Am 13. Mai 2013 von Paddy veröffentlicht

Ich bin aufgeregt. Im Juli geht es für eine Woche nach Hong Kong. Mein erster Trip nach Asien. Wahnsinn. Was ich dort genau treibe, kann ich noch gar nicht sagen. Vielleicht schaffe ich es ja, das ein oder andere Shooting an Land zu ziehen. Falls Ihr im Juli dort sein solltet, meldet Euch doch einfach mal bei mir.
Nach meinem letzten New York Trip manifestiert sich in mir der Entschluss meine geliebte Nikon D4 zu Hause zu lassen. Ich bin diese Schlepperei langsam leid und glaube immer mehr, dass sich die Ära der DSLRs dem Ende neigt. Was ich in letzter Zeit von den kleinen spiegellosen Kameras gesehen habe, lässt mich immer mehr glauben, dass diesen die nahe Zukunft gehört. So überlege ich nun ausschliesslich mit einer kleinen nach Hong Kong zu reisen. Welche das genau sein wird, weiss ich noch gar nicht. Ich bin auch ehrlich gesagt ziemlich leidenschaftslos, was Marke und Modell angeht. Zu sehr nervt mich diese ewige dämliche Markendiskussion, allen voran Nikon vs. Canon.
Ausgangspunkt meiner Überlegung sind natürlich Größe und Gewicht. Wer mit dem Flugzeug reist, kennt das Problem. Wie viel Handgepäck darf ich mitnehmen? Wie schwer und gross darf das sein? Werde ich kontrolliert? Muss ich auf die Waage? Welche Airline ist wie kulant? Vor jeder Reise die Frage was ich einpacke. Nach New York hatte ich 4 Objektive mitgenommen. 24-70mm, 14-24mm, 85mm und das Fisheye. Alles was ich wirklich brauche, aber für meine Verhältnisse doch reduziert. Dann dieser riesige Rucksack. Der Lowepro Vertex 300 ist ein genialer Rucksack, passt ins Handgepäck und lässt sich super tragen. Aber Größe und Gewicht lassen sich auch hier nicht wegdiskutieren.
Im Hotel angekommen war ich froh erst mal den Rucksack loszuwerden. Nach einer Woche begann ich das Teil samt Inhalt zu hassen. Wenn kein Shooting anstand, steckte ich mir einfach meine Fuji X100s in die Tasche und war glücklich damit. Noch glücklicher war ich, als ich sah, dass die Ergebnisse der D4 in nichts nachstehen. Mir ist schon klar, dass ich hier sowas wie Gotteslästerung betreibe, aber ich habe in New York kein Foto gemacht bei dem ich sagen könnte, dass dies nur mit der D4 in der Qualität möglich gewesen wäre. Lediglich die Festbrennweite an der Fuji hat mich daran gehindert sie bei den Shootings einzusetzen. Aus dem Grund werde ich auch eine Kamera mit Wechselobjektiven nach Hong Kong mitnehmen.
Ich kann schon behaupten, dass ich mit meiner Nikon verheiratet bin. Ich liebe sie ohne Ende und sie leistet mir gute Dienste. Ein echtes Arbeitstier auf das ich mich verlassen kann, wenn es drauf ankommt. Es wird wohl auch noch einige Zeit dauern bis ich mich komplett von ihr verabschiede, wenn überhaupt. An eine Hochzeit würde ich mich momentan noch nicht mit einer Spiegellosen trauen, aber auch das wird bestimmt kommen. Heutzutage werden auch immer mehr Ehen geschieden und wenn sich die Zeiten ändern, muss man getrennte Wege gehen. Die Markenliebe zu Nikon hat sich bei mir in letzter Zeit gewandelt. Die Kamera ist mehr zu einem austauschbaren Werkzeug verkommen. Ein sehr wichtiges Werkzeug, aber auch austauschbar. Ich habe immer gesagt, dass ich der erste bin der wechselt, wenn Canon eine Kamera auf den Markt schmeisst, die signifikant besser ist als meine Nikon. Aber weder Canon noch Nikon haben in den letzten Jahren grosse Schritte gemacht. Beide spielen in meinen Überlegungen zu spiegellosen Kameras momentan keine Rolle. Auch das kann sich aber jederzeit ändern.
