Soll ich mich als Hochzeitsfotograf selbstständig machen?

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Ich woll­te eigent­lich nie wirk­lich als Foto­graf in das Hoch­zeits­busi­ness ein­stei­gen. In mei­nem Kopf hat­ten sich ver­schie­de­ne Kli­schees mani­fes­tiert, die ich nicht auch noch jedes Wochen­en­de abfo­to­gra­fie­ren woll­te. Nein, ich konn­te mir bes­se­res vor­stel­len als jeden Sams­tag auf Hoch­zei­ten zu tanzen.

Vor fünf oder sechs Jah­ren hat sich das geän­dert. Ich war noch nicht selb­stän­dig, aber befass­te mich schon etwas pro­fes­sio­nel­ler mit der Foto­gra­fie. Irgend­wie waren alle in mei­nem Umfeld von die­sem komi­schen Hoch­zeits­fo­to­gra­fen­vi­rus infi­ziert und über­all schwärm­te sie von dem schöns­ten Job der Welt, dem gros­sen Glück Hoch­zeits­paa­re zu foto­gra­fie­ren und ande­rem seich­ten Gewäsch. Eigent­lich auch so gar nicht mein Ding. Ich habe als Kind auch lie­ber selbst ver­sucht Bom­ben zu bau­en statt Haar­krän­ze aus Gän­se­blüm­chen zu flechten.

Ich pro­bie­re aber ger­ne Neu­es aus und bin auch immer bereit mei­ne Mei­nung zu ändern. So foto­gra­fier­te ich eines Tages mei­ne ers­te Hoch­zeit, gleich 14 Stun­den Repor­ta­ge mit allem inkl. nächt­li­cher 2-stün­di­ger Heim­fahrt durch die Dun­kel­heit. Von da an änder­te sich mei­ne Ein­stel­lung zur Hoch­zeits­fo­to­gra­fie. Das muss nicht drö­ge und lang­wei­lig sein. Die Bil­der ver­stan­den es sogar mir selbst zu gefal­len. Ja, Hoch­zeits­fo­to­graf ist ein schö­ner Job und vor allem ist es eine gute Mög­lich­keit als Quer­ein­stei­ger in der Foto­gra­fie Fuß zu fas­sen. Die Bezah­lung ist gut und die Kund­schaft dank­bar, sehr dank­bar. Das geht soweit, dass bei der Bild­über­ga­be auch mal Trä­nen fliessen.

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In den dar­auf fol­gen­den Jah­ren habe ich als Hoch­zeits­fo­to­graf Fuß gefasst und teil­wei­se 30 Hoch­zei­ten in einer Sai­son foto­gra­fiert. Letz­te Sai­son waren es dann nur noch 10 und die­ses Jahr sol­len es auch nicht mehr wer­den. Ich habe ein klein wenig Erfah­rung sam­meln kön­nen und möch­te mit etwas Abstand reflek­tie­ren, was es eigent­lich heisst Hoch­zeits­fo­to­graf zu sein. Man hört immer nur von dem schöns­ten Job der Welt, aber dass es sich dabei auch um har­te Arbeit han­delt und es nicht immer glatt läuft, wird oft verschwiegen.

Der Verdienst

Die Prei­se für Hoch­zeits­fo­to­gra­fen schwan­ken. Ich hör­te von Leu­ten, die für 500,- € eine ganz­tä­gi­ge Repor­ta­ge machen, aber auch von wel­chen die dafür 5.000,- € neh­men. In ande­ren Län­dern sind die Prei­se teil­wei­se noch höher. Die meis­ten pro­fes­sio­nel­len Hoch­zeits­fo­to­gra­fen, die ich per­sön­lich ken­ne, neh­men zwi­schen 1.500,- und 3.500,- € pro Tag. Leis­tun­gen und Zei­ten schwan­ken dabei, so dass der Ver­gleich nicht immer ein­fach ist. Aber ich will auch ein­fach nur mal Zah­len in den Raum wer­fen ohne die­se im Detail zu dis­ku­tie­ren. Es ist nicht mit dem einen Tag Hoch­zeit foto­gra­fie­ren getan, es hängt mehr dar­an, teil­wei­se fal­len in der Rea­li­tät drei oder mehr Tage Arbeit an. Aber den­noch lässt sich gutes Geld ver­die­nen. Hier rum­zu­heu­len, wäre ver­mes­sen. Wie viel man letz­ten Endes wirk­lich ver­dient hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab. Hoch­zeits­fo­to­gra­fie ist kein Selbst­läu­fer und schon gar kei­ne Gelddruckmaschine.

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So gut der täg­li­che Ver­dienst sein kann, so gross ist aber auch die Gefahr. Man hat halt nur vier Wochen­en­den pro Monat und die Sai­son geht von Mai bis Okto­ber. Zwar wird auch im Win­ter gehei­ra­tet, aber die meis­ten fet­ten Din­ger fin­den (in Deutsch­land) im Som­mer statt. Klar kannst Du auch im Aus­land foto­gra­fie­ren, aber sich das auf­zu­bau­en ist auch nicht so ein­fach und hat eben­falls wie­der Nachteile.

Aus mei­ner Sicht ist das gröss­te Pro­blem, dass man kon­ti­nu­ier­lich jedes Wochen­en­de arbei­ten muss, um sei­nen Geld­pe­gel zu hal­ten. Klar, man muss immer kon­ti­nu­ier­lich arbei­ten, um was zu errei­chen. Ein Wochen­en­de krank oder frei kann aber gleich 20%-25% weni­ger Umsatz in dem Monat bedeu­ten. Das ist etwas ver­ein­facht dar­ge­stellt, da sich mit Fami­li­en- und Baby­fo­tos auch unter der Woche Geld ver­die­nen lässt. Aber grund­sätz­lich sind es eher weni­ger Kun­den, die viel Geld brin­gen. Für den ein oder ande­ren Fami­li­en­va­ter, der mit der Hoch­zeits­fo­to­gra­fie eine 4-köp­fi­ge Fami­lie ernährt, kann der Som­mer­ur­laub daher zu einem ech­ten Kon­flikt füh­ren. Bes­te Urlaubs­zeit ist auch bes­te Hoch­zeits­zeit. Mich per­sön­lich hat das nicht betrof­fen, da ich kei­ne Kin­der habe. Aber am eige­nen Leib erfah­re ich das Pro­blem, wenn Freun­de mit uns gemein­sam Urlaub machen wol­len. Es klappt fast nie. Als Hoch­zeits­fo­to­graf arbei­test Du dann, wenn ande­re fei­ern oder Urlaub machen.

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Ich möch­te hier nicht rum­jam­mern, das wäre ein­fach falsch, wenn man bedenkt, wie teil­wei­se ande­re Men­schen ihren Lebens­un­ter­halt ver­die­nen. Mir geht es in die­sem Arti­kel ledig­lich dar­um ein wenig zum Nach­den­ken anzu­re­gen und eini­ge Fra­gen auf­zu­wer­fen, die man sich stel­len soll­te, bevor man den Schritt in das Hoch­zeits­fo­to­gra­fen­busi­ness wagt.

Dass man Steu­ern, Ver­si­che­run­gen und den gan­zen ande­ren Lebens­quatsch abzie­hen muss, bevor man von sei­nem Hono­rar in den Urlaub fährt, ist Euch bestimmt klar. Aber das ist etwas womit jeder Selbst­stän­di­ge umge­hen muss. Der gan­ze admi­nis­tra­ti­ve Auf­wand muss sein und gehört dazu. Einer der ers­ten Wege soll­te nicht ins Foto­ge­schäft füh­ren, son­dern zum Steuerberater.

