It Is Not The Fuckin Camera … Bullshit!

Am 15. Februar 2015 von Paddy veröffentlicht

camera

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein selbst ernannter Künstler bei einer Diskussion um Equipment den wahnsinnig philosophischen Spruch fallen lässt: „Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Fotograf„. Und ich kann es nicht mehr hören. Zumal es meistens diejenigen Fotografen sind, die selbst mit 5000€-Kameras durch die Gegend rennen. Es hat den Anschein, als wenn die Prediger dieser Botschaft sich gerne vom Fussvolk der Fotografie abheben möchten. Mit einer Lochkamera sieht man diese Kollegen aber dennoch nicht rumlaufen. Angeblich kann ein guter Fotograf mit jeder Kamera tolle Fotos machen, dennoch hat die Verwendung von vermeintlich „schlechtem“ Equipment meist den Zweck der Welt zu zeigen, was für ein cooler Fotograf man ist. Dann fotografiert man eben mal eine ganze Hochzeit mit einer analogen Kamera oder auch nur mit dem iPhone oder nur einem Objektiv. Ja klar geht das alles, aber macht trotzdem keiner, zumindest nicht regelmäßig. Nach dem geglückten Experiment und der darauf folgenden Lobeshymnen durch die Anhänger geht man wieder zum professionellen Equipment über.

Ich möchte mich aber nicht einfach nur über dieses Oberlehrer-Getue auslassen, sondern habe etwas darüber nachgedacht was eigentlich dran ist oder was auch nicht. Die Geschichte ist nämlich weder schwarz noch weiss und auch ich möchte eine viel strapazierte Floskel verwenden: „kommt darauf an„.

Technischer Fortschritt hat uns auf den Mond gebracht

Der Kauf von teurem Equipment bringt mich also fotografisch nicht weiter. Das ist ein oft gehörter Ratschlag. Er suggeriert, dass eine teure Kamera die Qualität der eigenen Fotos nicht verbessert. Ich behaupte aber schon, dass das der Fall ist. Die Frage ist eher was „verbessern“ bedeutet. Technischer Fortschritt in allen Bereichen unseres Lebens hat viele Vorteile gebracht. Wir leben dadurch länger, haben andere Kontinente entdeckt, kommen schneller und sicherer von A nach B und können mit allen Menschen auf der Welt in Kontakt stehen. Ja klar, nicht jede Technik muss man Gut heissen, einiges birgt auch Gefahren, aber so weit möchte ich in der Grundsatzdiskussion nicht gehen. Fakt ist, dass technischer Fortschritt uns heute Dinge ermöglicht, die vor Jahren nicht möglich waren. Das ist in der Fotografie ebenfalls der Fall. Wir können heute Bilder machen, die vor Jahren so nicht möglich waren. Bessere Auflösungen, besseres Rauschverhalten und größerer Dynamikumfang erlauben heute auch in schwierigen Situationen zu fotografieren, wo vor ein paar Jahren niemand auf die Idee gekommen wäre eine Kamera auszupacken. Nicht zuletzt hat vieles auch einfach mit Komfort zu tun.

Man muss das Werkzeug zu nutzen wissen

Was nutzt mir aber eine Mondrakete im Garten, wenn ich das Zündschloss nicht finde? Sicher muss man den eigenen Wissensstand zur Grundlage machen. Um das Zusammenspiel von Blende, ISO und Zeit zu erlernen muss ich keine tausende Euros investieren. Besonders am Anfang hat man einen Aha-Effekt nach dem nächsten und das bereits mit kleinem Equipment. Die Grundlagen der Fotografie haben sich seit Jahren nicht verändert und es gilt nun einmal diese zu erlernen, bevor man sich mit dem ganz heissen Scheiß beschäftigt. Ich erinnere mich noch an meine Studienzeit, wir lernten grundlegende Algorithmen mit der funktionalen Programmiersprache Haskell, die wohl nur zu Lehrzwecken eingesetzt wurde. Ja, wir haben damit viel Grundlagen gelernt, benutzt hat die Sprache aber später niemand mehr von uns.

Fotografie ist Kunst und Technik zugleich

Viele Fotografen möchten gerne als Künstler durchgehen und blicken herablassend auf den vermeintlichen Techniknerd, der die Bedienungsanleitung auswendig kennt, aber kein gescheites Foto auf die Schiene bringt. Der Künstler hingegen überspielt seine mangelnde Technikkunde, indem er Unschärfe kurzerhand zum Stilmittel erklärt. Wer mit dem Blitz nicht umgehen kann, nennt sich eben Available-Light-Fotograf. Na klar, wenn ich das Werkzeug nicht richtig bedienen kann, bringt mich auch das teure Equipment nicht weiter.

Einige Fotografen kommen über das Bild, fotografieren im Automatikmodus einfach drauf los und machen tolle Bilder. Andere wiederum nähern sich über die Technik, machen technisch einwandfreie Bilder, denen es aber wiederum an Inhalt und Aussage fehlt. Jetzt kann man darüber diskutieren was denn wichtiger ist und die meisten werden wohl zustimmen, dass der Inhalt die wichtigste Komponente ist. Dem stimme ich zwar auch zu, aber mein persönliches Ziel ist es eine inhaltliche Aussage technisch perfekt umzusetzen.

Die Fotografie besteht aus künstlerischen Elementen, angefangen bei Bildaufbau, Bildschnitt und dem richtigen Moment und aus technischen wie der richtigen Belichtung, guter Schärfe oder Dynamik. Und dann gibt es Zwitter, wie die Schärfentiefe, die durch technische Komponenten bestimmt wird, aber künstlerische Verwendung findet. Mein Ziel ist das alles miteinander zu vereinen.

Ich habe schon unzählige Fotos gemacht, die mit x-beliebigem Equipment gleich ausgesehen hätten. Auch habe ich mit verdammt teuren Kameras richtig beschissene Fotos gemacht. Aber ich habe auch schon Bilder gemacht, die nur mit entsprechender Technik möglich waren.

Auf welcher Seite der Macht stehst Du

Betrachtet man das Hobby Fotografie, so muss man meiner Meinung nach unterscheiden zwischen der technischen und fotografischen Diskussion. Es gibt viele Menschen, mich eingeschlossen, die eine hohe Technikverliebtheit besitzen. Diese Menschen nennt man dann gerne auch mal Nerds, ihr Anführer ist Sheldon Cooper 😉 Wir haben in der Kindheit mit dem Kosmos Elektrobaukasten gespielt, aus Lego Raumfähren gebaut und unseren C64 aufgeschraubt um einen Resetknopf einzulöten. Für uns kann ein Gerät gar nicht genug Knöpfe haben, eine Bedienungsanleitung nicht dick genug sein und es fehlen immer irgendwelche Features. Wir lieben es über Technik zu diskutieren und wir lieben es unsere Fotos auf 100% zu vergrößern, um uns auf die Suche nach dem Rauschen zu begeben. Das läuft so lange friedlich ab, bis der Künstler um die Ecke kommt und den verhassten Satz sagt „It’s not the fuckin Camera„. Dann ist Krieg und innerhalb kürzester Zeit schwellen Kommentarthreads auf hunderte Seiten an, in denen es gerne auch mal unter die Gürtellinie geht. Das Paradoxe daran: Der Technikfreund ist sich durchaus bewusst, dass er mit Technik alleine keine tollen Fotos macht und der vermeintliche Künstler rennt dennoch mit der 5000€-Kamera durch die Gegend (hat aber den Markennamen abgeklebt).

Auch hier schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich mag beide Seiten der Fotografie, ich mag es mich mit minimalem Equipment auf das Bild zu konzentrieren und ich mag ebenso die Technikschlacht. Der Unterschied zwischen Fotografie und Star Wars ist, dass man sich nicht für eine Seite der Macht entscheiden muss. Dennoch bilden sich gerne Lager und es entstehen die hitzigen Diskussionen, bei denen die Aussenstehenden am meisten zu lachen haben. Na klar gibt es Paradebeispiele bei denen mit sündhaft teurem Equipment wirklich beschissene Fotos gemacht werden. Dem Fotografen kann man dann tatsächlich meist nur raten sich weniger mit der Technik zu beschäftigen. Andererseits ist in meinen Augen auch das Hobby Fotografie aus technischer Sicht vollkommen legitim. Ob sich andere an der Brillanz und Schärfe ebenso erfreuen wie man selbst steht auf einem anderen Blatt. Die Anerkennung erntet man doch weniger über die technische Perfektion, als über den Bildinhalt.

Kommen wir zum Schluss

Ich glaube das eigentliche Problem ist nicht die Frage ob die Fotografie mehr Kunst oder Technik ist. Vielmehr ist es, was wir daraus machen und auf welchen Thron wir uns selbst setzen. Der Spruch „Der Fotograf macht das Bild bla bla bla“ ist zwar grundsätzlich richtig, aber wird in den meisten Fällen gerne benutzt sich selbst vom Mob abzuheben und der Welt zu zeigen, dass man als Künstler über den Dingen schwebt. Dass man selbst 5000€-Blitze verwendet, muss ja niemand wissen.

Ich selbst habe für mich akzeptiert, dass ich viel technischen Schnickschnack kaufe, den ich für die Fotokunst nicht benötige, der aber wichtig für die Fototechnik ist und mir einfach Spaß macht. Brauche ich das? Ist doch scheißegal, was brauchen wir schon. Ich möchte nicht zu dem einen oder anderen Lager gehören, ehrlich gesagt möchte ich nicht einmal, dass es Lager gibt. Es gibt kunstvolle Fotos und es gibt technisch perfekte Fotos und dann gibt es noch die, die beides sind. Was als Kunst durchgeht ist dabei mindestens so heftig diskutiert wie die Frage was technische Perfektion bedeutet.

Foto-Credit: Olaf Schieche

Veröffentlicht in: Klönschnack nach oben

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Kommentare (91)

  • Michael schrieb am 15.02.2015

    Lieber Paddy
    Du sprichst mir aus dem Herzen. Ähnlich ist es mit den Markenkriegen. Ist doch einfach toll sich auszutauschen und die Vor- und Nachteile zu kennen.
    Grüss dich aus der Schweiz
    Michael

  • Thomas schrieb am 15.02.2015

    Hut ab, ein extrem genialer Artikel zu der Diskussion. Den teile ich jetzt durch die Welt, da ich ihn fast vollständig so unterschreiben kann.

    LG Thomas

  • Dietmar schrieb am 15.02.2015

    Toll geschrieben, ich lese gerade ein Buch von David DuChemins, Sehen und Gestalten. Der greift das Thema mit dem Freak und dem Künstler auch auf. Ist lesenswert.
    Ansonsten ist dem was Du geschrieben hast nichts zu zufügen.

    Noch einen schönen Abend

    Dietmar

  • Jan schrieb am 15.02.2015

    Ich möchte dem noch hinzufügen, dass mir eine gute Kamera auch dadurch hilft, dass sie mir weniger im Weg steht. Natürlich kann ein guter Fotograf mit seinem iPhone tolle Fotos machen, aber eventuell hat er an dem Tag x großartige Momente und Situationen verpasst, weil der Autofukus daneben lag, oder es zu dunkel war. Überall da, wo es also um das Abbilden, Einfangen oder Dokumentieren der Welt geht, ist gutes Equipment unter Umständen eine große Erleichterung.