Bei der Wahl einer spiegellosen Kamera für meinen Trip bin ich bis jetzt nicht festgelegt. Auf meinem Zettel stehen aktuell drei Marken. Olympus, Fuji und Sony. Ich besitze eine Olympus OM-D und eine Fuji X100s. Beide genial. Gutes hörte ich auch von Sony, konnte sie aber bisher nicht wirklich ausprobieren. Die OM-D von Olympus ist in der engeren Wahl, vielleicht sogar die neu angekündigte PEN E-P5. Fuji lockt mit der X-E1 oder der X-Pro1. Bei Sony würde eine Nex 6 zur Debatte stehen. Für Sony und Fuji spricht, dass nun auch Zeiss für die Systeme Linsen baut. Hach, wie bin ich doch immer wieder neidisch auf die Zeiss-Linsen für Sony. Gibt es zwar auch für Nikon, aber ohne AF. Für Olympus wiederum spricht die Vielfalt des MFT-Systems und die genialen Videoeigenschaften der OM-D. Die Auswahl an Objektiven ist grandios, da kann man auch mal zu Panasonic rüber luschern. Was ist eigentlich mit Panasonic? Ach ja, die haben doch die GF-6. Evtl. auch ein Kandidat. Einzig das 4:3 Format will mir noch nicht zu 100% munden, was wiederum Sony an den Tisch brachte. Aber ganz ehrlich, mir ist es egal und ich will nicht schon wieder tagelang recherchieren was denn nun das beste System, die beste Kamera ist. Ich will einfach eine schnappen und einen tollen Trip mit einer Tasche haben, die halb so gross und schwer ist, wie mein Vertex 300.
Natürlich kaufe ich mir jetzt nicht mal eben noch eine neue Kamera. Daher werde ich nun mal die Hersteller anbetteln, ob sie mir für dieses Experiment nicht einfach mal eine komplette Ausstattung hinstellen wollen. Vielleicht ist es ja ganz interessant wie es einem eingefleischten Nikon D4 User geht, wenn er für eine Reise komplett auf eine Spiegellose wechselt. DAS WAR EIN ZAUNPFAHL
Für mich ist es ein spannendes Experiment. Spannend vor allem wegen Hong Kong. Aber auch, weil ich selbst nicht weiss wie es mir mit einer lütten Knipse ergeht. Spannend auch, wie denn die Menschen auf so eine Kamera reagieren. Ich möchte auch ein wenig Land und Leute fotografieren. Ich glaube es ist einfacher mit einer kleinen Kamera. Wie ist es aber bei einem Fotoshooting? Bisher sitzen alle Handgriffe perfekt und ich muss nicht an die Technik denken. Die D4 wurde quasi in meine Hand gegossen. Das ist bestimmt eine Umstellung. Aber ich bin bereit dafür und will mich darauf einlassen.
Auf jeden Fall wird es ausführliche Berichte geben. Vielleicht ja sogar das ein oder andere kleine Video. Nebenbei bin ich nämlich mehr als begeistert von den Videoqualitäten der OM-D. Der Bildstabilisator ist so geil, dass man aus der Hand problemlos schwenken kann. Mal sehen, ob ich mich damit auch einfach selbst filmen kann
Ach ja, los geht es am 10.07.2013. Stay tuned.
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Am 13. Mai 2013 von Paddy veröffentlicht

Nach meiner Rückkehr aus New York bin ich gleich in Arbeit gestürzt. Hier warteten ein paar Shootings und immer wenn Zeit war, musste ich Bilder bearbeiten. Nun nehme ich mir aber mal etwas Zeit, um einen kurzen Rückblick zu schreiben. Das muss ich einfach auch für mich selbst tun.
New York ist einfach eine atemberaubende Stadt. Nachdem dies aber bereits mein dritter Besuch war, fiel mir die Kinnlade nicht mehr ganz so oft runter, wie bei meinem ersten Besuch. So konnte ich auch viel mehr von dem Treiben in der Stadt aufsaugen. Ich bin auch nicht mehr wie ein wahnsinniger von einem Fotospot zum nächsten gehastet, um möglichst viele Bilder zu schiessen. So hielt sich die Anzahl der Bilder in Grenzen, dennoch bin ich sehr zufrieden.