Was heisst es Hochzeitsfotograf zu sein

Als Hoch­zeits­fo­to­graf beglei­test Du Men­schen am schöns­ten Tag ihres Lebens. Da ist nun mal alles rosig und meis­tens sind die Leu­te auch sehr flau­schig. Also es gibt echt schlim­me­re Jobs, als den gan­zen Tag auf einer Hoch­zeit zu foto­gra­fie­ren und den Abend an Buf­fet und Bar aus­klin­gen zu las­sen. Aber alle schö­nen Din­ge hat man irgend­wann über. Dann tut es halt doch weh, wenn man 12 bis 14 Stun­den mit der Kame­ra rum­ge­rannt ist, die Kon­zen­tra­ti­on lässt nach, man wird müde, möch­te nur noch nach Hau­se und hat gar kei­ne Lust auf die Bar. Statt­des­sen sit­zen die Kum­pels zu Hau­se um den Grill und köp­fen ein paar Bier­chen. Willst Du das? Und willst Du das auch die nächs­ten Jah­re an jedem Wochen­en­de? Selbst im schöns­ten Job der Welt kehrt Rou­ti­ne ein. Mein Wochen­en­de beginnt Sonn­tags und da fin­det mal jeman­den, der mit Euch einen trin­ken geht 🙂

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Irgend­wann hast Du als Hoch­zeits­fo­to­graf viel­leicht auch mal die Chan­ce im Aus­land zu foto­gra­fie­ren. Das war immer eins mei­ner ganz gros­sen Zie­le. Mitt­ler­wei­le habe ich Hoch­zei­ten u.a. in New York, Grie­chen­land, Mal­lor­ca, Öster­reich, Schweiz, Luxem­burg foto­gra­fiert. Das ist echt der Knal­ler, vor allem wenn es dann auch noch Hoch­zei­ten ande­rer Kul­tu­ren sind und man eine gan­ze Woche in der Son­ne ver­bringt. Ja, es ist ein Traum­job. Bei mir haben sich zudem ganz tol­le Kon­tak­te dar­über erge­ben, die wie­der neue Mög­lich­kei­ten boten. Eine Hoch­zeit im Aus­land bedeu­tet aber auch zu rei­sen. Das ist nicht immer wie eine Urlaubs­rei­se. Oft sind die Flü­ge knapp geta­ck­tet oder sie lie­gen so blöd, dass Du stun­den­lang am Flug­ha­fen rum­hockst. Ja, auch das ist Nör­geln auf ganz hohem Niveau. Die posi­ti­ve Erfah­rung über­wiegt hier deut­lich und ich per­sön­lich hat­te immer nur drei bis vier Aus­lands­hoch­zei­ten pro Jahr. Ande­re Län­der und Kul­tu­ren hei­zen auch die Krea­ti­vi­tät an. Das ist wie­der­um gut für das eige­ne Port­fo­lio. Ein biss­chen wei­te-Welt-Hoch­zei­ten im eige­nen Blog zeigt gleich, dass man gefragt ist. Das strei­chelt das Ego.

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Man darf jedoch nicht ver­ges­sen, dass man in ers­ter Linie einen Job zu erfül­len hat. Das bedeu­tet man muss Bil­der ablie­fern. Ist man im Aus­land unter­wegs, hat der Kun­de nicht nur Hono­rar gezahlt, son­dern auch Rei­se­kos­ten. Dafür erwar­ten die Kun­den auch etwas. Klar gibt es Deals bei denen Foto­gra­fen die Aus­lands­hoch­zei­ten für lau machen, um das Port­fo­lio zu pim­pen, aber das soll­te doch eher die Aus­nah­me sein und ernährt einen nicht auf Dau­er. Du musst Dir also auch die Fra­ge stel­len, ob Du dem Druck gewach­sen bist. Bist Du in der Lage in ein frem­des Land zu einer frem­den Loca­ti­on zu rei­sen und in einer ande­ren Spra­che (meist Eng­lisch) Dein Pro­gramm abzu­spu­len? Kannst Du Dich auf die unter­schied­li­chen Men­ta­li­tä­ten ein­stel­len und trotz­dem abliefern?

Jede Hoch­zeit bringt eini­ges an Vor- und Nach­be­rei­tung mit sich. Für das Hoch­zeits­paar ist es meis­tens die ers­te Hoch­zeit. Die bei­den beden­ken nicht, dass es für Dich eine von vie­len ist und Du eigent­lich genau weisst was läuft. Daher wirst Du bei jedem Paar aufs neue mit den glei­chen Fra­gen kon­fron­tiert. Und Du tust gut dar­an, die­se auch jedes mal aufs neue aus­führ­lich zu beant­wor­ten. Für das Paar ist es DER Tag und sie haben es ver­dient, dass Du die Hoch­zeit nicht wie einen X-belie­bi­gen Job run­ter foto­gra­fierst. Es ist voll­kom­men nor­mal, dass Braut und Bräu­ti­gam unsi­cher sind und daher die Dienst­leis­ter löchern. Das geht soweit, dass Du als Foto­graf in die Aus­wahl des Braut­klei­des ein­be­zo­gen wirst, Kir­chen wegen Foto­ver­bots getauscht wer­den oder der Tages­ab­lauf nach dem Son­nen­stand geplant wird. Du bist qua­si mit­ten­drin und das eben Woche um Woche.

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Was es bedeu­tet mit ein- oder zwei­tau­send Bil­dern nach Hau­se zu kom­men, die­se zu sor­tie­ren und zu bear­bei­ten muss ich Euch nicht erzäh­len. Bis das End­pro­dukt abga­be­fer­tig ist, ver­geht auch noch mal schnell ein Tag am Rech­ner. Das lässt man dann auch ger­ne mal ein paar Tage schlei­fen und schwups ist schon die nächs­te Hoch­zeit da, bevor die letz­te fer­tig ist. Da musst Du wie­der zu 100% dabei sein. Du brauchst vor allem Dis­zi­plin um das durch­zu­zie­hen. Da ist kei­ne Zeit um jedes Foto fünf­mal umzu­dre­hen und in acht Bear­bei­tungs­va­ri­an­ten zu erstel­len. Glück­li­cher­wei­se gibt es mitt­ler­wei­le auch die Mög­lich­keit den gan­zen Bear­bei­tungs­part aus­zu­la­gern, aber es muss trotz­dem gemacht wer­den. Der Job ist erst erle­digt, wenn das Braut­paar die fer­ti­gen Bil­der und das gedruck­te Buch in den Hän­den hält.

Ich den­ke den Auf­wand hin­ter einer Hoch­zeit kön­nen die meis­ten von Euch abschät­zen, da erzäh­le ich nichts neu­es. Die Fra­ge ist, ob Du so dis­zi­pli­niert und effi­zi­ent bist, dass sich die Geschich­te auch unterm Strich für Dich rech­net. Wie viel Geld Du letzt­end­lich ver­dienst, ent­schei­det sich in der Vor- und Nach­be­rei­tung. 2.000,- € für 2 Tage Arbeit sind was ande­res als für 4 Tage.

Marketing und Verkauf

“Ich bin zwar nicht der bes­te Foto­graf, aber ich habe das bes­te Mar­ke­ting”. Der Spruch kommt nicht von mir, es ist aber viel Wah­res dran. Wenn Du die bes­ten Fotos der Welt machst, heisst das noch lan­ge nicht, dass Du auch das fet­tes­te Bank­kon­to hast. Im Gegen­teil, es ist fast schon neben­säch­lich wie gut Dei­ne Fotos sind. Wenn ich mich umschaue wie hoch das Niveau in der Hoch­zeits­fo­to­gra­fie ist, muss ich mich oft ver­nei­gen. Durch Bil­der allei­ne wirst Du Dich nicht von der Mas­se abhe­ben. Wenn Du denkst, dass Du durch vol­le Kon­zen­tra­ti­on auf die Kunst nach vor­ne kommst, dann hast Du Dich lei­der geirrt.

In jedem erfolg­rei­chen Foto­gra­fen steckt auch ein guter Geschäfts­mann. Du wirst Dich mit Mar­ke­ting beschäf­ti­gen müs­sen und Du wirst Dir Gedan­ken dar­über machen müs­sen, wie Du Dei­ne Leis­tun­gen an den Mann bringst.

