Tipps für erfolgreiche Fototouren – was ich gelernt habe

Am 23. Januar 2010 von Paddy veröffentlicht

San Francisco war für mich in sofern eine neue Erfahrung in Sachen Fototour, da ich dort wirklich lange und ausgiebig durch die Gegend gelaufen und gefahren bin. Immer mit meiner Fotoausrüstung auf dem Rücken und so manches mal auch fluchend. Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Fototrip, aber dennoch ist ja immer Platz für Verbesserungen. Daher ein paar Kleinigkeiten, die ich beim nächsten mal anders machen würde.

  • Für einen Fototyp entscheiden: Ich liebe die Panoramafotografie, aber genauso gerne fotografiere ich ganz klassisch. Auf meinem Trip habe ich daher oft die Kamera umgebaut: Objektiv wechseln, Panoramakopf aufbauen, Kamera montieren, justieren. Das wird mit der Zeit etwas nervig, zudem schleppt man dadurch ganz schön viel Zeug mit sich rum und kommt immer wieder gut ins Schwitzen.
    Ich empfehle daher sich für eins zu entscheiden. Entweder klassisch fotografieren oder Panoramafotografie. Dadurch kann man sich zudem auf eine Sache konzentrieren und schaut entweder nach normalen Motiven oder nach Panoramamotiven. Die Ausrüstung wird dadurch auch um einiges leichter. Wenn man den Tag in mehrere Etappen teilt kann man halt einmal dies und ein anderes mal das machen.
  • Maximal 1-2 Objektive: Wer seinen ganzen Objektivpark mitschleppt ist zwar flexibel, ist aber ständig im Wechselzwang. Ich glaube, dass es viel mehr Spaß macht und auch effektiver ist, wenn man sich für 1 Objektiv pro Trip entscheidet. Dann ist man zwar etwas eingeschränkt, was aber wiederum der Kreativität zugute kommt, da man viel bewusster das Bild gestalten muss. Soll natürlich nicht heissen, dass Ihr die Objektive ganz zu Hause lassen sollt. Aber ein paar im Hotel zu lassen schadet nicht wirklich. Auch hier der Hinweis auf Etappen mit unterschiedlichen fotografischen Zielen.
  • Panoramakopf für die Reise: Um das Gewicht und auch die Größe der Panoramaausrüstung zu reduzieren denke ich momentan darüber nach mir einen Nodal Ninja Ultimate R1 Panoramakopf zusätzlich zu kaufen, den ich dann mit einem Einbeinstativ verwende. Gerade wenn man viel durch die Gegend läuft hilft das ungemein, da der R1 viel kompakter ist und zudem mit einem Einbein auch einiges weniger wiegt.
  • Etappen planen: Die besten Fotos auf meinem SF-Trip sind bei den Touren entstanden, die ich mir vorher genau überlegt habe. Einen Tag bin ich z.B. ganz bewusst zum Pier 26 gefahren um 2 bestimmte Motive aufzunehmen. Genau die habe ich auch gemacht und es sind zwei der besten Bilder aus San Francisco geworden. Ein bisschen Vorbereitung hilft dabei die guten Motive zu finden und spart unheimlich viel Zeit. Viel Müll ist im Gegensatz herausgekommen als ich am ersten Tag einfach drauf los gestiefelt bin. Also ruhig ein paar Etappen jeweils für den Morgen und den Abend planen.
  • Gutes Licht abwarten: Ebenfalls sehr erfolgreich war die Strategie meine Fotoziele am Morgen und am Abend gezielt anzufahren und über den Mittag nichts konkretes zu planen. Dadurch wurde ich durch sehr schöne Sonnenaufgänge und die Blaue Stunde belohnt. Ein Fototrip am Tag durch Downtown San Francisco hat in furchtbar schmerzenden Füßen und einem immer schwerer werdenden Rucksack geendet. Also lieber gezielt die guten Lichtzeiten abwarten und dann über Mittag auch mal die Kamera weglegen.
  • Objektivköcher mitnehmen: OK, ich weiss, dass es schwer fällt sich für ein Objektiv zu entscheiden. Ich persönlich habe immer sehr gerne mein 24-70 f/2,8 und das 70-200 f/2,8 dabei. Was jedoch extrem nervt ist das Wechseln, weil man erst den Rucksack abnehmen muss, Objektiv wechseln und Rucksack wieder aufsetzen. Ich werde mir daher für den nächsten Trip so einen Gürtel mit Objektivköcher mitnehmen in den ich immer das nicht verwendete Objektiv stecken kann. Klar gibt es auch die Sling-Rucksäcke, die man nach vorne slingen kann, aber ich denke so ein Köcher ist noch mal ne Ecke geiler.
  • Kappe ab, Kamera an: Irgendwie ist es mir angeboren immer die Objektivkappe wieder drauf zu machen und die Kamera auszuschalten. Ist beides aber auch irgendwie nervig. Ich war dann ständig dabei den Deckel zu suchen und war irgendwie nie sicher ob die Kamera nun an oder aus ist. Sind beides keine Punkte, die groß Zeit fressen, aber wenn man die Kamera einfach die ganze Zeit über schußbereit lässt, hilft das doch bei der Entspannung 😉 Über Akkus muss man sich eh keine Gedanken machen, die halten zumindest bei meiner D700 ewig.
  • Weniger ist mehr: Wenn man sich etwas Zeit beim Bildaufbau lässt, muss man nicht 100 Fotos vom gleichen Motiv schießen. Dann hat man den Effekt, dass man hinterher 100 fast gleiche Fotos hat unter denen man das beste finden muss. 2-3 Bilder mit unterschiedlichen Einstellungen reichen vollkommen aus. Variiert aber wirklich, nehmt unterschiedliche Blenden, Verschlußzeiten und ISO-Werte. Denkt daran, dass ein Wechsel von Blende 4 auf 4,5 bei einer Weitwinkelaufnahme nicht wirklich einen Unterschied macht 😉 Speziell bei Nachtaufnahmen mit Stativ versuche ich immer die Extreme auszuprobieren. Einmal Blende 2,8 – 4 für erträgliche Verschlußzeiten und dann auch noch mal was im Bereich 11 – 16 um mögliche Weichzeichnungseffekte bei Wasseroberflächen zu bekommen. Das macht einen echten Unterschied bei dem ich meistens vorher nicht weiss welches Bild das bessere ist.