  • K.Jänecke schrieb am 15.02.2015

    Respekt…….
    klare Ansage, dem muss und möchte ich nichts mehr hinzufügen !!!!

  • Sven schrieb am 15.02.2015

    Mit ’ner Kompaktknipse oder dem Mobiltelefon könnte ich nicht 5 Minuten oder länger belichten. Schon aus diesem Grund ist diese Aussage für mich völliger Blödsinn.

    Viele Grüße
    Sven

    • Harald schrieb am 15.02.2015

      Das ist auch nicht der Punkt 🙂 Mit dem Handy was ich DABEI habe, kann mir ein tolles Foto gelingen. Wenn ich 5 Minuten belichten will, nehme ich natürlich die „richtige“ Kamera mit.

    • Hampi-57 schrieb am 16.02.2015

      Wenn Du den Bericht gelesen bzw. richtig gelesen hättest, dann wäre Dir dies aufgefallen: Zitat:…Aber ich habe auch schon Bilder gemacht, die nur mit entsprechender Technik möglich waren… Zitat Ende. Hoffe Du verstehst was ich meine.

  • Jochen Bake schrieb am 15.02.2015

    Klasse Artikel.

    Ich fotografiere leidenschaftlich gerne und mir ist es wurscht ob alles perfekt ist. Ich will mein Hobby ausleben und kaufe mir dafür nur das Beste. Ich will es einfach haben und kann es mir leisten. Der Erfolg bei Facebook bestätigt, das nicht alles perfekt sein muss. Die Leute folgen mir weil ich hauptsächlich meine Heimatstadt fotografiere. Dies würden sie auch tun, wenn ich noch mit meiner Nikon D90 arbeiten würde. So habe ich mir eine D800 und D4S gekauft. Ich wollte die einfach haben.

    • Oliver schrieb am 15.02.2015

      Ganz richtig Jochen! So soll es doch sein. Spass an der Sache und Leidenschaft und das mit derjenigen Ausrüstung die man sich leisten kann oder möchte.

  • Christian schrieb am 15.02.2015

    VW oder Opel?
    Atari oder Commodore?
    Apple oder PC?
    iOS oder Android?
    Canon oder Nikon?
    Kamera oder Fotograf?

    Ist es nicht immer das Gleiche? Ich bin bei solchen Diskussionen auch gerne Außenstehender, das kann so amüsant sein. Raubt aber auch viel Zeit, das alles zu lesen 😉

    • Anton schrieb am 15.02.2015

      Äpfel oder Birnen?

      Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich 😉

  • Kris schrieb am 15.02.2015

    Aber was wahres ist doch dran, denn ein teures Auto macht aus mir noch keinen guten Autofahrer…
    Den Blick fürs Motiv bringe ich mit, das Wissen, wie ich die Kamera einstellen muss bringe ich mit, auf den Auslöser drücke letztendlich ich.
    Eine teure Kamera allein macht es also nicht.
    Es kommt auf das Zusammenspiel zwischen Mensch, Handling und Kamera an – finde ich jedenfalls…

  • Harald schrieb am 15.02.2015

    sehr gut geschrieben – ich gehöre auch in beide Lager – manchmal ägere ich mich auch über mich selbst – da vergleiche ich 2 50mm Objektive welches denn ein Quäntchen schärfer ist – und weiß aber das es wohl außer mir niemand gibt, der den Unterschied sieht – ABER es macht Spaß – und dann auch zu wissen – schärfer gehts nicht – oder doch mit der A7R und dem 55mm ?
    …. lese deine blog echt gern 🙂

  • Uwe schrieb am 15.02.2015

    Da fehlt ein: Amen!

    Bringt es eigentlich schön auf den Punkt. Die Grundsatzfrage bei dem ganzen Thema ist ja eiegntlich: Was ist denn ein tolles Foto? Das ist halt extrem subjektiv. Die Oma findet alle Enkelfotos toll, weil eben das Enkel drauf ist. Da kann die technische Qualität noch so sch#%&$ sein, vollkommen egal. Selbiges trifft eben oft auch auf die „Kunscht“, auch alles sehr subjektiv (ich kann die Putze, die die Beuyssche Fettecke weggeputzt hat, durchaus verstehen). Wenn man allerdings auf technisch sauber gearbeitete Bilder steht, dann gehts halt irgendwann auch nicht ohne einen gewissen technischen Aufwand. Was die Kitlinsen in 10×15 noch „knackscharf“ liefern sieht halt dann in 100×150 auch mal bescheiden aus. Ohne bessere Linsen gehts da irgendwann nicht mehr. Oder bestimmte Themen, die wie Du ja selbst sagst, für Otto-Normal-Fotografen vor Jahren so nicht möglich gewesen wären. Stichwort Nachtaufnahmen/Sternenhimmel/Milchstraße. Ohne heutige High-ISO-Leistungen nicht für jedermann machbar. Also hilft nur aufrüsten.

    Interessanterweise sieht das der Deutsche bei anderen Themen ganz anders. Oder kennst Du eine, der draußen rum posaunt, das es doch der Benz-Motorwagen auch tut und damit jeder gute Fahrer problemlos von A nach B kommt?

  • Kreuzschnabel schrieb am 15.02.2015

    Ich finde, daß bei diesem Thema sehr viel aneinander vorbeigeredet wird.

    Richtig ist natürlich, daß man mit einer hochwertigen Kamera bessere Bilder machen kann als mit einer billigen (sonst gäbe es keinen Grund dafür, so viel Geld für die hochwertige auszugeben).

    Falsch ist aber, daß eine hochwertige Kamera in denselben Händen automatisch bessere Bilder macht als eine billige (wobei sich natürlich, wie von dir angesprochen, die Frage stellt, was eigentlich „besser“ heißen soll). Auch billige Kameras können heute ausgewogen belichten und perfekt fokussieren. Sie bieten mir nur nicht die Möglichkeiten der Gestaltung – zum Beispiel mit Unschärfe. Aber dieses Mittel muß man erst einmal bewußt einsetzen, bevor es sinnvolle Ergebnisse bringt.

    Den von dir kritisierten Spruch bringe ich sehr gern – und meiner Meinung nach zutreffend – immer dann an, wenn jemand die Qualität meiner Bilder lobt und dann nach der Kamera fragt – in der Ansicht, er müsse sich nur dieselbe Kamera kaufen, um auch solche Bilder machen zu können. Das ist Bullshit. Wenn ich die Gitarre von Mark Knopfler in die Hand nehme, kommt dabei noch längst nicht seine Musik raus.

    Ein ansprechendes Bild entsteht nicht durch eine rattenscharf zeichnendes Objektiv und nicht durch einen rauscharmen, hochauflösenden Sensor. Ein ansprechendes Bild entsteht aus einer guten Bildidee.

    Dann bietet natürlich eine hochwertige Kamera viel mehr Möglichkeiten, aus diese Bildidee tatsächlich ein Bild zu machen. Aber erst dann – und die Bildidee muß ein Mensch haben, das kann die Kamera nicht.

    Ideenloses Fotografieren mit einer FX-Nikon und einer 3xxx-€-Scherbe ergibt Bilder, die vielleicht schärfer und kontrastreicher, aber nicht ansprechender sind als ideenloses Fotografieren mit einer 120-€-Point-and-Shoot-Knipse.

    Ich sag den Leuten immer: Wenn du an die Grenzen deiner Fototechnik stößt, wenn dein Kamerasystem deine Bildideen einschränkt, dann brauchst du was Besseres – und dann bringt es dir auch Gewinn. Aber wer mit seinen Eifon-Bildern völlig zufrieden ist, hat von einem FX-System keinerlei Mehrwert.

    • Stefan schrieb am 15.02.2015

      Paddy liegt vollkommen richtig, aber Dein Kommentar bringt es noch mehr auf den Punkt.
      Ich bin auch so einer, der ein tolles Bild sieht und nach dem verwendeten Equipment fragt.
      Ich habe mittlerweile aber auch gelernt, das davon meine Bilder nicht genauso werden…
      Und das mit der Gitarre stimmt auch 🙂

  • Genialer Artikel!

    • Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

      Ich weiß noch wie ich gewarnt wurde mir eine Vollformat gekauft habe.
      Tu das nicht, das ist teuer, deine Bilder werden auch nicht besser….blabla. Komischerweise nutzen selbst alle teure Kameras….
      Mir kam es „damals“ so vor, als ob kein weiterer in der ach so elitären Gesellschaft geduldet wird. Egal. Was soll ich sagen, meine Bilder wurden nach kurzer Eingewöhnungszeit besser… Komisch…
      Ob das nun an der teuren Kamera lag? Ist mir scheissegal 😉

  • Barbara schrieb am 15.02.2015

    hi
    Du hast das Thema gut auf den Punkt gebracht. Allerdings hast Du noch eine Variante vergessen 😉 : Ich fotografiere mit meiner Sony (nicht billig, aber auch nichts für Nerds) und ich selber sage ja nichts. Aber ich muss wirklich sehr häufig hören: „das sind schöne Bilder, du hast halt einfach eine super Kamera!“ Tja, ich sage dann einfach, dass das stimmt. Und meist weiss mein Gegenüber nicht, warum meine Laune plötzlich so gut ist…. 😉

  • Tim schrieb am 15.02.2015

    die ewige Frage, ob ein gemachtes Foto mit besserer Ausrüstung vielleicht nicht doch noch besser wäre, entfällt, wenn man – natürlich im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten – in sein Equipment investiert

    und wenn ich ein so zeitintensives Hobby wie die Fotografie zu meinem Hobby mache, dann will ich doch auch das bestmögliche – natürlich wieder im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten – Material haben

    als Radsportler nehme ich doch auch kein Klapprad

    • Wieland schrieb am 18.02.2015

      Aber wenn Ihnen ein Bein fehlt, werden sie niemals ein Radsportler – egal ob mit Renn- oder Klapprad – werden, wenn ich mir die Analogie erlauben darf.

      Ich sollte mich, bevor ich ernsthaft mit der Fotografie anfange, mich erst einmal mit bildenden Künsten befassen, damit ich das Sehen lerne. Denn jedes Foto ist ein Zitat, das mit Sehgewohnheiten spielt, die unserer Kultur entspringen. Wenn ich mich mit diesen aber nicht auskenne, werde ich wahrscheinlich nur Durchschnitt abliefern, und das will wahrscheinlich niemand, der ein echtes Interesse an dem Medium hat. Wenn ich allerdings nur den Anspruch habe, Postkartenmotive zu produzieren, dann bleiben es eben Postkartenmotive, egal mit welcher Technik ich fotografiere.

