Der Nodalpunktadapter Nodal Ninja 5 für die Panoramafotografie

Am 21. Juli 2009 von Paddy veröffentlicht

Videotutorial_Panoramafotografie

090720PL2126Nach einigen Recherchen und einer ausführlichen Beratung von Erich Thaler habe ich mich für den Nodalpunktadapter Nodal Ninja 5 mit dem Rotator RD16 entschieden. Nun ist er endlich angekommen und ich will Euch meine ersten Eindrücke mitteilen.

Nodal Ninja hat verschiedene Panoramaköpfe im Programm. Neben dem Nodal Ninja 5 gibt es noch den kleinen Bruder Nodal Ninja 3 und den Ultimate R1. Die Unterschiede der Panoramaköpfe beschreibe ich am Ende des Artikels, damit Ihr einen Anhaltspunkt habt, falls Ihr kaufwillig sein solltet 😉

Der Nodal Ninja 5 kommt in einem Hartschalencase mit Schaumstofffüllung, welches per Reissverschluss geöffnet und geschlossen wird. Darin ist der Kopf sehr gut für den Transport geschützt, was ich für recht wichtig halte, damit die hohe Präzision des Kopfes erhalten bleibt.
Der Panoramakopf besteht aus zwei Teilen, der unteren Schiene mit dem montierten Rotator RD16 und dem oberen Winkel, welcher an einem Gelenk in der Vertikalen verstellt werden kann. Als ich den unteren Teil mit dem Rotator in die Hand genommen habe ist mir sofort die hohe Präzision des Panoramaadapters aufgefallen. Da wackelt nichts und alles was man verstellen kann geht butterweich. Lediglich die Anschlagschrauben, die man sich als Markierung in die Schienen setzen kann gehen etwas schwer, aber das ist nicht so wild, da ich eh lieber mit der Skala arbeite. Um den Kopf in Betrieb zu nehmen muss man lediglich den unteren Teil aufs Stativ schrauben und dann den oberen Teil befestigen, nun nur noch den Arm, der die Kamera hält ausklappen und fertig ist der Grundaufbau. Natürlich ist man noch nicht ganz fertig, denn ein bisschen Justage gehört dazu, unter anderem muss man den Nodalpunkt für das Objektiv bestimmen, was ich im Detail in einem Artikel über die Nodalpunktbestimmung beschrieben habe.

Schraubt man den Nodal Ninja auf das Stativ so gilt es zu überlegen ob man noch einen Kugelkopf und evtl. einen Leveller dazwischen setzt. Der Kugelkopf erlaubt eine sehr schnelle grobe Ausrichtung und der Leveller eine schnelle Feinjustierung. Die exakte Nivellierung des Kopfes ist sehr wichtig für die spätere Aufnahme der Panoramen.

Der Nodal Ninja Nodalpunktadapter lässt sich sehr exakt einstellen um die Kamera genau um den Nodalpunkt des Objektives zu drehen. Da jede Brennweite einen anderen Nodalpunkt hat gibt es Skalen, die es erleichtern einmal gefundene Einstellungen zu reproduzieren. Am besten man notiert sich die Einstellungen sobald man sie einmal gefunden hat. Um mehrreihige Panoramen aufzunehmen kann man den oberen Arm nach oben und unten neigen wobei dieser jeweils alle 15° einrastet, was ich wirklich sehr praktisch finde. Sämtliche Schrauben haben große Handräder und lassen sich sehr leicht anziehen und lösen, wobei wirklich nichts wackelt sobald man sie einmal festgezogen hat. Hier ist auch noch einmal ein Video in dem dem erläutert wird wie man die DSLR auf dem Nodal Ninja 5 befestigt.

Herzstück ist sicherlich der optional erhältliche Rotator RD16, welcher insgesamt 16 verschiedene Rasterungen (Klickstops) für Schwenks mit den Abstufungen 3.75, 5, 6, 7.5, 10, 12, 15, 18, 20, 24, 30, 36, 45, 60, 90 Grad anbietet. Diese sehr feine Einteilung erlaubt es auch mit Telebrennweiten zu arbeiten, die wirklich kleine Abstände benötigen, damit noch ausreichend Überlappung gewährleistet ist. Der Kopf hat eine Feststellschraube, die praktisch ist, wenn man den RD16 aufs Stativ schraubt, da sich sonst ständig alles mitdreht. Die Einstellung der Klickstops erfolgt über zwei weitere Schrauben, wobei man in den meisten fällen jedoch nur eine benötigt. Die zweie Schraube kommt zum Einsatz für halbe Gradzahlen, 3.75 erhält man z.B. durch Halbierung von 7°. Hat man den Klickstop eingestellt so läuft der Kopf wirklich superweich, man merkt dass hier mit sehr viel Präzision gearbeitet wurde. Klick, Klick, Klick, Klick und fertig ist das Panorama, naja fast 😉 Im Detail erläutert wird der RD16 Rotator in einem Video vom Hersteller, besser als jede Anleitung 😉

Unterschiede der Nodal Ninja Nodalpunktadapter

Wenn Ihr Euch meine Fotos anschaut, dann seht Ihr, dass der Nodal Ninja 5 recht groß ist im Vergleich zu meiner Nikon D90 und die Größe ist auch der Unterschied zum Nodal Ninja 3. Der 5er kann auch große Kameras wie die D3 oder eine D90 mit Batteriegriff aufnehmen, außerdem sind die Arme länger, so dass man auch mit langen Objektiven arbeiten kann. Wer eh nur mit einem recht kurzen Weitwinkel arbeiten möchte und eine DSLR in „Standardgröße“ ohne Batteriegriff einsetzen möchte, der findet mit dem Nodal Ninja 3 einen Panoramakopf mit excellentem Preis-/Leistungsverhältnis.

