Nikon D4 vs. D800 oder wie fühlen sich 36 Megapixel an

Am 27. März 2012 von Paddy veröffentlicht

Seit einigen Tagen sind nun die beiden Nikon-Vollformat-Boliden D4 und D800 auf dem Markt. Ich muss gestehen, dass mich die Auslieferungspolitik von Nikon etwas ankotzt. Erst gross ankündigen und dann nur Kleckermengen zuteilen. Da kommt man sich vor, als wenn man einen Trabbi kaufen würde. Ich hatte zwar Glück, aber muss trotzdem hier mal erwähnen, dass man nicht Apple wird, indem man geringe Stückzahlen ausliefert. Bei Canon scheint es aber mit der 5D Mark III auch nicht besser auszusehen. Nun gut, das Statement musste ich mal los werden. Machen können wir leider nichts, oder ist das ernsthaft für jemanden ein Grund keine D800 oder D4 zu kaufen?

Nachdem ich nun beide Fotoapparate ein wenig testen konnte, will ich ein paar Eindrücke schildern. Testbilder habe ich keine für Euch. Wir sind bei den Kameras mittlerweile auf einem so hohen Niveau in Sachen Bildqualität angekommen, dass wir meiner Meinung nach darüber nicht mehr diskutieren müssen. In Sachen Sensor- und ISO-Leistung empfehle ich den DxOMark Test zur Nikon D800 und Nikon D4. Das sagt meiner Meinung nach alles, vor allem auch, dass bereits die D3s erste Sahne ist.

Als erstes ist mir aufgefallen, dass die neuen Displays der Nikons deutlich wärmer sind, als die alten. Bei identischen Einstellungen auf D700, D800 und D4, bekommt man zwei völlig unterschiedliche Fotos in Sachen Farbtemperatur angezeigt. Das hatte mich dazu veranlasst beim Händler die D4 mit einer anderen D4 zu vergleichen. Sogar beim Nikon-Service war ich. Scheint aber alles normal. Die D800 zeigt die Bilder genauso an, wie die D4. Ärgerlich ist, dass die Displayanzeige zwar sehr schön ist, meiner Meinung nach aber nun weiter von der Anzeige des RAWs in Lightroom entfernt ist. Da wäre mal interessant was Capture NX daraus macht.

Die 16 Megapixel tun der D4 ganz gut. Ich habe das Gefühl, dass die RAWs direkt aus der Kamera einen Tacken schärfer sind als aus der D700. Ob das an den 16 MP liegt oder generell an der Verbesserung des Sensors weiss ich nicht.

Viel diskutiert wurde natürlich über die Auflösung der D800. 36 Megapixel, ein Aufschrei ging durchs Land. Megapixelwahn, braucht kein Mensch, lieber mehr ISO, zu viel Daten. So in etwa klang das. Ich kann Euch nur sagen, dass 36 Megapixel sowas von rocken, dass mir der Speichel an den Mundwinkel runter lief. Die Schärfe ist einfach brutal. Hier mal ein Foto aus der D800 und dazu ein 100% Crop. Das ist ein JPG, das so aus der Kamera kommt.

Also mich hat das ganz schön beeindruckt. Mehr Bilder kann ich Euch momentan leider noch nicht zeigen, da die meisten Aufnahmen für ein Magazin sind und ich sie hier nicht vorab zeigen soll.

Die Auflösung brauche ich nicht wirklich, aber die Schärfe der Fotos aus der D800 ist schon grandios. Eigentlich will ich gar nichts anderes mehr und es kommt die Frage auf, ob die 3.000€ Unterschied zur D4 gerechtfertigt sind. Die Fotos aus der D800 sind echt der Hammer, das hatte ich bisher nur aus der Pentax 645D gesehen. Kleinbild ersetzt kein Mittelformat, iss schon klar, aber wenn es rein um die Auflösung geht, dann muss sich die D800 nicht verstecken. Im Gegenteil, sie bringt viele Vorteile mit.

Bleibt die Frage wie das mit der Datenmenge ist. Beim Fotografieren merkt man zunächst nichts. Bei einem Portraitshooting habe ich 10 bis 12 Fotos in Folge geschossen und die Kamera kam nicht ins Stocken. Offensichtlich ist genug Puffer an Bord. Ich habe die Kamera dann ausgeschaltet und zur Seite gelegt. Etwas später wunderte ich mich, dass die Kamera nicht aus war … sie schrieb immer noch die Daten auf die Karte. Eigentlich ist sie beim Shooting immer mit Schreiben beschäftigt 😉 Spätestens beim Anschauen der Bilder merkt man dann die Masse an Daten. Das zappen durch die Fotos ist deutlich träger als bei der D700 oder der D4. Auch sind 16 GB Speicherkarte plötzlich nicht mehr so wahnsinnig viel. Bei gleichzeitiger Aufnahme von RAW und JPG zeigt die D800 ganze 140 Aufnahmen an.

Von der Bedienung her sind sowohl die D4 als auch die D800 typische Nikons. Wer bereits eine besitzt, braucht keine Anleitung. Bei der D4 gefallen mir die Joysticks sehr gut, was vor allem bei der Wahl des Fokuspunkts ein grosser Vorteil ist. Habe ich bisher meistens mit dem mittleren AF-Feld gearbeitet, schiebe ich nun den AF-Punkt wie Pacman durch den Sucher. Der Autofokus ist übrigens bei beiden Kameras grandios, extrem treffsicher.