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Hoch­zei­ten sind ein gros­ser Emp­feh­lungs­markt und die Chan­ce, dass sich aus den Gäs­ten neue Kun­den rekru­tie­ren ist durch­aus gege­ben. Je län­ger Du im Busi­ness bist, des­to mehr wird das. Nach eini­gen Jah­ren ent­wi­ckelt sich das Geschäft zu einem Selbst­läu­fer. Emp­feh­lungs­kun­den sind die bes­ten Kun­den. Aber das dau­ert halt und daher musst Du am Anfang Wer­bung machen. Du musst Dich mit Online-Mar­ke­ting, Preis­ge­stal­tung, Social Media Mar­ke­ting usw. beschäf­ti­gen. Viel­leicht musst Du sogar mal auf eine Hoch­zeits­mes­se gehen und dort aus­stel­len. Wenn Du es geschafft hast Dei­ne Web­sei­te auf­zu­pep­peln und Inter­es­sen­ten zu Dir zu locken, wer­den viel­leicht täg­lich Anfra­gen bei Dir ein­tru­deln. Du denkst das wäre gut? Du kannst davon aus­ge­hen, dass nur ein klei­ner Teil Dei­ne Foto­kunst bewun­dert, die meis­ten Anfra­gen sehen so aus: “Hast Du an dem Tag Zeit und was kos­tet das?” Den fal­schen Anre­den oder dem gros­sen Kol­le­gen­ver­tei­ler siehst Du an, dass Du eine Spal­te in einer Excel­ta­bel­le bist und man Dich ver­gleicht und zwar in ers­ter Linie am Preis. Das ist der Nach­teil, wenn man sei­ne Kun­den über Online-Wer­bung bei Goog­le & Co. akqui­riert. “Dei­ne Bil­der sind zwar schön, aber wir kön­nen uns Dich nicht leis­ten” wirst Du oft zu hören bekommen.

Bei aller Lie­be zur Foto­gra­fie und der Kunst dahin­ter, aber Hoch­zeits­fo­to­gra­fie ist nun mal eine Dienst­leis­tung und Geld spielt immer eine Rol­le. Du kannst die bes­ten Fotos der Welt machen, aber es nutzt gar nichts, wenn Du nicht die Kund­schaft mit dem nöti­gen Klein­geld fin­dest. Ob Du 1.000,- € oder 5.000,- € für einen gan­zen Tag bekommst ent­schei­det sich nicht durch Dei­ne Bil­der, son­dern durch Mar­ke­ting, etwas Glück, gute Kon­tak­te und ganz viel Fleiß. Kun­den, die 5.000,- € bezah­len kön­nen, suchen nicht bei Goog­le nach einem Hoch­zeits­fo­to­gra­fen. Die bekom­men eine Emp­feh­lung von ande­ren Leu­ten, die auch so viel zah­len kön­nen. Da muss man irgend­wann mal an den Rich­ti­gen gera­ten und so in die pas­sen­de Gesell­schaft rut­schen. In man­chen Krei­sen wer­den die Dienst­leis­ter qua­si ohne zu hin­ter­fra­gen weitergereicht.

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Aber natür­lich gibt es auch vie­le rich­tig gei­le Hoch­zei­ten. Ich freue mich immer rie­sig wenn jemand irgend­ei­nen Bezug zu mir hat, viel­leicht sogar mei­nen Blog liest oder selbst foto­gra­fiert. Ich habe das ganz gros­se Glück, dass mich vie­le Leu­te ken­nen und ich somit sehr vie­le Emp­feh­lungs­kun­den bekom­me. Da ein hoher Anteil die­ser Kun­den eine gewis­se Affi­ni­tät zur Foto­gra­fie hat, schau­en sie in ers­ter Linie auf die Bil­der und buchen mich eben genau des­halb. Hey, das ist mein Antrieb und mei­ne Moti­va­ti­on Hoch­zei­ten zu foto­gra­fie­ren. Aber mir ist durch­aus bewusst, dass ich da eine pri­vi­le­gier­te Stel­lung habe und sich die­se nicht ein­fach auf einen ande­ren Foto­gra­fen über­tra­gen lässt. Es gibt vie­le Foto­gra­fen, die bes­se­re Bil­der machen als ich, nur kennt die nie­mand. Genau dar­über musst Du nach­den­ken, wenn Du Dich selbst­stän­dig machst. Wie kommst Du an die ver­damm­ten Kun­den und wie kommst Du an die Kun­den, die Spaß machen und Dich immer wie­der aufs neue moti­vie­ren 12-14 Stun­den am Sams­tag auf einer Hoch­zeit zu “tan­zen”.

Ja, Du kannst mit der Hoch­zeits­fo­to­gra­fie gutes Geld ver­die­nen, aber habe nicht die Illu­si­on, dass Dei­ne tol­len Fotos dafür allei­ne aus­rei­chen. Die erfolg­reichs­ten Hoch­zeits­fo­to­gra­fen, die ich ken­ne, sind auch Mar­ke­ting­füch­se. Das ist nichts was ich schlecht machen möch­te, denn Trom­meln gehört nun mal zum Hand­werk. Aber Du musst Dir die Fra­ge stel­len, ob das auch Dein Ding ist. Das rei­ne Foto­gra­fie­ren ist nur ein klei­ner Teil Dei­ner Arbeit, wenn Du davon auf Dau­er leben möchtest.

Die leidige Diskussion Hobby vs. Pro

Es ist tat­säch­lich ein anstren­gen­der und andau­ern­der Streit. Da machen die Hob­by­fo­to­gra­fen den Pros angeb­lich das Geschäft kaputt. Man kauft sich eine Kame­ra, besucht einen Work­shop und schon ver­dient man mal eben am nächs­ten Wochen­en­de einen Tau­sen­der neben­her. Kun­de ist glück­lich, weil er wenig zahlt und Foto­graf auch, weil ein neu­es Objek­tiv drin ist. Ist doch klar, dass das einen Berufs­fo­to­gra­fen auf die Pal­me bringt, denn aus betriebs­wirt­schaft­li­cher Sicht ist es fast unmög­lich für 1.000,- € eine Tages­re­por­ta­ge anzu­bie­ten. Die Prei­se wer­den angeb­lich kaputt gemacht.

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Egal wie Du die­se Dis­kus­si­on siehst und egal auf wel­cher Sei­te Du stehst: Du wirst es nicht ändern kön­nen. Wenn Du Dich als Hoch­zeits­fo­to­graf selbst­stän­dig machst, musst Du damit leben und umge­hen kön­nen. Auf­re­gen nutzt hier gar nichts. Du musst erfin­de­risch wer­den und ver­su­chen Dich abzu­he­ben, was auf­grund der rei­nen Bild­qua­li­tät im Hob­by­be­reich ver­dammt schwer fällt. Das bedeu­tet im End­ef­fekt, dass Du noch här­ter arbei­ten musst und noch mehr in Dein Mar­ke­ting inves­tie­ren musst, um erfolg­reich zu sein. Die erfolg­reichs­ten Hoch­zeits­fo­to­gra­fen sind meis­tens auch Typen, Men­schen die man ger­ne um sich hat. Hey, wer ver­bringt die meis­te Zeit des Tages mit dem Paar? Genau, der Foto­graf. Suche ich ihn nur nach den Bil­dern aus? Ne, Sym­pa­thie spielt eine gros­se Rol­le. Stimmt die Che­mie? Wenn nicht, kannst Du die bes­ten Bil­der machen und es wird Dir nichts nut­zen. Klar, auf jeden Topf passt ein Deckel. Mein per­sön­li­ches Gefühl sagt mir aber, dass der elo­quen­te Enter­tai­ner deut­lich erfolg­rei­cher ist, als der intro­ver­tier­te Künstler.