  • DJ Melosine schrieb am 15.02.2015

    Würden wir uns heute noch „Let it be“ anhören, wenn es uns nicht emotional begeistern würde? Tontechnisch wären heute ganz andere Sachen möglich, in der Musik ebenso wie in der Fotografie…

    Wenn es einen anspricht, beeinflusst oder einfach nur gefällt, dann sollte das verwendete Gerät nicht im Vordergrund stehen. Es sollte einem dabei unterstützen, die jeweilige Idee schnell umzusetzen, ohne störend in Erscheinung zu treten.

    Natürlich würde ich auch mein gesamtes Geld für irgendwelche Technik / Gadgets ausgeben, wenn es möglich wäre, lebensnahe Prioritäten komplett auszublenden…

  • Dieter schrieb am 15.02.2015

    Danke Paddy,

    wieder ein guter Artikel, gute Gedanken und gut geschrieben.

    Auch ich bin technikverliebt und tausche mich gerne mit anderen Fotografen über die Möglichkeiten der Kameras und des Zubehörs aus. Aber ich will nicht zu einem Lager gehören, denn ich finde, diese Zugehörigkeit bringt mich nicht weiter.

    Als Hobby-Fotograf vergleiche ich mich gerne mit einem Schlosser, der ein Treppengeländer bauen soll:

    Ohne die Grundlagen zu kennen und die Basics wie Schweißen, Löten, Nieten, Bohren usw. zu beherrschen kann er schwerlich eine belastbare und haltbare Konstruktion zustande bringen.
    Wenn er diese dann erlernt hat liegt es an seinem Geschick und seinem Können, ob er eine nüchterne, rechteckige aber durchaus funktionierende Konstruktion mit geraden Streben zusammenbaut oder ob er sich für eine kunstvolle Schmiedeeiserne Konstruktion mit geschwungenen Stäben und Schnörkeln baut.

    Für beide Varianten ist es unerlässlich, sein Handwerk zu kennen und die Werkzeuge zu beherrschen. Ob man dann zu den Handwerkern oder Künstlern gezählt wird, das werden wohl am ehesten die Betrachter der „Werke“ entscheiden. 😉

  • Kai schrieb am 15.02.2015

    Endlich mal jemand der es auf den Punkt bringt! Top, Du sprichst mir aus dem Herzen. Logisch geht ein gutes Bild nur mit ordentlicher Technik. Und? …ja den Blick für`s Motiv muss man auch haben, ich persönlich hab da immer so meine Probleme.

    • Wieland schrieb am 18.02.2015

      Was bitte ist ein „gutes Bild“?
      Ich teile Ihre Ansicht zum Zusammenhang zwischen Technik und Bild nicht. Wäre dem nämlich so, gäbe es schlicht keine „guten Bilder“ vor Laika & Co. Und das, so man sich ein wenig mit der Fotografiegeschichte auskennt, ist schlicht Unsinn.

  • Michael schrieb am 15.02.2015

    Wenn man sich die Diskussionen in den Foren durchliest, geht es meistens um die Technik, ob diese oder jene Kamera weniger rauscht oder dieses oder jenes Objektiv schärfer abbildet. Wenn ich mir dann die Angebote im Gebrauchtmarkt ansehe und feststelle, dass da schöne 2 Jahre alte Kameras mit 1.500 Auslösungen verkauft und in das neue Modell investiert wird dann ist klar, dass es vielen wichtiger ist, die neueste Technik zu besitzen statt damit zu arbeiten. Fotografische Grundlagen hinsichtlich Bildaussage und -gestaltung sind bei vielen absolut nebensächlich.
    Zahllose Katzen- und Hundefotos in den Beispielthreats sollen Vorteile gewisser Systeme untermauern.
    Dieses Verhalten wird befeuert von zahllosen Blogs, in denen ständig die neuesten Technik Gadgets als Must Have gelobhudelt werden ( aktuell z. B. die neue OMD E-M5, 40 MP und frostsicher, haha ).
    Die fotografischen Arbeiten werden dadurch aber nicht besser, da sich die Kameratechnik seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau bewegt. Davon abzulenken wird mit immer neuen modischen Spielereien wie HDR, Timelapse und dergleichen versucht…
    Für mich gilt der Spruch, dass der Fotograf das Bild macht, mehr denn je und immer mehr Leute sind immer weniger dazu in der Lage, weil sie sich durch den ganzen Technik Schnicki Schnacki nur allzu gerne davon ablenken lassen, sehr zur Freude der Hersteller…

    • Wieland schrieb am 18.02.2015

      Danke, so sehe ich das auch.
      Selbst die ehrwürdige Leica ist heute zum Gadget verkommen, das sich neureiche Steppjackenträger individualisieren können um dann mit geschwellter Brust durch die Innenstädte zu laufen und Bilder für den Mülleimer zu machen oder, noch besser, die Foto-Communities damit zu überschwemmen.
      Im Gegensatz dazu gibt es da die Leute, die noch mit alten Analogknipsen arbeiten und teilweise wirklich gute, funktionierende Bilder abliefern und ich mich manchmal frage, warum die noch keiner entdeckt hat.
      Mein großes Vorbild Peter Lindbergh arbeitet übrigens immer noch wie eh und je. Und die Bilder sind digital nicht „besser“ als damals, da er noch mit der F4 fotografiert hat.
      Man muss eben wissen was man will und sich mit dem Medium und seinen Möglichkeiten auskennen.

  • Josh schrieb am 15.02.2015

    Scissors cuts Paper
    Paper covers Rock
    Rock crushes Lizard
    Lizard poisons Spock
    Spock smashes Scissors
    Scissors decapitates Lizard
    Lizard eats Paper
    Paper disproves Spock
    Spock vaporizes Rock
    (and as it always has) Rock crushes scissors

    So kann man das auch klären 🙂 S. Cooper

  • Gregor schrieb am 15.02.2015

    Recht so! Genauso bescheuert finde ich den Spruch, den Designer so lieben: „form follows function“

    Dann müssten meines Erachtens nach alle technischen Produkte gleich aussehen. -Tun sie aber nicht.

    • Anton schrieb am 15.02.2015

      Den Designer möchte ich sehen, der das auch lebt. Alle, die ich kenne, leben genau das Gegenteil: Was schert mich die Funktion, Hauptsache, es sieht gut aus.

  • Manfred schrieb am 15.02.2015

    Dein Artikel hat viel wahres.
    Wenn ich jedoch bei Facebook und Co. solche Sätze (..der Fotograf…) lese, beziehen sie sich oft auf „Hilferufe“ von Leuten die beschissene (sorry) Bilder Posten und meinen wenn sie sich eine Top Kamera kaufen werden die Bilder automatisch der Hingucker. Und den Leuten muss der Umstand klar gemacht werden, dass dies eben nicht so ist!

  • Dom schrieb am 15.02.2015

    Naja, irgendwie ist die Aussage „It’s not the fucking camera“ heute aber richtiger denn je.
    Ob jemand mit einer Canon 700D oder einer 5D Mark3 knipst macht von der Bildqualität und den Möglichkeiten einen wirklich geringen Unterschied. Erschreckend gering sogar, wenn man die Preise der Bodys vergleicht. Ein Profi wird vermutlich denken: ok, der Unterschied ist zwar gering, aber ich muss mich ja von den Hobbyfotografen so gut wie Möglich abgrenzen. Also nehme ich den hohen Preis in kauf und hoffe, dass das Geld sich durch mehr Aufträge wieder reinspielt.

    Natürlich ist es mit der 5D noch leichter Freizustellen und auch die Qualität bei sehr wenig Licht ist besser – aber das wars fast schon an Unterschieden in der Bildqualität, alles andere liegt beim Fotografen.

    Imho reicht heute, auch für Profis, eine gute APS-C Kamera aus. Der Sensor ist groß genug um bei schwierigem Licht gute Bilder zu machen und auch groß genug um schön Freizustellen. Eine heutige MicroFourThirds macht bessere/gleichwertige Bilder, als eine paar Jahre alte APS-C/Vollformat Kamera, die Technik ist einfach enorm weit.

    Ich kann deine Argumentation aber definitiv nachvollziehen, eine Kompaktknipse mit 1/2,3″ Sensor oder ein Smartphone erschweren einem das Fotografieren enorm, aber sobald man eine Entry-Level DSLR/DSLM mit mindestens MFT Sensor hat sind die Unterschiede nach oben, sowohl was die Möglichkeiten als auch die Qualität angeht, sehr sehr gering – Vorausgesetzt natürlich, dass man mit der Technik umgehen kann.

  • Michael schrieb am 15.02.2015

    Hallo,

    ich las vor kurzem: man wird sicher nach einer gewissen Übung auf einem Bild erkennen, welche Blende und Brennweite eingesetzt wurde, nur am Bild selbst wird man kaum/nicht das Kameramodell herausfinden.

  • Bernhard Hanakam schrieb am 15.02.2015

    Ich hab selber schon mal zu dem Thema gebloggt. Dabei hab ich geschrieben, dass man nicht die teuerste Kamera braucht, um fotografieren zu können. Andererseits sind manche Dinge eben nur mit einer gewissen Ausrüstung möglich.

    Ich hab mich auch lange geweigert, einen Blitz zu benutzen oder Bilder zu bearbeiten „weil das auch so möglich sein muss“, aber das war ein Irrtum. Man lernt halt nie aus.

  • Lutz schrieb am 15.02.2015

    Die Industrie versucht, durch, mit unzähligen Funktionen vollgestopfte Kameras, den Markt für sich zu gewinnen. Megapixel, Klapp- und Schwenkdisplays, Nachtportraitprogrammautomatik und Photonenkompensator mit Antiwackelautomatik.
    Statt sich mit Motivprogrammen auseinander zu setzen, sollten die Leute sich lieber mit ISO, Blende und Verschlusszeiten auseinandersetzen. Das reicht zum Fotografieren nämlich aus.
    Ich selbst arbeite nicht einmal mit 1/3 Belichtungswerten, sondern mit ganzen Werten. Mehr gab es früher auch nicht, zu Zeiten der „Meister“ der Fotografie. Dennoch liebe ich die Qualität, die mir der Vollformatsensor liefert. Mein Rat: Leute, lernt fotografieren, und nicht Technik bedienen. Dieser Kommentar wurde unter Einfluss von Alkohol verfasst, aber ich stehe dazu.
    Schöner Beitrag Paddy!

  • Stefan schrieb am 15.02.2015

    „….dennoch mit der 5000€-Kamera durch die Gegend (hat aber den Markennamen abgeklebt)“.
    Sehr schön beschrieben (auch der Rest). Zum Zitat oben nur zwei ergänzende Anmerkungen: Bei hauptberuflichen, also professsionellen Fotografen macht das nach meiner Beobachtung nur noch eine Minderheit. Ist eher ein Trend bei Wichtigtuern.
    Und es betrifft nur die grossen „regulären“ Modelle. Eine abgeklebte Hasselblad hab ich noch nicht gesehen.

  • josch schrieb am 15.02.2015

    Puh, ganz schön viele Worte für „es kommt drauf an“.
    Das man „Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Fotograf“ nicht wörtlich nehmen soll und es eine Verdichtung bzw. Zuspitzung ist, die gerne vermeintlich Technikgläubigen entgegen geworfen wird, ist doch klar. Deswegen „irgendeinem selbst ernannten Künstler“ eine Lochkamera nahezulegen ist albern – und eben auch nichts anderes als eine extreme Zuspitzung.

