Tethered Shooting mit dem iPad und Shuttersnitch

Am 31. März 2012 von Paddy veröffentlicht

Seitdem ich die D4 und den Wireless-Transmitter WT-5 besitze probiere ich diverse Spielarten des sog. Tethered Shootings aus. So nennt man das, wenn Bilder nach dem Auslösen direkt zu einem Rechner übertragen werden. Die D4 hat einen eingebauten HTTP-Server, was sehr cool ist und auch wunderbar funktioniert. Nicht so gut gefällt mir dabei die fehlenden Vollbildansicht.

Wie gemacht für eine Tethered Shooting Anwendung ist meiner Meinung nach das iPad. Es gibt bestimmt jede Menge Anwendungsbereiche. Mir fallen spontan folgende ein:

  • Einem Kunden beim Shooting das iPad in die Hand drücken, damit dieser direkt die Ergebnisse anschauen kann.
  • In einem Workshop den Usern direkt die Bilder zeigen. Vor allem Outdoor mit dem iPad interessant.
  • Bei einem Shooting die Bilder im Hintergrund zum iPad übertragen um sie dann schneller in hoher Auflösung kontrollieren zu können. Das werde ich mal bei einer Hochzeit ausprobieren.

Die App Shuttersnitch ist genau dafür gemacht. Sie kostet 12,99 € und ist im App-Store für iPad und iPhone verfügbar. Shuttersnitch unterstützt auch Eye-Fi Karten. Das sind SD-Speicherkarten mit W-Lan Modul, so dass man jede Kamera mit SD-Slot mit WiFi nachrüsten kann. Leider gibt es die Eye-Fi Karten nicht für Compact Flash. Von der Benutzung eines Adapters rät der Hersteller ab, dennoch haben das angeblich einige User erfolgreich ausprobiert. Ich kann Euch leider nichts zu Eye-Fi sagen, da ich keine besitze. Aber die Teile sollen nicht verkehrt sein, zumal sie preislich sehr attraktiv sind.

Im Grunde geht es aber hier um Shuttersnitch. Für die Verwendung mit meiner Nikon D4 stellt Shuttersnitch einfach einen FTP-Server bereit. An diesen Verbinde ich mit der D4 und schon kann es los gehen. Dabei habe ich die D4 ein Ad-Hoc Netzwerk erstellen lassen an das sich das iPad verbindet. Dem iPad habe ich eine statische IP-Adresse zugeordnet, da sich diese sonst bei einem Reconnect ändern kann und dann im FTP-Profil an der D4 wieder angepasst werden muss. Alles in allem war die Konfiguration jedoch relativ simple.

Kleiner Tipp zur D4: Stellt die Standby-Zeit der D4 hoch. Das ist im Individualmenü der Punkt C2. Dann verliert die D4 nicht so schnell die Netzwerkverbindung und es geht viel zügiger weiter, wenn man die Kamera mal aus der Hand gelegt hat. Standard sind hier 6 Sekunden, ich bin auf 5 Minuten gegangen. Den Menüpunkt habe ich mir auf das Individualmenü gelegt, um ihn schnell ändern zu können.

 

Nach dem Start von Shuttersnitch muss man ein Passwort festlegen. Dieses muss auch im FTP-Profil eingetragen werden. Danach kann es schon loslegen, indem man eine Sammlung anlegt. Dort landen dann die Fotos. Shuttersnitch zeigt dann noch einmal kurz die Verbindungsdaten an. Achtet unbedingt auch auf den Port, denn der muss übereinstimmen. Kann für Shuttersnitch übrigens in den Einstellungen des iPads geändert werden, nicht in der App selbst. Dort findet Ihr auch noch eine ganze Reihe weiterer Optionen.

Ich habe die D4 so konfiguriert, dass sie RAW und JPG aufnimmt, aber nur JPG per FTP sendet. Dazu habe ich die kleinste JPG-Auflösung eingestellt. Die beträgt 2464 x 1640 Pixel und ist somit selbst für das neue iPad ausreichend. So sind die Dateien schön klein und die Übertragung dauert nur ca. 2-3 Sekunden.

 

Shuttersnitch zeigt bei den Fotos auch die grundlegenden Aufnahmeparameter ISO, Blende, Belichtungszeit und Brennweite an. Tippt man das grosse Foto an, so wird es im Vollbild gezeigt. Noch ein Tipp bringt Euch zurück in die Übersicht mit dem Filmstreifen am unteren Rand. Wer mag kann auch Warnungen aktivieren. Dann meckert Shuttersnitch, wenn Werte wie ISO, Belichtungszeit, Blende oder Brennweiter einen bestimmten Wert über- oder unterschreiten. Finde ich ehrlich gesagt nicht so hilfreich. Hat jemand dafür einen Anwendungsfall? Etwas interessanter könnte für den ein oder anderen noch die Highlight-Warnung sein, welche sich mit einem penetranten blinkenden Rot meldet, sobald Bildbereiche ausgefressen sind.

 

Sehr gut gefällt mir die Möglichkeit aus der App heraus die Bilder gleich per Email verschicken zu können. Das geht natürlich nur, wenn auch eine Webverbindung da ist. Hat man ein Ad-Hoc-Netzwerl gebildet, so könnte diese fehlen. Mein iPad hat noch eine Simkarte drin, so dass auch die Internetverbindung vorhanden ist. Momentan überlege ich, wie ich Shuttersnitch bei einem Photo Booth einsetzen kann. Da muss ich wohl doch mal eine Eye-Fi Karte kaufen, denn die D4 werde ich nicht für den Photo Booth nehmen 😉

 

Ich finde es wichtig, dass eine App weiter entwickelt wird. Mein erster Versuch mit Shuttersnitch und der D4 war aufgrund eines Bugs gescheitert. Dieser war aber weniger Tage später behoben und das Update stand im Appstore zum Download bereit. Klasse, so mag ich das. Insgesamt scheint der Autor sich ser zu kümmern, er hat sogar ein eigenes Forum eingerichtet.

