In meinem Tutorial zur Optimierung des Nadirbildes mit der Viewpoint-Funktion von PTGui hatte ich beschrieben wie man ein perfektes Bodenbild aufnehmen und stitchen kann. Diese Methode funktioniert einwandfrei solange man das Bodenbild auch wirklich aus der Hand schießen kann. Hat man jedoch mit längeren Belichtungszeiten zu tun oder möchte evtl. ein HDR-Panorama erstellen, so bekommt man Probleme mit dem Bodenbild, da die Belichtungszeiten zu lang werden. Mit diesem Problem habe ich mich weiter beschäftigt und eine ganz brauchbare Lösung gefunden.

Benötigt wird dazu ein Stativ mit ausziehbarer und schwenkbarer Mittelsäule wie das Manfrotto 055XProB, welches ich verwende. Ich nehme die 6 horizontalen Bilder ganz normal auf, wobei ich ein Segment der Stativfüße komplett ausgefahren habe. Am Ende lege ich eine Markierung (Objektivdeckel) in die Mitte unter das Stativ. Nun wird das Stativ umgebaut, das zweite Segment voll ausfahren, die Mittelsäule um 90° kippen und voll ausfahren und den Panoramakopf abbauen. Nun die Kamera direkt auf den Kugelkopf setzen und so ausrichten, dass sie nach unten direkt auf die Markierung zeigt. Die Beine des Stativs sollten so stehen, dass möglichst wenig von ihnen im Bild ist. ACHTUNG: Je nach Kameragewicht kann es sein, dass der Schwerpunkt zu weit außen liegt und das Stativ umkippt. Bei mir geht es so gerade, aber mit einem anderen Objektiv wird es kritisch, dafür könnte man ein Gewicht unter das Stativ hängen. Als Taucher hat man ja immer ein paar Kilo Blei in der Tasche ;-) So umgebaut ist das Kameraobjektiv fast auf der Höhe wie mit dem Panoramakopf, bei mir beträgt der Unterschied 8 cm. Abdrücken und fertig. Ich nehme auch nur das eine Nadirbild auf.

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Beim ersten Versuch habe ich nun alles einfach in PTGui Pro geschmissen und die Software alles machen lassen. Also Bilder laden, dann “Align Images” und anschließend den Optimizer mit einem Häkchen bei “Viepoint” für das Ndadirbild laufen lassen. Bei den Image Parametern habe ich die Blend Priority für das Nadir auf 10 gestellt, damit alle anderen Bilder Vorrang haben.

optimizer

Blend Priority

Das hat dann auch fast perfekt geklappt, allerdings war noch ein kleines bisschen vom Stativfuß zu sehen, wie Ihr im folgenden Bild seht.

nadir_1

Das liegt daran, dass es ziemlich knapp ist mit der Überlappung des Nadirbildes zu dem horizontalen Bild. Also habe ich einfach eine minimale Maske als Alphachannel über das Ende der Stativfüße gelegt. Wie das geht könnt Ihr in dem oben erwähnten Tutorial nachlesen. So sieht die Maske aus:

maske

Mit dem Bild habe ich dann wieder PTGui angeschmissen und alles automatisch wie oben beschrieben ausrichten lassen. Das Ergebnis sieht super aus:

nadir_2

Der große Vorteil dieser Methode ist, dass man damit auch lange Belichtungszeiten oder Belichtungsreihen realisieren kann, da die Kamera ja auf dem Stativ angebracht ist. Außerdem muss man keine Kontrollpunkte manuell setzen, die findet PTGui von ganz alleine, da es ja nur einen geringen Unterschied zwischen der Kameraposition mit Panoramakopf und ohne gibt. Allerdings muss man dazu sagen, dass unsere Terrasse sich auch super dazu eignet Kontrollpunkte automatisch zu finden.

Der Nachteil dieser Methode ist der Aufwand bei der Aufnahme. Man benötigt ein paar Minuten länger, da man das Stativ umbauen und ausrichten muss. Außerdem muss man aufpassen, dass das Stativ nicht umkippt. Ich denke die Nachteile sind aber eher gering. Natürlich benötigt man auch ein Stativ, das eine schwenkbare Mittelsäule hat.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die nun im Laufe meiner Experimente mit der Panormafotografie entstehen. Alle Artikel rund um die Panoramafotografie findet Ihr gebündelt auf dieser Seite zur Panoramafotografie oder wenn Ihr alle Artikel mit dem Tag Panoramafotografie aufruft.