  • mbrunotte schrieb am 15.02.2015

    Damit triffst Du es perfekt auf den Punkt. Vielen Dank für den tollen Beitrag und die sehr interessante Diskussion, Paddy!

    Dazu aus „Für eine Philosophie der Fotografie“:

    Fotograf: Ein Mensch, der sich bemüht, die im Programm des Fotoapparats nicht vorgesehenen Informationen ins Bild zu setzen.

    Fotografie: Ein von Apparaten erzeugtes und distribuiertes, flugblattartiges Bild.

  • peter schrieb am 15.02.2015

    Die Fotografie ist eine wunderbare Sache für technisch interessierte und kreative Geister. Sie ist im Grunde eine Art Meditationsweg mit verschiedenen Einweihungsstufen für diejenigen, die sich tief auf das Verständnis ihrer Art des Schauens dieser Welt einlassen können und daran wachsen. (das wäre der „esoterische“, also der innere Weg).

    Die meisten Foto-Amateure allerdings verwechseln die Gerätetechnik zur Ausübung der Fotografie mit Krücken zur Kompensation ihrer eigene Selbstwertproblematik, also ihrer „Gehbehinderungen“ im Leben. Dieser exoterische Weg ist dadurch charakterisiert, daß man sich hauptsächlich über die Qualität der Krücken austauscht oder gar erregt, andauernd Berichte über Krücken liest, weiß, wo es die besten Krücken gibt, gerne in Gruppen mit anderen Krückenliehhabern unterwegs ist, meist aber gar keinen Plan von Weg und Ziel hat. Der gemeinsame Konsens besteht darin, daß wenn man nur ausdauernd genug sich über Krücken austauscht, daß man dann irgendwann auch – bestückt mit den besten Krücken – besonders kunstvoll gehen kann.
    Wobei, daß man auch ohne Krücken gehen kann, diese Idee ist allem Anschein nach mit einem Tabu belegt.

  • Dominik schrieb am 15.02.2015

    Na endlich bringt es mal jemand auf den Punkt und traut sich seine Meinung zu sagen.

    „Nicht das Equipment macht das Bild, sondern der Fotograf“
    Alles schön und gut, doch ist es trotzdem so, dass wenn ich mit einem Objektiv fotografiere, welches 1000€ mehr kostet, die Bilder einfach besser werden. (Schärfe, ……)

    Doch habt Spaß, lebt euer Hobby und macht es vielleicht zum Beruf 😀

    Es ist einfach immer wieder spannend.

    Gruß Dominik

  • Thomas Voigt schrieb am 15.02.2015

    Moin Paddy,

    genialer Artikel…aber diesen von Dir so harsch kritisierten Satz hast Du genauso zu mir gesagt, als ich Dich im Workshop auf einen Wechsel von der D7100 auf die D810 ansprach…dennoch gut geschrieben und ein Wechsel zu einer anderen Kamera ist ja immer eigenes Ermessen, somit bleibst Du Dir ja treu…????

    Beste Grüße Tom

  • Mar schrieb am 16.02.2015

    Ich verstehe ganz genau was Du meinst…
    Den Spruch bringe ich auch gelegentlich. Allerdings aus einem anderen Aspekt.
    Ich fotografiere seit Ca. 10 Jahren. Erst vollautomatisch mit der D70, dann erst habe ich mich mit der Technik sehr auseinandergesetzt, da mir die Bilder nicht mehr das brachten, was ich erwartet habe.
    Die Bilder wurden besser, ich konnte Dinge fotografieren wie ich es wollte. Ich stieß irgendwann an die Grenzen der Möglichkeiten meiner ersten Spiegelreflexkamera und bin auf die D7000 umgestiegen, die mich fotografisch weit nach vorne gebracht hat. Die ersten richtig teuren Objektive hielten Einzug und vieles was vorher unmöglich war konnte ich anschließend endlich abbilden. Schlussendlich bin ich letztes Frühjahr bei Deiner alten D4 gelandet, die mich wieder weit nach vorne gebracht hat, weil mich schwierige Lichtsituationen nicht mehr frustrieren, sondern anspornen und diese Kamera werde ich wohl noch Jahre verwenden.
    Ich bin glücklich über die D7000, die ich immer noch nutze und Liebe die D4, die ich nie zu besitzen für möglich gehalten habe.
    Die Kameras und die Objektive geben einem die Möglichkeiten. Diese zu nutzen liegt an uns.
    Schlussendlich bringe ich den Spruch um Leuten Mut zu machen, die mit einer „kleinen“ Dslr fotografieren, denn jede Kamera „kann“ schöne Fotos machen, wenn man die Grundlagen der Fotografie und der Technik beherrscht und ein gutes Auge mitbringt und die Muße mit viel Liebe und Geduld zu bilden, und sich zu inspirieren.
    Das hat dann weniger damit zu tun, welche Möglichkeiten einem teures Equipment ermöglichen. denn das braucht man eher für den professionellen Einsatz.

    🙂

    LG Marc

  • Björn schrieb am 16.02.2015

    Genau so ist es. Ich selber bin auch ein Technik-Nerd, aber auch aus anderer Sicht. Zum einen weiß ich eben, was man mit Technik erreichen kann, zum anderen will ich mir keinen Spielraum lassen mein fotografisches Unvermögen auf die Kamera zu schieben.
    Heute weiß ich, wenn das Bild schlecht ist, lag es an mir.

  • Soda schrieb am 16.02.2015

    Hallo.

    Im Alltag spielt die Motivation für mich eine große Rolle. Die Motivation ist in den meisten Fällen höher mit einer 5d3 als mit einem iPhone.
    Soda

  • Ralf Nöhmer schrieb am 16.02.2015

    Niemand wird bei einem guten Essen den Koch fragen, was für einen Herd oder welchen Kochlöffel er benutzt hat. Niemand fragt einen Buchautor, auf welchem Rechner er seinen Bestsellerroman getippt hat. Oder welche Schere die Frisörin für den neuen Haarlook geführt hat.

    Natürlich kommt es immer auch ein wenig darauf an, welches Equipment man benutzt, um seine Ideen umzusetzen, aber dieses Euipment ist nur Mittel zum Zweck.

    Es gibt da sowas komisches im Kopf, hinter den Augen, zwischen den Ohren. Das muss man benutzen, um kreativ zu sein – aber auch, um solche blöden Kommentare nicht laut auszusprechen… 😉

    • Björn schrieb am 16.02.2015

      Dein Vergleich hinkt. Klar frage ich den Koch nach den Kochutensilien, wenn ich selber kochen lernen will. Vielleicht anfänglich nicht nach der Marke des Herdes, aber ob er mit Gas oder Induktion kocht, welches Messer er verwendet oder ob er einen Tipp für ein günstiges hat. Und wenn ich ein Buch schreiben will, frage ich auch nach dem Schreibprogramm und daraus ergibt sich ja auch oft die Frage nach dem Betriebssystem.

      Ansonsten stimme ich Dir natürlich zu. Hirn ist schon ein nettes Tool, aber auch dessen Umgang will gelernt sein 🙂

    • Chris Rogal schrieb am 16.02.2015

      Zwar hinken Vergleiche IMMER, deshalb sinds ja nur Vergleiche… aber dieser hier ja nun ganz besonders.
      Natürlich fragt keiner den Koch auf welchem Herd er gekocht hat und mit welchem Löffel umgerührt – warum? WEIL DAS VÖLLIG IRRELEVANT IST für den Geschmack! Aber der Koch wird nach den Zutaten gefragt und nach ihrem Mischungsverhältnis. Und DAS wiederum ist zwar immer noch hinkend, aber auf jeden Fall vergleichbar(er) mit dem Equipment eines Fotografen.
      Ebenso, wie die Friseurin sehr wohl nach ihrem Equipment gefragt wird. Nicht jede Schere kann jede Frisur. Da kann die Hairstylistin noch so begabt sein. 🙂
      Herzlichst
      Christiane

    • W. Damit schrieb am 18.02.2015

      Die Beispiele hinken schon deshalb, weil Köche sich zum Beispiel sehr intensiv austauschen über die Qualitäten Ihrer Werkzeuge. Bei Autoren sieht das nicht anders aus; man lese nur einmal die Rezensionen der einschlägigen Softwarepakete, z.B. iA Writer. Beim Betriebssystem gibt es für Autoren übrigens keine Alternative zum Mac 🙂

      Dem Betrachter eines Bildes ist es sicherlich egal – wie auch dem Gast im Restaurant – welches Werkzeug zum Einsatz kam. Aber darum geht es in dieser Diskussion ja eben genau nicht.

      Kategorienfehler, würde ich sagen 🙂

  • Markus schrieb am 16.02.2015

    Für die wirklich erfahrenen Fotografen gebe ich dir recht. Hobby- und Amateurfotografen hingegen (vor allem männlich) sind meist dermaßen auf Technik fixiert, dass man ihnen den Spruch eigentlich nicht oft genug um die Ohren hauen kann.Für die wirklich erfahrenen Fotografen gebe ich dir recht. Hobby- und Amateurfotografen hingegen (vor allem männlichen) sind meist dermaßen auf Technik fixiert, dass man ihnen den Spruch eigentlich nicht oft genug um die Ohren hauen kann.

  • Sven Harlfinger schrieb am 16.02.2015

    Mal ehrlich. Wer gern und mit Enthusiasmus photographiert lehnt sich bei einer solchen Disskussion doch entspannt zurück.

    Tatsächlich kommt es ja darauf an was ich am Ende erreichen will … manche Aufnahmen bekomme ich vielleicht nur mit hohem Aufwand hin (der ja nicht immer teure Ausrüstung bedeuten muss).

    Unter dem Strich zählt das ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, ist doch egal ob die Kamera 100 oder 50000 Euro kostet …

    In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Rosenmontag.

  • RLAND schrieb am 16.02.2015

    Grüß Euch!
    Ich hoffe ich trete hier niemandem zu fest auf den Schlips, aber ich sehe das etwas differenzierter:
    Ich glaube nicht, dass es bei diesen Technik-Diskussionen um die Frage „teure DSLR vs. billige Knipse/Handy“ geht (denn hier steht der Sieger wohl ohne Diskussion fest) – sondern um die Frage „teure DSLR vs. billige DSLR“.
    Das ist dann wohl eine komplett andere Diskussionsgrundlage, bei der man mMn dann aber sehr wohl „it’s not the fucking camera“ sagen kann. Denn ob ich z.B. mit der D4s und dem Nikon 14-24 oder mit einer D3200 und einem Tamron 10-20 ein Landschaftsfoto mache, ist -mit Verlaub- scheißegal!!
    Ob die Schärfe zum Rand hin etwas mehr abfällt oder sich etwas mehr Rauschen zeigt, hat rein gar nichts mit dem „Erfolg“, der schlussendlichen Erscheinung des Ergebnisses zu tun. 90% meiner Bilder hätte ich auch mit halb so teurem Equipment genau so hinbekommen.

