Update: Offensichtlich ist der folgende von mir getipperte Text so fachlich nicht ganz richtig, wie die es die fleissigen Kommentatoren bestätigen. Wer sich mit dem Thema auf wissenschaftlicher Basis auseinander setzen möchte, dem empfehle ich im Anschluss alle Kommentare zu wälzen. Ich hingegen verstehe diese ganze Wissenschaftsgeschichte nicht und verlasse mich lieber auf praktische Erfahrungen und diese zeigen nun mal einen Unterschied zwischen Bild 1 und 2, egal ob von Brennweite oder Sensor verursacht. Vielleicht bin ich da etwas zu pragmatisch, aber immerhin funktioniert es ganz gut für mich.

Vor kurzem hatte ich versucht zu erklären wie sich die Geschichte mit Kleinbild/Vollformat vs. Cropsensoren verhält. Nun hört man ganz oft, dass 35 mm an einem Cropsensor ja ungefähr 50 mm an einem Vollformat-Sensor entsprechen. Um genau zu sein wären es bei Nikon 52,5 mm bei einem Umrechnungsfaktor von 1,5x, aber so genau will ich es nicht nehmen.

Das ist leider nur halb richtig, denn der Unterschied zwischen zwei Brennweiten liegt nicht nur in dem Bildausschnitt, sondern vor allem auch in der Schärfentiefe. Dazu mal ein einfacher Versuch.

Bild 1: D700 (Vollformat) mit 50 mm bei f/2.0

Bild 2: D7000 (Crop) mit 35 mm bei f/2.0

Ich habe mich bemüht bei beiden Bildern den gleichen Abstand zwischen Kamera und Schantalle zu halten. Der Kopf im Vordergrund ist auch in etwa gleich gross. Allerdings seht Ihr einen grossen Unterschied in der Schärfentiefe. Achtet auf den Schriftzug auf der Softbox.

Die Brennweite hat einen riesigen Einfluss auf die Schärfentiefe, was man gerne mal vernachlässigt. Ich denke hier sieht man den Unterschied ganz gut.

Ähnlich verhält es sich mit dem Crop-Mythos. Man hat heutzutage so viel Auflösung, dass man ja später per Crop den Bildausschnitt festlegen kann. Das mag stimmen, wenn man Bilder mit einer Schärfentiefe bis nach Canada hat, aber nicht bei geringerer Schärfentiefe. Denn neben der Brennweite wird die Schärfentiefe auch durch den Abstand bestimmt. Gehe ich näher an mein Objekt heran, so nimmt die Schärfentiefe ab und umgekehrt. Beispiel gefällig?

Bild 3: D700 mit 50 mm f/2.0, kompletter Bildausschnitt

Bild 4: D7000 mit 50mm f/2.0. Ich stand etwas weiter hinten und habe das Bild dann zurecht geschnitten.

Man möge mir die leichten Helligkeitsunterschiede verzeihen. Gut zu sehen aber auch hier wieder der Unterschied in der Schärfentiefe und in der Perspektive. Zum Vergleich noch einmal der komplette Bildausschnitt von Bild Nr. 4

Aus dem Grund ist 35 mm an Crop eben nicht 50 mm an Vollformat. Ebenso wenig kann man die D800 nur aufgrund ihrer Auflösung mit einer Mittelformatkamera vergleichen. Was Ihr auch nicht ausser acht lassen dürft ist die Verzerrung von Weitwinkel-Objektiven. Fotografiere ich mit einem Weitwinkel ein Portrait, so dass der Kopf den Grossteil des Bildes einnimmt, so bekomme ich garantiert später von dem Protagonisten eine rein gehauen, denn Weitwinkel macht lustige Eierköppe, wenn man zu nah ran geht. Diese Verzerrung ändert sich nicht durch einen anderen Sensor. Eierkopp bleibt Eierkopp, es ändert sich nur der reine Ausschnitt. Von wegen Vollständigkeit muss ich noch sagen, dass die Stärke der Verzerrung auch wieder etwas mit dem Abstand zu tun hat, aber ich will es hier nicht unnötig kompliziert machen. Schaut einfach auf die ersten beiden Bilder, die sagen eigentlich alles.