Absolutes Highlight waren zwei Hochzeiten. Eine im Central Park und eine weitere im Standesamt von New York City, bei der ich sogar Trauzeuge sein durfte. Wow, ein Traum wurde für mich wahr. Zwar war die erste Hochzeit etwas verregnet, aber das konnte uns nicht wirklich schocken. Nach der Zeremonie im Central Park ging es in einer Limousine quer durch New York. Der Regen zwang uns in den Untergrund und so wurde die Grand Central Station kurzerhand zur Fotolocation. Bestimmt für den New Yorker ein alter Hut, für mich aber etwas ganz besonderes.
Von der zweiten Hochzeit kann ich Euch momentan noch keine Details geben, da ich noch auf die Freigabe der Bilder warte. Aber es war ebenfalls ein genialer Tag. Sonne satt, so viel, dass wir Mittags in eine Pizzeria flüchten mussten. Hochzeit im Standesamt muss man in New York auch mal mitgemacht haben. Erinnert einen irgendwie an die Anmeldung eines KFZ, so mit Nummer ziehen und verschiedenen Schaltern zum bezahlen und unterschreiben. Die Bilder kommen hoffentlich bald nach.
Ausserdem gab ich noch zwei Workshops. Einer zum Thema Langzeitbelichtung und Nachtfotografie, der uns nach Brooklyn führte. Da bildeten sich auch die ersten Bekanntschaften unter den Teilnehmern. Für mich persönlich sind die Menschen, die ich dort kennengelernt habe wieder einmal ein Highlight. Man hat irgendwie etwas besonderes erlebt, das einen verbindet. Einige Wiederholungstäter vom letzten Jahr waren auch wieder dabei und ich denke einige der neuen Gesichter werde ich auch wiedersehen. Der zweite Workshop drehte sich um Licht und Location. Auch hier waren die Teilnehmer toll und wir hatten mega viel Spaß. Ich weiss echt nicht mehr, wie ich ins Hotel gekommen bin
Leider gibt es davon hier keine Bilder zu sehen. Die Teilnehmer wissen warum. Bildtechnisch eine grosse Enttäuschung, dafür menschlich umso genialer. Danke Euch allen vielmals dafür.
Einige Pärchenshootings hatte ich auch noch. Leider war das nicht immer ganz so einfach, da ich dafür keinen Helfer hatte. Meine Frau war leider nicht dabei und so kurzfristig konnte ich in New York niemanden finden. Wir hatten aber so wahnsinnig viel Sonne, dass ich oft Hilfe mit einem Bouncer, Swatter oder Blitz gebraucht hätte. Nun gut, man weiss sich ja zu helfen, aber schon irgendwie blöd, wenn man einen Helfer gewohnt ist
Aus technischer Sicht hat mich die Fuji X100s total überrascht. Verdammte Scheisse, wieso schleppe ich eigentlich ständig diese tonnenschwere D4 mit mir rum? Die Bildqualität kann es nicht sein, denn was die Fuji so raus haut, haut mich um. Auf meinem nächsten Trip bleibt die D4 wohl zu Hause.
New York war grossartig. Diese Art von Reisen in Verbindung mit ein bisschen Arbeit werde ich in den nächsten Jahren beibehalten. Miami steht auf meiner Wunschliste, ebenso Boston und Chicago. Aber erst einmal geht es jetzt im Juli nach Hong Kong und da bin ich richtig aufgeregt, denn das wird mein erster Asientrip. Dazu aber demnächst mehr.
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Am 7. Mai 2013 von Paddy veröffentlicht

Hier sind wieder Eure Foto-Sabbelköppe von der Küste und vom Rhein. Erst mal ein ganz grosses Dankeschön an Euch alle. Es ist unglaublich wie gut das Feedback bisher zu unserem Podcast ist. Die Facebook-Gruppe hat schon weit über 1.000 Mitglieder und es wird dort auch schon ab vom Podcast diskutiert. Ihr macht uns stolz
Nun aber zur vierten Ausgabe von “Das Paddy und Das Maddin”. Eine kurze Themenübersicht:
Kommentare, Diskussionen und das Gewinnspiel gibt es wie immer in unserer Facebook-Gruppe.