    • Chris Rogal schrieb am 16.02.2015

      Nicht DU siehst es differenzierter, sondern der AUTOR des Textes möchte alle dazu anregen, an das Thema VIEL differenzierter heranzugehen und diesen Schnösel-Satz: „Nicht die Kamera macht das Bild“, nicht einfach nur weiter so in die Welt hinauszutragen, sondern GENAU zu differenzieren, wer was macht.

      Und NEIN, defintiv ist es NICHT egal mit welcher Kamera Du ein Landschaftsfoto machst. Mach ein DIN A 0 Poster daraus, und dann wirst Du sehen, dass Du auch diese Aussage DIFFERENZIEREN musst 🙂

      LG
      Christiane

  • Für alle die die es noch nicht kennen. Eine bekannte Photoshow aus Hong Kong hat dazu eine spezielle Serie.

    Pro Photographer, Cheap Camera

    https://www.youtube.com/playlist?list=PL7ECB90D96DF59DE5

    Die meisten sehnen sie nach kürzester Zeit nach ihrer Profikamera ;-).

    • flascheleer schrieb am 16.02.2015

      Paddy,
      heute hast du den Vogel abgeschossen. Ich hab‘ mir vor Lachen auf die Schenkel geklopft.
      Zitat:
      „Der Künstler hingegen überspielt seine mangelnde Technikkunde, indem er Unschärfe kurzerhand zum Stilmittel erklärt. Wer mit dem Blitz nicht umgehen kann, nennt sich eben Available-Light-Fotograf.“

      Wunderbarer Artikel, alle meine Gedanken auf den Punkt zusammengefasst. Ist schon lustig, wenn man seine eigene Entwicklung rückwirkend betrachtet: Mit jeder neuen Kamera dachte ich – mehr brauch ich jetzt aber wirklich nicht. Dann kommt der Punkt, an dem man „eine Grenze nicht überschreiten“ kann, neue Kamera bzw. Objektiv.
      Ich bewundere nach wie vor Fotos unabhängig von der verwendeten Technik (egal ob Handy, Plateknipse, DX oder FX), aber meine eigenen Bildideen kann ich heute endlich dank meiner Technik auf den Punkt umsetzen. „Nachteil“: Es gibt keine Ausreden mehr. 🙂

      DANKE für diesen Post!

    • dom schrieb am 16.02.2015

      Das ist aber auch ziemlich irreführend, denn die billigen Kameras, die dort verwendet werden, sind absoluter Schrott.

  • Wunderbar! Genau so ist es!
    Hab neulich folgenden Satz von einem Fotografen gelesen:“ Ich kann (Hochzeits-) Bilder mit einer kleinen IXUS machen und die Leute sehen den Unterschied nicht.“ Unsinn – was ist mit der Tiefenschärfe, Dynamik…Große Sensoren und lichtstarke Objektive kosten Geld und haben natürlich eine Wirkung und lassen Bilder besser oder schlechter aussehen (auch wenn sie natürlich keine Auswirkung auf den Bildaufbau haben).

  • Grazian schrieb am 16.02.2015

    Es liegt nicht an der Kamera , sondern immer am Licht

  • Daniel H. schrieb am 16.02.2015

    Moin,

    zuerst besaß ich eine Nikon D3100 mit 18-55er. Als diese Kombi mich einzuschränken begann, habe ich mir eine D5200 mit 18-105er gekauft. Sehr bald war ich jedoch von diesen unsäglichen Plastik-Zooms genervt und habe mir das 18-35er aus Sigmas ART-Serie gegönnt. Nun habe ich zwar meine persönliche Traumkombi aus perfekter Linse und möglichst kompakter DSLR, allerdings nervt jetzt die D5200, weil ich inzwischen gerne filme, jedoch im LiveView die Blende nicht verstellen kann. Somit überlege ich, mir zum Filmen eine Lumix o.ä. zu holen, … ja und so geht meine Reise weiter.

    Und warum geht meine Reise weiter? Weil, sobald man eine Sache intensiver bzw. professioneller betreibt, man immer an einen Teil der Ausrüstung geraten wird, der einen einschränkt. Würde mich jemand fragen, warum ich so viel Geld investiere, wo ich doch versiert genug sei, mit der alten D3100 inkl. 18-55er ebenso tolle Fotos zu machen, wäre meine Antwort:

    „Weil mir diese Kombination heute den Spaß an der Fotografie nehmen würde. Das nennt man Fortschritt!“

    Mit dem tollen Beitrag hast Du völlig recht. Danke dafür!

    LG aus IBK

  • Chris schrieb am 16.02.2015

    Sicher kann ich mit jeder Kamera ein gutes Bild machen. Aber ich kann nicht mit jeder Kamera das Bild machen, welches ich gerade machen möchte. (Um mal meine 0,02 € zum Thema zusammenzufassen.)

  • Christian schrieb am 16.02.2015

    Sicherlich stellt für viele die Fotografie einen Ausgleich zum beruflichen Alltag dar. Das ist bei mir nicht anders. Was spricht also dagegen, dass man sich mit einer schönen Kamera oder anderem Equipment belohnt? Das ist doch bei anderen Hobbies nicht anders. Z. B. kreuzen im Radsport meist die Untrainiertesten mit den teuersten Bikes auf. Na und, solange sie es sich leisten können, muss ich mich doch nicht drüber aufregen, oder? Häufig steckt hinter solchen Diskussionen immer eine gehörige Portion Neid.

  • technosoph schrieb am 16.02.2015

    Fotografen, die man nach dem Sinn ihrer Arbeit fragt, werden schnell wütend.
    Das liegt vor allem daran, das nur „tolle Bilder“ keinen Sinn haben. Alle
    wollen kleine Ansel Adams sein, doch waren und sind 99% aller Bilder belanglos
    und ohne Tiefe. Fotografie hat nur sozialdokumentarisch Wert, der Rest ist Mode,
    Popkultur und Handwerk. Jeder verspielte Primat kann den Auslöser moderner Kamneras
    bedienen, das ergibt aber noch lange keinen Sinn. Hundert Schimpansen könnten hundert Lichtjahre auf Schreibmaschinen rumhämmern, ein Sonett von der Qualität Shakespeares käme dabei nicht heraus. Das führt soweit, das in unserer Zeit ein alberner Gerauchsgrafiker wie Andy Warhol als großer gilt Künstler gilt. Aus dem Post ergibt sich für mich eine wesentlich interessantere Frage: was hätte Ansel Adams mit einer D4s für Bilder gemacht? Wir sollten glücklich über die Möglichkeiten unsere Tage sein,
    aber lasst doch die armen Fotokünstler am Leben.

  • Ralf schrieb am 16.02.2015

    Dem Artikel kann man wirklich wenig hinzufügen, schön neutral von vielen Seiten beleuchtet, danke, Paddy!
    Eigentlich ist das mal wieder eine Bestätigung, warum ich bei DX hängen geblieben bin. Vielleicht würde ich mit FX ein Quentchen bessere Bilder machen, aber who cares? Sehen würde man das nicht, vielleicht nicht mal ich selbst, nur mein Portemonnaie wäre (noch) leerer.
    Die meisten Kameras bieten heutzutage so viele technische Möglichkeiten, dass vermutlich nur 10% der Funktionen genutzt werden. Liegt auch daran, dass sich viele eine größere, teurere Kamera kaufen, nur um in einer anderen Liga wahrgenommen werden zu wollen. Ohne dass die Ergebnisse damit besser werden.
    Bei manchen Hobbyfotografen ist es genauso wie bei Autofahrern: je größer und teurer das Equipment ist, umso aussageloser werden die Ergebnisse; je größer das Auto wird, umso schlechter wird eingeparkt. Insofern hat der Spruch „It is not …“ schon seine Berechtigung. Im seltensten Fall erlebe ich Fotografen, die brillante Fotos machen, aber technisch schlecht ausgestattet sind. Das ist doch in 99% der Fälle umgekehrt.

  • Stefan schrieb am 16.02.2015

    Bravo – einfach nur Bravo (und ich lobe wirklich nicht oft)

  • Tobias schrieb am 16.02.2015

    Eigentlich wurde ja alles gesagt. 😉
    Ich denke der Satz ist nur zum Teil richtig. Ja, der wichtigste Faktor für ein gutes Bild ist hinter der Kamera. ABER, machen wir uns nichts vor. Mit der Zeit wird der eine oder andere an die Grenzen der Technik stoßen. Der eine Fotografiert nur Schwalben und Spatzen im Flug, ergo wird im nichts anderes übrigbleiben, als irgendwann eine Canon 1er, mit 8 Millionen Fokuspunkten zu kaufen. Der Wildlifefotograf der Hasen (welche auch immer) in der Dämmerung Fotografiert, kommt um ein Sigma 500 2.8 nicht herum. Und der Eventphotographer der Dinner im Dunkeln mit available Light fotografiert wird wohl ne 6D mit EF 50mm 1:1.0 erwerben müssen.
    Ich muss gestehen da ich auch manchmal ein richtiger Pixelpeeper sein kann, und auch ab und zu im großen, blauen Forum lese. Aber manchmal verliere ich den Glauben. Da wird einem Familienvater, der seine Kinder zuhause fotografieren will die 7D Mark2 empfohlen.
    Die 5D Mark 2 lässt sich eigentlich überhaupt nicht benutzen, da der Autofokus „absolut Grottig“ ist und der nächste, seines Zeichen Hochzeitsfotograf ist der festen Überzeugung dass man dem Kunden kein Bild über 1600iso zumuten kann.
    Ich denke dass für über 90% der Motive keine TOP Ausrüstung benötigt wird. Aber jeder darf sich das Equipment kaufen das er will. Selbst wenn er sich ne Hasselblad kauft um Ziegelwände zu fotografieren ist das legitim, wenn es ihn Glücklich macht. Nur sobald er andere in seine Materialschlacht mit hineinzieht und gerade zu missionarisch unterwegs ist, hört der Spass auf.

    Ich fotografiere Hochzeiten, aber für den Privatgebrauch habe ich mir eine Olympus E-PL7 mit Kitlinse gekauft. (Danke Paddy)
    Und was soll ich sagen. Ich bin wirklich Glücklich da ich eine Kamera habe mit der man mal eben schnell fotografiert oder auch mal mitnimmt, da man sie wirklich in die Tasche stecken kann. Die 5D, so geil sie auch ist einfach zu groß. Und wenn man ehrlich ist. Brauch ich für ein schönes Urlaubsfoto von mir und meiner Frau eine 50 MP Aufnahme die so scharf ist das man noch erkennt welche Farbe der Dreck unter meinen Nägeln hat?