An der D800 wurden 4 Knöpfe auf dem linken Wahlschalterrad (wie heisst das Ding eigentlich?) untergebracht. Bei der D4 sind es nur 3. Das an der D800 finde ich besser, aber ist nicht wirklich entscheidend. Was ich jedoch an der D800 deutlich besser finde ist die Wasserwaage im Sucher. Bei der D4 ist die Wasserwaage in die AF-Felder gelegt. Das ist zwar hübsch, aber dann kann man den AF-Punkt nicht mehr verschieben. Bei der D800 werden rechts und unten im Sucher zwei Balken eingblendet. Aber auch die Wasserwaage ist mit Sicherheit kein Punkt, der kaufentscheidend ist.

Die einstelligen Topkameras, wie die D3s und die D4 haben bei Nikon ja noch ein weiteres kleines Display unten am Hochkantgriff. Dieses habe ich bereits jetzt lieben gelernt, da ich doch häufig ISO und Weissabgleich verändere. Das geht darüber sehr gut.

Die Serienbildgeschwindigkeit der D4 ist natürlich extrakrass. Ich bin am überlegen mir aus dem Geräusch einen Klingelton zu machen. Damit kann man richtig Eindruck schinden, aber brauche ich das? Nicht wirklich. Die D800 wiederum ist doch ein bisschen lahm und könnte für meinen Geschmack so ein bis zwei fps mehr haben. Ein bisschen pimpen lässt sie sich ja mit dem Batteriegriff.

Nach den ersten zwei Workshops liebe ich den Wireless-Transmitter WT-5 an der D4. Das Ding ist zwar sündhaft teuer und ich frage mich, was daran 600,- € kostet, aber für mich ist es das Geld wert. Zu den Netzwerkfunktionen der D4 hatte ich ja bereits etwas geschrieben.

D800 oder D4?

Kann man die D800 mit der D4 vergleichen? Schaut man auf die Auflösung, dann nicht. Es ist aber so, dass Nikon mit der Spezifikation der D4 den Nerv der meisten Vollformat-Käufer getroffen hat. Aber die Maschine kostet 6.000 € und ist damit für viele absolut out of budget. Die D800 kostet die Hälfte und viele Käufer haben sich einen echten Nachfolger der D700 gewünscht, d.h. auch 16 MP und ähnliche Leistung wie die D4. Denen hat Nikon aber die lange Nase gezeigt und einfach mit den 36 MP eine neue Art von Kamera gebaut.

Nachdem ich nun sowohl die D800 als auch die D4 getestet habe, kann ich jedoch mit voller Überzeugung eine Empfehlung für die D800 aussprechen. Leute, der Gerät ist geil. A-Ha-Effekt garantiert und grösser als bei der D4. Wer nicht wie ich als Hochzeitsfotograf arbeitet und keine tausende Fotos produziert, der bekommt einen absoluten Knüller. Glaubt man den DxOMark-Tests, dann ist auch die ISO-Leistung ganz weit vorne. Ich muss gestehen, dass ich von der D800 wirklich begeistert bin.

Auch von der D4 bin ich begeistert. Ich stelle mir jedoch die Frage, ob der Preisunterschied von 3.000€ gerechtfertigt ist. Setzt man die Maschine professionell ein, so lassen sich die 3k€ verargumentieren. Als Arbeitstier für Reportagen oder Sport sicherlich weiter erste Wahl, aber es gibt doch noch so viel andere Arten der Fotografie.

Wenn Ihr also nicht zu den Dauerfeuerakrobaten gehört, dann lasst Euch nicht zu schnell von den 36 Megapixeln abschrecken. Ja, es sind viele Daten, aber dafür bekommt man auch eine brutale Schärfe. Ich glaube, dass die D800 eine der meist verkauften Vollformatkameras wird.

Hört sich an, als wenn die D4 ein Fehlkauf war, oder? Nein, keineswegs. Die D4 ist mega. Aber der Preisunterschied zur D800 ist meiner Meinung nach nur für eine verhältnismäßig kleine Gruppe Fotografen zu rechtfertigen.

Mein Fazit: Beides geniale Kameras, die zu dem Besten gehört was der Markt zu bieten hat. Ich möchte Euch jedoch ermutigen Euch mal auf die 36 Megapixel einzulassen, statt sofort Megapixelwahn zu schreien.

Veröffentlicht in: D4, D800, Nikon nach oben

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Kommentare (60)

  • jog schrieb am 27.03.2012

    Kannst Du sagen, wie lange der Transfer eines Bildes mit dem Wireless-Adapter / D4 ungefähr braucht?

    (Super Text. Habe ich verschlungen. Danke!!)

    • Paddy schrieb am 27.03.2012

      Hängt davon ab wie gut Dein WLan ist. Bei mir im Studio läuft es verdammt gut, da sind es so ca. 3 Sekunden. Zu Hause dauert es länger. Werde da aber noch mal ein extra Review zu schreiben.

      • jog schrieb am 27.03.2012

        Super. Freue ich mich drauf. Hoffe, Du wirst da auch was zur Anzeige der Bilder auf dem iPad schreiben. *winkmitzaunpfahl*

      • Paddy schrieb am 27.03.2012

        Nicht wirklich. Habe noch das erste iPad und das hat eine dicke Staubschicht 😉 Das neue wurde nicht genehmigt von der Regierung. Ausserdem muss ich bis Jahresende sparen nach D4 und D800.