Zurück zu unse­rer Dis­kus­si­on. Also es ist egal was ande­re tun und ob ande­re Dir in die Sup­pe kacken. Du musst damit leben und Du kannst die Schuld Dei­ner Erfolg­lo­sig­keit nicht auf die ande­ren schie­ben. Das ist zwar ein­fach, aber bringt nichts. Wenn Du mit der Hoch­zeits­fo­to­gra­fie im Neben­ge­wer­be ange­fan­gen hast und nun dar­über nach­denkst den letz­ten Schritt zu gehen, dann lass Dir gesagt sein: Es ist ein rie­si­ger Unter­schied zwi­schen ein paar tau­send Euro im Jahr neben­bei mit ein paar Hoch­zei­ten zu ver­die­nen und davon leben zu müssen.

Komm mal auf den Punkt

Ich rede schon wie­der um den heis­sen Brei her­um. Wie sieht denn nun mei­ne Emp­feh­lung aus? Leu­te, ganz ehr­lich, Hoch­zeits­fo­to­graf ist schon ein gei­ler Job. Aber es ist auch kein Job für jeden. Man muss da wirk­lich für gebo­ren sein und es mögen jeden Sams­tag auf Hoch­zei­ten zu sein. Wenn Du da nicht mit vol­lem Herz dabei bist, wird es Dich irgend­wann ankot­zen und dann ist es vor­bei. Für den Job muss man bren­nen. Ich per­sön­lich bin irgend­wo in der Mit­te gelan­det. Kann nicht ohne Hoch­zei­ten, will sie aber auch nicht jedes Wochen­en­de. So erhal­te ich mir die Lust dar­an. Das geht aber nur, wenn Du auch ande­re Ein­nah­me­quel­len hast. Wenn Du denkst, dass Du mit ein paar mal auf den Aus­lö­ser drü­cken die fet­te Koh­le abstaubst, dann lass es lie­ber. Ist näm­lich nicht so.

Wenn Du Dich selbst­stän­dig machen willst, hast Du viel Busi­ness­kram an der Hacke. Das ist immer so, egal ob Foto­graf oder Stein­metz. Dir muss es nur bewusst sein, es ist Arbeit und zwar viel Arbeit und oft ohne Kame­ra in der Hand. Bist Du dafür gemacht? Wenn ja, dann ist Hoch­zeits­fo­to­graf ein tol­ler Job und vor allem eine tol­le Mög­lich­keit auch als Quer­ein­stei­ger in der Foto­gra­fie Fuß zu fas­sen. Aber lass Dir nie­mals ein­re­den, dass es ein Selbst­läu­fer ist. Ich ken­ne vie­le erfolg­rei­che Hoch­zeits­fo­to­gra­fen, habe aber auch schon vie­le schei­tern sehen.

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37 Gedanken zu „Soll ich mich als Hochzeitsfotograf selbstständig machen?“

  1. Hi Pad­dy, herz­li­chen Dank für dei­nen Ein­blick zur Hoch­zeits­fo­to­gra­fie. Hast du auch erst neben­be­ruf­lich ange­fan­gen oder gleich voll eingestiegen?
    Ich bin auch gera­de dabei mich als Hoch­zeits­fo­to­graf zu eta­blie­ren. Wie du schon gesagt hast, es ist viel Arbeit. Noch mache ich es neben­be­ruf­lich, das bedeu­tet, dass ich nach der Arbeit oft noch vie­le Stun­den am Rech­ner sit­ze und Sachen erle­di­ge. Bei der Viel­zahl an Foto­gra­fen ist es beson­ders am Anfang sehr schwie­rig, aber dadurch las­se ich mich nicht ent­mu­ti­gen. Einer der wich­tigs­ten Punk­te, wie auch in dei­nem Arti­kel zu ent­neh­men ist, ist die Sym­pa­thie. Kannst du mit dei­nem Charme das Braut­paar nicht zum Lachen brin­gen oder ein­fach mal den Mund auf­ma­chen und reden…so lau­fen die Chan­cen gegen 0 den Job zu bekommen.
    Dan­ke noch­mal für den Arti­kel, hat Spaß gemacht zu lesen, vor allem weil ich auch gera­de dabei bin mich in die­sem Bereich selbst­stän­dig zu machen.

    Antworten
  2. Dei­nen gesam­ten Bericht kann ich unein­ge­schränkt unter­schrei­ben. Mit über 600 beglei­te­ten Hoch­zei­ten weiß ich wie es ist als Hoch­zeits­fo­to­graf jedes Wochen­en­de unter­wegs zu sein. Aber wie du so schön schreibst muss man mit vol­ler Lei­den­schaft dabei sein, sonst soll­te man es gleich las­sen.…, das nicht nur bei der Hoch­zeit selbst, son­dern auch der Zeit am Rech­ner bei der Bildbearbeitung.

    Antworten
  3. Dem gibt es mal wie­der nichts hin­zu­zu­fü­gen. Und genau das mit der Urlaubs­pla­nung habe ich die­ses Jahr wie­der gemerkt. Selbst die Wochen­en­den, die bis jetzt noch frei sind, will man sich ja nicht ver­bau­en. Und ich bin nicht mal dar­auf ange­wie­sen, da ich mein Gewer­be als „Hoch­zeits­do­ku­men­ta­tor „ Neben­be­ruf­lich betreibe.
    Bei den Foto­gra­fen deren Haupt­ein­nah­me­quel­le die Hoch­zei­ten sel­ber sind, sieht das gan­ze natür­lich noch dra­ma­ti­scher aus. Den wie Pad­dy es schon rich­tig erkannt hat. Wann fin­den die schöns­ten Grill­par­tys statt?
    Was mir aber noch auf dem Her­zen liegt……. Ich glau­be dass der Beruf „Hoch­zeits­Fo­to­graf“ in den letz­ten Jah­ren eine extre­me Wand­lung erfah­ren hat. Ich kann hier die alten Hasen ver­ste­hen. Die heu­ti­ge Tech­nik ermög­licht es selbst mäßig erfah­re­nen Foto­gra­fen Tech­nisch gute Bil­der abzu­lie­fern. Für ein paar Hun­dert Euro hat man schon eine Inter­es­san­te Aus­rüs­tung zusam­men. Und durch das Inter­net mit sei­nen 8 Mil­lio­nen Tuto­ri­als lässt sich auch schnell das Theo­re­ti­sche wis­sen auf­bau­en. Rich­tig!! Das alles langt noch nicht ganz um dem Pro­fi das Was­ser abzugraben.
    Wenn aber die stei­le Lern­kur­ve bei­be­hal­ten wird schon. Und gera­de die nach­fol­gen­de Gene­ra­ti­on weiß mit den moder­nen Medi­en umzugehen.
    Abge­se­hen davon, fragt euch doch auch mal sel­ber. Wer hat­te den in den Neun­zi­gern eine Ganz­ta­ges­re­por­ta­ge? Also wie kön­nen euch Kids Auf­trä­ge weg­neh­men die Ihr vor­her auch nicht hattet? 

    Bes­te Grü­ße Tobias

    Antworten
    • Hi Tobi­as,
      als ich so 1981/82 anfing Hoch­zei­ten zu foto­gra­fie­ren, war ich einer der weni­gen in Ber­lin, der so etwas ange­bo­ten hat. Da haben die am Stan­des­amt ansäs­si­gen Foto­stu­di­os drau­ßen höchs­tens ein paar Por­traits gemacht. Ich will mal behaup­ten, es gab es die Wor­te “Hoch­zeits­re­por­ta­ge” und “Ganz­ta­ges­be­glei­tung” im Sprach­ge­brauch der Hoch­zeits­paa­re und Foto­gra­fen noch nicht einmal.