Insgesamt gefällt mir die Lösung mit Shuttersnitch besser als über den HTTP-Server der D4. Bei letzterem kann ich die D4 noch komplett fernsteuern, was je nach Anwendungsfall auch sehr hilfreich sein kann. Wenn es jedoch nur darum geht die Bilder auf einem grösseren Display anzuzeigen, dass ist Shuttersnitch besser, alleine schon wegen der Vollbildansicht. Der Preis von 12,99 € ist meiner Meinung nach für die Funktionen lächerlich. Preis/Leistung ist top. Hier noch einmal der Link zum App-Store.

Veröffentlicht in: D4, Foto nach oben

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Kommentare (13)

  • Markus schrieb am 31.03.2012

    Das klingt mal interessant. Bei den Eye-Fi-Karten bin ich aber sehr skeptisch und höre eigentlich nur von Problemen (naja, ist ja fast immer so – die, die zufrieden sind, schreiben keine Rezensionen).
    Hat jmd. ne Eye-Fi mit CF-Adapter im Einsatz – speziell mit einer D700? Ansonsten bleibt mir nur der WT-4 – Klotz.

    Shuttersnitch habe ich auch schon im Visier, auch wenn ich den Preis recht üppig finde. Aber Deine Idee, nur das kleine JPG zu übertragen, find ich clever. Danke!

    • Paddy schrieb am 31.03.2012

      12,99 nennst Du üppig?

      • Markus schrieb am 31.03.2012

        naja… für ne App? 😉

      • Paddy schrieb am 31.03.2012

        Ich vergass. Wenn App drauf steht darf es nur 79 cent kosten, weil die Entwicklung ja rasend schnell geht.

      • Markus schrieb am 31.03.2012

        ist ja gut. 😉
        Tatsächlich ist man da wohl verwöhnt…

      • Paddy schrieb am 31.03.2012

        Das Problem ist, dass viele Entwickler gemerkt haben, dass sie deutlich mehr Downloads haben, wenn sie die App supergünstig machen. Für Spiele und ähnliche Apps, die massentauglich sind, rechnet sich das bestimmt und wir freuen uns alle. Es gibt aber auch Nischenapps, wie Shuttersnitch, die bestimmt deutlich weniger Downloads haben. Die leider darunter, dass man sich an die 1€-Preise gewöhnt hat.

    • Alexander schrieb am 31.03.2012

      Nikon Camera-Control-Pro 2 ist ja mit ca 130€ billiger 😛 und ist bestimmt nicht so funktionell wie Shuttersnitch. Geschweige denn das man es nicht auf dem Ipad installieren kann.

    • Markus schrieb am 31.03.2012

      Ja, das sehe ich auch so.
      Ich kenn die Situation auf der anderen Seite des Tisches nur zu gut. Ist zwar hier etwas Off Topic, aber die „Office“-Apps (wie keynote, uvm.) liegen ja auch eher im oberen Segment, als beim ganzen Angry Birds-Mist-Preissegment. Allerdings ist das natürlich wesentlich größer.

      Trotzdem ist sowas wie Shuttersnitch auch kein Hexenwerk. Sei’s drum, wenn ich für mich eine vernünftige WLAN-Lösung gefunden habe, werd ich’s sowieso kaufen. Also: Alles erreicht.

  • oli schrieb am 31.03.2012

    Ich habe eine Eye-Fi Karte in meiner D7000 und verwende ShutterSnitch am iPad(2). Insgesamt funktioniert das alles auch sehr gut, allerdings ist die WLAN Reichweite der Eye-Fi recht eingeschränkt. Allerdings habe ich kein Peer2Peer Netzwerk aufgebaut sondern beide sind in meinem Netzwerk angemeldet. Wenn ich Offsite arbeite haben ich einen alten AirPort Express dabei der mir dort ein WLAN aufbaut. Und je näher die D7000 am AirPort Express ist, desto schneller ist die Übertragung. Aber selbst bei der kleinsten JPG Version an der D7000 dauert die Übertragung ein paar Sekunden (gefühlte 5-10). Also ja – das funzt. Aber richtig cool ist das mit der Eye-Fi aber auch nicht…
    lg, oli

  • stbuec schrieb am 29.05.2012

    Hallo zusammen, leider schaffe ich es nicht, meinen WT-5 mit meinem iPad und Shuttersnitch zu verbinden; was mache ich falsch? Der Einrichtungsassistent des WT-5 fragt mich zum Beispiel nicht nach dem Port (26000). Danke für die Hilfe. Stbuec

    • stbuec schrieb am 31.05.2012

      Hallo zusammen, es funktioniert, wenn man den Port in der App Shuttersnitch auf 21 stellt. Vielen Dank!
      Das ist schon eine coole Sache!!!

  • Tom schrieb am 04.08.2013

    Hallo!
    Geht das ganze eigentlich auch über einen direkt am ipad angeschlossene cam (also über Camera Connection Kit) ?

    Da ist ja ein USB adapter dabei. Das wäre dann für mich der Grund das ding zu holen 😉

    Oder geht das nur über wlan?

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