  • Daniel schrieb am 27.03.2012

    Viel Spaß mit den beiden!

    Die ISO-Leistung der D800 muss ja eigentlich auf dem Niveau der D7000 sein (wegen ungefähr gleicher pixeldichte). Die ist ja auch schon ziemlich gut, somit ist die D800 bestimmt kein Fehlkauf.
    ISO-Power war ja bei den meisten der Kritikpunkt Nummer 1.

    LG

  • manne schrieb am 27.03.2012

    bei mir stellt sich die frage:
    D3 oder D700 vs D800.
    Naja, mal schaun was mir in nächster Zeit über den Weg läuft 😉
    Danke für den Bericht.

  • Tobias Bechtle schrieb am 27.03.2012

    Ein wirklich toller Beitrag.

    Ich will mir auch die D800 kaufen in den nächsten Monaten und bin gerade auf die 36MP Scharf. Gerade als Portrait Fotograf der auch mal Produktfotografie betreibt ist das natürlich ein absoluter Vorteil.

    Ich bin gespannt auf weitere Testbilder und Eindrücke. Was mich aber auch interessiert ist die Kompatibelität mit den Objektiven. Läuft das 50mm nun oder nicht? Und was ist mit 35mm oder Objektiven der Marke Tamron oder Sigma?
    Klar du kannst nicht alle Objektive kaufen und testen, aber hast du in der Richtung schon was rausfinden können?

    • Paddy schrieb am 27.03.2012

      Das 50er hatte ich noch nicht auf der D800. Bisher nur das 85er.

  • Holger schrieb am 27.03.2012

    Hey wie viel mp hat denn RAW-Bild von der D800?

    Klasse Beschreibung!!!!!!

    LG

  • Martin Huemer schrieb am 27.03.2012

    Ich gehöre zu den Glücklichen, die bereits eine D800 ihr Eigen nennen dürfen und ich kann Dir nur völlig Recht geben: 36MPX rocken richtig!!! wahnsinn diese Detailschärfe.

  • Karl R. schrieb am 27.03.2012

    Die D3/D3S war eine ISO Revolution, Die D800 jetzt die MP-Revolution :), Die D4 eher eine vernünftige Evolution zur D3s
    cheers
    /
    K

  • Nils schrieb am 27.03.2012

    Word Up, Paddy!
    Wie immer messerscharf…

  • Hallo Paddy,

    so einen Cam-„Fuhrpark“ hätte ich auch gerne, ganz zu schweigen von Deinen Objektiven 🙂

    Schöne Rezension!
    Der Unterschied von 3000 EUR oder $ ist mir auch schon früh aufgefallen. In diesem hoch-megapixeligen Bereicht habe ich überhaupt noch keine Erfahrung. Als überwiegend Availablie-Light-Indoor-Event-Fotograf fand ich natürlich die ISO-Zahlen bei der D4 beeindruckend.

    Vielleicht könntest Du das aber noch etwas näher herausarbeiten, inwiefern die High-ISO-Qualitäten der D800 mit der D4 (man würde erwarten signifikant schlechter) oder einer D700 vergleichbar sind.

    Es gab ja bei Canon und Nikon immer den Vergleich: Canon setzt auf viele Pixel, Nikon dafür auf High ISO. Man würde technisch also nur das eine präferenzieren können. Heißt das aber auch, dass mehr Pixel mehr Licht aufnehmen können, z. B. in dem Sinne, dass ISO 12.800 bei der D4 einem Wert von ISO 6.400 bei einer D800 entsprechen?

    Für mich wäre also die Frage, ob eine D800 nur bei der Portrait-Fotografie, wo es ja wirklich um viele Details geht, oder auch in der Event-Fotografie Vorteile (z. B. ggü. eine D700) bringen können. Bei Events würde ich mir 2 Dinge wünschen: Möglichst Low-Light-Fähigkeiten und einen schnellen, treffsicheren Autofokus. Z. B. bei einem Get-Together eines Events bei mäßigem Licht möchte ich nicht ewig lange eine Gruppe von 2 oder 4 Leuten anvisieren, ehe ich sie im Kasten habe.

    Herzlichen Dank & LG aus Karlsruhe
    Micha 🙂

  • Cedric schrieb am 27.03.2012

    Was die Auslieferungspolitik angeht, stimme ich dir voll und ganz zu. Ich habe mir die D800 ebenfalls vorbestellt und mich gleichzeitig aber auch bei alternativen Anbietern umgesehen. Kein einziger konnte mir was Konkretes mitteilen.

  • Bildstimmung.de schrieb am 27.03.2012

    Vielen Dank für den schönen Beitrag. Mir ist beides derzeit zu teuer und auch wenn das jetzt einige belächlen, aber mir reicht meine D90 noch völlig aus. Jedoch ist das Sparkonto für die d800 schon eingerichtet im Küchenschrank.
    herzliche Grüße
    Ray

    • Elderin schrieb am 10.04.2012

      Du sparst das Geld im Küchenschrank ? Danke für die Info, aber das ist nur die Hälfte wert, wenn Du nicht auch noch Deine Adresse durchgibst 🙂

      Gruß aus Köln

  • Sven schrieb am 27.03.2012

    Hallo Patrick,

    vielen Dank für Deinen Bericht. Im Vorwege wurde viel darüber spekuliert, ob die D800 genau so ein Allrounder sei wie die D700. Viele waren der Meinung dass sie es nicht sei, weil durch die 36 MP Verwacklungen beim fotografieren aus der Hand viel deutlicher zu Tage treten würden. Kannst Du was dazu sagen? Ich z.B. fotografiere überwiegend unsere Kinder beim Spielen (im Garten, am Strand, beim Sport etc.), gerne auch spontan „Street“ und bin überhaupt kein Stativ-Nutzer. Wird man in diesen Bereichen genauso gute Fotos erzielen wie mit der D700?