      Antworten
      • Hi Marc,
        so wie ich sehe scheinst du ja einer von den alten Hasen zu sein. 😉
        Und du scheinst den Trend erkannt zu haben. Frü­her ging man zum Foto­stu­dio Mül­ler-Mai­er-Schul­ze, seit 1925 am Markt­platz 16. Die haben alles abge­lich­tet was so an Fami­li­en­fei­ern zum Ablich­ten gab. Wer­bung bestand aus ein paar Bil­der im Schau­fens­ter. Alternativen/Konkurrenz? Ja, in der Nach­bar­stadt, aber den hat man halt nicht per­sön­lich gekannt.
        Mitt­ler­wei­le suchen sich aber die meis­ten paa­re ihre Foto­gra­fen im Inter­net. Inspi­riert von den Hoch­zeits­blogs ist ein Gewis­sens Kon­kur­renz­den­ken ein­ge­tre­ten und die meis­ten geben sich eben nicht mehr mit einem Bild vorm Rosen­busch ab, son­dern wol­len aus­ge­fal­le­ne­re Bilder.
        Jetzt ist mir klar dass der eine oder ande­re sich mit die­sem Wan­del schwer tut. 20 Jah­re war das jetzt ein Selbst­läu­fer und plötz­lich dreht sich alles um 180°.
        Aber wenn ich so bei den noch ver­blie­be­nen Stu­di­os ins Schau­fens­ter blicke….
        Da sehen die Fotos immer noch genau­so aus wie die von mei­ner Kon­fir­ma­ti­on. (15 Jah­re her)

        Für den eta­blier­ten Imbiss­bu­den­be­sit­zer, der sei­ne Kar­re seit 25 Jah­ren am glei­chen Stand­ort hat und sich plötz­lich völ­lig über­rollt von Döner, Bur­ger usw. Gibt es 3 Möglichkeiten.
        1. Er macht ein­fach wei­ter und wird frü­her oder spä­ter den Laden dicht machen.
        2. Er passt sich dem Markt an und ver­kauft dann auch Döner, Bur­ger usw.
        3. Oder aber, er hat rich­tig rein, inves­tiert und bie­tet plötz­lich die abge­fah­rens­ten Cur­ry­würs­te dies­seits des Mekong-Delta 

        Bes­te Grü­ße Tobias

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  4. Hoch­zei­ten sind was schö­nes, da hast du recht, aber für mich wäre es defi­ni­tiv nichts, das jedes Wochen­en­de zu tun. Neben­her mal eine Hoch­zeit kein Ding, aber allein die eine Hoch­zeit bei Bekann­ten hat mir gereicht um zu wis­sen, es ist nicht alles gold was glänzt.

    Ich war von 9-23 Uhr vor Ort. Es war echt anstren­gend zum Ende hin und ich bin dann sogar noch 2 Std. in Club gefah­ren mei­ne 150 Fotos da machen, weil mein Part­ner sich ins Koma gesof­fen hatte.

    Zukünf­tig möch­te ich mich lie­ber “alles mal pro­biert” im Peo­p­le­be­reich haben und wer­de dann eher die Abwechs­lung als die Rou­ti­ne suchen. (Denn wer mag den schon dau­ernd das Lie­bes­glück ande­rer foto­gra­fie­ren, wenn das eige­ne auf der Stre­cke bleibt bzw. auf sich war­ten lässt)

    Den­noch dan­ke für den Arti­kel, er hat mich in mei­ner Ent­schei­dung defi­ni­tiv kein Hoch­zeits­fo­to­graf wer­den gefestigt.

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  5. Ein tol­ler Arti­kel. Hat Spaß gemacht, ihn zu lesen. Und das, was du alles schreibst, kann ich zu gut nachvollziehen.

    Zwar bin ich bis­her nur Hob­by­fo­to­graf, durf­te aber auch schon 2 Hoch­zei­ten beglei­ten und habe mich in letz­ter Zeit viel über das selb­stän­dig machen erkun­digt. Zu allem gehört wirk­lich viel mehr dazu, als nur ein paar Fotos zu machen. Aber dein Arti­kel moti­viert mich, wei­ter zu machen. Dan­ke dafür!

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    • Hal­lo. Geht mir auch so, habe ein paar Hoch­zei­ten von Freun­den, Bekann­ten und 2 durch Emp­feh­lung beglei­tet. Macht echt Spass und über­le­ge nun Neben­be­ruf­lich was auf­zu­stel­len. Ide­em zur Wer­bung habe ich schon, Emp­feh­lung macht für mich aber sicher mehr Sinn. Der Bericht kam recht­zei­tig, bin wei­ter­hin moti­viert ???? Grüs­se aus Salzburg!

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  6. Hal­lo Paddy

    Gut geschrie­ben wie immer. 

    Die­ser Arti­kel geht für mich aber eher in die Kate­go­rie Selbst­ana­ly­se und Bewäl­ti­gung von etwa­igen Zwei­fel betref­fend der Berufs­wahl. Die­se habe ich auch, bin aber in einer ganz ande­ren Bran­che tätig. 

    Foto­gra­fie ist mei­ne Pas­si­on und ich habe sicher auch schon das eine oder ande­re Mal damit gelieb­äu­gelt die Foto­gra­fie zum Beruf zu machen. Doch mir ist bewusst, dass es vor allem Arbeit ist. Dies beschreibst Du in in dei­nem Arti­kel sehr schön. Viel Arbeit wel­che nicht mit der Foto­gra­fie direkt zu tun hat. 

    Aus die­sem Grund möch­te ich mir die Foto­gra­fie als Hob­by bewah­ren um nicht zu müs­sen son­dern zu dür­fen und das ohne jeden Zwang und ohne nach­hal­ti­ge Ver­pflich­tung. Das Geld das ich dabei ver­die­ne ist fürs Ego und das set­ze ich meis­tens für gute Zwe­cke ein weil ich in mei­nem Job genü­gend ver­die­ne. Für mich kommt eine Pro­fes­sio­na­li­sie­rung nicht in Fra­ge, weil ich Angst davor habe das mei­ne Pas­si­on bzw. mei­ne Bezie­hung zur Foto­gra­fie dar­un­ter lei­den würde. 

    Ich erle­be Dich in dei­nem Blog und in dei­nem Vide­os als sehr enga­gier­ten und pas­sio­nier­ten Fotografen.

    Wie hat sich dein Ent­scheid als Pro­fi zu arbei­ten Dei­ne Bezie­hung zur Foto­gra­fie beein­flusst? Klar Du ver­dienst damit dei­ne Koh­le, somit ist es aber auch mit einem Müs­sen ver­bun­den. Hat dies kei­nen nega­ti­ven Ein­fluss auf dei­ne Krea­ti­vi­tät? Ich zum Bei­spiel neh­me nur Auf­trä­ge an wel­che mir Spass machen und bei wel­chen ich freie Hand habe.

    Wür­de mich über eine Ant­wort sehr freuen.

    Bes­te Grüs­se aus der Schweiz
    Martin

    Noch sel­ten habe ich Berufs­leu­te so aus­führ­lich über Ihren Job

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  7. Du bist gar nicht aufs equipp­ment ein­ge­gan­gen, ich glaub vie­le unter­schät­zen, dass man am “schöns­ten Tag” nicht nur 1 Voll­for­mat­bo­dy braucht, son­dern gleich 2, mit ent­spre­chen­den Objek­ti­ven. Voll­for­mat um in schlech­ten Licht­ver­hält­nis­sen arbei­ten zu kön­nen, und 2 bodys um ja nicht den kuss am altar zu ver­bo­cken, wenn die eine kame­ra ausfällt.
    Oder bin ich da falsch informiert?

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    • Ich den­ke das kann man nicht pau­scha­li­sie­ren. Die Aus­rüs­tung soll­te mei­nes Erach­tens vor allem Zuver­läs­sig sein. Voll­for­mat ist jetzt nicht zwin­gend Not­wen­dig. Pad­dy hat ja sogar Zeit­wei­se eine OMD im Ein­satz. Soll­te ich mich Irren, bit­te korrigieren.
      Über die Aus­rüs­tung gibt es im Inter­net Unglaub­lich vie­le Mei­nun­gen. Der eine Schwört auf Fest­brenn­wei­ten, der ande­re auf Zooms. Ich will jetzt nicht die gan­ze „it’s not the fuck­ing came­ra…. Bull­shit „ Sache von neu­em auf­rol­len, aber ich den­ke das kein Mensch von einem New­bee ver­lan­gen kann mit zwei 5D Mark 4 und 6 L Fest­brenn­wei­ten in dop­pel­ter Aus­füh­rung auf der Hoch­zeit auf­zu­tau­chen, wenn er dafür nur 750€ bekommt. Aller­dings soll­te man sich über Back­up­ge­schich­ten natür­lich schon Gedan­ken machen.
      Ich habe bis vor 3 Jah­ren mei­ne Hoch­zei­ten noch mit zwei Canon 30D, Tam­ron 17-50 2.8 und Canon 50 1.4 foto­gra­fiert!!! Ohne jetzt den Anspruch zu erhe­ben beson­ders Anspruchs­vol­le Bil­der pro­du­ziert zu haben. 