    Beste Grüße Tobias

    • Manuel schrieb am 16.02.2015

      Ach verdammt -.- musstest du die PL7 erwähnen, jetzt hab ich wieder n Spielzeug entdeckt, was mich unter den Fingern juckt und dabei ist meine Mark3 noch nicht mal eingeschossen :/

  • Manuel schrieb am 16.02.2015

    Was soll ich dazu sagen? – Dein Artikel spricht mir schon in der ersten Zeile aus der Seele. Ich denk mir jedes Mal wieder, welcher Idiot den Spruch „Es kommt nicht auf die Kamera an“ aufgebracht hat.
    Jeder Leie der sich ein wenig mit der Thematik beschäftigt, kann zurecht behaupten, dass er mit einer guten und etwas teureren DSLR, wesentlich bessere Bilder machen kann (allein von der Abbildqualität her) als jeder gute Fotograf mit einer kleinen Billigknipse. Die Technik in einer guten Kamera heutzutage nimmt einem einfach viel ab und unterstützt. Ich hab schon Makros von Leien mit einer 550D gesehn (über Funktionswahl) die jeden eingefleischten Makrofotografen in die Schranken weisen. Ebenso hab ich von sogenannten Künstleren Bilder gesehn die mehrere 100.000 Euros einbrachten, aber für mich gänzlich nichts mit Kunst zu tun hatten.
    Wie du schon sagst ist Fotografie ein Zweischneidiges Schwert und ich wage zu Behaupten, dass jedes Bild auf seine Art Kunst ist und in einer eigenen Technik perfekt. Es liegt eben immer alles im Auge des Betrachters.

  • Viola schrieb am 16.02.2015

    Welche Ausrüstung die ‚richtige ist‘ hängt meiner Meinung nach von den Ansprüchen des Einzelnen bzw. seiner Zielsetzung ab.

    Meine erste Spiegelreflexkamera war eine Nikon D70 und sie hat Bilder von (technisch) guter Qualität geliefert. Da ich hauptsächlich Wildlife fotografiere, stieß sie irgendwann an ihre Grenzen. Die Grenzen waren nicht eine mangelnde Bildqualität, sondern Features wie Anzahl der Autofokusfelder, Anzahl Bilder/Sekunde, Anzahl der Pixel …

    Klar kann man auch mit 5 Autofokusfeldern Fotografieren. Viel mehr hat mich gestört, dass sie meist nicht an der für mich richtigen Stelle waren. Ich habe das Problem zwar per Hand lösen können, dennoch schätze ich heute eine Kamera die ein vielfaches an Autofokusfeldern hat (mal angesehen davon, dass diese noch schneller und präziser geworden sind).

    Wieviel Pixel man braucht, liefert vermutlich genügend Stoff für einen ein eigener Blogartikel. Am Beispiel mit meiner D70 waren die 6MP aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr ausreichend. Denn Bildagenturen haben zunehmend Bilder mit höheren Auflösungen gefordert. Aufnahmen mit meiner D70 sind wegen einer zu geringen Auflösung schlicht weg nicht mehr angenommen worden.

    BTW: Guter Artikel.

  • Andrea schrieb am 16.02.2015

    -„Brauche ich das? Ist doch scheißegal, was brauchen wir schon.“-

    Genau so sieht das aus 🙂
    muste echt schmunzeln weil es mir grad mit meinem Fitnessarmband so geht.
    Braucht kein Mensch, ist aber cool es zu haben und zu staunen was es alles kann *gg…

    Und bei den Cameras war es nicht anders. Als die erste an ihre Grenzen kam muste eine größere her mit mehr technischen Rafinessen und es war mit Sicherheit nicht die letzte.

  • Robert schrieb am 16.02.2015

    Das ist eine interessante Perspektive, wie man diesen Spruch verstehen kann.
    Ich geb zu, ich hab das auch schon ein paar mal gesagt, aber es ist eher so entstanden, dass jemand ein Bild von mir sah und meinte, dass die Kamera dafür ja gut sein muss. Diese Aussage vernachlässigt ganz einfach den Aufwand, den ich hatte, um dieses Ergebnis zu erhalten. Man hat sich natürlich Equipment angeschafft, aber v.a. schleift man das Zeug durch die Gegend und steht teils in Eiseskälte draußen und macht Langzeitbelichtungen oder sonstwas, um die Bilder anschließend noch zu entwickeln bis man zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommt – da steckt einiges an Zeit drin. Das alles macht man als Hobby, weil es Spaß macht und darum teile ich auch gerne meine Fotos, ehrlich gesagt auch um irgendwie Anerkennung zu bekommen.
    Das Reduzieren des Bildes auf die Ausstattung vernachlässigt zuviel, um hier nicht Kontra zu geben – der Spruch, dass eben der Fotograf das Bild macht, fällt einem eben schnell ein, gerade weil er so häufig in der Fotoszene kursiert.

    Vielleicht überlege ich mir in Zukunft mal was anderes. Ich bin aber auch einer der keine 5000 Euro Kamera besitzt und ich will auch keiner sein, der diesen Eindruck vermitteln möchte 😉

  • Günter schrieb am 16.02.2015

    Hallo Paddy,
    super geschrieben und man sieht das du denn Finger in die richtig Wunde gelegt hast.
    Ich einziehen mich der regen Diskussion und gehe lieber fotografieren, den entscheidenden ist letztlich das man Spaß an dem Hobby hat!

    BG
    Günter

  • Markus schrieb am 16.02.2015

    Während ich Deinen Beitrag und die vielen Kommentare lese, blättere ich in Polaroids von Newton und denke mir so: Bildidee, Bildaufbau und vorne hilft der liebe (Technik)-Gott! Was will ich machen und wo und wie soll es dann „publiziert“ werden? Himmel! Newton hat die Polaroids nur gemacht um schnell das Licht und die Szene checken zu können und dann entstehen daraus solche phänomenalen Bilder – wir sprechen hier von Kameratechnik die teilweise 45 Jahre alt ist – ich will jetzt nicht noch Man Ray hervor holen. Ich kenne mich mit der Qualität der Polaroidkameras nicht aus, die Newton benutzt hat – er wird nicht mit nem Wurstbrötchen fotografiert haben 😉 – aber da ist heute sicherlich mehr los. Mir fällt jetzt auch ein aktueller Blog von Martin Krolop über die Sony A7S ein, den ich gestern las – das ISO-Monster: „Mal da fotografieren, wo ich früher nur hingucken konnte…“ oder so. Also die Technik als Weg zu neuen Möglichkeiten aus neuen Ideen. Anders herum ist es ja die Antwort auf die Frage, warum sich der Hund die Eier leckt, wobei ich jetzt beim Schreiben merke, dass neue Möglichkeiten ja auch neue Ideen produzieren können. Vielleicht ist es nur ein Feature für ein bestimmtes Projekt, was eine neue Kamera erforderlich macht. Aber im Zentrum steht doch die Idee und damit der Fotograf (Künstler?). Wenn sich dazu noch der Technik-Nerd gesellt, dann wird es halt teuer, aber beide können sich sicherlich schön befruchten. Ich habe damals Scheiss Geld für meine 7D ausgegeben und hatte von Tuten und Blasen keine Ahnung, dachte aber, mit der Kameraqualität hat man eine gewisse Versicherung – was ein Kampf das war / immer noch ist 😉 Gut: Label-Poser oder No-Lable-Poser sind ne Kategorie für sich. Ebenso die Rächer der ausgegebenen Euronen, die weinen und dann kindisch zicken, wenn ihre Gurus mal ne neue Kamera ins Portfolio nehmen (Der Olympus-Skandal) sind ne Nummer für sich und die muss man lassen. Ich denke immer noch und immer wieder, dass Fotografie ne Kunstform ist und dass der Mensch/Künstler das Zentrum ist und die Kamera „nur“ das Werkzeug.

  • Frank schrieb am 16.02.2015

    Hallo Paddy,

    deinem Artikel stimme ich zu und habe noch einen weitergehenden Vorschlag. Weglassen der Exif Informationen beim Publizieren in Bildergalerien. Dann würde es bestimmt zu Aha Erlebnissen in beide Richtungen kommen, wenn man hinterher erfährt, mit welcher Kamera, Objektiv und Equipment das Bild erstellt wurde. Vielleicht konzenriert man sich dann mehr auf das Wesentliche … dem Bild und der Rest ist Vorstellungskraft.

    Viele Grüße
    Frank

  • Dimo schrieb am 16.02.2015

    Uiuiui!
    Paddy, der Polarisator! 69 Kommentare unter diesem grandiosen Beitrag, den ich förmlich aufgesaugt habe.
    Ich werde mich an der Debatte nicht inhaltlich beteiligen, weil ich glaube dass es ähnlich aussichtslos ist, hier einen Konsens zu finden wie bei der fast schon religiös-fanatisch geführten Diskussion „Windows gegen Linux“, die ich beruflich bedingt immer mal wieder mitbekomme. Auch da halte ich mich raus.
    Ich halte es da mit Homer Simpson: „Wenn jemand nicht mit Dir diskutieren will heißt das nicht zwangsläufig, dass er Dir recht gibt. Es kann auch sein, dass es ihm einfach nicht wichtig genug ist.“
    In diesem Sinne: Allen hier und überall ganz viel Freude am Anfertigen von tollen Fotos.
    Oder Schnappschüssen.
    Oder Kunstwerken.
    Punkt.

  • Tja eigentlich ist alles schon gesagt. Das Thema brannte scheinbar vielen unter der Nägeln 😉 Ich denke jeder braucht das passende Equipment zum richtigen Zeitpunkt.
    Als ich vor gefühlt unendlich langer Zeit mit einer gebrauchten 300D angefangen habe, war das Teil technisch schon hoffnungslos veraltet. Ich könnte mir aber einfach nichts besseres leisten. Da die Kamera in vielen Dingen nicht so gut war musste ich mich lang machen und lernen um trotzdem gute Aufnahmen hinzubekommen. Irgendwann bin ich an die Grenzen des möglichen gestoßen und Gottseidank war irgendwann ausreichend Budget für besseres Equipment vorhanden. So habe ich mich über Jahre zur 6D und ein paar feinen Linsen hochgearbeitet. Ich bin immer noch froh nicht gleich ganz oben eingestiegen zu sein. Denn vieles was ich an technischen Tricks lernen musste um Mängel zu kompensieren ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich es jetzt automatisch abrufen kann. Dies hilft mir bei meinen Bildern wirklich weiter.

  • Tom Hofmann schrieb am 17.02.2015

    „Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt´s selten an der Badehose!“

    Lieber Paddy,

    mit Deinem Blog hast Du eine wichtige Diskussion angetreten. Die vielen sachlichen Kommentare zeigen das und reflektieren auch das Niveau Deiner Leser. Respekt. Ich möchte da auch meinen Senf dazugeben und eine geschätzte Kollegin zitieren, die es auf den Punkt bringt und in den Kontext stellt. Das Zitat stammt von Petra Selbertinger’s Website http://www.actiongrafie.de: „Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt´s selten an der Badehose!“ … Wenn man die Sprache der Kamera beherrscht und die optischen Regeln kennt, gelingt auch mit semiprofessionellem Equipment die Lichtmalerei. „Auch mit einem VW Lupo kommt man von München nach Berlin, aber es ist nicht so komfortabel wie in einem dreier BMW. Und wenn man die Strecke jeden Tag und auf Zeit fährt, sollte die Qualität stimmen, sonst macht man das nicht lange.“

    Deshalb geht sie bei ihrer Ausstattung keine Kompromisse ein und arbeitet mit den Topmodellen des führenden Herstellers von professionellen Spiegelreflexen.