    • Paddy schrieb am 27.03.2012

      Ich fotografiere auch nur aus der Hand. Geht wunderbar mit der D800. Wer spekuliert denn sowas?

      • DasMaddin schrieb am 27.03.2012

        Naja.. Man verwackelt nicht mehr als vorher, aber durch die höhere Auflösung sieht man die Unschärfen im Detail natürlich eher.. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Brennweite-Kehrwert-Zeit Faustregel in Richtung kürzere Zeiten verschoben werden muss..

        M.

      • DX-FX schrieb am 28.03.2012

        Die Pixeldichte ist bei der FX-D800 ähnlich der DX-D7000.

        Nehmt einfach die Faustregel der DX-Kameras:

        max. Belichtungszeit = 1 / (Crop*Brennweite) sec

  • DasMaddin schrieb am 27.03.2012

    Oh Mann..
    Es wird schwierig, sich noch etwas zurückzuhalten.. Nach anfänglicher Superskepsis, scheint die D800 doch ein tolles Paket zu sein..!
    Nachdem ich mich zu Beginn der Ankündigungen ärgerte, dass die D4 die Megapixel bekommen hat, die ich mir gewünscht hatte, dreht es sich nun etwas, nachdem die ISO Leistung auf dem (völlig ausreichenden) Niveau der D700 zu liegen scheint..
    Wenn Du mehr Bilder prozessed hast, wäre es schön, wenn Du etwas zur Performance mit Lightroom/Photoshop sagen kannst..

    M.

  • Mathias schrieb am 27.03.2012

    Naja – schaut euch mal eine 100% Ansicht von diesem Foto an: http://www.flickr.com/photos/rytterfalk/5967264606/sizes/o/in/photostream/

    Grüße

    Mathias

    • Uwe BS schrieb am 02.04.2012

      Du weißt schon, daß das Foto hinter dem Link mit einer Sigma SD 1 gemacht wurde?

      VG

      Uwe

  • Hmmm…jetzt kommt ich doch ins Grübeln.
    Super Beitrag…bis jetzt dachte ich: die D4 zu teuer und die D800 zu viele Megapixel. Jetzt wollt´ ich mir eigentlich eine zweite D700 zulegen aber nach dem Artikel werd ich doch ganz scharf auf die D800!

  • Dario schrieb am 28.03.2012

    Hallo Paddy. Du machst das genau richtig. Wenn genug Kleingeld im Investitionsbudget ist, kann man sich lange Entscheidungsfindungen sparen und beides kaufen. Ich mag dir das gönnen, denn als Leser profitieren wir von deiner Kauffreudigkeit.

    Könntest du als Besitzer und Fan der D700 einige Wörter über den „subjektiven“ Qualitätsunterschied zur D4/D800 schreiben?

  • Mark schrieb am 28.03.2012

    Vielen Dank für den Erfahrungsbericht.mich habe ihn mit großem Interesse gelesen.

    Was mich, wie auch offensichtlich andere, interessiert, ist die ISO-Leistung im Vgl. zur D700 oder auch D7000. Da könnte ich mir malmen Bild machen. Denn mit den beiden genannten ist auch m.E. mal eine Hochzeit möglich.

  • Guido schrieb am 28.03.2012

    Hallo Paddy,
    ich möchte mich mal an deinem Satz:
    „Wer nicht wie ich als Hochzeitsfotograf arbeitet und keine tausende Fotos produziert, der bekommt einen absoluten Knüller“ aufhängen.

    So weit ich bisher gelesen habe kann man doch auch kleinere RAW´s produzieren, also dürfte die Kamera doch auch „Event-geeignet“ sein oder habe ich einen Denkfehler.

    Gruß Guido

    • Paddy schrieb am 28.03.2012

      Kleinere RAWs kannst Du nicht erzeugen. Du kannst nur auf den DX-Bildausschnitt umstellen und hättest somit eine geringere Auflösung.

  • Matthias schrieb am 28.03.2012

    Toller Erfahrungsbericht und super Zusammenfassung! Was ich bis heute allerdings nicht verstehe:

    Warum hat Nikon die tollen und schnellen XQD-Karten nicht auch in die D800 gepackt. Gerade weil dort extrem viele Daten verarbeitet werden müssen! Es macht doch keinen Unterschied ob ich bei 10 fps 16mp Daten schiebe oder bei 5fps 36mp (nicht genau ausgerechnet).

    Ich denke das hätte das neue Kartenformat weit nach vorne gebracht und auf die Dauer natürlich auch günstiger.

    • Paddy schrieb am 28.03.2012

      Ich nehme an, weil die D800 eigentlich viel eher raus kommen sollte, dann aber wegen der Erdbebenkatastrophe verschoben wurde. Wären sie im Zeitplan gewesen, wäre es wohl zu früh für XQD gewesen.