      Die Erfah­re­nen Kol­le­gen dür­fen mich ger­ne Kor­ri­gie­ren wenn ich hier völ­lig Falsch liege.

      Bes­te Grü­ße Tobias

      Antworten
      • Red­un­dan­te Tech­nik und Daten­si­cher­heit ist halt ein Merk­mal der Pro­fis - und das bezahlt der Kun­de am Ende auch mit. Wer nur 750 EUR für ne Tages­be­glei­tung aus­gibt, muss unter umstän­den auch mit dem Risi­ko leben, dass er am Ende nix in der Hand hat, weil beim Foto­gra­fen die Kame­ra oder die Spei­cher­kar­te aus­ge­fal­len ist. 

        Beim Vor­ge­spräch erklä­re ich all mei­nen Inter­es­sen­ten, dass ich immer zwei Kame­ras bei habe (falls eine halt aus­fällt) und ich auch mei­nen benutz­ten Brenn­wei­ten­be­reich dop­pelt abge­deckt habe. Zudem wer­den die Bil­der auf zwei Spei­cher­kar­ten geschrie­ben, denn ein Aus­fall einer Kar­te ist gar nicht mal so sel­ten wie man evtl. den­ken mag. Wenn die Inter­es­sen­ten das erfah­ren, geht ihnen meis­tens auch ein Licht auf und aus Inter­es­sen­ten wer­den Kun­den (und das bil­li­ge Ange­bot der Kon­ku­renz ver­schwin­det ganz schnell im Papier­korb, weil den Leu­ten oft Sicher­heit doch etwas Wert ist).

        Antworten
  8. Toll geschrie­ben und wie soll ich sagen?
    Natür­lich trifft jeder Absatz in die­sem Arti­kel inkl. den Tie­fen und den Höhen auch auf mich zu… (Und ich bin immer noch dank­bar, dass ich vor allem bei der Mar­ke­ting-Denk­wei­se einen ordent­li­chen Schups von dir erhal­ten habe! 🙂

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  9. Selbst­stän­dig zu sein klingt gera­de­zu roman­tisch, ist aber meist knall­hart! Schön, dass die­ser Bei­trag auch die­se unan­ge­neh­men Sei­ten anspricht.

    Habe vor etwa einem hal­ben Jahr erst­ma­lig auf einer Hoch­zeit foto­gra­fiert. Enga­giert war ich aber zum Glück nicht, somit hat­te ich die Gele­gen­heit, die Hoch­zeit “aus ande­ren Blick­win­keln” abzu­lich­ten - auch inter­es­sant. Mei­ne Fotos kamen sogar uner­war­tet gut an, nur ver­langt habe ich dafür natür­lich nichts.

    Mein per­sön­li­ches Fazit: Gefal­len hat es mir zwar, auf einer Hoch­zeit zu foto­gra­fie­ren und Men­schen damit Freu­de zu machen. Aber als Hoch­zeits­fo­to­graf zu arbei­ten…? Naja, kann mich nicht dazu erwär­men! Ver­mut­lich weil ich einst als selbst­stän­di­ger Medi­en­ge­stal­ter u.a. diver­se Hoch­zeits­ma­ga­zi­ne gestal­tet habe. 🙂

    Blei­be ich wohl erst ein­mal Foto-Hobbyist.

    LG aus IBK

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  10. Hal­lo zusammen,

    wie­der ein­mal ein unheim­lich inter­es­san­ter Beitrag.
    Ich selbst fin­de die Hoch­zeits­fo­to­gra­fie sehr inter­es­sant. Konn­te jedoch lei­der noch kei­ne Erfah­run­gen sammeln.

    Ich selbst den­ke, wie auch du, dass die­se Art der Foto­gra­fie unheim­lich span­nend, jedoch auch anstren­gend ist. Unmen­gen an Bil­dern zu sor­tie­ren, aus­zu­su­chen und dann zu bear­bei­ten ist sicher­lich eine zeit­in­ten­si­ve Auf­ga­be. Doch glaub ich trotz­dem, dass wenn ich spä­ter die Gesich­ter sehe, ich mich mit ihnen freu­en würde. 😀

    Schau­en wir ein­mal. Viel­leicht ergibt sich in der neu­en Sai­son mal die Mög­lich­keit “zu schnuppern” 

    PS: Dan­ke für den sehr lan­gen, aber auch unheim­lich span­nen­den Arti­kel. Lese dei­nen Blog sehr gerne.

    Gruß Domi­nik

    Antworten
  11. Erst mal zum Arti­kel, der wider sehr gut geschrie­ben ist. Nun schrei­be ich mal von einer ganz ande­ren Sei­te. Mein Beruf ist Gärt­ner (selbst­stän­dig) und bin schon über 35 Jah­re in die­sem Beruf und 30 Jah­re selbst­stän­dig. Muss ein­we­nig schmun­zeln, wenn ich die Pro­ble­me mit dem Wochen­en­de lese und mit dem Urlaub. Erst mal, wer selbst­stän­dig sein will, der muss abstand neh­men vom nor­ma­len Leben und das gilt, dann auch für den Rest der Fami­lie. Will man von etwas Leben in der Selbst­stän­dig­keit, dann geht das immer vor. Auf­trä­ge erwirt­schaf­ten ist das obers­te Ziel, aber nicht um jeden Preis. Sei­ne Kos­ten muss man ken­nen und immer im Griff haben. Die Preis­ge­stal­tung soll­te der Leis­tung ange­mes­sen sein. Sei­ne Über­zeu­gung soll­te man nicht vor dem Druck der Geld­be­schaf­fung able­gen. Das führt unwei­ger­lich zur Selbst­aus­beu­tung (Insol­venz). Selbst­be­wusst­sein soll­te man an den Tag legen und das Wort- ‘Nein’ soll­te man ken­nen. Wer neu im Geschäft ist, der soll­te sich lie­ber in einer Gemein­schaft Fuß fas­sen. Hoch­zei­ten wer­den heu­te von vie­len aus­ge­rich­tet und in einer Zweck­ge­mein­schaft ist es eher etwas zu errei­chen und ein Pro­fil zu erar­bei­ten. Sehe das immer wie­der bei Kol­le­gen, die so was mit ihren Pro­duk­ten bestü­cken. Sel­ber bin ich nicht im Ein­zel­han­del tätig, aber als Zulie­fe­rer weiß ich um die vie­len Pro­ble­me im guten, wie im schlech­ten bei die­sem Umsatz­zweig es geht und wenn man es ver­steht, sich ein­zu­brin­gen, das Feu­er zu ver­brei­ten, die Emo­tio­nen für den Kun­den (Braut­paar) zu wecken, dann ist alles mit Leich­tig­keit zu ertra­gen Tag für Tag sei­ne Arbeit zu tun und das auch an jedem Wochen­en­de. Ich schaf­fe das schon seit 30 Jah­ren! Muss doch jedem glück­lich machen nach einer Arbeit (Hoch­zeit) die begeis­tern­den Augen von Frau und Mann zu sehen, wenn Sie dei­ne Arbeit betrach­ten. Soll­te ein Auf­trag nicht so gelau­fen sein, wie man das abge­spro­chen hat, dann soll­te man auf dem Kun­den zu gehen und über die Pro­ble­me spre­chen und Lösun­gen anbie­ten. Ist immer von Vor­teil, weil ein­mal sich Übel ver­hal­ten haben, hat in unse­rer Zeit üble Fol­gen hat. Die elek­tro­ni­schen Medi­en haben ein unend­lich Gehirn! Natür­lich hat das Gren­zen. Bei Geld hört die Freund­schaft auf! Dies habe ich nicht im Bei­trag gele­sen und das ist lei­der in der jet­zi­gen Zeit ein gro­ßes Pro­blem gewor­den. Wer Leis­tung erbringt, der soll­te sei­ne Rech­nung pünkt­lich bezahlt bekom­men! Also, sein Pro­dukt ver­kau­fen ist das eine und das Finan­zi­el­le ist das über allem das wich­tigs­te. Wer kei­ne Ein­nah­men hat, kann auch sel­ber kei­ne Rech­nung bezah­len und sein Leben auch nicht. Die Foto­gra­fen die in vie­len Sei­ten, die man als Hob­by­fo­to­gra­fen auf­ruft und immer wie­der die­se Selbst­zer­flei­schung liest, geht mir lang­sam auf dem Geist und ist lei­de kein Phä­no­men die­ser Bran­che, auch bei mei­ner ist das so. Zei­ten ändern sich und wer nicht mit der Zeit geht, wird immer Pro­ble­me haben.
    Noch was! Wer als Hob­by­fo­to­graf meint Geschäf­te zu machen, soll­te es öffent­lich machen (Gewer­be­schein), dann hat er den ers­ten Ein­blick im Geschäfts­le­ben. Lie­be, dass nicht so, weil das kei­nem hilft, so über das Paket zulaufen.
    Mache es sel­ber auch nicht! Das gehört zu mei­ner Auf­fas­sung von Tren­nung von Geschäft und Hobby.

