Sonnenuntergang am Santa Monica Pier

Am 16. April 2014 von Paddy veröffentlicht

Jessica war in letzter Minute noch reingerutscht. Ich Döspaddel hatte meinen Rückflug falsch im Kopf. Die ganze Zeit war ich der Meinung am Samstag meine Rückreise von L.A. anzutreten. Aber nein, es war Freitag. Leider konnte meine Protagonistin, eine Schauspielerin, am Freitag nicht. So ein Shit, ich wollte doch unbedingt ein Shooting an dieser Location machen. Dank des unglaublichen Organisationstalentes meiner Freundin von Canvas Casting rutschte dann aber Jessica nach. Ein Glücksgriff.

Die Sonne stand bereits tief, aber noch immer war es gleissend hell. Ich schaute mich nach einem Schattenplatz um und fand diese wunderbaren alten Holzstufen.

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Meine momentanes Dreateam aus Olympus OM-D E-M1 und dem Panasonic Leica 42,5 f/1.2 sollte es richten. Blende auf f/1.2 gelockt, ISO 200 und 1/1250 Sek. Ich nehme die Stufen seitlich, um etwas Tiefe zu erzeugen. Das Klappdisplay erleichtert dem alten Mann die Arbeit bei der tiefen Kameraposition. Licht kommt von rechts und eine hauchdünne Wolkenschicht nimmt der Sonne die knallharten Schatten. Ideal, denn ich habe keine Hilfsmittel dabei.

Auch als einfacher Hintergrund sind die Holzstufen top. Genau mein Style. Auch der Style von Jessica ist grossartig. Die Sonne erzeugt ein kaum wahrnehmbares Backlight. Kameradaten bleiben unverändert.

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Oh, direkt neben den Stufen ist diese Wand aus babyblauen Holzbrettern. Grossartig. Lass mal dort rüber gehen. Stell Dich einfach vor die Wand. Jessica kann stehen und ist pauschal cool.

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Ich blende ab auf f/1.8. Keine Ahnung warum, denn das Nocticron ist eh immer scharf. Bei dem Bild wäre es eh egal mit welcher Blende ich es mache. Licht ist perfekt, die Bretterwand im Schatten. In meinem Rücken und gegenüber von Jessica befindet sich Strand, verdammt viel Strand. Dieser Strand reflektiert das Sonnenlicht gerade so viel, dass die Augen keine Aufhellung benötigen. Geile Location.

Ein paar Meter weiter wird die Bretterwand grün. Überall dieses Holz, wie geil. Ich nehme die Wand von der Seite. Es sind gerade mal 8 Minuten vergangen und wir haben schon so viele coole Bilder im Kasten.

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Jessica zieht sich um. Wir bleiben bei der grünen Wand. Unglaublich wie jemand auf einem blauen Fass so gut aussehen kann. Am Licht hat sich nichts verändert, f/1.2. Das Nocti liefert gnadenlos ab, selten habe ich einem Autofokus so vertraut.

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Macht sich auch in Schwarz/Weiss super. Diese subtile Unschärfe … ein Träumchen. Später arbeite ich Jessica noch mit dem Radialfilter in Lightroom etwas heraus.

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Ein paar Meter weiter befindet sich eine Unterführung unter dem Pier. Ich raste auf meine ganz eigene ostwestfälische Art aus. Das ist genau mein Ding. Dunkel, Holz, Tunnel. Das Ding wird sofort umgetauft in Santa Paddy Tunnel. Hier hauen wir ein cooles Bild nach dem anderen raus, so dass ich jetzt bereits Angst habe zu viele Bilder zu produzieren. Egal, Vollgas.

Close-Ups mag ich besonders, da sie so intensiv sind. Das Licht wird durch den Tunnel gerichtet und kann nur von vorne kommen. Zucker.

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Es ist deutlich dunkler als draussen. Jetzt liege ich bei 1/160 Sek. und ISO 200. Blende ist noch immer bei f/1.2 eingelockt. Wozu kann man das Teil eigentlich schliessen?

Ich mag dieses Jeanszeug und Bauchfrei total. Superlässig.

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Noch eine Holzwand, das Zeug ist überall. Perfektes Licht.

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Nun aber ab zum Wasser. Ich musste mir in Santa Monica noch schnell ein Sweat-Shirt kaufen, da es an diesem Tag doch etwas windig und kühl war. Mein Glück, denn am Strand war nicht viel los und etwas Brandung machte das Wasser interessant.

