Selbst wenn man radikal ausmistet und viel mit der Delete-Taste arbeitet, so häuft sich als Fotograf doch so einiges an Daten an. Wenn man dann auch noch Podcasts produziert und Videos dreht kommt täglich eine Portion hinzu. Bisher habe ich mir mit externen Festplatten geholfen, schön schnell per Firewire angeschlossen und auch als RAID. Dieses RAID hatte 2 TB, aber durch RAID 1 war nur 1 TB nutzbar. War ja klar, dass das nicht lange hält.

Also musste etwas neues her. Meine erste Idee war eine Drobo. Tolles Teil, hat auch Firewire. Allerdings kam eine neue Anforderung hinzu. Die Daten sollten ab sofort auch noch extern gesichert werden. Das Drobo hat jedoch keinen Netzwerkanschluß. Bevor nun die Drobo-Fans aufschreien: ja, ich weiss, dass es auch Drobos mit Netzwerk gibt.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ein NAS musste her. Auch wenn der Speed bestimmt nicht so hoch ist, wie per Firewire, so war die Flexibilität wichtiger. Ziemlich schnell war klar, dass es ein Synology NAS sein muss. Der Markt ist ja riesig und selbst Synology hat gefühlte 180 Varianten im Programm.

Entschieden habe ich mich letztendlich für das Synology DS410 und bestückt wurde es mit 4 WD20EARS 2TB Platten. Da das DS410 nicht gerade günstig ist, stand auch noch das DS411j auf dem Auswahlzettel. Aber da die Lösung etwas länger vorhalten soll, habe ich dann doch ein paar Euros in die bessere Performance gesteckt. Die Übertragungsrate des DS410 ist dann doch etwas höher als die vom DS411j. Hier ist ein Vergleich.

Funktionsmäßig sind die Synology NAS Teile echt Hammer. Ich musste zwar als erstes das neue Betriebssystem aufspielen, aber das ging alles erfreulich schnell. Das Ding kann viel mehr als ich brauche. Am Ende nutze ich es als externe Festplatte und als Mediaserver.

Vielleicht werde ich irgendwann mal einen Webserver darauf laufen lassen und mein Blog spiegeln. Nur für den Notfall, dann hätte ich zumindest eine Übergangslösung.

Bei der Plattenkonfiguration habe ich mich für ein RAID vom Typ SHR entschieden. Das steht für Synology Hybrid Raid und ist eine proprietäre Lösung von Synology. Dieser Typ bietet die Möglichkeit das Raid später mit größeren Platten zu erweitern. Hier sind die Typen erklärt. Das Einrichtungs- und Formatiervorgang hat dann auch einige Stunden gedauert (ich habe nicht mehr auf die Uhr geschaut), weil ich den ganzen Prüfungsschnickschnack eingeschaltet hatte. Danach standen mir dann 5,89 TB im Finder zur Verfügung. Das D410 zeigt hingegen 5,36 TB an, aber ich werde wohl nie verstehen warum das so kompliziert sein muss mit den Größenangaben. Da hat doch irgendwann bei der Erfindung des Megabytes mal jemand gepennt ;-)

Nach der Einrichtung wurde das NAS, welches übrigens Arschkacki heisst, sofort im Finder angezeigt. Ich musste nur noch eine Freigabe erstellen und schon konnte es los gehen mit dem kopieren. Wie schnell es genau geht habe ich nicht gemessen. Es ist gefühlt deutlich langsamer als meine Firewire Platte, aber doch schnell genug um zügig damit zu arbeiten. Schliesslich bleibt mein Arbeitsvolume die interne Platte und das NAS ist mehr Auslagerung für alten Krempel.

Die Arbeit mit Lightroom direkt auf dem NAS ist auch akzeptabel. Sehr bequem, dass ich nun überall im Haus auf die Bilder zugreifen kann. Per WLan wird es zwar noch einmal etwas lahmer, aber alles noch ok. Nur eine Strecke von ein paar hundert Bildern würde ich damit ungerne bearbeiten 8-)

Ich hatte dann auch die Idee das NAS für Time Machine zu nutzen. Ich wollte einfach eine der alten Festplatten per USB am DS410 anschliessen und dann übers Netz per Time Machine sichern. Das funktioniert auch alles wunderbar, dennoch habe ich mich dann am Ende doch wieder dafür entschieden Time Machine mit einer externen Platte zu betreiben. Dafür habe ich mein altes RAID auf RAID 0 umkonfiguriert und somit 2 TB an Platz. Firewire ist doch deutlich schneller und im Falle eines Falles möchte ich mein System so schnell wie möglich wiederherstellen können. Den Fall hatte ich schon einmal und das hat keine 2 Stunden gedauert. Hier also keine Experimente.

Ich bin bisher also rundum zufrieden mit dem Kauf des Synology DS410. Als nächstes steht nun an ein weiteres NAS in mein Studio zu stellen und die Daten von zu Hause ins Studio regelmäßig zu sichern. Dazu wollte ich ja gerne meinen bisherigen Mediaserver, eine Buffalo Linkstation Live mit 2 TB verwenden. Das Teil kann jedoch kein Rsync und ich habe es auch nicht hinbekommen mit irgendwelchen Hacks. Falls jemand Interesse an der Linkstation hat, dann möge er sich mit Gebot bei mir melden. Ich brauche sie nicht mehr.

Stattdessen werde ich mir noch eine Synology DS211j als Backup kaufen. Dort müssen die Platten nicht redundant sein und so hätte ich mit 2 x 2 TB volle 4 TB (kann ich nicht gut rechnen?) zur Verfügung.

Und nun hoffe ich, dass erst mal zwei Jahre Ruhe ist!