Den Nodal Ninja 5 gibt es auch als Lite-Version, hier ist der Unterschied, dass man keine Klickstops im oberen Gelenk hat.

Ansonsten muss man sich überlegen ob man einen Rotator wirklich braucht. Der Nodal Ninja 3 kommt zum Beispiel in der günstigsten Ausführung für knapp über € 200,- auch mit einem Klickstop-Drehgelenk daher, allerdings muss man hier den Kopf öffnen und eine Scheibe austauschen um eine andere Gradteilung einzustellen. Also in erster Linie ein Aspekt der Bequemlichkeit. Hast Du jedoch vor immer nur Panoramen mit einer Brennweite zu schiessen, so würde ein Rotator wie der RD16 nicht zwingend Sinn machen.

Ein Sonderfall ist der Ultimate R1. Dieser Nodalpunktadapter (oder Panroamakopf) wird mit einem Ring am Objektiv fest befestigt und muss daher auch für das Objektiv passend bestellt werden. Dafür ist er wirklich sehr kompakt und sehr schnell in der Bedienung. Hat man z.B. ein 8 mm oder 10,5 mm Fisheye drauf so braucht man nur 4-5 Bilder für eine volle Drehung und kann so auch mal eben ein Panorama mit einem Einbeinstativ machen und hat zudem noch den Vorteil, dass man wenig Probleme mit Geisterbildern durch sich bewegende Objekte hat. Der R1 ist sicherlich eine echte Alternative wenn mal irgendwann ein Fisheye in meiner Objektivsammlung vorhanden ist. Bis dahin habe ich mir die volle Flexibilität mit dem Nodal Ninja 5 erhalten, die jedoch auch ihren Preis hat.

Zum Schluß noch einige Bilder vom Nodal Ninja 5. Der EZLeveler ist hier ebenfalls abgebildet, ist aber optionales Zubehör.

090720PL2093 090720PL2096 090720PL2098 090720PL2100 090720PL2104 090720PL2106 090720PL2107 090720PL2110 090720PL2112 090720PL2167 090720PL2173

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die nun im Laufe meiner Experimente mit der Panormafotografie entstehen. Alle Artikel rund um die Panoramafotografie findet Ihr gebündelt auf dieser Seite zur Panoramafotografie oder wenn Ihr alle Artikel mit dem Tag Panoramafotografie aufruft.

Veröffentlicht in: Foto nach oben

Newsletter Anmeldung

Melde Dich zum Neunzehn72 Newsletter an und verpasse zukünftig keinen Artikel mehr. Du erhältst entweder wöchentlich eine Auflistung der von mir neu veröffentlichten Artikel und / oder direkt wenn ich einen neuen Artikel veröffentlicht habe.

Liste(n) auswählen:

Kommentare (9)

  • Hardy schrieb am 21.07.2009

    was war der Grund für Deine Entscheidung dafür und nicht für Novoflex?

    • Paddy schrieb am 21.07.2009

      Ganz einfach der Preis und die gute Beratung von dem Händler.

  • Michael schrieb am 24.10.2009

    Ist das richtig dass das Teil € 385,00 kostet? Stolzer Preis, da bekomme ich ja schon fast ein Fisheye. Aber gut, das ist dann wieder was anderes 😉

    • Paddy schrieb am 24.10.2009

      Ja, leider sind die Teile so teuer. Man bekommt aber auch schon Panoramaköpfe für weniger Geld. Der Nodal Ninja 3 tut es auch und liegt glaub ich so um die 200,-

  • Koog schrieb am 16.05.2010

    und wo hast du das teil gekauft?

  • Steffen schrieb am 21.02.2011

    Hab jetzt noch nicht wirklich verstanden, ob eine Canon 50D mit Brennweiten bis 100mm eher etwas für Ninja5 ist, oder ob der 3er da auch schon reicht. Ist für mich reines Hobby, da würde ich gerne ein bisschen Geld sparen 🙂

    • Paddy schrieb am 21.02.2011

      Die Frage kann ich Dir nicht zu 100% beantworten, da es auch darauf ankommt, wo der Nodalpunkt bei Deinem Objektiv liegt. Hinzu kommt die Größe des Objektivs. Tendenziell würde ich jedoch eher bei langen Brennweiten zum NN% greifen.

  • Tobias Habich schrieb am 19.03.2014

    Leider wurde die Produktion der 5er Serie eingestellt.

Trackbacks

  1. Testbericht – Kameradrehteller inklusive Ulead Cool 360 | voxs photography