Wir starten auf der von der Sonne abgewandten Seite. Der Pier blockt das Licht von oben und lässt es von links kommen. I love it. Kameraeinstellungen haben sich gegenüber dem Tunnel nicht verändert. Tolles gerichtetes Licht. Der Hintergrund brennt etwas aus, so wie es sein soll ;-)

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Auf der anderen Seite des Piers, knallt die Sonne rein. Sie steht nun schon sehr tief. Hin und wieder erzeugt die Brandung etwas aufspritzende Gischt. Das nehmen wir. Ich wechsle auf mein anderes Arbeitstier, das Olmypus 75 mm f/1.8 und muss verdammt weit zurück gehen. Aber anders kann ich den Kram rechts und links nicht ausblenden. Da baden doch tatsächlich Leute im Meer. Die Sonne trifft Jessica von rechts. Ich drehe auf ISO 800 auf, um 1/1000 Sek. zu erreichen. Ich will die Gischt ohne Bewegungsunschärfe einfangen. Wir warten etwa eine Minute auf die Welle, dann Bam, Bam, Bam. Die OM-D nagelt mit ihren 10 Bildern pro Sekunde die Frames auf die Speicherkarte und es ist der richtige Augenblick dabei.

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Nun steht die Sonne so tief, dass wir sie direkt nehmen können. Jessica kann direkt zur Sonne schauen ohne blinzeln zu müssen. Ich bleibe bei 75 mm f/1.8 und gehe bei ISO 200 auf 1/640 Sek. Ich mag direktes Sonnenlicht. Jessica hat noch einmal Klamotten gewechselt und sieht grossartig aus.

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Ich fotografiere nun ganz krass gegen die Sonne. Wow, nun bin ich blind. Es soll keine Silhouette werden, daher 1/160 Sek. bei ISO 320. Warum ISO 320? Keine Ahnung.

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Wir nähern uns dem Ende. Mein Model setzt sich noch einmal in den Sand und schaut zur Sonne. Tolles softes Licht jetzt. Ich bin wieder beim Nocti. f/1.2 ist leider geil.

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Letzter Schuss. Jessica hat sich noch ein Bild mit der Jeansjacke gewünscht. Hey, Dein Wunsch ist mir Befehl.

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1:20 h sind seit dem ersten Klick auf den Auslöser vergangen. Es sind so viele geniale Bilder im Kasten, dass ich hier nur einen Bruchteil zeige, um Euch nicht zu langweilen. Es waren nur zwei Objektive und nur f/1.2 und f/1.8 im Einsatz. Bloss nicht zu viel Getüdel mit der Technik. Wir sichten erste Ergebnisse und dem Grinsen in Jessicas Gesicht entnehme ich eine gewissen Zufriedenheit. Ich bin auch zufrieden. Es hat mal wieder geklappt. L.A., ich fange an Dich zu mögen.

Wenn Ihr das gut fandet, dann interessiert Euch vielleicht ja mein Available Light Tutorial in dem ich die Lichttechniken auch noch einmal im Detail beschreibe.

 

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Lightroom mobile – erster Eindruck

Am 14. April 2014 von Paddy veröffentlicht

Lightroom Mobile

Letzte Woche hat Adobe die mobile Version von Lightroom für das iPad vorgestellt. Das kam während meines Aufenthalts in L.A. gerade zum richtigen Zeitpunkt und so habe ich es gleich mal ausprobiert.

Die Installation und Bedienung ist kinderleicht. Man erstellt in Lightroom eine Sammlung und aktiviert in dieser Sammlung die mobile Synchronisation. Kurze Zeit später startet die Synchronisation und die Bilder trudeln auf dem iPad ein. Klasse, so muss das sein.

Also gleich mal das iPad untern Arm geklemmt und bei einem Käffchen in der Sonne Bilder sortiert. Ja, die Auswahl der Bilder geht leicht von der Hand. Dafür st es wirklich ideal, obendrein kann ich auch gleich noch die Bilder beschneiden und begradigen. Das hilft mir schon sehr viel weiter und alleine für diese Funktion lohnt sich der Einsatz der mobilen Version. Eine echte Bereicherung für meinen Workflow.

