Test: Dedolight Dauerlicht

Am 19. Dezember 2012 von Paddy veröffentlicht

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Ich hatte mir vor einiger Zeit ein paar Walimex Dauerlichter gekauft. Diese waren ursprünglich als reines Videolicht gedacht, aber dennoch machte ich auch einige fotografische Versuche. Von Anfang an war ich sehr angetan, da es damit problemlos möglich war mit offener Blende zu fotografieren. Zudem liessen sich die Lichter sehr gut und einfach ausrichten. Ich begann mich mehr mit dem Thema Dauerlicht zu beschäftigen und wurde plötzlich in einen Strudel gesogen, der ein teures Ende haben sollte.

Von Dedolights hatte ich schon einmal gehört. Die stellen auch die LEDzilla her. Die Webseite ist jedoch alles andere als aufschlussreich und auch nicht gerade einladend gestaltet. Das hielt mich jedoch nicht davon ab mir die Dinger näher anzuschauen. Ein Anruf bei Dedo in München brachte mich weiter. Spontane telefonische Beratung und die Vermittlung eines Kontakts zu der Firma BPM in Hamburg, die Dedolights vertreiben. Termin gemacht, hin gefahren, zwei Stunden geschnackt und mit einer Bestellung nach Hause gefahren.

Aber warum überhaupt Dauerlicht? Bisher bin ich mit Blitzen sehr gut zurecht gekommen. Mir schwebte aber ein Licht vor, dass stimmungsvoller ist und sich viel präziser setzen lässt. Gerne darf es auch härter sein, da ich eh nicht so der Riesige-Softbox-Mädchenlicht-Fan bin. In meinem Kopf schwirrten Bilder die an Filme erinnerten, mit gezielten Spots, die vorhandene Lichtstimmung unterstützend. Interessantes Detail: Mit Dedolight arbeitet angeblich auch Peter Jackson beim Herr der Ringe und dem Hobbit.

Nach etwas googlen wurde ich zudem bei Alexander Heinrichs fündig, den ich sehr schätze und der auch schon mal ein Video über Dedolights aufgenommen hat. Jepp, genau das will ich haben. Die Videos von Alexander kann ich Euch übrigens sehr empfehlen. Da habe ich schon die ein oder andere Anregung her geholt. Ein Hoch auf Leute wie Alex, die ihr Wissen mit der Welt teilen.

Wenige Tage später holte ich mein Köfferchen ab. Darin enthalten zwei DLHM4-300, ein Softlight mit 30×30 Softbox und Grid, ein DP1 und diverse Vorsätze.

Zu dem Softlight muss man nicht viel sagen. Ist halt ein Dauerlicht mit Softbox. Ich habe mich bewusst für die kleinste Softbox mit Grid entschieden, da es mir um sehr gezielte Lichtsetzung geht. Schatten dürfen auch gerne etwas härter sein.

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Als Stromversorgung dient ein Schnurtrafo, der neben dem Dimmer auch zwei fixe Positionen mit festen Farbtemperaturen von 3200 und 3400 K hat.

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Diesen Trafo gibt es auch für die DLH4-Leuchten. Ich habe mich aber dennoch für die Variante mit eingebautem Netzteil und Dimmer entschieden, die sich dann DLHM4-300 schimpft. Warum die? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht genau. Der Gedanke war wohl ein Gerät weniger zu haben. Ansonsten gibt es auch noch Netzteile, die drei oder vier Lampen versorgen, welche dann aber nicht mehr so mobil sind.

Die DLHM4-300 sind fokussierbare Dauerlichter. Erst mal nicht weiter spaktakulär. Mit Hilfe eines Klappentores kann man das Licht aber schon sehr präzise setzen.

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Damit besteht schon mal die Möglichkeit sehr genau zu arbeiten. Schön ist, dass man halt sofort sieht wo das Licht landet. Zwar haben Blitze auch Einstelllicht, aber das ist nicht genau das gleiche und oft von der Intensität nicht ausreichend.