Ihr könnt uns übrigens auch auf iTunes abonnieren, in Maddins Blog schauen und die Krolops & Gersts auf Facebook mit lustigen Kommentaren überhäufen.
Bis zum nächsten mal
Das Paddy und Das Maddin
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Am 29. April 2013 von Paddy veröffentlicht
Da bin ich also wieder. Mein dritter Besuch in New York City. Eine wahnsinnig faszinierende Stadt.
Leider ist die Freude nur halb so schön, denn meine Frau ist ganz kurzfristig noch krank geworden, so dass sie nicht mit konnte. Einen riesiges Drama, aber letztendlich die bessere Entscheidung. Nun hoffen wir, dass es schnell besser wird und sie noch nachkommen kann.
Der Hinflug verging wie im Flug
An Board der 747 gab es Flynet. Nicht ganz billig mit 20,- € für 24 Stunden, aber genau richtig für einen Nerd wie mich. Da sass ich also mit Macbook, iPad und iPhone und vertrieb mir die Zeit. Wenn da nicht das vergessene Netzteil gewesen wäre. Bereits am Flughafen stellte ich fest, dass ich Vollhonk das Macbook-Netzteil vergessen hatte. In Frankfurt am Flughafen hätte ich noch kurz vorm Boarding eins kaufen können … für 149,- €. Ja ne, iss klar. Die kosten sonst so um die 70-80,- €. Das kann ich auch in New York noch kaufen. Einen Durchlichtschirm hatte ich auch vergessen und so war der Plan gleich nach Ankunft bei Adorama vorbei zu schauen. So war leider auch der Plan dahin die Bilder der Hochzeit vom Samstag im Flieger zu bearbeiten. Lightroom saugt so einen Akku nämlich ratzfatz leer.
Mein Hotel ist nicht weit von der Penn Station. Da kommt man richtig gut mit der LIRR (Long Island Rail Road) hin. Einfach vom Flughafen JFK mit dem Air Train nach Jamaica und von dort weiter mit der LIRR. Nach ca. 45 min war ich im Hotel. Naja, von der Warteschlange bei der Einreise reden wir mal lieber nicht
Nach meiner Ankunft habe ich den Koffer gar nicht erst ausgepackt und bin gleich zu Adorama. Der ist näher als B&H und irgendwie mag ich den Laden etwas lieber. Argh, die haben da das ganze geile Zeug rumstehen. Durchlichtschirm, Netzteil, kein Problem. Nach kurzer Zeit bin ich wieder raus. Zurück zum Hotel, erst mal Koffer auspacken. Hätte ich vielleicht vorher machen sollen. Dann hätte ich festgestellt, dass ich das Netzteil in den Koffer getan habe
Aber gut, die kann man immer gebrauchen.
Auf dem Empire State Building war ich bisher noch nicht. Top of the Rock soll viel besser sein und daher war ich beim vorletzten Besuch dort oben. Das ESB ist gleich ums Eck, keine 10 min laufen. Also rauf da. Ich hatte Glück, keine langen Schlangen. Ging recht flott nach oben. WOW! Was für ein geiler Blick. New York 360° von oben. Haha, das fotografiere ich doch gleich mal und mache ein Panorama daraus. Dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn. Ich hatte die Fuji X100s mit und zwängte mich an das Gitter, um jeweils ein paar Bilder in die verschiedenen Himmelsrichtungen zu schiessen. PTGui wird das schon richten war mein Gedanke.
Was dabei heraus gekommen ist, sehr Ihr, wenn Ihr auf das Bild klickt. Am besten Ihr zoomt gar nicht rein, denn selten habe ich ein Panorama mit mehr Fehlern erstellt als dieses. Krumm, schief und jede Menge Stitchingfehler. Daraus könnte ich ein Fehler-Suchbild machen
Aber das war mir dann auch egal, der Blick ist einfach genial.

Heute geht es zur ersten Hochzeit im Central Park. Leider regnet es etwas, aber auch das ist mir nun egal. Hauptsache fotografieren. Die freie Zeit kann ich ja leider nicht ganz so geniessen wie ursprünglich geplant.