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  12. Sehr schö­ner Bei­trag dem nichts hin­zu­zu­fü­gen ist, er trifft es genau auf den Punkt 🙂

    Zum The­ma Urlaub…ich rei­se eh ger­ne in Län­der wo die bes­te Rei­se­zeit außer­halb der Hoch­zeits­sai­son liegt, von dem her.… 🙂

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  13. Oh man …so ein lan­ger, inter­es­san­ter und vor allem ehr­li­cher Arti­kel und ich hab nur wie­der DANKE zu sagen!
    Ich wür­de ger­ne auch irgend­wann eine Hoch­zeit foto­gra­fie­ren nur um mal zu wis­sen wovon denn alle sprechen 🙂
    Aber dau­er­haft vor­stel­len kann ich es mir nicht.
    Klingt nach har­ter Arbeit…
    Bis dahin erfreue ich mich an der Foto­gra­fie als rei­nes Hob­by, egal in wel­chem Bereich.

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  14. Moin Pad­dy,
    zuerst ein­mal muss ich sagen, dass du das mal wie­der rich­tig gut geschrie­ben und auf den Punkt gebracht hast. Ich habe schon so ziem­lich alles selbst erle­ben dürfen/müssen. Mir geht es auch regel­mä­ßig so, dass ich das lecke­re Steak am son­ni­gen Sams­tag wegen einer Hoch­zeit sau­sen las­se. Nicht ganz außen vor las­sen möch­te ich die Vor­ge­sprä­che wenn das Braut­paar nur dann Zeit hat, wenn man Sport hat oder ein Abend im Kino geplant ist.
    Aber ich muss auch zuge­ben, dass mir der Job als Hoch­zeits­fo­to­graf echt Spaß macht. Auf einer Hoch­zeit hat man schließ­lich (fast) immer gut gelaun­te Gäs­te, ganz zu schwei­gen vom strah­len­den Hochzeitspaar.
    Vie­le Grüße,
    Christian

    Antworten
  15. Super auf den Punkt gebracht, ich hab mich in die Rich­tung gewagt und kann das alles nur bestätigen…ein tol­ler job aber ja …es geht kör­per­lich an die Sub­stanz bei 18h Prä­senz ist es sicher­lich nichts mehr mit 55Jahren, macht spass aber urlaub und Hoch­zei­ten passt nicht zusam­men und man muss immer up to date sein und eine Nasen­län­ge marketing/technisch/Ideenmässig vor­ne­weg sein und das jederzeit .…. 

    was mir noch ein­fällt das,wenn der hob­by­fo­to­graf nur 1000 euro nimmt , ja gut soll er das machen und das paar ihn so buchen, aber eben , es kommt auf den typ mensch an , die sympha­tie , man ist den gan­zen tag immer am Braut­paar dran und wenns um die anklei­de geht, noch näher.…ausserdem muss man flott sein und die Kame­ra beherr­schen, den moment kann man näm­lich nicht mehr zurück­dre­hen und bear­bei­ten im pc gehört auch dazu als Handwerk.
    Ein guter Foto­graf weiss wo der Hase Lang­läuft und hat Erfah­rung ‚ein unter­schätzt wich­ti­ger Punkt der vor Ent­täu­schun­gen schützt und kann auch sein Paar vor­ne­weg opti­mal bera­ten und zeit­tech­nisch einen Faden geben, denn ein gestress­tes Paar woll­mer ja nicht und sie hei­ra­ten zum ers­ten mal und sol­len sich wohl füh­len und sich kei­ne Gedan­ken machen müs­sen und auf­fal­len soll­te der Foto­graf auch nicht auf einer Hoch­zeit, das ist auch eine Kunst und wenn der eine 1000euro nur kos­tet, dann bekommt man auch eine ande­re Leis­tung als ein Pro­fi der 3000 kostet.
    Und es ist immer eine Betrach­tungs und Emp­fin­dungs­wei­se vom Paar, ob ihnen die Fotos sehr wich­tig sind oder ob es Ihnen ein­fach so reicht wenn der Kol­leg von neben­an sie macht..
    kurz und knapp, es ist ganz ein­fach, es kommt zusam­men was zusammengehört.…
    Ich jeden­falls hab Freu­de wenn die paa­re das ers­te mal ihre tol­len Fotos sehen , emo­tio­nal ergrif­fen sind , zufrie­den und sich die­se auch noch nach lan­ger zeit ger­ne anschau­en und ein lächeln entspringt.

    so dann machts mal gut
    lg mariann

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  16. Wie­der mal ein top Blog Bei­trag, macht Spaß den zu lesen 😉
    Und was das betrifft: “Mein Wochen­en­de beginnt Sonn­tags und da fin­det mal jeman­den, der mit Euch einen trin­ken geht ”
    Ich geh gern ein mit Dir trinken 🙂

    Gruß
    Mari­ko (1972)

    Antworten
    • Ich glau­be wenn Pad­dy Sonn­tags Abend zum Kol­lek­tiv­bier auf­ru­fen wür­de müss­te er das vor­her anmel­den und die ARD wür­de eine Brenn­punkt Son­der­sen­dung ausstrahlen. 😉

      Antworten
  17. das Wochen­en­de fängt Sonn­tags an… Haha­ha­ha­ha­ha­ha. Nee, mit Rück­rei­se, Daten­si­che­rung usw. eher Mon­tag oder Diens­tag. ???? Es wird halt völ­lig unter­schätzt. Man benö­tigt ein Umfeld wel­ches einen kom­plett unter­stützt und auch dahin­ter steht was man als Hoch­zeits­fo­to­graf tut. Auch die locker 200 bis 250 Arbeits­stun­den sie Monat sind nicht gera­de Freun­de- und Familientauglich. 

    Ein ganz tol­ler Arti­kel, denn so isset. Man muss als Hoch­zeits­fo­to­graf gebo­ren sein, muss Druck und Arbeits­in­ten­si­tät aus­hal­ten kön­nen und irgend­wie dafür gebo­ren sein.

    Good Job Paddy

    Antworten
  18. “…Eigent­lich auch so gar nicht mein Ding. Ich habe als Kind auch lie­ber selbst ver­sucht Bom­ben zu bau­en statt Haar­krän­ze aus Gän­se­blüm­chen zu flechten.”