      • Matthias schrieb am 28.03.2012

        Okay das macht Sinn – und nachträglich wirft ja niemand das ganze Konzept für ein neues Kartenformat um. Nur so muss jemand der in der Kombination mit D4 und D800 arbeitet sich schon mit (bis zu) 3 Kartenformaten rumschlagen – oder eben nur CF 😉

        Finde es wenig nachvollziehbar ein altes Format (SD) auf einmal in das Profi-Segment zu ziehen. CF + XQD hätte sich sicher auch in einer D800 gut gemacht. Zumal dann alle mit den Vorgängerbodies zusammen noch auf CF setzen könnten und dann irgendwann komplett auf das neue Format umsteigen wenn es erschwinglicher wird und weiter verbreitet ist.

        Hoffe so geht XQD nicht unter (hat Sony ja schonmal mit einem Format geschafft).

  • Jan schrieb am 28.03.2012

    Wenn Du interesse hast, mache ich Dir gerne ein jpg aus Capture NX 2. Der Vergleich würde mich auch interessieren, gerade mit der neuen LR-Engine. Mein Postfach schluckt nur leider keine 30MB, oder wie groß 36 Megapixel auch immer sein mögen.

  • Henning schrieb am 28.03.2012

    Ich denke das der Vergleich mit Apple etwas hinkt. Die Produktzyklen sind doch im Massenmarkt erheblich kürzer, oder versteht noch einer von Euch welche COOLPIX/IXUS/PowerShot etc. wann und für wie lange am Markt bleibt.

    Im Pro-Kamera Segment sind die Haltezeiten eben deutlich länger.

  • Mario schrieb am 28.03.2012

    Zum Thema „warmes Display“:

    http://nikonrumors.com/

    Gruß

    Mario

  • Kai schrieb am 28.03.2012

    Toller Artikel und feine Zusammenfassung. Vorerst bleibe ich bei meiner D700, aber wenn, dann würde es wohl auch eher eine D800 werden. Seit heute habe ich erst mal das neue 85er 1,8 und das muss erst mal getestet werden.

    Deine Idee mit dem Klingelton finde ich super, das solltest du auf jeden Fall machen und vor allem zum download bereit stellen.

    Gruß Kai

  • Joachim schrieb am 28.03.2012

    Du hast nun den Vergleich D700-D800-D4 gemacht. Wer die 36MP der D800 nicht möchte und sich die D4 nicht leisten kann, sollte sich auch jetzt noch eine D700 zulegen?

    Gruß Joachim

  • Klaus68 schrieb am 28.03.2012

    Freu mich schon auf das erste Terapixelpanorama 🙂
    Kann man eigentlich ein Panorama mit einem sagen wir mal 400mm Tele machen?

  • Heino schrieb am 28.03.2012

    Saber saber…ich würde mich schon freuen, wenn ich überhaupt irgendeine Nikon besitzen würde. Meine Canon gefällt mir net mehr… :/

  • Michael schrieb am 28.03.2012

    Bei 100%-Ansicht könnte sich evtl. tatsächlich die ein oder andere Verwackelung einstellen oder auch Iso-Rauschen, aber wenn man dann die 36 Megapixel auf 16 herunterrechnet, dürfte das Ergebnis wohl gut sein – und man hat wieder kleinere Dateien.

  • Bernd schrieb am 28.03.2012

    Also ich finde die 36 MP wirklich klasse. Der Detailreichtum ist einfach herrlich und gerade bei Landschaftsaufnahmen wünschte ich mir doch ein paar mehr MP wie meine D700 hat. Leider ist die D800 für mich momentan aber nicht im Budget vorgesehen und ich muss noch etwas sparen 🙁

  • Stephan schrieb am 29.03.2012

    Auch von mir ein Kompliment: sehr gute Zusammenfassung! V.a. der 1. Abs. des letzten Abschnitts bringts perfekt auf den Punkt. Und trotzdem stehe ich weiterhin „unversöhnlich“ zu 36 MP und Nikons Strategie… Bringt mir in mener jetzigen Aufgabenspektrum (Events/Portraits) keine Vor- sondern nur Nachteile (Investition in neue Leistungsstärkere Rechner und Plattenspeicher, v.a. jetzt wo Auch LR 4 mehr Rechenpower braucht. 36MP? Will ich nichmal geschenkt! Ernsthaft. Nörgel, motz, jammer, grein… 🙂
    Und zum Thema ISO-Performance: ich denke, da braucht man gar nciht mehr groß drüber reden – allet super – viel wichtiger finde ich die – lt. Nikon Werbung – angblich so viel bessere AF-Performance bei low light der D4 – Weil das ist etwas, wo ich mit meiner D700 im alltäglichen Einsatz immer wieder an Grenzen komme – seien es nun Motive in Dunkelheit, oder mäßig ausgeleuchtete aber extrem kontrastarme Motive, oder Gegenlichtsituationen, in denen die D700 mir für meinen Geschmack zu oft massiv daneben liegt oder gar nix gebacken bekommt. Hast Du in dieser Hinsicht schon mal Vergleichstests gemacht? Finde ich extrem wichtig bei Portraitsituationen z.B. Gesicht im Schatten, Sonne von hinten, geiler Lichtkranz ums haar usw., aber die Cam will/kann einfach nciht auf die Pupille Fokussieren…argh… Fänd ich toll, wenn Du da mal a bisserl was zu sagen / schreiben könntet. (toller Podcast, by the way) – Grüße aus dem Spreeflorenz 🙂

  • Herbert schrieb am 02.04.2012

    Wie oft braucht man die 36 MP der D800? Ich hätte mir auch die D800 mit 16 MP gewünscht. Das Photokinajahr ist ja noch lange nicht beendet. Vielleicht kommt ja noch ein Schwestermodell zur D800 mit 16 MP. Ich brauche weder die 36 MP, noch bin ich als amateur bereit, 6.000 € für die D4 zu zahlen. Da bleibe ich lieber bei der D700 und warte noch ab.