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Am 25. April 2013 von Paddy veröffentlicht
Nachdem ich einen kleinen Beitrag über die App Easy Release veröffentlicht hatte, kontaktierte mich Marcus Hofman, ein Anwalt aus München, der sich mit der Thematik der elektronischen Unterschrift ein wenig beschäftigt hat. Wir plauderten ein wenig und kamen schnell zu dem Schluss, dass es doch cool wäre zu dem Thema einen kleinen Gastbeitrag von einem Anwalt zu haben. Ich selbst habe von solchen Dingen wenig bis keine Ahnung und daher finde ich es extrem cool, dass Marcus sich bereit erklärt hat mal zu dem Thema Stellung zu nehmen. Marcus hat sich übrigens auf Rechtsfragen zu “neuen Medien” spezialisiert. In dem Zuge auch mit Fragen zu Bildrechten und -freigabe. Falls Ihr auf dem Gebiet Unterstützung benötigt, dann könnte er der richtige Ansprechpartner für Euch sein. Aber nun zum Thema. Hier kommt der Beitrag von Marcus zur elektronischen Unterschrift in Easy Release.
Vor ein paar Tagen hat Paddy ja diese schöne Model Release App “Easy Release” vorgestellt. In den Kommentaren zu dem Beitrag tauchte dann die Frage auf, wie das denn rechtlich eigentlich aussieht mit so einer App. Sind die Verträge wirksam? Ist das eine echte Unterschrift, so mit dem Stylus auf dem Tablet? Da ich diese Frage schon öfter gestellt bekommen habe, möchte ich mich des Themas kurz annehmen.
Solche “digitalen Unterschriften” sind ja mittlerweile recht verbreitet. Beim Bezahlen mit der Maestro- oder Kreditkarte unterschreibt man regelmäßig auf irgendwelchen Touchpads, und wer ab und zu Paketpost bekommt, der hat vom Zusteller schon so ein Multifunktionsdings zum Unterschreiben hingehalten bekommen. Wenn man sich nach der Unterschrift auf so einem Teil von dem Schreck über die eigene Unterschrift – im Stehen und ohne Handauflage hingeworfen – erholt hat, kann man sich schon fragen, wie wirksam das alles ist.
Aber mal zurück zu Easy Release, und der Reihe nach. Wir haben es hier rechtlich mit zwei voneinander völlig unabhängigen Problemen zu tun. Erstens: Sind Verträge mit Easy Release wirksam geschlossen? Und zweitens: Ist die Unterschrift eine echte Unterschrift?
Um die Verwirrung komplett zu machen, nehme ich das Ergebnis mal vorweg: Nein, die “Unterschrift” ist keine. Und ja, die Verträge kommen wirksam zustande.
Fangen wir mal mit der Unterschrift an. Eine eigenhändige Unterschrift des eigenen Namens auf einer Urkunde ist das, was das Gesetz in § 126 BGB als “Schriftform” bezeichnet. Eine der gesetzlichen Anforderungen ist eine “Urkunde”, also ein schriftlich abgefasstes Dokument. Und die haben wir bei dem Tablet nicht. Was wir haben, ist lediglich eine digitale Kopie. Außerdem gibt es keine eigenhändige Unterschrift. Auch davon existiert nur ein digitales Abbild. Für die Schriftform reicht das nicht aus.
Neben dieser Schriftform gibt es noch andere “Formen”, zum Beispiel die Textform. Sie erfordert vor allem eine dauerhafte Wiedergabe in Schriftzeichen. Es gibt auch die elektronische Form durch eine digitale Signatur nach dem Signaturgesetz, die notarielle Beurkundung oder die Eigenhändigkeit, bei der die gesamte Erklärung eigenhändig geschrieben sein muss. Die Hürden für die Erfüllung der verschiedenen Formen sind unterschiedlich hoch, und der Gesetzgeber macht die Wirksamkeit bestimmter Erklärungen von der Einhaltung einer bestimmten Form abhängig. Die Widerrufsbelehrung beim Online-Handel zum Beispiel muss der Textform genügen. Deshalb reicht es, dass man sie per Email zugeschickt bekommt. Ein Kaufvertrag über eine Immobilie muss vom Notar beurkundet sein, ebenso eine Schenkung, und ein Testament muss man entweder komplett eigenhändig schreiben oder notariell beglaubigen lassen. Je bedeutsamer also die Rechte sind, um die es geht, desto strenger die Form.