    Ich hau mich weg! 😉
    Ansons­ten 100% Zustim­mung zu dei­nem Arti­kel. Ich konn­te mich in fast jeder Zei­le wiederfinden 😉
    lg aus Wien
    Christian

    Antworten
  19. ganz kla­re emp­feh­lung: NEIN

    🙂

    es gibt bald mehr hoch­zeits­fo­to­gra­fen und bald wer­den braut­paa­re geld ver­lan­gen damit noob hoch­zeits­fo­to­gra­fen bil­der fürs port­fo­lio machen dürfen 😀

    Antworten
  20. Bild­ideen und Bil­der kann man klau­en und kopie­ren. Die Art und Wei­se mit Men­schen umzu­ge­hen eher weni­ger. Wer´s kann, soll­te was draus machen. 

    Viel­leicht sind des­halb mei­ne Repor­ta­ge­fo­tos bes­ser als Ondros ( 😉 ) , und Ondros Sty­led Shots bes­ser als meine.

    Ganz im Ernst, nicht jeder ist ein guter Repor­ta­ge­fo­to­graf und das Braut­bou­quet oder auf­wen­dig her­ge­rich­te­te Tische mit län­ge­rer Brenn­wei­te zu foto­gra­fie­ren, ist auch nicht unbe­dingt Repor­ta­ge. Einen Tag foto­gra­fisch in Erin­ne­rung zu hal­ten braucht mehr als eine abzu­ar­bei­ten­de Lis­te von Moti­ven. Es braucht Nähe. Und die muss und soll­te man in der Lage sein zu GEBEN und zu ERTRAGEN. Ein Hoch­zeits­fo­to­graf ohne kom­mu­ni­ka­ti­ve Fähig­kei­ten und “Social intel­li­gence” soll­te sich nen ande­ren Job suchen.

    Antworten
  21. Ich glau­be, hier ist nahe­zu alles gesagt. Nach über zehn Jah­ren Hoch­zeits­fo­to­gra­fie kann ich das hier Geschrie­be­ne 100%ig nach­voll­zie­hen und –füh­len. Ich bin auch irgend­wie rein­ge­rutscht in die­ses Geschäft der Hoch­zeits­fo­to­gra­fie, ohne es lan­ge geplant und erträumt zu haben. Es ist ein­fach pas­siert, dann war ich mit­ten­drin und ich hät­te damals nie gedacht, dass das über vie­le Jah­re mein Job sein wird, … und man muss es lie­ben, sonst hält man nur schwer durch.

    Hoch­zeits­fo­to­graf ist für vie­le Hob­by­fo­to­gra­fen ein Traum­job, nur ob es über vie­le Jah­re einer bleibt, dar­an muss man wirk­lich hart arbei­ten, nahe­zu pau­sen­los und – wie hier auch erwähnt – die pri­va­ten Opfer sind nicht zu ver­ach­ten: Par­tys frei­tags und am Sams­tag, an denen man nicht teil­ha­ben kann oder der für vie­le lang­ersehn­te Jah­res­ur­laub im Som­mer (für vie­le wegen schul­pflich­ti­ger Kin­der oder Ehe­part­ner oft nur im Som­mer mög­lich), den man mal wie­der knickt und als Haupt­be­ruf­ler aus ein­kom­mens­tech­n­si­chen Grün­den auch muss, … um nur zwei Din­ge zu wiederholen. 

    Und wel­che Über­le­gung auch nicht ver­ges­sen wer­den soll­te: Ist es ein Job, den ich bis zur Ren­te – also bis zu mei­nem 67 Lebens­jahr! – machen kann, machen möch­te und machen darf, bucht mich die jewei­li­ge Hei­rats­ge­ne­ra­ti­on dann auch noch???!

    Antworten
  22. Klas­se Arti­kel, bewun­derns­wert ist es, wie du selbst als Hoch­zeits­fo­to­graf damit umgehst und wie offen und ehr­lich du dar­über sprichst - das zeich­net dei­nen Blog aus. Gene­rell schre­cken natür­lich 2000 Euro und mehr Kun­den zunächst ab, in einem per­sön­li­chen Gespräch ver­ste­hen die das dann aber meist, wenn man anfängt auf­zu­schlüs­seln wie die Kos­ten zustan­de kom­men. Und auch güns­ti­ge Ein­stei­ger-Foto­gra­fen wer­den bes­ser und erhö­hen ver­mut­lich nach jedem Auf­trag ihre Preise.

    Antworten
  23. Ein wirk­lich sehr schö­ner Bei­trag. An eini­gen Stel­le erken­ne ich mich auch wieder.
    Vor eini­ger Zeit war mei­ne Aus­sa­ge “Hoch­zei­ten wür­de ich nie foto­gra­fie­ren”. Irgend­wann kam dann doch eine Anfra­ge und ich habe mich auf eine Pro­be­hoch­zeit gewagt - für mich war es Pro­be, aber für das Braut­paar war ich der ein­zi­ge Foto­graf. Eine sehr gro­ße Ver­ant­wor­tung. Aber ich habe dem Braut­paar von Anfang an erklärt, dass ich noch kei­ne Erfah­rung in dem Bereich habe und für nichts garan­tie­ren kann. Das war für das Paar okay (der Gedan­ke war ver­mut­lich ‘Fotos für lau, bes­ser geht es nicht’). Aber es hat geklappt. Es sind schö­ne Bil­der ent­stan­den und das Paar war glück­lich. Was will man mehr. Und schon war ich ein wenig ange­fixt. Es hat Spaß gemacht das Paar zu bespa­ßen, klei­ne Details zu suchen, die schö­nen Blu­men abzu­lich­ten… Natür­lich bin ich noch lan­ge nicht so weit (habe bis­her auf fünf Hoch­zei­ten foto­gra­fiert, davon eine ganz­tä­gig), aber es hat mir Spaß gemacht und hof­fe, dass es in Zukunft auch so bleibt!
    Allen ande­ren wün­sche ich eben­falls viel Erfolg und das jeder sei­nen Weg findet.

    Antworten
  24. Hi!
    Vie­len lie­ben Dank für dei­ne aus­führ­li­che Schil­de­rung und all die Gedan­ken und Erfah­run­gen. Es ist ein rei­cher Schatz den du mit uns Teilst und es zeigt mir immer wie­der inter­es­san­te Sicht­wei­sen auf. Das ist heut­zu­ta­ge nicht mehr selbstverständlich. 

    Gur­ken lie­ben Dank für die Arbeit die du hier betreibst!

    Antworten
  25. Hey, Pad­dy. Tol­le Betrag.
    Zwar muss ich sagen fast alles was du beschrie­ben hast ken­ne ich.
    Aber trotz­dem tut dein Bei­trag zum nach­den­ken bringen.

    Ich per­sön­lich möch­te mich Selbst­stän­dig machen und auch mit Schwer­punkt “All About Wedding”

    Doch ich ken­ne auch die har­te, schlech­te und mie­sen Nach­tei­le der Hochzeitsfotografen.
    Und das ver­schafft mir ein gro­ßen Respekt für alle die in die­se Bran­che mit Lei­den­schaft unter­wegs sind!

    Um ehr­lich zu sein wür­de ich nicht für die­sen Bereich bren­nen, wür­de ich auch nie­mals ver­su­chen mit Hoch­zei­ten mein Bröt­chen zuverdienen!

    Ich bin gespannt wie sich das für mich in der Zukunft entwickelt!
    Und ob es in Deutsch­land so ein Hoch­zeits­boom statt fin­den wird, wie in Amerika!
    Denn dann wür­de man ein Hoch­zeits­fo­to­graf end­lich nicht nach dem Preis aus­su­chen, son­dern nach Persönlichkeit!
    Und auch ver­ste­hen war­um man nur an einem Tag soviel Gage an den Foto­graf zah­len müsste!

    Ich wer­de zumin­dest nicht locker­las­sen, für mei­ne Lei­den­schaft kämpfen!

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