Wie ich Portraits Outdoor mache – Belichtung und Blitzeinsatz

Am 28. November 2014 von Paddy veröffentlicht

Ich hatte aufgerufen, dass Ihr Euch Blogposts wünschen könnt. Eine Frage war, wie ich an Outdoor-Portraits heran gehe, dabei Blitze einsetze und die Belichtung messe.

Zunächst mal gehe ich nie los und sage mir “heute mache ich Blitzbilder”. Der Blitz ist bei mir immer ein Hilfsmittel, dass bei Bedarf zum Einsatz kommt. Outdoor arbeite ich sehr viel mit available Light. In vielen Situationen komme ich ganz ohne Blitz oder Reflektor aus. Über das Thema “available Light” könnte man ewig lange schreiben, aber es gibt schon ein paar Muster in meiner Arbeitsweise.

So fotografiere ich meistens gegen die Sonne, da mir das direkte Sonnenlicht oft zu hart ist. Erst wenn die Sonne ganz tief steht oder von Wolken verdeckt wird, nehme ich sie direkt. Steht die Sonne sehr hoch am Himmel, so suche ich mir Schatten und da vorzugsweise Überdachungen, um das Licht von oben komplett wegzunehmen. So bekomme ich es hin, dass Licht nicht von oben kommt, sondern von vorne oder der Seite und somit den Weg in die Augen findet, was ich wichtig finde. Hier sind mal zwei Beispielbilder aus meinem Tutorial “Wie ich Licht sehe“. Das erste ist im Tunnel entstanden, das zweite unter einem Vordach.

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Durch die Abschattung von oben wird das Licht gezwungen einen Umweg zu nehmen und landet in den Augen. Bei solchen Portraits verwende ich normalerweise die Spotmessung und messe auf der Haut des Models.

Den Blitz verwende ich, wenn ich ein bisschen mehr Dramatik im Bild haben möchte oder mir aber das Licht zu diffus und richtungslos ist. Blitze setze ich immer manuell ein, d.h. kein TTL. Sehr gerne verwende ich den Elinchrom Quadra Ranger mit der 70cm Deep Octabox oder dem Maxilite. Wenn es mobiler sein soll, kommt aber auch häufig ein Aufsteckblitz mit der 60cm oder 70cm SMDV Softbox (Amazon Link) zum Einsatz. Von der Verwendung von Supersync bin ich komplett ab. Sollte ich mit offener Blende arbeiten wollen und die Belichtungszeit zu kurz für den Blitz sein, so verwende ich Graufilter. Das hat sich für mich als die zuverlässigste Methode heraus gestellt.

Das Vorgehen ist dabei recht mechanisch. Zunächst wähle ich meine Blende und stelle die Belichtung mit der Matrix-/Mehrfeldmessung für den Hintergrund ein. Meistens belichte ich ein kleines bisschen unter, so zwischen 2/3 bis 1 2/3 Blenden. Das ist Gefühlssache und dabei verlasse ich mich auf den Monitor an der Kamera. Dadurch, dass der Hintergrund ein kleines bisschen dunkler wird, bekommt das Bild etwas mehr Dramatik und das Model hebt sich besser ab. Ich versuche aber das Verhältnis nicht zu krass werden zu lassen, so dass der Blitz etwas subtiler bleibt. Zumindest mache ich das bei “normalen” Portraits so, anders sieht das z.B. aus wenn ich den typischen Portylook erzielen möchte.

Mit dem Blitz wird nun ein kleiner Schuss Licht ins Gesicht gegeben. Das mache ich auch nach Gefühl. Einen Belichtungsmesser verwende ich dabei nicht. Mit der Zeit hat man das eigentlich ganz gut raus und kommt ohne aus. Glücklicherweise kann man in der Digitalfotografie ja auch mal den ein oder anderen Testschuß machen. Wie das dann aussieht, könnt Ihr in dem letzten Shooting mit Kristina ganz gut sehen. Da kam bei fast jedem Bild der Blitz zum Einsatz. Alles ist sehr offenblendig fotografiert. Alles Ranger, alles 70er Deep Octa. Hier ein Bild aus dem Shooting:

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Die Richtung des Blitzes erkennt man sehr gut, der Stand links vom Model. Ich wähle übrigens meistens einen sehr starken Winkel für den Blitz, fast schon 90°. Dieses klassische 45° Rembrandtlicht macht mir zu wenig Schatten und finde ich langweilig. Im obigen Bild war der Blitz ca. auf Kopfhöhe, da sonst der Hut zu viel Schatten gemacht hätte.