Für die Bearbeitung von Bildern ist es für mich leider nicht so richtig zu gebrauchen, da ich meine Presets aus Lightroom dort nicht wiederfinde. Stattdessen ein Haufen integrierter Presets, die zwar toll sind und zum Experimentieren einladen, aber eben nicht meine Presets sind. Wende ich ein Preset auf meine Bilder im grossen Lightroom an, so werden die Einstellungen zwar auf die mobile Version übertragen und im ersten Moment auch korrekt dargestellt, aber sobald das Bild geöffnet wird sieht es komisch aus. Das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass ich Presets mit Kameraprofilen von VSCO verwende. Ich nehme mal an, dass die mobile Version keine Kameraprofile kennt. Schade eigentlich, dann so wird ein Export aus der mobilen Version für mich auch nicht so wirklich nutzbar, was für schnelle Social Media Posts toll wäre. Hier sei angemerkt, dass das wohl ein Sonderfall bei mir ist und bei den meisten Usern keine Rolle spielen dürfte, solange keine Presets mit Kameraprofilen verwendet wird.

Zwischenzeitlich hatte ich in L.A. auch kein WLan. Hier musste ich dann leider feststellen, dass die Bilder nur in stark verringerter Auflösung angezeigt werden. Anscheinend werden sie beim ersten Aufruf nachgeladen, was auch die Ladeanzeige symbolisiert. Ärgerlich natürlich, wenn man im Flieger seine Bilder sortieren und auswählen möchte :-( Hier musste ich dann doch wieder zum Laptop greifen. Nachtrag: Laut eines Kommentars scheint es hier eine Offline-Funktion zu geben, die ich bis dato nicht gefunden hatte. Werde ich mir natürlich anschauen.

Mir ist auch zwischenzeitlich das grosse Lightroom bei der Verwendung des Kartenmoduls abgeschmiert, was leider häufiger vorkommt. Nach einem Neustart hat Lightroom angemeckert, dass die Synchronisierung mit dem mobilen Lightroom nicht mehr funktioniert und ich neu synchronisieren muss. :-( Danke, also über 1.000 Fotos noch mal über die Cloud synchronisieren. Das geht auch nicht mal eben in ein paar Minuten.

Insgesamt ist das mobile Lightroom schon echt klasse. Genau darauf habe ich gewartet. Leider steckt es aber noch in den Kinderschuhen und Adobe muss noch etwas nachbessern. Ich hoffe, dass es hier nicht zu lange dauert, denn ich mag das Tool schon sehr gerne.

Am Rande sei angemerkt, dass mein allergrösster Wunsch jedoch wäre, wenn Adobe mal endlich an der Performance arbeiten würde.

Lightroom Mobile

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Wochenrückblick 15 – Back from L.A.

Am 13. April 2014 von Paddy veröffentlicht

Es ist Sonntag morgen und ich liege noch im Bett, in meinem Bett, zu Hause. Zurück aus L.A. merke ich mal wieder, dass es bei Frau und Hund doch am schönsten ist. Dennoch war es eine geile Woche, die ich kurz resümieren möchte.

Montag hatte ich zwei Shootings. Zunächst mit einem Wrestler und seiner Familie. Was für ein gigantischer Typ, aber die echten Stars waren seine Kids. Normalerweise bin ich ja nicht so wild darauf Kinder zu fotografieren, aber in diesem Fall konnte ich nicht anders. Zuckersüß.

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Am Nachmittag ging es dann nach Venice, um dort am Strand eine Tänzerin für ein Shooting zu treffen. Was soll man sagen. Bei so einer Location, so einer Frau und dem Wetter läuft es einfach.

Eine geile Zeit und ein Ausklingen des Tages am Strand.

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Dienstag ging es dann zu Exclusive Studios, wo ich einem meiner Gastgeber einen kleinen Gefallen getan habe. Direkt am Sunset Blvd in Hollywood befindet sich das Studio, in dem auch eine Modelagentur, Schauspieleragentur, Locationscouts und Casting Direktoren befinden. Sehr cool, dass ich hier alles mitnutzen durfte.

Am Nachmittag dann erneut ein Shooting in Venice mit Matt, ein Lifeguard, Skater und Schauspieler. Auch auf die Gefahr hin, dass es langweilig wird, aber Venice ist einfach zu geil ;-)

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In Venice ist es übrigens auch ganz easy mit Shootings. An anderen Orten muss man schon etwas aufpassen, wenn es zu professionell ausschaut. Da wird man schnell mal nach einer Genehmigung gefragt. Hier am Strand fliegen aber auch ständig irgendwelche Dronen über einem und niemand schert sich um Genehmigungen. Ich habe mich tierisch in den Ar*** gebissen, dass ich meine aufgrund von Platzmangel doch nicht mitgeschleppt hatte.