  • Leo Bloom schrieb am 05.04.2012

    hi paddy,

    toller blog. schöne infos, vor allem da ich mir grad das gleiche double zugelegt habe. bislang bin ich auch begeistert.

    ein problem allerdings:
    ich versuche grade d800 RAW mit CS5 zu öffnen. bei der d4 kein problem – mit der d800 aber echt übel. habe alle plugins in cs5 geladen und bin auf der weltweiten problemsuche auf keine funktionierende lösung gekommen.

    vllt. hast du oder jemand hier ähnliche erfahrung und ne idee.

    ps: das ganze system läuft auf mac.

    danke
    leo

  • Claus Lenski schrieb am 13.04.2012

    …habe auch lange überlegt, ob D800 oder D4: Habe selber getestet, die Dxo-Tests studiert…2 Sachen waren für mich entscheidend: Erstens das bessere Gehäuse der D4 (wobei ich auch das Gehäuse der D700 besser als das der D800 finde). Zweitens die Fähigkeit der D4, die exzellenten Werte in puncto Dynamikumfang und Farbtiefe auch über ISO 100 hinaus aufrecht zu erhalten, hier sackt die D800 ab ISO400 schon ab. Hinzu kommt, dass man 36MP auch brauchen sollte, da man sich sonst über Wartezeiten am Computer ärgert 😉

  • Markus schrieb am 16.04.2012

    areite viel als hochzeitsfotograf.
    aber auch als reportage fotograf oft bei wenig licht.
    welche kamera wäre denn für mich die beste?
    Antwort wäre super
    gruß markus

    • Paddy schrieb am 17.04.2012

      Die D4

      • Markus schrieb am 17.04.2012

        @ Paddy danke dir.
        aber bietet die d 800 der d4 nicht richtig die stirn? ich denke nikon hat sich mit der d 800 keinen so großen gefallen getan. denn bei einem preisunterschied von € 3000.- und der doppelten anzahl an pixeln ist das schon ne hausnummer. oder warum bist du der meinung die d4 wäre für mich besser?
        gruß markus

  • Ari Hirshenson schrieb am 17.04.2012

    Schärfe ist nicht alles …… ich hatte auch die Gelegenheit, die die D800 zu testen, mir sind die Fotos zu unnatürlich scharf, hier haben wir es nur noch mit technisch aufbereiteten Digitalbildern zu tun, die Kanten glimmern teilweise vor Schärfe, es ist ätzend !!! Wer nicht DIN A3 oder größer drucken lässt, bekommt mit 10-20 MP mehr Qualität ….

    • Eddy schrieb am 20.04.2012

      Ich habe mir die D800 zum testen ausgeliehen und kann der Aussage von Ari nur zustimmen.
      Ich komme zwar vom Mittelformat (Contax, PhaseOne P65+) und der Vergleich ist wirklich nicht ganz passend, jedoch fiel mir die doch techn. Aufarbeitung innerhalb der D800 auf.
      Habe damals mir die D3s statt die D700 als „Ausfallreserve“ angeschafft und im Vergleich zur D800 liegen da doch noch „Welten“ in Bezug auf Abbildungsleistung zu Gunsten der D3s!! Und ich behaupte mal das diese nur marginal von der D4 übertroffen wird.
      D4 zum jetzigen Zeitpunkt: ganz klar nein!! Es gibt keinen wirkl. vernümpftigen Grund hierfür. Noch nicht einmal einen laborgeprägten!
      Ob es den D700 Besitzern ähnlich gehen wird?
      Allzeit gut Licht!
      Gruss
      Eddy

  • Markus schrieb am 24.04.2012

    @ Eddy,
    habe mir nach langen hin und her jetzt doch die D4 zugelegt und kann nur sagen, dass Ding ist ne Waffe. Hatte vor 2 Jahren die D3s als Leihkamera. Aber zur D4 ist doch ein großer Unterschied zu Gunsten der D4.
    Die D800 werde ich mir trotzdem noch mal leihen um den Unterschied zu testen. Aber zum Trost es gibt auch das ein oder andere was an der D4 nicht so perfekt ist. Die Farbwiedergabe auf dem Bildschirm ist zu grün/gelb. Aber Japan arbeitet wie ich von Nikon gehört habe schon an dem Problem.
    Gruß Markus