    Dazu passt auch der Spruch: haben ist besser als brauchen.

    Ich denke für die Fotografie trifft das zu, was in vielen Bereichen stimmt wo Kunst, Handwerk, Talent und Technik zusammentreffen: Was macht der beste Rennfahrer ohne ein Spitzenauto, was ein Virtuose ohne entsprechendes Instrument, was ein Taucher, Skifahrer, Surfer, Elektriker, Schlosser ohne entsprechendes Equipment. Ich kann mit einer Bohrmaschine die ich als Prämie von meinen Pay-back Punkten bekommen habe und mit einem Satz Bohrer vom Grabbeltisch des Baumarkts ordentliche Löcher in Rigipsplatten oder Altbaumauern bohren. Und das Regal hält. Wenn es allerdings saubere Löcher in Stahlbeton zu bohren gilt, macht eine Hilti einfach mehr Sinn und mehr Spaß. Es gibt also aus meiner Sicht keinen Grund warum „Technik versus Talent“ unversöhnlich gegenüberstehen. Für alle Bereiche aber gilt: Übung macht den Meister! Ich habe festgestellt, daß mich insbesondere die Übung, das Lesen von Fachliteratur und das Betrachten von guten Fotobildbänden weiterbringen.

    Ich habe in den 80ern mit analog angefangen, in 2002 mit einer digitalen APS-C Spiegelreflex weitergemacht und nach mehrjähriger „Pause“ in der ich nur mit kleinen Kompakten (Canon IXUS, Olympus XZ-2) fotografiert habe, in 2013 Richtung NEX-6 gewechselt und bin letztes Jahr beim klassischen Vollformat gelandet.

    Und ich muss sagen: es macht einfach mehr Spaß und meine Bilder sind um Welten besser geworden! Das liegt aber nicht am Preis, der Größe der Apparate oder am Sensor (allein). Es ist auch die Freude an der Technik – ja, ich sehe mich nicht als Nerd, aber tolle Technik ist schon was Schönes (Auto, Hifi, Foto, Schreibgeräte, Uhren). Weiterhin spielen eine sinnvolle Handhabung und die Möglichkeiten mit der professionellen Technik viele Einstellungen individuell zu nutzen eine Rolle und können zu besseren Bildern führen. Nicht zuletzt ist der soziale und selbstgemachte „Druck“ größer 😉 weil man mangelnde Qualität der Aufnahmen nun nicht mehr auf die minderwertige Qualität der Kamera zurückführen kann 😉

    Ich will hier keine Formatdiskussion antreten, aber nach allem was ich in den letzten beiden Jahren gelesen habe, kommen für mich nur zwei Systeme in Frage: Canon/Nikon Vollformat und/oder Panasonic/Olympus Halbformat (MicroFourThirds). Warum?

    Für beide „Systeme“ bzw. die vier Marken gilt:

    – Es gibt eine Unzahl von Gehäusen die es leicht macht das Richtige zu finden
    – Es gibt ein sehr umfangreiches Sortiment an Objektiven inkl. professioneller Linsen mit lichtstarken Zooms und Festbrennweiten sowie Macro, Tilt-Shift etc., einige davon mit Spritzwasserschutz
    – Weiterhin Zubehör, Literatur, Seminare, Websites, Tips, User, Blogs etc.
    – Software ist auf diese Marken, Modelle und Objektive abgestimmt (Lightroom etc.)
    – Die Hersteller bieten professionellen (Reparatur-)Service in vielen Metropolen
    – Es gibt zahlreiche Fachhändler die sich auf diese Systeme spezialisiert haben (incl. Leihequipment)
    – In den Bereichen Autofokus gehören diese vier sicher zu den besten am Markt (verbunden mit Objektiven hoher Lichtstärke)
    – Auch im Bereich Video tun sich diese Marken hervor. Insbesondere Panasonic

    Wer Auflösung, Freistellungspotential, Dynamikumfang (und adapterlose Verwendung von Original-Altglas [Nikon]) nicht benötigt, ist sicherlich mit MicroFourThirds vergleichbar gut bedient. Allerdings zieht für mich das Argument, daß sich die Sensortechnologie immer weiter entwickelt in Richtung kleiner Formate nicht, da auch große Formate gleichzeitig von dieser Entwicklung profitieren.

    Das heißt nicht, daß Sony, Fuji, Pentax und andere nicht auch hervorragende Produkte haben, aber keiner kann den o.g. vier in allen Punkten Paroli bieten.

    Im Fazit: der talentierte Fotograf mit gutem Auge, der sein (professionelles) Equipment beherrscht macht mit großer Sicherheit unter gleichen Umständen bessere Bilder als der Amateur mit gutem Blick und Billigknipse. Das heißt nicht, daß man sehr gute und emotionale Bilder unter gezieltem Einsatz von iPhone oder Knipse liefern kann. Vor allem sollte man seine Freude an diesem wunderschönen Hobby erhalten und sich nicht von Predigern der ein oder andere Fraktion verunsichern lassen!

  • Matze schrieb am 17.02.2015

    Vielen Dank für den Beitrag, es gab wieder mal einiges zu schmunzeln. Neben all dem Gesagten sind mir folgende Gedanken gekommen.

    1. Artikel dieser Art – grundsätzlich, direkt, gut beobachtet und analysiert, für viele geschrieben und sich nicht im Detail verloren, auf den Putz hauend und dabei noch sympathisch bleibend – neben den anderen Artikeln – für Fortgeschrittene, speziellere Themen, informativ, bleeding edge – machen neunzehn72 zu dem, was es ist, ich kenne keinen Blog, der das in ähnlicher Art und Weise macht, authentisch bleibt und ‚unterstelle‘ Patrick Ludolph kleine Rockstarqualitäten.

    2. Man mag mich da für etwas überheblich halten, dass die Leser gerne ihren Senf dazu geben, kann ich verstehen, aber bei diesen Grundsatzartikeln erkenne ich ala Minimalist in den Kommentaren ein Muster: der Autor wird besonders gelobt – was auch gerechtfertigt – und zum anderen wird das Gesagte schon wieder reduziert, da viele Kommentare darauf aus sind, das Gesagte in eigenen Wortenwiederzugeben.und somit Eigentlich keinen Informationsgehalt haben.

  • Jan schrieb am 17.02.2015

    Hallo Paddy,

    cool, das ist doch mal ein Echo.
    Schöner hättest Du den Nagel nicht auf den Kopf treffen können.

    Ich freue mich für Dich.

    Außerdem freue ich mich für Dich, dass Du das alles erträgst und nicht wie andere Blogger einfach die Kommentarfunktion deaktivierst:-)

    LG Jan

  • Gert schrieb am 17.02.2015

    Hallo Paddy,

    vielen Dank für denbedenkenswerten Artikel!
    Mir kommt aber zu kurz, dass jedes bild auch einen gewissen Zweck hat, außer dass man es einmal ansieht und es dann im sprichwörtlichen Schuhkarton landet.
    Für diese Bilder ist es in gewissen Grenzen wirklich egal, womit man fotografiert. Dann kann man auch so weit gehen wie Ken Rockwell, der den Spruch auch schon mal für Einmalkameras verwendet und mit furchtbaren Bildern illustriert hat.
    Ein Berufsfotograf wird da anders denken. Wenn man mit Bildern Geld verdienen muss, hat neben der technischen Qualität der Bilder die Solidität einer Kamera eine andere Bedeutung als für einen Amateur – da ist eine Nikon D4 oder eine Canon der 1er-Serie oder auch eine D300 samt entsprechenden Objektiven einfach eine wichtige Einkommenssicherung. (Ich habe bei wirklich schlechtem Wetter schon genügend Kameras sterben sehen – ich weiß warum ich genau diese Kameras erwähne.)
    Als Amateur kann ich da ganz anders vorgehen. Ich fotografiere nur selten Tiere in Namibia, sondern meist im Zoo und kann bei schlechtem Licht an einem sonnigeren Tag zurückkommen und mit vorhandener Kamera und billigem Telezoom fotografieren – bei Blende 5.6 ist die Qualität durchaus ansprechend und reicht nicht nur für soziale Netzerke, sondern auch für ein Bild von 30 x 40 cm an der Wand.
    Mein Fazit der Diskussion müsste also lauten: „In weiten Grenzen ist es der Fotograf, der die Bilder macht, aber die Kamera muss zum Foto passen“

  • Klasse Artikel.
    Für mich bilden Kamera und Fotograf ein Team. Beides muss passen, dann holen sie das Beste aus der Situation raus.
    Was es jetzt genau für ein Technikding ist, ist egal.
    Entscheidend ist, was rauskommt, „hinten kackt die Ente“.
    Ist das Bild geil, dann passt alles.

  • Ziemliches langes „kommt drauf an“, dem ich nur begrenzt zustimmen kann.

    State-of-the-art-Nerd-Geraffel ist toll und habe ich selber Spass dran. Hilft es, bessere Bilder zu machen? Vielleicht. Hilft es, gute Bilder zu machen? Nein.

    Ja, in bestimmte Situationen ist die „bessere“ Kamera ein Werkzeug, welches dem Anwender Optionen bietet, die eine schlichtere Kamera (das selbe gilt dann auch für Objekte) ihm nicht bietet. Und trotzdem, am Ende macht der Fotograf das Bild. Und ein schlechter Fotograf macht dann mit einer tollen Kamera vielleicht ein scharfes Scheissbild, wärend der andere mit einer weniger guten Kamera ein weniger scharfes, aber dafür besseres Bild macht, weil Bildaufbau usw. einfach stimmen. Klingt ausgelutscht, ist aber so. Scharf, rauscharm oder „viele MP“ sind nämlich nicht gleichzusetzen mit „gut“, sondern mit scharf, rauscharm und mit „viele MP“. Das gute Bild gewinnt im Zweifelsfall durch Schärfe, Bokeh, Rauscharmut; beim schlechten Bild ist es egal, wie scharf es ist oder das es weniger rauscht.

    Stell dir dochmal selber die Frage, wen du am Ende lieber auf Deiner eigenen Hochzeit zum Fotografieren hättest: Paddy mit einer Canon 1000D (sorry, aber Nikon-Nummern kenne ich nicht) oder Hein Blöd mit einer 5DMKIII. Und warum? Weil eben der Ende des Tages der Fotograf wichtiger als die Kamera ist (jaja, Paddy mit besserer Kamera wäre besser als mit schlechterer Kamera, eh klar).

    oder englisch: a fool with a tool is still a fool.

  • sixtus schrieb am 18.02.2015

    ich möchte darauf hinweisen, dass es in den Epochen der berühmten holländischen Malerei (16. – 17. Jahrhundert) Zeiten gab, wo nicht genug Leinwand für die Erstellung neuer Bilder vorhanden war – und wenn, für arme Künstler auch oftmals zu teuer waren.