Da die Dedolights auch hauptsächlich drinnen zum Einsatz kommen und dazu gedacht sind mit dem vorhandenen Kunstlicht kombiniert zu werden, habe ich mich auch für die Kunstlichtvariante mit 3200 Kelvin entschieden. Es gibt auch welche mit Tageslicht-Temperatur. Mit Hilfe von CTB-Folien kann man die Temperatur aber auch an Tageslicht anpassen.

Was mich total angefixt hat, sind die verschiedenen Vorsätze für die Lampen. Mit dem Imager DP1 lässt sich das Licht noch viel präziser bündeln. Vorne in dem DP1 ist ein Objektiv eingebaut, welches zur Fokussierung dient. Das Objektiv lässt sich auch gegen andere Brennweiten austauschen.

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In den DP1 kann man nun verschiedenstes Zeug schieben. Es gibt z.B. eine Irisblende, mit der man den Lichtkegel auf und zu machen kann.

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Damit lässt sich ein kreisrunder Spot formen. Am Objektiv muss man leicht unscharf stellen, da man sonst sogar die Blendenlamellen im Hintergrund sieht. Auf dem Beispielbild sind sie noch ein wenig zu sehen.

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Besonders cool finde ich die sog. Gobos. Das sind gestanzte Stahlstablonen, mit denen man Muster projizieren kann. Das Starterset enthält insgesamt sechs verschiedene Gobos. Damit kann man Hintergründe an die Wand schmeissen oder das Licht als Hauptlicht verwenden. Besonders die Variante als Hauptlicht finde ich sehr spannend.

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Hier mal eine Auswahl an Bildern, die mit den Gobos gemacht sind:

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Von den Gobos bin ich total begeistert. Das ist genau das Licht, was ich mir vorgestellt habe. Teilweise habe ich das zweite DLHM4-300 als Effektlicht oder zur Aufhellung einzelner Stellen verwendet.

Begeistert bin ich vor allem von der einfachen Handhabung. Allerdings muss man auch beim ISO meistens etwas höher gehen. ISO 800 ist keine Seltenheit gewesen bei meinen Tests, teilweise auch mehr.

Es gibt auch Glasfilter, die man in den DP1 stecken kann. Ich war etwas skeptisch und habe daher erst mal nur einen zum ausprobieren mitgenommen. Dieser projiziert ein rotes magmaartiges Muster auf den Hintergrund.

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Dabei heraus kommt so etwas:

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Finde ich ganz interessant, aber so ganz überzeugt mich das noch nicht. Sieht ein wenig kitschig aus. Aber vielleicht muss ich damit auch noch etwas mehr rumprobieren.

Dann habe ich noch mal ein wenig mit Nebel und Farbfiltern vor den Spots gespielt, aber auch das haut mich nicht so richtig vom Hocker. Ist nicht so ganz mein Stil, aber dennoch eine nette Spielerei. So Farbfilterfolien kosten zudem nicht die Welt. Das ist aber auch nichts, was sich nicht mit Blitzen mindestens genauso gut realisieren lässt.

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Insgesamt bin ich wirklich sehr angetan von den Dedolights. Damit kann man sehr interessante Dinge machen, die sich mit Blitzen nur schwer umsetzen lassen. Sp gibt es z.B. auch Gobo-Vorsätze für Blitze, aber ich Stelle mir die Ausrichtung sehr schwierig vor, da es teilweise auf einige Millimeter ankommt. Grösster Wermutstropfen ist allerdings der Preis. Die Dinger sind nichts für den kleinen Hobbyfotografengeldbeutel. Mein Set liegt bei etwa 2.500,- € … Autsch. Wenn ich Euch mit dem Thema angefixt habe, so ist meine Empfehlung mit einer DLH4-Lampe und dem DP1-Vorsatz und Gobos anzufangen. Damit kann man schon eine Menge anstellen. Damit habe ich auch die Ergebnisse mit grösstem WOW-Effekt erzielt.