  • Mario schrieb am 24.04.2012

    Ohhh was wird hier der Kauf der einen oder der anderen Kamera „schön“ geredet. Die D800 und die D4 zu vergleichen erinnert mich mehr an den Spruch mit den Äpfeln und den Birnen. Beide Kameras sind auf unterschiedliche Zielgruppen ausgelegt und haben für beide Gruppen Vor- und Nachteile. Wenn einige Hobbyfotografen nur etwas von 36 MP hören, dann meint sie auch mehr Qualität zu bekommen. Wenn sie dagegen 6T€ hören, dann wird mit dem Budget argumentiert.
    Ich erwarte, dass es viele D800-Besitzer geben wird, denen der anschließende Workflow mit 36MP auf Dauer mehr Frust als Lust bescheeren wird.
    Mal eben 250 RAW´s zu bearbeiten wird mit Sicherheit den einen oder anderen User an den Rand der Verzweiflung treiben. Aber man kann ja die Auflösung an der D800 reduzieren 😉

  • Heiko schrieb am 16.05.2012

    36 Mpx scheinen sehr verlockend. Aber welche Objektive von 16… 200mm schaffen diese schiere Auflösung? Ich habe alle Objektive von Nikon / Canon bis 200mm mit 24/21 Mpx Kameras getestet und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass vielleicht wenige Festbrennweiten (135er, 200er, Macros) die schiere Auflösung recht gut gemeistert haben, aber eben nicht perfekt. Beim Weitwinkel habe ich kein einziges Objektiv gefunden, was mich richtig zufrieden stellte. Für mich sahen die Bilder alle in der Schärfe nicht so richtig „echt“ aus sondern ein bisschen wie getrixt. Wie sollen nun 36Mpx auflösbar sein?
    Ich gebe zu auf Pentax 645D umgestiegen zu sein. Nicht wegen der Auflösung aber weil die Schärfe sehr korrekt dargestellt wird, wie ich es bisher noch nie gesehen habe. Und ich kann 20 Jahre alte Objektive benutzen die immer noch 1a Fotos machen, was Kontrast und Schärfe anbetrifft. Von da an habe ich aufgehört über Schärfe nachzudenken denn sie war fraglos vorzüglich. Canon 5DII und fast alle Linsen habe ich verkauft.
    Da ich noch ein paar Nikon Linsen habe wäre ich sehr interessiert etwas darüber zu erfahren, welches Objektiv eine ordentliche Schärfe liefern imstande ist – welche Festbrennweite von 14… 200mm? Die Zooms können m.E. das nicht leisten.

  • Rudolf schrieb am 27.05.2012

    Hast dir viel Arbeit gemacht. Nimm es bitte nicht persönlich: Wenn ich mir das Hundebild ansehe, frage ich mich, wo der Vorteil von 36 MP liegt. Meine Olympus E-3 mit 10 MP bringt es schärfer.

  • Als ich von der D800 höhrte, dachte ich, die brauch ich nicht, meine D700 leistet mir hervorragende Dienste ( gerade im RAW Format )…… Nun denn…. trotzdem machte ich mich schlau und schlauer, und musste fest stellen, das das genau die Kamera ist, die komplett auf mich zugeschnitten ist….. ( ich schiesse weniger Salven ) …..
    Natürlich habe ich die Kamera bestellt ( warte schon drei Wochen ) …. logo…..und werde meine D700 sicherlich nicht verkaufen, da ich sie dann mehr outdoor verwenden werde…..

    Der Bericht zeigt mir wieder einmal, das ich die richtige Entscheidung getroffen habe…
    Herzlichen Dank….

  • CaLa schrieb am 26.06.2012

    Hallo Paddy,

    Dein Artikel war es auch, der mich zum Kauf der D800 überzeugte. Ich habe sie jetzt ein paar Wochen und war bisher sehr sehr zufrieden, bie all den Standardbildern und viel Licht. Bis ich letzte Woche ein Baby-Shooting hatte. Kunstlicht und Nikkor 24-70;2,8, Matrixmessung, sRGB. Teilweise Bilder ins Dunkle gesetzt. Das Ergebnis: Extreme Farbüberlagerungen in den dunkel-Bereichen, sehr peinlich, die Bilder kann ich nicht weitergeben. Keine Ahnung warum wieso (zuviele Pixel?) und schon gar nicht, ob ich dies per Bildbearbeitung korrigieren kann (Versuche habe bisher nicht gefruchtet). Hattest Du diesen Effekt schon mal? Wie ist Deine Erfahrung hier. Meine ist, dass dies mit der D300 nie aufgetreten ist.
    Tipp?
    Danke und Gruss,
    Carola

    PS: Anfrage bei Nikon läuft auch schon

  • Michael schrieb am 15.07.2012

    D800 ist ein TRAUM!!! 🙂 ich habe mich vor 2 Wochen darauf eingelassen!

  • Mark schrieb am 09.08.2013

    Hi Patrick,
    ob der Vergleich zwischen D4 und D800 wirklich glücklich ist……?

    Ich halte es in diesem Fall mit der Aussage aus einem Buch über diese Kamera: „Die D800 ist kein Folgemodell der D700; sie steht für sich allein, schon wegen der „Mitteformatauflösung“ und ist mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig, weil sie erstens ein etwas anderes Bedienkonzept hat und zweitens, weil sie Fehler kaum verzeiht. Gleich vorweg, ich bin über alle Maßen überrascht, dass sie trotz der Pixeldichte, sogar im Dauerbetrieb, stets sehr gute Bildqualität liefert.

    Hinsichtlich des Bedienkonzepts kann ich nichts sagen, bisher fotografierte ich mit meinen Fujis – Finepix S3 und S5 Pro, die allerdings auf Nikonbodys basieren.