    So hatte man sich daher häufiger mit bereits bemalten Leinwänden begnügen müssen, es wurden Mangels fehlender Leinwände teils bestehende Bilder übermalt. Meint: Die Basis für einen anschließenden Louvre-Klassiker war nicht gegeben. Und? Heute rennen wir in die Museen und bestaunen die Werke, die teils unter erbärmlich einfachen Verhältnissen entstanden sind.

    Auf die Heutzeit bezogen: Was der Fotograf nicht sieht (verinnerlicht), das bringt selbst die teuerste Kamera nicht zum Ausdruck! Klar, gute Technik ist wichtig, aber wenn der „Fotograf“ keine Empathie dem abzubildenden Objekt gegenüber verspürt, wenn er nicht in der Lage ist, die stille Schönheit der Schönheit oder des Morbiden zu erkennen, dann ist er höchstens Besitzer eine teuren Kamera…. ein Fotograf ist er dann trotzdem nicht.

  • Sven schrieb am 18.02.2015

    So richtig werde ich nicht schlau aus deinem Artikel.
    Zunächst empörst du dich über den oben beschriebenen Satz um den es im Kern geht, danach feuerst einige Salven Polemik durch den Blog und schlußendlich versöhnst du dich doch wieder mit der Aussage, dass der Fotograf die Bilder macht.
    Auch wenn ich persönlich hochwertiges Kameraequipement geil finde und regelmäßig einen Orgasmus bekomme wenn ich neue Spielereien auspacke, ist und bleibt die Technik ein Werkzeug! Je hochwertiger mein Werkzeug, desto eher schaffe ich es schwierige Situationen zu meistern, keine Frage. Trotzdem bin ich der Meinung, dass eben doch der Fotograf die Bilder macht.

    Grüße
    Sven

  • W. Damit schrieb am 18.02.2015

    Andreas Feininger, Fotolehre, 1978: „Obgleich es stimmt, daß mit Leicas und Linhofs viele gute Fotos gemacht werden, stimmt es doch gleichermaßen, daß diese Bilder nicht deshalb gut sind, weil sie mit guten Kameras, sondern weil sie von guten Fotografen gemacht wurden.
    In etwa 99 von 100 Fällen hätten diese Bilder auch mit der einen oder anderen der vielen Kameras gleichen Typs gemacht werden können, die vielleicht die Hälfte oder gar noch weniger kosten. Der Leser wird sich wahrscheinlich verwundert fragen, warum dann so viel erfolgreiche Fotografen teure Kamera verwenden, wenn man mit billigeren Kameras gleich gute Ergebnisse erzielen kann. Der Grund hierfür ist folgender: Teure Kamera sind in der Regel verlässlicher als billigere gleichen Typs.“

    Daran hat sich in der Substanz nichts geändert. Natürlich sind technische Ausfälle heute bei allen Kameraklassen sehr viel seltener geworden, doch mit einer hochwertigen Kamera erzielt man auch heute noch sehr viel verlässlichere, zuverlässigere und konsistentere Ergebnisse.

    Will sagen: Mit jeder Knipse gelingt mit etwas Glück ein toller Schnappschuß, oder sogar ein künstlerisch herausragendes Werk. Aber wenn man eine Bildidee gezielt mit einem technischen Werkzeug umsetzen will, dann sollte „Glück“ keine Variable sein.

  • Also ich persönlich mag den Satz, auch wenn mich das jetzt zu einem selbsternannten Künstler macht 🙂 Und ich sag ihn auch manchmal ganz gern. Allerdings interpretiere ich ihn auch nicht so, wie er hier interpretiert wird. Ich halte ihn auch nicht für wahnsinnig philosophisch. Noch nichtmal ansatzweise für philosophisch, sondern einfach für eine trockene Tatsache.

    Ich unterstelle mal, dass kaum jemand das so meint, wenn er es sagt. Es geht dabei doch einzig darum klarzustellen, dass eine teure Kamera alleine, ohne Gespür, ohne Wissen, ohne Bildgestaltung, ohne Inhalt, ohne all dem was abgesehen von der Kamera noch eine Rolle spielt, keine bessere Fotos machen wird. Wohingegen man mit all diesem Wissen auch aus einer billigen Kamera rausholen kann, was eben möglich ist. Und dann aber auch weiß, wo Schluss ist. Und garnicht erst versucht, etwas aus einer Kamera rauszuholen, das einfach nicht möglich ist.
    Grundsätzlich kann ich den Gedanken ja verstehen, aber der Artikel frißt gleichzeitig dann eh auch irgendwie selbst auf, weil die Entrüstung in der Einleitung schon recht bald durch ein „kommt drauf an“ relativiert wird 🙂

    Ich schätze diese Blog, aber ich seh in dem Artikel eher ein Thema, das nur auf einer (meiner Meinung nach falschen) Interpretation des Satzes „die Kamera macht nicht das Foto, sondern der Fotograf“ basiert.

    P.S.: Ich war mal Koch. Da hab ich genauso klar gesagt – Ein Herd, Topf oder noch so teures Messer macht kein erstklassiges Menü. Wenngleich es leichter fällt, das in einer anständig ausgerüsteten Küche zu machen, als daheim mit einem Junggesellen-Abstell-Kochraum. 😉

  • Der Satz „Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Fotograf“ ist & bleibt relativ. Ohne passende Ausrüstung gibt es keine guten Fotos. Allenfalls mit Glück. Ich war z.B. in einer Gebirgsschlucht unterwegs, durch die das Wasser rauscht, in der sich Eiszapfen, Schnee, Sonnenlicht und tiefe Schatten prächtig ergänzen. Weil ich zufällig dort war, ging ich auch nur mit einer einfachen analogen KB-Kamera und einem HP5+ dort hin.
    Vor Ort habe ich dann folgendes vermisst: einen Belichtungsmesser für Lichtmessung, einen Neutraldichtefilter, ein Stativ und auch meine Mittelformatkamera, weil Format eben durch nichts zu ersetzen ist…
    Mit meiner KB-Kamera habe ich zwar ein paar nette Bildchen mit nach Hause gebracht, aber was besonderes war nicht dabei und erst recht nicht die Bilder, die ich gerne gemacht hätte. Dies zeigt, dass selbst die größte „künstlerische“ Ambition fehlende Ausrüstung nicht wett machen kann.

  • Ein sehr guter Artikel 🙂
    Aber ich mag den Satz trotzdem, den du in meinen Augen auch nicht wiederlegt hast. Nur wenn man zu „das Foto macht immer noch der Fotograf und nicht die Kamera“ ein “ und es ist egal welche Kamera“ hinzufügt wird der Satz eindeutig falsch. Denn wer bestreitet, dass heutige Technik eine Vielzahl an Möglichkeiten eröffnet, die es vorher so nicht gab, der hat schlicht keine Ahnung von der Materie.
    Aber gerade in meinem Bereich (Tierchen und Co) gibt es halt viele Leute, die sich von der Komplexität der Materie dazu verführen lassen, dass eine bessere Optik, eine schnellere Kamera etc. ihre Probleme löst, ohne zu sehen, dass sie einfach besch…eidene Bilder machen, die eindeutig nicht daran kranken, dass sie kameratechnisch schlecht gemacht sind.
    Und manche der alten „Analoghasen“ trauern sowieso der Zeit nach, bei der das Beherrschen Kamera schon mehr als die halbe Miete war und es deswegen für Bewunderung, Veröffentlichung und einen WOW Effekt ausgereicht hat, dass man die teuerste Ausrüstung benutzt hat und wusste wie man sie bedient. In solchen Fällen kann man nur immer wieder wiederholen, dass die Kamera alleine die Bilder nicht macht…obwohl…ich kenne Fälle, da wären die Bilder per Kameraroboter sicher besser, aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema 😉

    Trotzdem…das allerallerallersuperneuste muss es nicht zwingend sein. Nicht jeder ist ein Nerd oder schwimmt in Geld 😉
    Ich finde es wichtig, dass man sich klar macht, was man wirklich braucht und da dann schaut, dass man das jeweils beste kauft, das man sich leisten kann. Dabei lieber weniger, aber dafür was gutes. Damit macht man dann auch die besten Bilder, zu denen man selbst in der Lage ist und das in dem Bereich, der einem wirklich wichtig ist. Und bis einem klar ist, was man wirklich für Bilder machen möchte, reicht auch was einfacheres, zumindest wenn man von normalen finanziellen Verhältnissen ausgeht 😉
    lg Annette

  • Franco schrieb am 20.02.2015

    Worum geht es, wenn vom Hobby „Fotografie“ gesprochen wird? Um gute Bilder!

    Was ist ein gutes Bild? Einfach gesagt, eines, das in der Erinnerung haften bleibt. Du brauchst mir nicht zu glauben, lies Feininger! Hat also alles nichts mit perfekter Schärfe, geringem Rauschen, hoher Auflösung, korrekter Belichtung etc. zu tun.

    Zeig mir doch bitte mal die Kamera, die
    – im Vorbeigehen ein tolles Motiv erkennt
    – den passenden Bildausschnitt erkennt
    – die richtige Perspektive erkennt
    – den richtigen Abstand erkennt
    – erkennt, was kann weggelassen werden, was muss rein
    – welche Lichtwirkung am besten zur Bildaussage passt
    etc. pp.

    Diese Liste ist nicht abschliessend, braucht aber auch nicht weitergeführt zu werden. Diese Kamera gibt es schlicht und einfach nicht – für kein Geld der Welt. Also gilt eben DOCH „It’s not the f***** Camera!“. Muss ich mich jetzt als Künstler tatsächlich anmachen lassen, ich wäre nicht imstande, die Schärfentiefe exakt so, wie ich es will, setzen könnte? Dass ich nicht mit dem Blitz umgehen könnte, nur weil ich Available Light liebe? Das kann’s doch definitiv nicht sein! Mutwillige Quängelei – und ganz ehrlich, darauf kann ich gerne verzichten.
    Es sei den Nerds ja gegönnt, wenn sie sich darin ausleben, stehts die aktuellste, geilste Ausrüstung zu besitzen, und nebenbei damit auch noch ein paar Bilder knipsen. Ich habe nichts dagegen, jeder nach seiner Facon. Aber dann sollen sie sich doch bitte nicht darauf hinausreden, dass eben nur mit teuerstem Equipement gute Bilder zu machen wären.

    Paddy, diesen Artikel hättest Du besser nochmal ’ne Nacht überschlafen. Du weisst ja, das Gegenteil von „Gut“ ist nicht „Böse“, sondern „gut gemeint“ (Kurt Tucholsky)

    • Paddy schrieb am 20.02.2015

      Du hast meinen Beitrag nicht verstanden. Schade, dass Du Dich so auf den Schlips getreten fühlst. Das wollte ich nicht.

      • Franco schrieb am 21.02.2015

        Macht nix, Paddy, macht nix. Um verkrustete Vorurteile aufzubrechen muss man auf Schlipse treten.

        Und ich werde weiterhin Deinen Blog lesen 🙂

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