Wichtig ist jetzt aber: diese verschiedenen Formen braucht man nur dort, wo das Gesetz es vorschreibt. Alle anderen Verträge kann man auch “einfach so” schließen. Mündlich, per Handschlag, durch schlüssiges Verhalten – alles rechtlich absolut wirksam. Man muss sich nur über die wesentlichen Punkte wirklich einig sein. Für ein Model Release braucht man deshalb keine besondere Form. Theoretisch würde es also reichen, wenn man mit dem Model kurz ratscht, die wichtigsten Punkte klärt und sich die Hand darauf gibt. Alles wirksam.
Welche Vorteile hat also eine App wie Easy Release, rechtlich betrachtet? Sie hat zwei wesentliche Vorteile. Erstens vermeidet man, aneinander vorbei zu reden. Die Einigung ist als Text niedergelegt, das Model muss den Text lesen, bevor es unterschreiben kann. Der Vertrag wird dann direkt als PDF per Email an beide versendet. Das vermeidet Missverständnisse. Nach meiner Erfahrung ist das der wichtigste Vorteil eines schriftlichen Vertrages.
Zweitens führt es dazu, dass sich später im Fall des Streites nicht plötzlich einer nicht mehr erinnern kann oder will, oder alles ganz anders gewesen sein soll. Es geht also um die Möglichkeit, im Streitfall einen Beweis zu führen. Da dürfte die Email mit dem PDF, die an beide versendet wird, schon ein sehr hilfreiches Indiz sein. Natürlich ist der Beweiswert einer Email eingeschränkt, immerhin ist die recht leicht fälschbar. So eine “Unterschrift” des Models (oder des Fotografen) auf dem PDF stärkt dann die Beweisführung noch einmal. Jedenfalls dann, wenn dieses digitale Abbild der Unterschrift auch so aussieht, wie die Unterschrift von dem Model in Wirklichkeit. Schon deshalb bietet sich an, mit einem Stylus zu unterschreiben, auf einem möglichst großen Tablet, am Tisch, im Sitzen. Sonst hat man ganz schnell das eingangs erwähnte Postzusteller-Phänomen, und die “Unterschrift” ist nichts als ein unkoordiniertes Gekrakel.
Die Beweisführung wird mit Easy Release im Streitfall aber nochmal erleichtert. Im Idealfall hat man nämlich vor Ort ein Foto von dem Model gemacht, das in Easy Release gespeichert und in das PDF eingebunden wird. Ein Foto vom Vertragspartner am Ort und zur Zeit des Vertragsschlusses, nicht schlecht; das hat man doch eher selten. Außerdem bietet Easy Release die Möglichkeit, einen Zeugen hinzuzuziehen. Das dürfte im Normalfall gar nicht mehr nötig sein, empfiehlt sich aber natürlich trotzdem immer. Kommen alle diese Indizien zusammen, dürfte der Beweis eines Vertragsschlusses zu den vereinbarten Konditionen praktisch immer gelingen. Auf jeden Fall kommt die Gegenseite, wenn sie etwas anderes glaubhaft behaupten will, da schon ganz schön ins Schwitzen. Easy Release hilft einem hier, keine Fehler zu machen.
Wichtig ist noch, dass man in Easy Release auch vernünftige Vertragstexte hinterlegt. Denn auch ein wirksam geschlossener Vertrag, in dem das “Falsche” steht, nützt einem nicht viel. Der bei Easy Release mitgelieferte Vertrag ist zwar so schlecht gar nicht, bildet aber viele Szenarien, in denen der Fotograf nicht alleine alle Rechte und das Model nicht nur Geld bekommen soll, nicht ab. Hier kann man in Easy Release nun selbst Hand anlegen und die Verträge anpassen. Je nach Situation verwendet man dann einfach die passende Vertragsvorlage.
Bedenkt man dann noch die ganzen anderen praktischen Vorteile einer App wie Easy Release, dann ist das Alles in Allem also eine wirklich feine Sache.
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