    Letzteres indes kann ich bestätigen – so ist zum Bleistift der kleinste Wackler sofort sichtbar, was bei webüblichen Auflösungen nicht, aber in der 100%-Auflösung bei 7360 x 4912 Pixel sehr unangenehm auffällt. Auch habe ich die Arbeit einer guten Visagistin sehr zu schätzen gelernt, denn der Zeitaufwand für Retuschen verdoppelt sich spielend.

    Die Datenmengen können in der Tat ein Problem werden. Mit der Anschaffung der Kamera, ergibt sich unter Umständen die zwangsläufige Aufrüstung oder gar eine Neuanschaffung eines geeigneten Computers. Es sind zwar die Raw-Daten, kameraseitig verlustfrei komprimierbar, aber selbst dann ist eine Datei noch immer ca. 35MB groß, was wiederum auch nur für den Festspeicher von Relevanz ist und natürlich für den Kartenspeicherplatz. 8 GB Arbeitsspeicher mit einer CPU der jüngsten Generationen ist für meine Begriffe das Mindeste um stretzfrei arbeiten zu können.

    Eine in Photoshop bearbeitete Datei kommt bei mir in aller Regel auf duchschnittlich 500 MB, so ich im nativen Dateiformat von Adobe, PSD, abspeichere. Im TIFF-Format können es mit 16 Bit Farbtiefe schnell 1GB werden.

    Die Datenmengen meiner Fujis waren da doch sehr viel übersichtlicher, um mal Loriots Terminus zu verwenden.

    A pro pos Datenmengen. Ich empfehle gleich beim Einlesen der Bilddaten in das offene DNG-Dateiformat zu speichern. Diese Dateien sind platzsparender als die Proprietären und sehr wahrscheinlich zukunftssicherer. Mehr dazu im entsprechenden Beitrag.

    Faszinierend finde ich die Rauschfreiheit in höheren ISO-„Lagen“. Bis ISO 800 habe ich nichts zu beanstanden. Selbst ISO 1600 ist noch ganz passabel. By the way, meine geliebten Fujis sind für mich bereits ab ISO 400 grenzwertig.

    In einer Kirche habe ich Aufnahmen eines Konzerts gemacht, bei dem kein Blitz erlaubt war. Die ISO-Automatik der D800 ging bis ISO 3200 hoch (von mir limitiert) und das trotz eines Objektivs mit f2.8. In Vollauflösung war das Rauschen natürlich deutlich erkennbar, aber nach entsprechender Bearbeitung und einer Webauflösung von 1200×800 musste man schon sehr genau hinsehen.

    Apros pos Objektive. Wer mit der D800 aufs Vollformat umsteigt, muss wissen, dass die Kamera DX-Objektive erkennt und die Auflösung automatisch reduziert.

    Unterm Strich kann ich die Nikon D800 auch nur empfehlen. Ob sich die 3.000 Euro mehr für eine D4 lohnen, kannn ich nicht wirklich beurteilen, da ich mit einer D4 noch nicht gearbeitet habe. Die D800 hat Wesentliches (Schärfemodul und Belichtungsmesser) der D4 geerbt. Sie verfügt über einen hellen Sucher der 100% des Bildes zeigt, hat einen sehr robusten Korpus und ist reduziert auf 12 Megapixel, nicht nur sehr gut sondern hervorragend, wenn es um available Light-Aufnahmen geht. Einzig der Auslöser im Hochformat fehlt, der aber über den optionalen Batteriegriff für ca. 300 Euro zu bekommen ist. Die D4 ist wohl noch mal um einiges zackiger, was ich persönlich nicht benötige. Die Arbeit im Studio verläuft immer flüssig, ohne stocken. Allerdings zähle ich auch nicht zu jenen, die eher Filme denn Fotos schießen, bzw. mache ich keine Sportaufnahmen. Wie auch immer, ich kenne keinen Profi in der Gebrauchsfotografie, der sich eine D4 leistet, bzw. meint, nur mit dieser arbeiten zu können/wollen. Ganz im Gegentum, viele arbeiten noch mit einer D90, die nach wie vor hervorragende Ergebnisse liefert. Grudsätzlich sage ich auch immer, lieber mehr Geld in gute Optiken stecken, was bei der D800, um sie ausreizen zu können, wirklich notwendig ist, als in Bodys. Kleiner Tip von mir. Das Tamron 24-70mm f/2,8 kostet fast die Hälfte weniger als das Äquivalent von Nikon und ist zudem besser. Für meine Begriffe bietet Nikon nur wenige herausragende Optiken, wie zum Beispiel die Festbrennweite 35mm mit f/1,4. Diese indes ist brutal gut.

    Videos sollen mit der D800 auch ganz hervorragend funktionieren, doch habe ich mich bisher – seit über einem halben Jahr – damit noch nicht beschäftigt und ich bin mir nicht sicher, ob ich es noch je tun werde.
    Gruß Mark

    P.S. Ach ja, die D800 gibt es noch mit einem „E“ anhängend. Diese Kamera verfügt über einen anderen Tiefpassfilter für noch mehr Details. Kann mir kaum vorstellen, dass diese den Besitzer bei Aufnahmen außerhalb eines Studios glücklich machen.

  • Fabian schrieb am 03.02.2014

    Ist schon ein bisschen her, aber hast du den Klingelton erstellt? :D:D

    Hätte ich schon großes Interesse dran! 😀

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