Oft ist mir wichtig, dass ich den Fokus auf das Model lege. Das erreiche ich durch Schärfentiefe-Freistellung oder Kontraste. Letzteres wird wiederum durch Licht und das Verhältnis von Blitz zu Umgebungslicht unterstützt. Wenn das vorhandene Licht gut ist, dann ist es gut. Ich muss keinen Blitz aufbauen, nur weil ich ihn habe. Oft schleppen wir das Ding mit und schleppen es auch wieder unbenutzt zurück. In obigem Shooting im Wald kam der Blitz zum Einsatz, weil es komplett bewölkt war und das Tageslicht keine Richtung hatte.

Das sind so Muster, die sich bei mir oft wiederholen. Natürlich spiele ich auch öfter mal, nehme andere Lichtformer oder auch mehrere Blitze. Aber das oben beschriebene ist schon der technische Kern.

Bleibt abschliessend noch zu sagen, dass es letztendlich jedoch umso wichtiger ist, dass man mit dem Model kommuniziert und einen Draht zueinander hat. Was nutzt mir das schönste Licht, wenn der Protagonist sich später auf dem Bild nicht mag.

Ich hoffe der Blogpost hat Euch gefallen.

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Black Friday und Weihnachtsangebote in meinem Shop

Am 28. November 2014 von Paddy veröffentlicht

Dieses Jahr kann ich mit meinen Videos mal beim Black Friday mitmachen ;-)

Daher gibt es am heutigen Freitag mit dem Gutscheincode blackfriday 15% auf alle Videos im Online-Shop. Ausgeschlossen ist mein Buch.

Im Laufe der Weihnachtszeit gibt es noch einige weitere Angebote. Am Sonntag erscheint das Panoramatutorial mit einem Kracherpreis von 25€, statt 39€. Der Preis wird auch nur am Releasetag gelten.

Danach wird es in der Adventszeit noch einige Aktionen und Bundles geben, u.a. auch ein Bundle, das ALLE Videos enthält und sich richtig lohnen wird. Es lohnt sich bestimmt. Schaut immer mal wieder rein.

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Wir suchen ein Nicht-Model für eine Videostrecke

Am 26. November 2014 von Paddy veröffentlicht

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Nach der Videostrecke mit Akvile zur Peoplefotografie wurden die Rufe nach mehr zum Thema Posing und Umgang mit Models laut. Nun soll es soweit sein. Aki und ich haben uns zusammen gesetzt und wollen ein komplettes Tutorial darüber machen. Ich denke zu dem Thema ist die Zusammenarbeit mit einem Model genau passend, denn die kann schliesslich aus erster Hand Tipps geben.

Wir haben natürlich ein Model dabei, um vieles zu zeigen. Aber wir wollen auch jemanden haben, der keine Modelerfahrung hat. Es ist ja doch an der Tagesordnung, dass wir auch Menschen fotografieren, die mehr Anleitung benötigen.

Daher suchen wir eine Dame (evtl. werden es auch zwei) zwischen 18 und 30 Jahren, die Lust dazu hat. Spezielle Voraussetzungen musst Du nicht haben. Aber zumindest musst Du Lust haben fotografiert zu werden und kein Problem damit, dass ein ganzer Haufen Kameras mitlaufen und ich auch noch blöde Fragen stelle. Der Dreh wird am 14. und 15.12. in Hamburg stattfinden, ja Sonntag und Montag. Du musst an beiden Tagen Zeit haben. Bitte keine Bewerbungen für nur einen Tag. Wir benötigen einige aktuelle Bilder von Dir, idealerweise ein Close-Up vom Gesicht und ein Ganzkörperbild. Bitte schicke Deine Bewerbung an paddy [at] neunzehn72.de. Bilder müssen im Anhang sein, keine Links zu Webseiten.

Wir sammeln bis zum 05.12.2014 und melden uns dann bei Euch zurück.

Und nun ran an die Tasten. Aki und ich sind schon gespannt.

