Lightroom 3 oder Aperture 3 – Was ist besser?

Am 23. Dezember 2010 von Paddy veröffentlicht

Ich schreibe oft über Adobe Lightroom und zeige Euch mit meinem Podcast auch regelmäßig wie ich damit arbeite. Ja, ich bin ein grosser Fan von Lightroom und mache damit 80% meiner Bildbearbeitung, nur in Einzelfällen nehme ich Photoshop und die NIK Tools zur Hilfe.

Nun kommt es regelmäßig vor, dass dann jemand von der Seite schiesst und meint Apple Aperture 3 sei doch viel besser. Punkt! Keine Argumente, ausser, dass Aperture deutlich günstiger ist. Mal abgesehen davon, dass ich diese Pauschalaussagen so sehr liebe, dass ich die Kommentare gleich in den Spam-Ordner befördere, möchte ich Euch meine ganz eigenen Gedanken zu der Frage ob Lightroom 3 oder Aperture 3 besser ist, gerne mitteilen.

Die Frage ob Lightroom oder Aperture ist in etwa so wie die Frage ob Nikon oder Canon. Es ist im Grunde egal. Beide Produkte sind ausgereift und mit beiden Produkten kann man professionell Bilder bearbeiten und verwalten. Ich denke das kann ich getrost auch von Aperture behaupten, ohne es zu kennen. Die Entscheidung für das eine oder andere Produkt sollte man meiner Meinung nach von anderen Dingen abhängig machen.

Ein wichtiger Faktor ist für mich mein Umfeld. Wenn der Grossteil der befreundeten Fotografen Lightroom benutzt, dann solltet Ihr das auch tun. Ihr könnt Euch viel leichter austauschen und gegenseitig helfen. Presets austauschen hilft ungemein weiter und wenn Ihr wissen wollt wie der Freund diesen speziellen Look hinbekommen hat, dann ist es doch viel einfacher, wenn Ihr beide mit dem gleichen Programm arbeitet. „Zieh die Wiederherstellung voll auf, gib etwas Schwarz dazu und nimm die Klarheit zurück“ … so hört sich das an, wenn sich zwei über Lightroom unterhalten. Kann man das 1:1 auf Aperture übertragen? Teilweise vielleicht, aber bestimmt nicht zu 100%. Wenn also mehr Aperture-User in Eurem Umfeld sind, dann kauft Euch Aperture und umgekehrt.

Sicherlich gibt es das ein oder andere Detailfeature in dem sich die Programme unterscheiden. Aperture 3 ist garantiert deutlich besser in die Macwelt integriert. Man kann von dort direkt zur MobileMe Galerie exportieren oder bei Apple Fotobücher bestellen. Bestimmt gibt es noch mehr Vorteile. Ich gebe zu, dass ich da als Lightroom-User den Umweg über iPhoto gehen muss. Aber das ist ein Detail mit wenig Gewicht.

Apple macht auch echt schicke Oberflächen, da ist Aperture keine Ausnahme. Ich mag schicke Oberflächen und bin schon ein wenig neidisch auf das Aperture Interface. Aber ist das ein Killerfeature?

Wichtig ist für mich die allgemeine Verbreitung. Ich habe keine Zahlen, aber ich bin sicher, dass es deutlich mehr Lightroom User gibt als Aperture. Das liegt alleine schon daran, dass Lightroom auch auf Windows verfügbar ist. Ich mag Windows nicht und meide es wie der Teufel das Weihwasser. Dennoch kann ich mich mit Windows-Usern über Lightroom austauschen und sogar Presets zwischen den System hin und her kopieren. Die größere Community ist auch dafür verantwortlich, dass es einen ganzen Haufen cooler Plugins für Adobe Lightroom 3 gibt.

Also Leute, ich denke die Message ist klar. Sowas wie besser oder schlechter gibt es nicht oder ist zumindest vom Standpunkt abhängig. Macht die Entscheidung davon abhängig, was Euer Umfeld benutzt, wo Ihr mehr Informationen zu bekommt und nicht zuletzt davon welches Programm Euch besser gefällt. Wenn Ihr unentschlossen seid, ladet Euch die kostenlosen Testversionen beider Produkte herunter.

Veröffentlicht in: Lightroom nach oben

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Kommentare (3)

  • Luxxe schrieb am 23.12.2010

    Ich habe mich für Aperture entschieden da ich die Integration in Mac OS bevorzuge

    Mich interessiert auch nicht welches Programm am meisten verbreitet ist denn sonst müsste ich ja auch MS installieren und das habe ich Gottseidank hinter mir

    Aber das soll jetzt kein MS Bashing sein jeder soll halt das nutzen was für ihn am besten funktioniert

  • fraghorst schrieb am 23.12.2010

    Ich bin nach 3 Jahren von Aperture auf Lightroom umgestiegen. Aperture ist bei >30.000 Bildern derart langsam, dass es nicht mehr zu ertragen ist. Häufig müssen Daten neu verknüpft werden – das nervt.
    Als Lightroom mit den selektiven Anpassungen kam, war Aperture weit hinten. Das ist mittlerweile behoben. Aber die Verlaufsanpassungen gibt es nur in Lightroom.
    Was aus meiner Sicht in Aperture weit besser ist, das sind die HTML-Galerien. Die sind von der grafischen Qualität her Lightroom weit überlegen.

    Insgesamt läuft Lightroom aus meiner Sicht deutlich schneller. Die Oberfläche ist bei Aperture besser strukturiert.

    So, das war ein erstes Statement.

    Schönes Fest 😉

    Horst

  • Marc schrieb am 25.12.2010

    Ja, da sollte man auch wirklich drüber stehen können. Ich
    denke beide Programme können das erfüllen, was wir
    Wandergitarrenspieler verlangen und umsetzen können. Dieses Bashing
    geht einem ja mit der Zeit auch auf die Nerven. Ich habe
    berufsbedingt mit jedem Betriebssystemformat zu tun, was auf dem
    Markt herumkriecht, und da geht es unter Kollegen auch den ganzen
    Tag darum, warum Windows hier besser, und dort schlechter, und
    sowieso und überhaupt ist. Ich schaue mittlerweile nur noch auf den
    Einsatzort, und wenn ich mal eine Aufgabe mit ’nem Windows besser
    erledigen kann, als mit meinem Ubuntu und/oder Mac, dann ist das
    halt so. Und genauso verhält es sich mit dem Lightroom/Apature. Ich
    persönlich fand den Einstieg über Deine grossartigen
    Videosbeschreibungen der einzelnen Lightroom Funktionen. Ausserdem
    kann ich mich mit Arbeitskollegen austauschen, die auf den Schmerz
    stehen, professionell mit Windows arbeiten zu müssen, aber halt
    Ihre Bilder auch mit Adobe Produkten bearbeiten. Und der
    Erfahrungsaustausch ist mir wichtiger als die letzte must-have
    Funktionalität. Achja, frohes Fest, Marc