Nach diesem ersten Test werde ich die Lichter nun mal bei zukünftigen Shootings einsetzen. Speziell im Studio und an Indoor-Locations stelle ich mir das sehr spannend vor. Die Investition tat einmal weh, aber das Dauergrinsen hält dafür wohl noch länger an 😉

P.S.: Die Biester werden verdammt heiss 😉

Veröffentlicht in: Hardware Tests nach oben

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Kommentare (12)

  • Dominik schrieb am 19.12.2012

    Hi Paddy,

    ich war die letzten Tage schon gespannt auf einen Bericht von dir zu den Dedolights. Ich muss sagen, dass ich jetzt ganz schon Lust auf diese Dinger haben 😀

    LG
    Dominik

  • Soeren schrieb am 19.12.2012

    Toller Test-Bericht mal wieder.
    Die Bilder mit den Gobos Gefallen mir super. Sowas will ich auch gerne mal ausprobieren, mal sehen ob man sich aehnliches, zum ausprobieren, auch Basteln kann ;.

    Regards
    Soeren

  • jens Wolter schrieb am 19.12.2012

    hallo,

    das licht gefällt mir sehr gut und auch die möglichkeiten sehen vielversprechend aus.aber der preis,wie du schon sagtest,nicht wohl für hobbyfotografen.schade….

    lg Jens

  • Matthias schrieb am 19.12.2012

    Wow die Stahl-Einschübe sind ja der Hammer! Ich bin allein von den paar Fotos schon ein riesen Fan von den Teilen! Habe schon öfter von den Dedolights gelesen, aber noch nie so viele gute Informationen dazu gefunden.

    Danke dafür!

  • Norbert schrieb am 19.12.2012

    Wow, wirklich toole Bilder, was wohl nicht nur an der neuen Hardware liegt, sondern auch daran das Chantal beim Weihnachtsshopping war und somit nicht für Lichttests zur Verfügung stand 😉
    Kann mir dein Dauergrinsen lebhaft vorstellen. Viel Spaß damit und vielen Dank für diese Bilder und Infos.Wenn man schon dieses Licht nicht hat, dann doch neue Ideen für die Peoplefotografie.

    Cheers,
    Norbert

  • Felix schrieb am 20.12.2012

    Sehr hübsch! Sind die Dinger am Samstag zum begucken im Studio?

  • Markus schrieb am 20.12.2012

    Wenn man sich mal überlegt, wie lange es schon diese Gobos gibt…“Früher“ wurde sehr oft mit solchen Vorsätzen gearbeitet (allerdings als Blitzlösung wie z.B. von Hensel).

    Naja, vielleicht gibt es ja mal wieder eine Renaissance der Teile.

    Schönes Weihnachtsfest!

  • Ulf schrieb am 20.12.2012

    Das Model… 🙂

  • Roman schrieb am 26.12.2012

    Die Bilde mit dem Spot und Gobos sind total klasse.
    Arbeite selbst teilweise mit Dedo in gemischter Form mit dem Blitzlicht. Das Ergebnis überzeugt. Danke für das gute Bericht.Gruß

  • Mario schrieb am 17.01.2013

    Hallo,
    wo kann man soetwas noch preisgünstiger erhalten?

  • Ulf schrieb am 19.01.2013

    Super Bilder!!!
    Was ,ich interessieren würde wo denn genau die Nachteile zu den billigeren Walimex sind?!
    Dort hast du ja auch Kritik an der farbtemperatur geschrieben. Was meintest du damit? Danke

  • Pino Materna schrieb am 22.05.2013

    Gratuliere Patrik,

    Es ist schon ein feines Licht , was DEDO da macht . Es ist das einzige mit dem man Farbsaum frei projizieren kann – braucht man zwar nicht laufend , messerscharf zu projizieren , verdeutlicht aber die Qualität , um die es hier geht , Qualität made in Germany , … Zur frage ob auch billiger geht… Nee, hat ihren Preis . Ich kenne es auch bereits seit > 20 Jahren.

    Pino Materna – GM-Foto