Tag an gespielt und war fast täglich in Azeroth unterwegs um dort irgendwelche Monster umzuhauen oder einfach nur um das geliebte WoW Gold zu sammeln. Irgendwann nach 1,5 oder 2 Jahren hatte ich dann keine Lust mehr und habe einen radikalen Schnitt gemacht. Hauptsächlich weil das Spiel nichts neues mehr gebracht hat und es jeden Tag der gleiche Ablauf war. Stundenlanges angenerve um einen Raid von 40 Leuten zusammen zu bekommen oder stundelang irgendwo Gold, Kräuter oder sonstige Gegenstände farmen um dann wiederum Gegenstände für den Raid herstellen zu können. Das hat man gemacht um dann alle 3-4 Wochen mal eines von diesen lila Icons auf einen Platz des Charakters setzen zu dürfen um dann beim nächsten mal mehr Schaden zu machen, mehr Rüstung zu haben, toller heilen oder sonst was zu können.

Am Ende meiner damaligen World of Warcraft-Zeit habe ich mich teilweise schon gefragt ob ich evtl. süchtig bin. Dieses Aspekt darf man absolut nicht vernachlässigen, wenn man sieht, dass einige Spieler wirklich ihr komplettes Leben in dem Spiel verbringen. Außer Schlafen und WoW gibt es für einige nichts anderes. Das Äußert sich dann darin, dass sie bereits auf 5 verschiedenen Servern jeweils 8 Charaktere sowohl auf Allianz und auch Hordenseite mit jeweils komplett epischem Equipment und 50.000 Gold besitzen. Auf jeden Fall habe ich damals einen radikalen Shcnitt gemacht und einfach aufgehört. Das war auch ehrlich gesagt ein Problem, da ich irgendwie ziemlich schnell darüber lachen musste, dass ich mal diesen kleinen Icons hinterher gejagt bin, die sich im Spiel Item schimpfen.

Vor etwa 3 Monaten habe ich dann meinen Account mal wieder angemeldet. In der Zwischenzeit gab es zwei AddOns und somit viel neue Spielinhalte für meinen Magier. Von Level 60 auf Level 80 konnte ich nun spielen, viele neue Landschaften entdecken und auch viele neue Items erjagen. Am meisten schockiert hat mich damals bei meinem ersten Login nach 2 Jahren Pausen, dass sich nichts verändert hatte. Die Hartz IV-Gilde war noch immer King auf dem Server und die Charaktere mit denen ich damals unsere Gilde gegründet hatte gab es noch immer. Natürlich waren die auch immer noch täglich mindestens 10 Stunden online. Was haben die verdammt ncoh mal in der ganzen Zeit gemacht? Spätestens da kam mir wieder die Idee mit der Sucht. Dieses Spiel muss die Leute mit seinen vielen verschiedenen Sammelmöglichkeiten so fesseln, dass sie einfach nicht anders können. OK, ich bin auch nicht so, dass mich das nicht fesselt, aber ich mache mir Gedanken darüber und reflektiere das, was ich da tue. Wie kann man seit 4 Jahren jeden Tag WoW zocken? Ich weiss, dass es geht, denn Blizzard ist Weltmeister darin die Leute bei der Stange zu halten. Ich frage mich jedoch wie diese Leute klar kommen. Wahrscheinlich wollen die aber auch gar nicht klar kommen, denn das höchste der Gefühle ist nun mal so ein kleines lilanes Icon, was man seinem Character an die Hose tackert.

Nun bin ich mit meinem kleinen Magier Level 80 geworden, habe in der Spielzeit die Länder der beiden Addons gesehen, viele Quests gelöst und mir für 5.000 Gold so ein schnelles Flugtier gekauft. Und was ist nun? Ich habe keine Lust mehr. Das zeigt mir auf jeden Fall, dass ich kein World of Warcraft-Suchtproblem habe.