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Mittwoch bekraxelten wir die Berge am Griffith Observatory. Wir erklommen einen der umliegenden Hügel, um einen tollen Ausblick über die Stadt zu bekommen. War richtig genial, mit Sonnenuntergang und allem ;-) Beim Abstieg war es stockduster und ich freute mich extrem über die bisher ungenutzt Stirnlampe. Die Stadt Los Angeles finde ich ja nicht so wirklich reizvoll, aber die Berge drumherum sind schon klasse mit ihren Hiking-Wegen, die auch für unfitte Fotografen geeignet sind.

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Griffith Park

Donnerstag war letzter Shootingtag. Dafür gleich drei hintereinander. Zwei an der Union Station und eins am Santa Monica Pier.

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Mehr Bilder zu den Fotoshootings folgen die Tage noch. Es sind einfach so viel geworden, dass ich mich tierisch über den Output freue, aber gar nicht weiss wann ich die alle zeigen soll. Ganz grosser Dank geht an Karen von Canvas Casting, die sich in L.A. um alles gekümmert hat, Termine gemacht, Locations organisiert, Leute angerufen und und und. Alleine wäre ich doch ziemlich hilflos.

Freitag ging es  zurück. Endlich. Was habe ich mich auf meine Frau und unseren kleinen Hund gefreut. Im Flieger hatte ich genug Zeit, um alle Bilder zu bearbeiten, so dass die Models und Schauspieler bereits ihre Fotos bekommen haben. Gut so, denn nächsten Sonntag geht es schon wieder nach Griechenland. Bis dahin steht eine Woche mit Shootings, Workshops und Vorbereitungen in Hamburg auf dem Programm. Momentan liebe ich mein Leben und bin wirklich dankbar, dass ich so viel Glück habe und so tolle Menschen, die mich unterstützen. Ich weiss, dass das nicht selbstverständlich ist.

Diesen Samstag und Sonntag ist aber Wochenende. Ich leg mich wieder hin.

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Das Paddy und Das Maddin – Staffel 2 – Folge 7

Am 12. April 2014 von Paddy veröffentlicht

DAS PADDY UND DAS MADDIN

Eigentlich sollte diese Folge ja als kleiner Lückenbüsser herhalten, während Paddy in Los Angeles ist. Aber irgendwie hat es dann doch nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben und schwupps ist Paddy auch schon wieder da. Passt also zeitlich nicht so richtig, ist aber hoffentlich trotzdem interessant. Es geht nämlich um reisende Fotografen.

Sponsor ist heute Enjoyyourcamera, von denen u.a. das Stativ von 3 Legged Thing ist, das Paddy mit auf Reisen nimmt. Martin plaudert ausserdem über seine Erfahrungen mit der brandneuen Cosyspeed Gürteltasche, die es ebenfalls bei EYC gibt.

Weitere Links: unser Podcast auf iTunes, Maddins BlogKrolops & Gersts auf Facebook.

Seit kurzem sind wir auch auf Soundcloud. Also eine neue Möglichkeit uns anzuhören und zu abonnieren.

Nicht vergessen dürfen wir natürlich die Credits für unseren Song:

Lyrics by: Edgar Wallis soundcloud.com/edgarwallis
Music produced by: Dienst&Schulter soundcloud.com/dienst
Vocal production by: DJ Burnt soundcloud.com/dj-burnt

Tschüs

Das Paddy und Das Maddin

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Griffith Observatory 360°

Am 11. April 2014 von Paddy veröffentlicht

Das Griffith Observatory gehört mit zu den bekanntesten und beliebtesten Aussichtspunkten in Los Angeles. So zog es mich auch erneut dort hin, um einen der umliegenden Hügel zu erklimmen in der Hoffnung einen Blick auf die Stadt inkl. dem Observatorium zu erhaschen. Das ist dann auch nach nur 30 Minuten wandern und kraxeln gelungen. Der Ausblick war grandios, die Sicht gar nicht mal so übel. Einen richtig klaren Himmel erwischt man in Los Angeles eher selten, aber das war schon besser als normal. So musste ich natürlich auch meinen Panoramafetisch ausleben und drehte mich knipsenderweise im Kreis, um ein 360° Panorama zu erstellen. Das Ergebnis seht Ihr, wenn Ihr auf das erste Bild klickt. Die anderen Bilder sind lediglich weitere Impressionen.

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