Wurzelkanalbehandlung oder Wurzelspitzenresektion?
Am Wochenende habe ich mit dem Zahnarzt meines Vertrauens mal ein paar Bierchen (und Schnäppse und Gläschen Champagner) getrunken und dabei ordentlich was gelernt. So weiss ich jetzt, dass eine Wurzelspitzenresektion eigentlich nur von Zahnärzten gemacht wird die entweder zu faul oder zu blöd sind. Bei einer Wurzelspitzenresektion wird die komplette Spitze der Zahnwurzel gekappt, was natürlich nicht von oben durch den Zahn geht, sonder nur indem man das Zahnfleisch aufschneidet. Sobald die Spitze abgesäbelt ist, wird dann noch etwas Dichmasse drauf gemacht und gehofft, dass Ruhe ist.
Einer Wurzelspitzenresektion geht aber zumeist eine Wurzelkanalbehandlung voraus. Bei dieser werden von oben durch den Zahn die Wurzelkanäle erweitert, ausgeschabt und gereinigt. Am allerwichtigsten ist dabei die ständige Spülung und Reinigung, denn wenn nur eine klitzekleine nervige Bakterie in dem Kanal bleibt nachdem dieser verschlossen wurde, so ist der Ärger vorprogrammiert. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit bis der Zahn wieder rumstänkert. In diesem Fall greifen dann viele Zahnärzte zur Wurzelspitzenresektion, denn in den häufigsten Fällen wurde der unterste Teil des Wurzelkanals nicht richtig gereinigt und den erreicht man nunmal am einfachsten von unten. Also wird die Wurzel von unten gekappt.
Was aber viele Patienten nicht wissen ist, dass man eine Wurzelkanalbehandlung revidieren kann, also den Kanal noch einmal öffnen und neu reinigen. Ebenso gibt es die Möglichkeit mit Mikrosokopen heutzutage viel genauer von oben den Wurzelkanal zu bearbeiten. In fast allen Fällen ist eine Behandlung von oben durch den Wurzelkanal erfolgreich, vorausgesetzt der Doc hat Ahnung und Bock. Denn je genauer man arbeiten muss und umso schwieriger der Kanal liegt, umso mehr Zeit kostet das ganze Tamtam. Manchmal ist es da halt einfacher die schnelle Methode zu wählen und damit erst mal die nächsten 2 Jahre Ruhe zu haben. Reicht ja und war wahrscheinlich eh ein Kassenpatient, wenn Ihr wisst was ich meine
Ist natürlich alles ziemlich laienhaft wiedergegeben, aber so in etwa müsste es passen. Wichtig: Nicht alles glauben was der Arzt erzählt, der ist auch nicht auf der Welt nur um Euer Zahnproblem zu beheben








Schon 2 Kommentare
14. Juni 2009
Habe inzwischen zwei Wurzelkanalbehandlungen hinter mir. Die erste war erst nach dem fünften Termin erledigt, weil ich immer wieder ein Druckgefühl im Zahn hatte. Die zweite war zum Glück mit einem Termin erledigt. Da gibt’s nun ne Überkronung…
15. Juni 2009
Uuuih….so würde ich das auch als Laie nicht verbreiten wollen.
Besonders wenn die Infos eventuell von einem erfahrenen Kollegen in trinklaune kommen!!!
Generell ist die Endo, also Wurzelkanalbehandlung, ein extrem aufwendiger und zum Teil auch schwieriger Part in der Zahnmedizin, der definitiv für den Aufwand, den man betreiben sollte, sehr schlecht bezahlt wird.
Dafür gibt es ja dann aber die Wahl der Zuzahlung.
In den USA sind übrigens die Endo Spezialisten diejenigen, die mit am Besten in der Zahnmedizin verdienen!!! Mal überlegen warum.
Die WSR ( Wurzelspitzenresektion) allerdings als unnötig bzw. als Körperverletzung aufgrund von Geldgier (da würde ich dann doch erst mal nachfragen, was die wirklich finanziell bring) abzutun halte ich dann allerdings für etwas mehr als gewagt.
Allein die Art und Weise, wie eine perfekte Wurzelkanalbehandlung abzulaufen hat, würde den Rahmen hier und vieler Kongresse sprengen!!!!
Denke, dass auch die eigene Meinung hier eher mehr Schlechtes bewirkt und dem Leser, der wirklich eine WSR benötigt nicht wirklich hilft.
Und eins ist sicher, die WSR ist immer noch eine als Endlösung zu sehen, wenn auch das Mikroskop nichts mehr bringt.
Sorry, aber ich konnte nicht anders!!!!