Damit Ihr wisst mit wem Ihr es an den Tagen zu tun habt, hier noch mal unser Dreamteam ;-)

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Wünsch Dir einen Blogpost

Am 26. November 2014 von Paddy veröffentlicht

Asche auf mein Haupt. In den letzten Wochen war ich sehr damit beschäftigt meinen Photo Booth zu bauen, mein Buch heraus zu bringen und zwei Videostrecken zu veröffentlichen. Dabei habe ich das Blog ein wenig vernachlässigt. Es ist so, dass ich meistens über das schreibe, was mich gerade persönlich beschäftigt. Ich versuche nicht Blogposts zu schreiben, weil ich denke, dass ich täglich einen schreiben muss, um Euch bei der Stange zu halten. Daher gibt es auch selten Blogposts zu Themen, die für mich persönlich innerlich abgehakt sind.

Um das mal ein klein wenig zu ändern, habe ich mir folgende Aktion überlegt: Wünsch Dir einen Blogpost!

Es ist ganz simple. Ihr schreibt mir als Kommentar unter diesen Beitrag zu welchem Theme Ihr Euch einen Blogpost wünscht. Ich schaue mir das an und wenn ich der Meinung bin dazu etwas sagen zu können, dann schreibe ich darüber etwas. Es können Themen zum Fotografenbusiness sein, zur Fotografie selbst oder auch Equipmentfragen. Nur bitte kommt nicht mit so Dingen, wie “kannst Du mal Kamera xy testen oder vergleichen mit abc”. Dazu müsste ich die jeweiligen Geräte erst über einen längeren Zeitraum produktiv einsetzen.

Also, ich bin gespannt auf Eure Ideen. Auf geht’s, bombardiert mich und lasst mich diesen Blogpost bereuen ;-)

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Autofokus – probier’s mal mit Live View

Am 26. November 2014 von Paddy veröffentlicht

Durch meine Arbeit mit der OM-D habe ich den Kontrastautofokus lieben gelernt. Dieser ist zwar nicht so schnell, wie der Phasenautofokus, dafür habe ich das Gefühl, dass er viel bessere Ergebnisse liefert, vor allem bei Offenblende. Nun muss man der OM-D zugute halten, dass der Sensor kleiner ist, was das Fokussieren etwas einfacher macht, aber dennoch arbeite ich da fast ausschliesslich bei f/1.2 mit dem Nocti.

Mich hat schon immer genervt, dass ich mit meinen Vollformat-Nikons arge Probleme hatte den AF bei f/1.4 zu versenken. Irgendwie waren doch oft winzige Unschärfen drin, die das eigentliche Ergebnis nicht wirklich beeinträchtigen, den Nerd aber innerlich zum Kochen bringen. Komischerweise war das Phänomen bei weitwinkligen Brennweiten stärker als im Telebereich. Aber gerade im Weitwinkel möchte ich die maximale Blende nutzen, da ich den Look von Weitwinkel mit geringer Schärfentiefe liebe.

So, ich komme zum Punkt. Auf einer Hochzeit in Luxemburg kam mir die Idee doch mal bei f/1.4 mit der Nikon im LiveView zu fokussieren. Das ist gähnend langsam, aber plötzlich saß der AF auf den Punkt. Das habe ich dann noch einmal letztens bei einem Shoot ausprobiert und bin nun davon überzeugt, dass diese Technik treffsicherer ist, als der normale Phasen-Autofokus bei meinem Nikons. Probiert habe ich das übrigens sowohl mit der D4, der D810 und D750.

Klar, das ist nichts für den schnellen Schuß. Manuell fokussieren geht zuweilen schneller als der AF mit LiveView. Man braucht also etwas Zeit und ein Motiv, das still hält. Aber dann klappt es auch mit f/1.4 am Vollformat … zumindest bei mir ;-)

Hier sind ein paar Bilder aus dem Shooting, alle bei 35mm f/1.4 gemacht.

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Zum Schluß folgt noch eine kleine Werbepause mit dem Hinweis auf meinen Bildband Audrey & Fred. Auf dem Cover seht Ihr die Augen von Kristina, dem Model auf den obigen Bildern. Die sind doch Kaufgrund genug, oder? ;-)

 

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