Im Grunde kann man die Tipps ganz kurz zusammenfassen: Reduziert die Ausrüstung auf Wesentliche und geht gezielt vor.

Habt Ihr vielleicht noch Tipps für Fototouren- und reisen? Würde mich über Ergänzungen sehr freuen.

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Kommentare (7)

  • Michael schrieb am 23.01.2010

    Zum Thema „Kappe ab, Kamera an“…da hat der Onkel meine Frau eine kleine aber feine Idee gehabt. Kleines Loch in die Gegenlichtblende und in den Objektivdeckel, Bindfaden durch und miteinander verbinden. So haste immer alles beisammen und musst den Objektivdeckel sicherlich nicht mehr suchen 😉

    • Paddy schrieb am 23.01.2010

      Die Idee ist nicht schlecht, aber wenn ich an einen baumelnden Objektivdeckel an der Kamera denke, die am SunSniper-Strap hängt ist das auch nicht so wirklich ideal.

  • eliterator schrieb am 23.01.2010

    Hat sich auf jeden Fall gelohnt, man muss sich halt am Riemen reißen, damit man diese richtigen Tipps befolgt, auch mal Geduld haben..Die Bilder sind auf jeden Fall toll! Kompliment!

  • Hadmut schrieb am 26.01.2010

    – Wettervorhersage lesen. Dunstiges Wetter macht dunstige Fotos.

    – Was früher immer geraten wurde (ich aber noch nie ausprobiert wurde) ist das Taschenstativ: Stativschraube mit Schnur und Schlinge, mit dem Fuß in die Schlinge steigen und spannen.

    – Ich hab immer einen Mikrofaser-Wischlappen (und zwar die Frottee-ähnlichen, gibts billig im Discount-Supermarkt), mit dem man an der Kamera alles außer den Linsen sauber machen kann. Schweiß, Dreck, Sonnencreme usw. geht alles weg und das Display ist wieder klar.

    – Hab ich mir gerade erst neu gekauft: Eine elektronische LED-Wasserwaage für den Blitzschuh. Die sieht man aus dem Augenwinkel, während man das Foto macht.

    – Ab und zu mal ein Straßenschild fotographieren hilft bei der spätere Ortszuweisung (oder GPS nehmen)

  • Chris schrieb am 28.02.2010

    Bezüglich des Objektivköchers könnte der Shootsac für Dich vielleicht interessant sein.

    http://www.shootsac.com

    Ist im Grunde eine Umhängetasche, in der 3 Objektive Platz finden und etwas Kleinkram (Karten, Akkus, etc).
    Eine Freundin von mir nutzt den für Shootings bei Hochzeiten, etc. – aber warum nicht auch auf einer Städtetour.

    Einen deutschen Reseller habe ich leider noch nicht gefunden.

    • Paddy schrieb am 28.02.2010

      Hi Chris,
      der Shootsac sieht wirklich interessant aus. Ich glaube bald kann ich eine Fototaschen-Sammlung aufmachen 😉

  • Mac_BetH schrieb am 21.03.2010

    Hallo Paddy,

    tolle Tipps und du wirst lachen, ich habe soetwas noch nie vorher gemacht bin aber gerade am Planen und deinen Tipp Morgens und Abends und den Tag über nichts konkretes, werde ich auf jeden Fall berücksichtigen!

    Gruß
    Matthias